7

Pädagogische Diagnostik (Fach) / Vorlesung 9/10 (Lektion)

Lernstörungen

Diese Lektion wurde von Chiara_Borgerding erstellt.

Lektion lernen

  • Lernstörungen, Begriff kennen und erläutern können, Arten kennen Lernstörungen nach ICD10 „Umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten“: Es handelt sich um Störungen, bei denen die normalen Muster des Fertigkeitserwerbs von frühen Entwicklungsstadien an gestört sind. Dies ist nicht einfach Folge eines Mangels an Gelegenheit zu lernen;es ist auch nicht allein als Folge einer Intelligenzminderung oder irgendeiner erworbenen Hirnschädigung oder -krankheit aufzufassen.“Arten von Lernstörungen nach ICD 10-  Lese-Rechtschreib-Störung(LRS)-  Isolierte Rechtschreibstörung-  Dyskalkulie(Rechenstörung)-  Kombinierte Störungen schulischer Fertigkeiten (Kombination aus LRS und Dyskalkulie)
  • Lese-Rechtschreibstörung, isolierte Rechtschreibstörung: Begriff kennen und erläutern können, phonologische Bewusstheit Lese-Rechtschreibstörung (LRS)massiv, andauernde Störung des Schriftsprachspracherwerbs, EntwicklungsstörungProbleme beim Lesen und SchreibenIsolierte RechtschreibstörungBeeinträchtigung der Entwicklung von Rechtschreibfertigkeiten besteht, ohne Vorgeschichte einer Lesestörung
  • Rechenstörung (Dyskalkulie): Begriff kennen und erläutern können Entwicklungsstörung beim Erwerb grundlegender mathematischer Kompetenzen„Diese Störung besteht in einer umschriebenen Beeinträchtigung von Rechenfertigkeiten, die nicht allein durch eine allgemeine Intelligenzminderung oder eine unangemessene Beschulung erklärbar ist. Das Defizit betrifft vor allem die Beherrschung grundlegender Rechenfertigkeiten, wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division, weniger die höheren mathematischen Fertigkeiten, die für Algebra, Trigonometrie, Geometrie oder Differential- und Integralrechnung benötigt werden“ häufig liegen Probleme im Bereich des räumlich-visuellen Arbeitsgedächtnisses und der exekutiven Funktionen vor
  • Diagnose von Lernstörungen - Welche Art von Test kommt zum Einsatz (keine speziellen Tests) IQ mindestens 70 bereisspezifische Minderleistung: "Intelligenzdiskrepenz"Tests nach aktueller Norm, standardisiert zentral: Bestimmund der Bezugsgruppendiskrepanz (mind. 1,5 SD unter Mittelwert)Intelligenzdiskrepanz nicht empfohlen
  • Diagnose von Lernstörungen - Was versteht man unter der Bezugsgruppen- bzw. der Intelligenzdiskrepanz? - Wie werden diese Diskrepanzen bestimmt? - Probleme bei der Verwendung der Intelligenzdiskrepanz als Diagnosekriterium Bezugsgruppendiskrepanz: Es besteht eine Minderleistung im Lesen und/oder Rechtschreiben relativ zum Alter bzw. zur Klassenstufe (Bezugsgruppendiskrepanz): Leistungen mindestens 1,5 SD unter den Leistungen der KlassenstufeIntelligenzdiskrepanz: erwartungswidrige Minderleistung der Leseleistung und/oder Rechtschreibleistung relativ zur Intelligenz (Intelligenzdiskrepanz): Differenz von mind. 1,5 SD zwischen Intelligenz und Leistung im Lesen und/oder Rechtschreiben. (nicht empfohlen bei Rechenstörung)Probleme:  Bei Kindern mit geringerer Intelligenz ist Kriterium oft nicht erfüllt, sie erhalten Diagnose daher nicht (trotz Förderbedarf)Unabhängigkeit der Symptomatik von der IntelligenzUnabhängigkeit des Interventionserfolgs von der Intelligenz
  • Einsatz von Intelligenztests bei Diagnose von Lernstörungen Intelligenz muss durchschnittlich sein
  • Abgrenzung Lernstörung von Lernbehinderung bzw. allgemeine Lernschwäche "Lernbehinderung": allgemeine Lernschwäche bei unterdurchschnittlicher IntelligenzAbgrenzung anhand der Intelligenz aber nicht immer möglichSpezifische Lernstörung bezieht sich nur auf einzelne Leistungsbereiche, allgemeine Lernschwäche auf alle Bereiche des schulischen LernensTypische Begleitmerkmale der „Lernbehinderung“ (Mangelnde Metakognitive Handlungssteuerung, mangelnde Beherrschung von Lernstrategien, mangelnde Motivation und Konzentration, geringes bereichsspezifisches Wissen) entfallen ganz oder teilweise bei der spezifischen Lernstörung
Anzeige