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Markt und Staat (Fach) / Lektion 1 - Ordnungsökonomische Grundlagen (Lektion)
Lektion 1 - Ordnungsökonomische Grundlagen
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- Wirtschaftssystem Gesamtheit der wirtschaftlichen Akteure und Institutionen und ihre Wechselbeziehungen in einer Volkswirtschaft
- Wirtschaftsordnung Teilsystem des Wirtschaftssystems, welches für die Koordination der Pläne und Handlungen der wirtschaftlichen Akteure sorgt
- Ordnungsökonomik untersucht den Zusammenhang zwischen - dem Ordnungsrahmen - und der Interaktion der Wirtschaftssubjekte (Ordnungstheorie) Aus ihren Erkenntnisse werden Folgerungen für die Gestaltung der Wirtschaftsordnung und anderer Teilordnungen/-systeme abgeleitet
- neoklassisches Standardmodell das neoklassische Standardmodell ist das Modell der vollständigen Konkurrenz --> die Wirtschaftssubjekte verhalten sich als homo oeconomicus und auf den Märkten herrscht vollständige Konkurrenz
- homo oeconomicus Annahme des neoklassischen Standardmodells: Wirtschaftssubjekte verhalten sich als homo oeconomicus, d.h. - sie streben nach Eigennutz - sie verfügen über konsistente Nutzenvorstellungen (Präferenzen) und kennen diese - sie zeigen rationales Verhalten und wählen jeweils die nutzenoptimale Alternative
- vollständige Konkurrenz Annahme des neoklassischen Standardmodells: auf den Märkten herrscht vollständige Konkurrenz, d.h. - atomistische Marktstruktur, d.h. auf beiden Marktseiten agieren viele kleine Marktteilnehmer ohne Preissetzungsmacht (Mengenanpasser) - Homogenität der Güter, d.h. es bestehen keine räumlichen, sachlichen oder persönlichen Präferenzen, entscheidend ist allein der Preis - unbegrenzte Teilbarkeit der Güter - perfekte Anpassung, d.h. Anpassungsreaktionen erfolgen sofort und kostenlos - vollständige Markttransparenz/Information, d.h. Die Marktteilnehmer verfügen über alle entscheidungsrelevanten Informationen und es herrscht keine Unsicherheit
- Allokationsproblem steht im Fokus der neoklassischen Theorie befasst sich mit der Frage einer effizienten Allokation im umfassenden Sinn, also der Verwendung der Produktionsfaktoren und Konsumgüter die neoklassische Theorie untersucht für bestimmte Annahmen die Existenz, Lage und Stabilität von Marktgleichgewichten und vergleicht deren allokatives Ergebnis mit dem Referenzmodell der vollkommenen Konkurrenz --> damit lassen sich z.B. Aussagen über die allokative Effizienz anderer Marktformen (Bsp. Monopol) oder Auswirkungen von staatlichen Eingriffen auf die Marktallokation treffen
- staatliche Eingriffe in der neoklassischen Theorie verändern die Daten, an die die privaten Haushalte und Unternehmen ihre Produktions- und Konsumpläne optimal anpassen --> Angebots- und/oder Nachfragekurven und die Lage der Marktgleichgewichte verändern sich
- Koordinationsproblem beantwortet die Frage, wie die individuellen Pläne (allgemeiner: die soziale Interaktion) zwischen den Wirtschaftsakteuren aufeinander abgestimmt ist Lösung des Problems hängt von der jeweiligen sozialen Ordnung ab
- unterschiedliche Arten sozialer Ordnung - Organisation - spontane Ordnung
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- Organisation Koordination erfolgt hierarchisch durch einseitige Befehle - durch konkrete Einzelanweisung oder generelle Organisationsregeln --> Befehlsempfänger handeln nach den Zielen der Organisation stets von Menschen geschaffen und geplant
- Staat bildet die Organisation einer gesamten Gesellschaft
- Entstehung (und Zugehörigkeit zu) einer Organisation a) freier Wille -> Bsp. UN, die wirtschaftliche Ziele verfolgen erfüllen diese ihren Zweck nicht, scheitern sie oder müssen angepasst werden b) Zwang -> Bsp. Zugehörigkeit zur IHK können trotz Verfehlung ihres Zwecks unverändert fortbestehen
- Spontane Ordnung Koordination durch wechselseitige, spontane Anpassung der Mitglieder polyzentrisch - Anstöße zur Anpassung gehen von allen Akteuren aus, nicht von einem Befehlszentrum tendenziell sind alle Mitglieder der Ordnung vernetzt, daher sind diese meist wesentlich komplexer, was zu einer deutlich höheren Anpassungsleistung führt (Binomialkoeffizient) ist von Menschen geschaffen aber nicht geplant basiert auf allgemeinen, abstrakten Verhaltensregeln Ergebnis soziokultureller Evolution Beispiele: Markt (durch Preissystem), sprachliche Kommunikation
- Theorie der komplexen Phänomene Theorie innerhalb der spontanen Ordnung Aussage: Für komplexe Phänomene sind nur Erklärungen des Prinzips und Musteraussagen möglich Beispiel für Erklärungen des Prinzips: neoklassische Theorie des allgemeinen Gleichgewichts -> erklärt Marktinterdependanzen, lässt aber keine genauen quantitativen Voraussagen zu - dafür müsste der prognostizierende Ökonom alle relevanten Informationen kennen (gibt es in der Praxis nicht) aufgestellt durch Friedrich August von Hayek Hayek bezeichnet den Wettbewerb als Entdeckungsverfahren (Bsp. Suche nach Gewinnmöglichkeiten), das für eine Tendenz zum Gleichgewicht sorgt
- Organisationsplan regelt den Zweck, den Aufbau und die Verantwortlichkeiten der Organisation je umfangreicher die Organisation, desto weniger können Mitgliedern einzelne Handlungen konkrekt vorgegeben werden - stattdessen dominiert dann der Organisationsplan und die Delegation von Verantwortlichkeiten
- Handelnsordnung Regeln, nach denen die einzelnen Individuen ihre Pläne und Handlungen aufeinander abstimmen --> schafft stabile Erwartungen hinsichtlich der Erfüllung von Plänen und ermöglicht damit erst soziale Interaktionen