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Psychologie (Fach) / Diagnostik VL (Lektion)

VL 9

Diese Lektion wurde von camicatze erstellt.

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  • Selektionsentscheidungen Bei institutionellen Entscheidungen, wenn Zahl der Bewerber/Kandidaten die der verfügbaren Stellen/Plätze übersteigt Drei Teilaufgaben für Diagnostik 1.     Auswahl und Erhebung entscheidungsrelevanter Variablen 2.     Festlegung der Variablenkombination und kritische Trennwerte 3.     Abschätzung der Entscheidungsgüte und des Entscheidungsnutzens der Prozedur
  • Selektionsentscheidungen Variablenauswahl Basierend auf: Anforderungen der Stelle Empirischen Informationen über die Zusammenhänge zwischen möglichen Prädiktoren (Tests) und den jeweiligen Kriterien Inkrementeller Validität
  • Selektionsentscheidungen Variablenkombination Univariate Informationen (Quantitative Variable) o   Definition eines kritischen Trennwerts, c = single cutoff o   Positive und monotone Beziehung zwischen Prädiktoren und Kriterium o   Entscheidungsregel = Wenn x ≥  c, akzeptiere den Kandidaten, andernfalls lehne ihn ab Multivariate Informationen Lineare Kombination- Trennwert = multiple-regression cutoff; Kompensationsmöglichkeit Konfigurale Selektrionsregeln- Multiple Cutoff; konjunktive und disjunktive Entscheidungsregeln möglich  
  • Selektionsentscheidungen Entscheidungsgüte Bedeutung der Validität für Entscheidungen im Kontext der Personalselektion Beitrag eines Tests zur Entscheidungsgüte: Inwieweit kann mit Einsatz eines Tests der Anteil korrekter Entscheidungen erhöht werden? Ist Validität eines Tests entscheidend für die Güte der getroffenen Entscheidung?  
  • Entscheidungsgüte – wird determiniert durch: 1.     Prädiktive Validität der Testverfahren 2.     Basisquote 3.     Selektionsquote
  • Prädiktive Validität der Testverfahren Kriteriumsvaliditäten selten >.3 oder .4 = Erklären nur 9% bis 16% der beruflichen Leistungsvarianz Reliabilitäts-und Validitätsdefizite der Kriterien Koeffizienten nur für akzeptierte Bewerber berechenbar -> Reduktion der Test-Kriteriums-Korrelation  
  • Basisquote: Allgemein = Anteil der Personen in Population, die ein Merkmal/Merkmalskombination faktisch aufweisen Personalauswahl = Anteil der tatsächlich Geeigneten unter den Bewerber- 50 Bewerber, 20 geeignet: Basisquote= 20/50 = 0.4
  • Selektionsquote Personalauswahl = Anteil der Akzeptierten unter den Bewerbern o   10 offene Stellen -> nur 10 besten Bewerber ausgewählt o   Selektionsquote = 10/50 = 0.2
  • Bewertung der Entscheidungsgüte Häufigkeiten korrekter und inkorrekter Entscheidungen analysieren, die mit einem Test getroffen werden Vergleich der Vorhersagen auf Basis der Trennwerte mit Kriteriumswerten Trennwert für Kriterium = Kriteriumsstandard (Mindestanforderung, die Organisation an geeignete Mitarbeitet stellt)- Einzelwert- Bestehend aus mehreren Variablen
  • Wie beeinflussen Basis-und Selektionsquote die Entscheidungsgüte? Numerisches Maß für Entscheidungsgüte: (a) Relative Häufigkeit korrekter Entscheidungen: -> (VP + VN) / (VP + VN + FP + FN) Nachteil: Bewerber mit ungünstiger Prognose müssten zunächst akzepiert werden (VN) (b) Anteil der Geeigneten an den Akzeptierten -> Erfolgsquote = VP/ (VP+FP) -> Selektiver Erfolgsquotient/positiver prädiktiver Wert
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  • Taylor-Russel-Tabellen Erfolgsquote als Funktion von Basisquote, Selektionsquote und Validität des Auswahlverfahrens
  • Basisquote im hohen Bereich: wenig Raum für Verbesserungen durch validen Test  --> Einsatz eines teuren Auswahlverfahrens lohnt sich nicht
  • Basisquote im niedrigen Bereich: Auch valides Verfahren trägt nicht viel dazu bei, geeignete Bewerber zu finden
  • Sensitivität ·      Anteil positiv Diagnostizierter an den faktisch Positiven: VP / (VP+FN) ·      Verfahren mit hoher Sensitivität identifiziert faktisch Positive mit hoher Wahrscheinlichkeit
  • Spezifität ·      Anteil negativ Diagnostizierter an den faktisch Negativen: VN / (VN+FP) ·      Verfahren mit hoher Spezifität identifiziert faktisch Negative mit hoher Wahrscheinlichkeit
  • Festsetzung kritischer Trennwerte stellt Problem dar, für das es keine eindeutige Lösung gibt, WEIL o   Zugleich ein Werturteil erfordert, das nicht allein wissenschaftlich begründbar ist o   Sondern stets auch auf persönlichen, sozialen und ökonomischen Werten sowie praktischen Erfahrungen beruht
  • Diagnosequotient Vorhersagerichtigkeit (VP + VN) / (VP + FP + VN + FN) Anteil der richtigen Diagnosen an allen Diagnosen
  • Diagnosequotienten Ergfolgsquote / positiver prädiktiver Wert VP / (VP + FP) Anteil der richtigen Positiven an den als positiv Diagnostizierten
  • Diagnosequotienten negativer prädiktiver Wert VN / (VN + FN) Anteil der richtigen Negativen an den als negativ Diagnostizierten
  • Entscheidungsnutzen 1.     Die Ergebnisse des Selektionsverfahrens sind mit Auszahlungen für die Institution verbunden 2.     Auf Kriteriumsseite wird im Ansatz von Taylor&Russel nur zwischen geeignet/nicht geeignet differenziert 3.     Kosten durch Etablierung, Durchführung und Weiterentwicklung einer diagnostischen Prozedur sind bei Bewertung zu brücksichtigen von Brodgen und Cronbach & Glaser formalisiert = BCG-Modell  
  • BCG-Modell Zielsetzung = Nutzen einer diagnostischen Prozedur für eine Selektionsaufgabe in Geldeinheiten ausdrücken o   Prüfung, ob Prozedur profitabel o   Vergleich verschiedener Verfahrensweisen hinsichtlich ihres relativen Nutzens Zu schätzende Größe -> inkrementeller Nutzen Vergleichsbasis zur Bestimmung des Nettonutzens kann Zufallsauswahl sein