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Vertiefung Finanzmanagement (Fach) / Bewertung und Finanzmärkte (Lektion)
Grundbegriffe
Krise am Finanzmarkt
Finanzmarktinstrumente
IPO
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- Unterschiede Commercial- / Investment Banking Commercial Investment Intermdiation Bank Kapitalmarkt Kapitalgeber Sparer Institutionelle Investoren Kapitalaufnahme Kredite Wertpapiere Funktionen Entscheidungsträger/Kontrolleur Berater / Analyst Marktrisiken Übernahme durch Bank Weitergabe an Kapitalmarkt
- Kapitalnehmer - Wichtige Möglichkeit der Außenfinanzierung (Bereitstellung großer Finanzierungsvolumen und Risikokapital) - Transparente Preisgestaltung - Fungible Titel (Aktienrückkauf, Aktientausch) - Publizitätseffekt - Mitarbeitermotivation
- Kapitalgeber - Erweiterung des Anlagespektrums (Individuelle Präferenz Risiko/Rendite, Private Altersvorsorge) - Fungible Titel - Risikoabsicherung mit Finanzderivaten - Strategische Einflussnahme auf Unternehmen
- Differenzierungskriterien des Kapitalmarktes - Funktionserfüllung (Primär/Sekundär) - Erfüllungszeitpunkt (Kassa / Terminmarkt) - Organisationsgrad (Organisierter / Nicht-organisierter Markt)
- Finanzmarkt - Markt, auf dem Geld oder in Geld bezifferte Titel gehandelt werden Besteht aus Geldmarkt und Kapitalmarkt
- Geldmarkt - Handeln von Geld oder in Geld bezifferte Titel für kurze Fristen (kurzfr. Liquiditätsbeschaffung von Banken)
- Kapitalmarkt - Handeln von Geld oder in Geld bezifferte Titel mittel- bis langfristig (Kapitalbeschaffung von Unternehmen und Staat) - Aktien-, Rentenmärkte / in weiteren Sinne auch Derivate
- Beteiligte am Finanzmarkt - Emittenten - Konsortialbanken - Investoren/Anleger - Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht - Börsen - Börsenmakler/Analysten/Rating Agenturen/Berater
- Einfluss der EZB auf Geldmarkt Hauptfinanzierungsfazilität - Versteigerung von Geld nach Zinstenderverfahren - Basistender (Monatlich/Laufzeit: 3 Monate) - Haupttender (Wöchentlich/ Laufzeit: 1 Woche) Spitzenfinanzierungsfazilität - Permanente und unbegrenzte Möglichkeit für Banken zur Geldbeschaffung - Laufzeit: Over Night àEZB kann Zinskorridor für Zinsen am Geldmarkt schaffen
- Primärmarkt - Erstmalige Emission von Wertpapieren - Finanzierungsfunktion nur durch Primärmarkt
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- Sekundär - Weiterveräußerung der Wertpapiere von Investoren an andere Anleger - Liquiditätsfunktion
- Organisierter Kapitalmarkt - Agieren aufgrund von rechtlichen und institutionellen Regeln nach festen transparenten Regeln - Vorgaben durch: Börsengesetz (Orga der Börsen) / Wertpapierhandelsgesetz (transparente Börsen) / privatrechtliche Vereinbarungen (Prime Standard) Effizienz durch Vorgaben: Zentralisierung des Handelns / Standardisierung der Verfahren / Größere Publizität und Information
- Nicht-organisierter Kapitalmarkt - Vorgegebener Rahmen und Marktorganisation fehlt
- Kassamarkt - Kontrakte müssen unmittelbar erfüllt werden
- Terminmarkt - Kontraktabschluss und Erfüllung fallen auseinander - Spiegelt Werte für zukünftige Lieferungen wieder abhängig von: aktueller Bewertung / Vorteile späterer Lieferung (Opportunität: Zinsen) / Nachteile späterer Lieferung (entgangene Erträge aus Kassageschäft) - Erlaubt Trennung von Liquiditäts- / Risikoaspekten (Absicherung)
- Finanzinstrument - Vertragliche Ansprüche und Verpflichtungen, die unmittelbar oder mittelbar den Austausch von Zahlungsmitteln zum Gegenstand haben - Wertpapiere (Aktien, Schuldverschreiben, Genuss-/Optionsscheine, Anteilsscheine an KAG Fondanteile) - Geldmarktinstrumente - Derivate
- Rentenpapiere - Gläubigerwertpapiere mit festgelegter Verzinsung - Anleihen, Obligationen, Bonds, Fixed Income - Ausstattungsmerkmale: Laufzeit, Zins, Tilgungs-, Zins-, Kündigungsmodalitäten
- Differenzierungsmöglichkeiten von Rentenpapieren - Herkunft (Inlands- / Auslandsanleihen) - Art des Schuldners (öffentl. Haushalten, Banken, Industrien) - Mündelsicherheit (Pfandbriefe, Kommunalobligationen) - Laufzeit (Lang-, Kurzläufer) - Art der Tilgung (Tilgungs-, Annuitätenanleihen) - Zinsausstattung (Disagio/Agio, Zero-Bonds) - Bonität des Schuldners (Rating, Junk Bonds)
- Aktie - Wertpapier, die ein Anteilsrecht an einer AG verbrieft Unterscheidungen von Aktien - Nennwert / Nennwertlose Aktie (Stückaktie) - Art der Übertragung (Inhaberaktie, Namesaktie, vinkulierte Namensaktie) - Umfang der verbrieften Rechte (Stammaktie, Vorzugsaktie) - Anlass der Herausgabe (junge Aktie, Belegschaftsaktie) - Handelbarkeit (nicht börsenfähig, börsenfähig / Block-, Pakethandel)
- Investmentanteil - Verbriefter Anteil der in einem Investmentfonds enthaltenen Werte - Zwecke: Risikodifferenzierung / Professionelles Management der Vermögenswerte - Vermögenswerte können Wertpapiere oder Immobilien sein - Fonds dürfen nur durch Kapitalanlagegesellschaften betrieben werden - Gesellschaft unterliegt Gesetz über Kapitalanlagegesellschaft (muss AG oder GmbH sein / für Kreditinstitute geltenden Vorschriften - Enorme Bedeutung für den Kapitalmarkt
- Derivate - Wertrechte, die von bereits vorhandenen, originären Wertpapieren abgeleitet wurden - Zwecke: Absicherung von Risiken / Spekulative Gewinnerzielung (Leverage-Effekt, Hebel) - Ausprägung als: Future (Verpflichtung zu Lieferung und Abnahme zu späteren Zeitpunkt) / Option (Kauf eines Rechtes zu kaufen bzw. verkaufen / europäisch am Ende, amerikanisch während der gesamten Laufzeit) - Handel über: Eurex (standardisierte Produkte an Terminbörsen), Over the Counter (nicht-standardisierte Produkte)
- Börse - Organisierter Markt für Wertpapiere, Derivate oder andere handelbare Gegenstände, der sowohl die Börsengänge als auch das Gebäude bezeichnet - Reguliert durch Börsengesetz (Börsenaufsicht, BaFin) und Börsenordnung (Handelsüberwachung der einzelnen Börsen) - Börsenplätze: Berlin, Stuttgart, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München Börsenmitglieder: Banken, Makler
- Auktionsbörse - Skontroführung: Kauf und Verkaufsaufträge in zentralem Buch - Festlegung Einheitskurs/Kassakurs: nach Höchstumsatzprinzip durch vereidigten Kursmakler - Fortlaufende variable Notierung: Für Wertpapiere mit hohen Umsätzen Bsp: Amtlicher Handel, geregelter Handel
- Market-Maker Börse - Betreuer stellt während der Börsenzeit Kauf-(Geld-) und Verkaufs-(Breif-) Kurse - Festlegung von Höchstspannen, minimalen Einstellspannen im Orderbuch und maximale Antwortzeit auf Requests - Market-Maker muss Abschlüsse in eigenem Namen tätigen – Risiko - Kursregulativ ist der Eigenbestand, Hohe Bestände à Kurs fällt / Fehlbestände à Kurs steigt - Für Anleger ist jederzeit Liquidität gewährleistet - Bsp: zahlreiche Aktien im Prime Standard, Optionen/Futures an der Eurex
- Marktsegmente des Börsenhandels Regulierter Markt (General Standard) - Organisierter, von der EU regulierter Markt - Teilbereich: Prime Standard Freiverkehr (Open Market) - Kein gesetzlich organisierter Markt - Regeln werden von Börsen vorgegeben - Teilbereich: Entry Standard
- Auslöser der Krise: - Unkritische Vergabe von Hypothekenkrediten - Zinsanstieg / Verfall der Immobilienpreise in der USA - Keine Fristenkongruenz bei Refinanzierung durch ABS - Conduits/SPV nicht in Bilanzen verfasst - Liquiditätszusagen für Conduits - Aufgrund von Zusagen gute Ratings - Misstrauen der Investoren / Banken (fehlende Transparenz) - Anschlussfinanzierung der ABS fallen aus Weitere Ursachen: - Kapitalmarktprodukte haben an Bedeutung gewonnen - Verstärkte Vernetzung der Finanzmärkte - Komplexität und Intransparenz der Produkte - Exorbitante Geschäfte der Banken - Mangelnde Kontrolle der Geschäfte durch Aufsichtsräte und Aufsichtsbehörden
- Folgen der Finanzmarktkrise - Vertrauenskrise der Banken und Anleger - Austrocknung der Geldmärkte und der Märkte für Kreditderivate - Teufelskreis: Fehlende Marktliquidität, notwendige Liquidierung von Assets, Abwertung der Assets - Kreditwürdigkeit der Banken sinkt / Höhere Kapitalkosten - Kreditklemme für Unternehmen / Insolvenzen - Ausweitung Konjunkturkrise / Depression / Staatskrisen
- Lösung für die Krise am Finanzmarkt 1. 1. Kurzfristig: Hilfspakete der Länder 2. 2. Verbesserte Rechnungslegung - Konsolidierung der SPV - Verbesserter Ausweis von Risiken - Bewertung von Assets weniger zu Marktpreisen - Auslagerung von toxischen Assets in Bad Bank 3. 3. Vermeidung von Politikfehlern - Vermeidung von Assetinflation / Restriktive Geldpolitik - Vermeidung staatlicher Förderung - Vermeidung staatlicher Subventionen von Banken - Stabilisierung Weltfinanzsystem (feste Wechselkurse) 4. 4. Verbesserte Finanzaufsicht - Regulierung von intransparenten Produkten - Höhere Anforderung und verstärkte Überwachung für Handel auf unorganisierten Märkte (mehr EK) 5. 5. Verbesserung der Corporate Governance - Langfristige Kompatible Anreizsysteme - Höhere Eigenbeteiligung bei riskanten Geschäften - Größere Equity Tranchen bei Kreditderivaten - Konsolidierungen/Fusionen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
- Phasen des Börsenganges 1. 1. Entwicklung der Börsenreife - Beratung zur Erlangung der Börsenreife - Unterstützung bei der Vorfinanzierung durch Venture Capital oder Fremdfinanzierung 2. 2. Emissionsplanung - Auswahl des Konsortialführers - Entwicklung Emissionskonzept - Entwicklung der Equity Story - Auswahl weiterer Berater 3. 3. Emissionsvorbereitung - Zusammenstellung des Konsortiums - Due Diligence - Zulassung - Erstellung des Prospektes - Erstellung des Researchberichtes 4. 4. Vermarktung der Emission - PR-Kampagne - Pre-Marketing - Road Show - Bookbuilding
- Anforderungen der Börsenreife - Hinreichende Größe - Positive Umsatz und Ergebnisentwicklung - Außergewöhnliche Marktperspektiven - Innovative Produkte, Dienstleistungen - Bewährtes Management - Transparente Unternehmensstruktur - Bereitschaft zur offenen Kommunikation - Präzise formulierte Ziele / Visionen
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- Elemente des Emissionskonzeptes - Emissionsvolumen - Kapitalstruktur (Kapitalerhöhung/Umplatzierung, Greenshoe) - Mitarbeiterbeteiligungen - Friends & Family - Marketingaktivitäten - Platzierungskonzept
- Equity Story - Ziel: Interesse bei Investoren durch prägnante Präsentation hervorrufen - Darstellung der Geschäftstätigkeit - Hervorhebung von Wachstumsperspektiven - Hervorhebung von alleinstellungsmerkmalen (Technologie) - Qualitäten des Managements
- Marktaktivitäten im Rahmen des Börsenganges - Imagekampagne: Equity Story in Printmedien und TV - Pre-Marketing: Gespräche mit institutionellen Investoren - Roadshow: Unternehmenspräsentationen vor institutionellen Investoren Bookbuilding: Mehrtägiger Bietungsprozess
- Bookbuilding Verfahren Merkmale des Bookbuilding - Festlegung einer Eimissionspreisspanne - Angebot auf Basis dieser Preisspanne - Offenlegung der Investoren ab bestimmter Ordergröße - Analyse und Klassifizierung der Investoren - Bilden einer Preisabsatzfunktion am Ende der Zeichnungsfrist - Ermittlung der gewünschten Investorenstruktur anhand Preisabsatzfunktion Vorteile des Bookbuilding - Ermittlung eines Nachfrageorientierten Preises - Chance auf höheren Emissionserlös - Verbesserung der Performance/effiziente Durchdringung der Investormärkte/ stabiles Sekundärmarktverhalten/ Erleichterung Investor-Relations Arbeit
- Greenshoe - Instrument zur Kursstabilisierung - Bei Nachfrageüberhang à Emission von mehr Aktien als vorgesehen (Wertpapierleihe der Altaktionäre) - Wenn Börsenkurs unter Emissionkurs à Rückkauf der Aktie an der Börse - Bei positiver Kursentwicklung: Ausübung von Call-Option gegenüber Altgesellschatern / bedingte Kapitalerhöhung / Rückkauf der Aktien