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Sozialpsychologie FOM Düsseldorf (Dr. Klische) (Fach) / Selbstkonzept und Soziale Identität (Lektion)

Selbstkonzept, Selbstwertgefühl, Selbstdiskrepanztheorie, Selbstreferenzeffekt, Regulatorischer Fokus, Selbstschemata, Persönliche Quellen, Soziale Quellen (Sozialer Vergleich), Korrumpierungseffekt der Motivation, Theorie der Sozialen Identität, Implizite Selbstaufwertung, Selbstdarstellung/Selbstanpreisung, usw.

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  • Was besagt der better-than-average Effekt? Neigung zu glauben, dass man besser sei als der Durchschnitt
  • Beschreiben Sie die zwei persönlichen Quellen der Selbstkenntnis/des Selbstkonzepts und wo die Quellen fehleranfällig sind. 1. Introspektion (Beobachtung eigener interner mentaler und emotionaler Zustände) - positive Eigenschaften werden bei sich selbst oft überschätzt (siehe auch better-than-average Effekt und overconfidance bias) - häufig motiviert ungewollte Gedanken/Erlebnisse aus Gedächtnis herauszuhalten (Verdrängung) - Menschen erfinden Gründe, wenn Sie keinen Zugang zu den wirklichen Gründen haben - simultane Verarbeitung einer Vielzahl an Informationen (wahre Ursachen meist unbewusst) 2. Selbstwahrnehmung (eigenes Verhalten wird genauso wie das anderer beobachtet, daraus werdne Rückschlüsse auf Motive und das Verhalten geschlossen) - Analyse des eigenen Verhalten durch Attribution (intrinsische/extrinsische Motivation)
  • Inwiefern spielen frühe Bindungsprozesse als soziale Quelle des Selbstkonzepts und der Sozialen Identität eine Rolle? allererstes Gefühl dafür, wer wir sind, beginnt durch früheste Interaktionen mit Bezugsperson im Säuglingsalter   Positives Selbstkonzept: zuverlässige Bezugsperson und Reaktion auf Bedürfnisse des Säuglings Negatives Selbstkonzept: wenn Betreuung nachlässig/rücksichtslos ist oder bei Missbrauch später können Einschätzungen anderer reflektiert werden und in das eigene Selbstkonzept integriert werden (Aufmerksamkeit aber eher bei Informationen die eigene Ansichten bestätigen = Bestätigungsverzerrung)
  • Erklären Sie die Theorie sozialer Vergleichsprozesse (Festinger, 1954). wir streben danach, die eigenen Meinungen und Fähigkeiten zu bewerten Vergleich mit anderen Personen (wird sogar genutzt, wenn objektive Standards verfügbar sind) je unsicherer, desto stärker wird die Vergleichsmotivation Tendenz sich zu vergleichen nimmt ab, je mehr sich die Vergleichsperson unterscheidet Vergleichsprozesse finden weitestgehend automatisch statt dient manchmal motivationalen Zwecken, häufige Grundlage persönlicher Standards Abwärtsvergleich - Stärkung des Egos, Selbstwertansatz (Streben nach positivem Selbstwert) Aufwärtsvergleich - vorrangig zur Selbstmotivation, entmutigt wenn Vergleichszustand nicht erreichbar lateraler Vergleich - Vergleich mit ähnlichem Standard (dient vorrangig der Selbsterkenntnis) -> Konsequenz ist abhängig vom Fokus (Annäherung oder Entfernung zum Vergleichszustand) führt zum suchen nach Ähnlichkeiten (Assimilation) oder Entfernung (Kontrast zum Vergleichszustand)
  • Was versteht man unter dem Korrumpierungseffekt der Motivation (overjustification effect)? ursprüngliches intrinsisches Interesse an einer Tätigkeit kann durch extrinsische Anreize verloren gehen kann durch die Rückwirkende Einstellungsbildung (Änderung in der Selbstwahrnehmung) erklärt werden (innere Beweggründe erscheinen unnötig durch extrinsische Anreize – paradoxer Belohnungseffekt)
  • Inwiefern spielen interpesonelle Beziehungen bei der Selbstkenntnis eine Rolle? Selbstkenntnis durch die Interaktion mit bedeutsamen Beziehungspartnern Vorstellung der Reaktion anderer auf eigenes Verhalten („Was würde xyz sagen/denken?“) Personen übernehmen häufig unbewusst Ansichten von Freunden/Partnern (Soziale Anpassung)
  • Erklären Sie die Theorie der sozialen Identität (Tajfel, 1986). Streben nach positiver/-m Selbstsicht/Selbstwert (positive Distinktheit) Theorie liefert Rahmen, wie sich Menschen mit sozialem Netz verbinden und aus ihren Gruppenmitgliedschaften Selbstkenntnis und Sinn ableiten Menschen nehmen Eigengruppen mit in ihr Selbstkonzept auf und  bewerten diese im Vergleich zur Fremdgruppe oder grenzen sich gegenüber Fremdgruppen ab (soziale Kategorisierung), Kontrastierung der Fremdgruppe (sozialer Vergleich) Persönliche vs. Soziale Identität Identität eines Menschen kann vom einen Extrem (rein persönliche Identität) bis ins andere Extrem (rein soziale Identität (Depersonalisation)) reichen einer der folgenden Modi dominierend: „Ich-Modus“: individuelle Persönlichkeitsmerkmale stehen im Vordergrund Heterogenität („Jeder Mensch ist anders)   „Wir-Modus“: sowohl Eigen- als auch Fremdgruppe wird als relativ homogen angesehen gegenüber Eigengruppe: Depersonalisierung; gegenüber Fremdgruppe: Diskriminierung   drei Strategien zur Beseitigung negativer sozialer Distinktheit: individuelle Mobilität: Versuch, in die Gruppe mit hohem Status zu gelangen soziale Kreativität: Wahl einer anderen Vergleichsgruppe oder Status neu bewerten sozialer Wettbewerb: Differenzierung, Diskriminierung, Intergruppenkonflikt, kollektive Handlung
  • Nennen Sie die drei Strategien zur Beseitigung negativer sozialer Distinktheit in der Theorie der sozialen Identität (Tajfel, 1986) individuelle Mobilität: Versuch, in die Gruppe mit hohem Status zu gelangen soziale Kreativität: Wahl einer anderen Vergleichsgruppe oder Status neu bewerten sozialer Wettbewerb: Differenzierung, Diskriminierung, Intergruppenkonflikt, kollektive Handlung
  • Was versteht man unter dem Selbstkonzept? - komplexes Wissenssystem, in dem das Wissen über die eigene Person geordnet ist - kognitive Repräsentation unserer Selbstkenntnis - entsteht aus der Gesamtsumme aller Überzeugungen die wir über uns selbst haben - Menschen mit hoher Selbstkomplexität in der Tendenz eher stabil bei Rückschlägen - enthält auch universelle Inhalte (z.B. Staatszugehörigkeit) - nicht identisch mit der Persönlichkeit (wird jedoch genutzt um diese zu messen) in jeder Situation ist nur kleine Untermenge relevant und zur Steuerung des Verhaltens aktiviert Beispiel: Arbeitsselbstkonzept situativer Kontext kann bestimmte Merkmale aktivieren - Beispiel: Aktivierung distinkter Merkmale – Körperselbstkonzept in einer Sauna
  • Was besagt der Selbstreferenzeffekt? Informationen, die mit dem Selbst zusammenhängen, werden gründlicher und tiefer verarbeitet und somit besser erinnert
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  • Was versteht man beim Selbstschemata unter schemakongruenten und schemainkongruenten Informationen? Schemakongruente Informationen: werden im Hinblick auf das Selbst schneller klassifiziert, mit größerer Sicherheit klassifiziert und besser erinnert Schemainkongruente Informationen: werden im Hinblick auf das Selbst eher zurückgewiesen Selbstschemata = mentale Strukturen um vergangene Erfahrungen zu organisieren und selbstrelevante Informationen zu Verarbeiten
  • Erklären sie die Selbstdiskrepanztheorie (Higgins, 1987). Selbstdiskrepanz = allgemeine Unstimmigkeit/Widersprüchlichkeit von Selbstkognitionen tatsächliches Selbst: Eigenschaften, die wir uns selber oder andere uns zuschreiben ideales Selbst: Eigenschaften, die man sich wünscht, bzw. von denen man glaubt das sie andere von einem erwarten (motiviert aktiv Ziele/Wünsche zu erreichen) negative affektive Konsequenz beim nicht erreichen: Traurigkeit, Enttäuschung, Depression, Frustration Soll-Selbst: Eigenschaften, von denen man glaubt das man sie besitzen sollte, bzw. das andere dies denken (motiviert Bestrafung zu vermeiden) negative affektive Konsequenz beim nicht erreichen: Sorge, Angst/Furcht, Unruhe, Schuldgefühle alle drei lassen sich aus zwei Perspektiven betrachten, der eigenen und der die man jemand anderem zuschreibt; (2*3, also 6 Selbstbilder, die wir laut der Theorie miteinander abgleichen, die so entstehende Diskrepanz kann die Einstellungen und das Verhalten beeinflussen, je höher die Diskrepanz, desto mehr Leiden die Personen und sind bestrebt Zustand zu verändern)
  • Erklären Sie die Theorie des regulatorischen Fokus (Higgins, 1997) Selbststeuerung von Individuen (z.B. Aufmerksamkeit, Emotionen, Handlungen) Fokus/strategischer Schwerpunkt Hedonisches Prinzip: Grundlegende Motivation = Streben nach Angenehmem und Vermeiden des Unangenehmen Kernfrage: Welche Strategien werden genutzt um Selbstdiskrepanzen abzubauen? Veranlagung zu einem Fokus kann von der Persönlichkeit aber auch von der Situation abhängen Promotionsfokus - Approach Goal: Streben nach positiven Ergebnisse (Orientierung dieser Menschen liegt eher auf persönlicher Entwicklung, Wachstum und Belohnung)   Präventionsfokus - Avoidance Goal: Vermeidung negativer Ergebnisse (Orientierung dieser Menschen eher auf Sicherheit, Verantwortung und Bestrafung) es wird versucht den regulatorischen fit zu erreichen (passende Werbebotschaft für den Rezipienten) spielt z.B. auch eine Rolle in der Gesprächsführung, bei Verhandlungen, beim Coaching und bei der Motivation von Mitarbeitern Beim Verkauf z.B. relevant, Beispiel wen spricht welcher Werbeslogan an: Promotionsf.: Wertschätzung für Luxus (Fortschritt), Leistung, Innovation („Freude am Fahren“) Präventionsf.: Wertschätzung für Sicherheit, Zuverlässigkeit, Service („Ihr sicherer Stern auf allen Straßen“)  
  • Was versteht man unter dem Selbstwertgefühl? Affektive Bewertung des Selbst auf einer Positiv-Negativ Dimension
  • Was versteht man unter Trait-Selbstwertgefühl? erfasst, welches Gefühl Menschen zu sich selbst den Großteil der Zeit über haben hohes vs. geringes Selbstwertgefühl ist im Lauf des Lebens einigermaßen stabil: in der Kindheit positiv, in der Adoleszenz nimmt es ab, über das Erwachsenenalter steigt es wieder an und nimmt im hohen Alter wieder ab
  • Was versteht man unter dem State-Selbstwertgefühl? bezieht sich auf zeitweilige Selbstveränderungen aufgrund von temporären Erfahrungen wie Erfolgen oder Misserfolgen bei einigen Menschen weniger stabil als bei anderen instabiles Selbstwertgefühl ist mit geringerem psychologischen Wohlbefinden verbunden
  • Nennen Sie mindestens 3 Strategien der Selbstdarstellung (impression management). Selbstanpreisung (Self-promotion) - Prahlen mit Erfahrungen/Qualifikationen um kompetent zu wirken Anbiederung (ingratiation) - Versuch beliebtheit bei Personen mit höherem Status zu erlangen mit gutem Beispiel vorangehen (exemplfiication) - Eindruck vermitteln man sei hart arbeitend Einschüchterung (intimidation) - Kollegen einschüchtern, soll Furcht auslösen um Hilfe flehen (supplification) - so handeln, als wisse man weniger, so dass andere helfen
  • Nennen Sie mindestens 3 Strategien der Selbstaufwertung. Selbstwertdienliche Attribution (self-serving attributions) - Tendenz, Erfolge internal - Misserfolge external zu attribuieren Selbstbestätigung (self-affirmation) - bei Bedrohung eines Selbstaspekts - Betonung positiver Selbstaspekte um Integrität des gesamten Selbst wieder herzustellen Abwärtsgerichtete soziale Vergleiche (downward social comparison) - Vergleich mit Menschen, denen es schlechter geht oder die in einer bestimmten Vergleichsdimension unterlegen sind folgendes dient eher der Selbstaufwertung, kann aber auch der Selbstdarstellung dienen: Selbstbehinderung (self-handicapping) - Neigung bei Misserfolg, eigene Leistung aktiv zu sabotieren um im Nachhinein eine Entschuldigung für Misserfolg zu haben Sonnen im Glanz anderer (basking in reflected glory) - anstelle von Selbstlob wird eine Bindung an erfolgreiche andere Menschen betont
  • Was kann man über Personen mit hohem Selbstwert tendenziell sagen? berichten über mehr positive Attribute, die sich gar nicht besitzen Selbstwert korreliert meist mit subjektiven Erfolgseinschätzungen, jedoch nicht mit objektiven Maßen Korrelation zwischen Selbstwert und akademischer Leistung gering bis mittelmäßig Aber: Personen mit hohem Selbstwert sprechen häufiger kritische Punkte an (wird in Teams benötigt)
  • Was verseht man unter dem Overconfidance-bias? systematische Selbstüberschätzung: Tendenz, die Verlässlichkeit der eigenen Überzeugungen und Einschätzungen zu überschätzen systematische Überschätzung der eigenen Kontrollmöglichkeiten kann Illusion der Unverwundbarkeit auch in Bezug auf die Zukunft erzeugen (also das Erleiden von schweren Krankheiten, Unglücksfällen etc.) Überschätzung der eigenen Leistung (overestimating) Einschätzung der eigenen Leistung relativ zu anderen (siehe Above- oder Better-than-average Effekt)
  • Was versteht man unter Narzissmus? Gesteigerter Selbstwert, der die Bodenhaftung verloren hat (übersteigerte Selbstliebe, Ichbezogenheit) Wahrnehmung der eigenen Großartigkeit, das Bedürfnis bewundert zu werden, geringe Empathie Aufmerksamkeit und Zuwendung anderer wird gefordert, Bedürfnisse anderer werden vernachlässigt
  • Was versteht man unter Selbstaufmerksamkeit? psychologischer Zustand, in dem sich die eigene Aufmerksamkeit auf das Selbst richtet bewirkt Abgleich mit Normen für angemessenes Verhalten bei Abweichung motivieren negative Gefühle das Verhalten zu ändern Reiz → Aktivierung der Norm Negative Diskrepanz → negative emotionale Folge ·        Verhalten ändern ·        Selbstaufmerksamkeit zerstreuen ·        Selbstaufmerksamkeit vermeiden Positive Diskrepanz → positive emotionale Folge ·        Verhalten beibehalten/Verharren in der Situation
  • Was versteht man unter Ego-Depletion? Tätigkeiten, die Selbstdisziplin erfordern, sind anstrengend und erschöpfend, irgendwann kommt es zur Selbsterschöpfung und zum Kontrollverlust, dies wird Ego-Depletion genannt (versagen der Selbstregulation - persönliche Kompetenz die das Zielverfolgen unterstützt) Vermeidung: regelmäßige Pausen, gezieltes Training, Aufmerksamkeitslenkung
  • Was konnte mit dem Marshmallow-Test und ähnlichen Experimenten gezeigt werden? Selbstkontrolle und Selbstregulation schon in der Kindheit guter Indikator für den akademischen Erfolg, korreliert auch mit dem allgemeinen Gesundheitszustand und der späteren Beziehungsstabilität
  • Was besagt der Falscher-Konsensus Effekt? Annahme, dass Meinung anderer unseren eigenen stärker ähnelt als es tatsächlich der Fall ist
  • Was versteht man unter Illusion der Objektivität? Schlussfolgerung erfolgt durch selektive Informationsauswahl - selbstaufwertende Informationsverarbeitung
  • Was versteht man unter impliziter Selbstaufwertung? kaum Bewusstsein darüber, wie sehr Denken von Selbstaufwertungsmotiven beeinflusst wird, Gründe: Selbsttäuschung oder Motive die durch unbewusste affektive Prozesse vorangetrieben werden Personen oder Gegenstände, die mit dem selbst assoziiert werden, werden oft positiver bewertet, z.B. Menschen die am gleichen Tag Geburtstag haben, Buchstaben des eigenen Namens impliziter Egoismus: nicht bewusste positive Bewertung von Objekten, die mit dem Selbst assoziert sind