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Deutsch als Zweitsprache (Fach) / Deutsch als Zweitsprache - Vorlesung (RWTH Aaachen 2019) (Lektion)

Diese Karteikarten Beruhen auf der Vorlesung zur o.g. Veranstaltung an der RWTH im Wintersemester 2019 / 2020 bei den Dozenten Jürgens und Slutas

Diese Lektion wurde von ginger149 erstellt.

Lektion lernen

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  • Sys. Leseförderung: Lesestratergien trainieren - zielt ab auf: Verbesserung des Leseverstehens - Trainert: Metakognitive Steuerung und Überprüfung von Leseprozessen - schulischer Rahmen: DU und FU
  • Sys. Leseförderung: Sachtextlekture unterstützen - zielt ab auf: Domänen-spezifisches Sprach-, Text- und Weltwissen - trainiert: "Top-down"-Leistungen beim Textverstehen - schulischer Rahmen: FU und DU
  • sys. Leseförderung: Leseanimations-Verfahren - zielt ab auf: Motivation durch Inszenierung lit. Kulrut und Selbststeuerung auf Handlungsebene - trainiert: lesebezogenes Selbstkonzept (indirekt) - schulischer Rahmen: Schulkultur und DU
  • sys. Leseförderung: Literarisches Lesen unterstützen - zielt ab auf: Textsorten-kenntnis, Textverstehen, ggf. Intensivierung der subjektiven Beteiligung - trainiert: "Top-down"-Leistungen; Literarische kulturelle Praxis - schulischer Rahmen: Literaturunterricht
  • Vielleseverfarhen: Beispiele - Leseolympiade - Sustained Silent Reading - Stille Lesezeiten
  • Lesestrategieprogramme Beispiele • SQ3R (Servey, Question, Read, Recite, Review) und PQ4R (Preview, Question, Read, Reflext, Recite, Review) -Methode • Lesen. Das Training (Fertigkeit, Geläufigkeit, Strategie) • Wir werden Textdetektive • Reziprokes Lehren
  • Schwierigkeitsdimensionen bei Sachtexten - Wortebene - Satzebene - Textebene --> Diese Anforderungen müssen parallel bewältigt werden.
  • Sachtextlekture: Förderverfahren - antizipierende Verfahren: Sach-, Welt- und Sprachwissen vorab aktivieren - texterschließende Verfahren: den Leseprozess begleitend (Grobverstehen, Praphrase, Identifikation, Segmentierung, ...) - textsichernde und ‐vertiefende Verfahren: nach der Erstlektüre (Gesamtinhalt, Heraussuchen, Lückentextm Struktur, Mehrfachlektüre...)
  • ISB Lesetechniken • orientierendes / diagonales Lesen (skimming): Betrachten der Textbestandteile, „Anlesen“ des Textes, Überfliegen • punktuelles / selektives Lesen (scanning):gezielte Suche nach einer (oder mehreren) bestimmten Information(en) im Text • kursorisches / rasches Lesen (reading for gist): globales Erfassen des gesamten Textinhalts • sequenzielles / detailliertes / intensives Lesen (reading for detail): genaues Erfassen des Textverlaufs/-inhalts inklusive inhaltlicher Details • analytisches / untersuchend-kritisches/ statarisches Lesen (deep reading): tiefgehende Textanalyse (Reflexion, auch sprachliche Betrachtung)
  • Was ist eine Lesestrategie? (Spinner, 2006). - zusammengesetzt aus Lesetechniken = „Operationen, die zielorientiert und flexibel für den verstehenden Umgang mit Texten eingesetzt werden, [...] automatisiert ablaufen [...], zugleich bewusstseinsfähig bleiben“ (Spinner, 2006, S. 120). - Ziel der Leseförderung: gezielter, selbstständige Auswahl und Einsatz
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  • Was unterscheidet Sachtexte von literarischen Texten? - Information vs. Unterhaltung - Zweckorientierung vs. "eigene Wirklichkeit" - Verständlichkeit und Eindeutigkeit vs. Mehrdeutigkeit - bewährte Textmuster vs. originelle Textmuster - nicht lineare Formen vs. lineare Formen - setzt Wissensstrukturen voraus vs. setzt affektive Beteiligung voraus
  • Systematik von Sachtexten: Lehrtexte, Persuationstexte, Instruktionstexte                                Lehrtexte                    Persuationstexte         Instruktionstexte zielen auf                deklaratives Wissen        Einstellungen                prozedurales Wissen zentrale Funktion    Darstellungen                Bewertungen                Handlungsanweisungen fordern                   Vorwissen                 subjektives Engagement    Umsetzung in Handlung leserseitige             Bewertung            Umsetzung in Handlung        PersönlichkeitsentwicklungAnschluss-kommunikation
  • Domänenspezifische Organisationsformen (Wissensarten) Frames    - Mentale Schemata von Begriffen und deren Umfang Skripts    - Schemata typischer Abläufe,    - Sie werden beim Lesen ergänzt bzw. erweitert (Assimilitaion bzw. Akkomodation)    - ggfs. Erfassung und Integration weiterer Darstellungsmittel (Grafiken)
  • textseitige und leserseitige Einflussfaktoren auf das Lesen von Sachtexten Textseitige Einflussfaktoren      • Wort‐ und Satzlänge (LIX‐Index)     • Aufbau     • Kohäsion      • Kürze und Prägnanz     • Motivationale Stimulanz leserseitige Einflussfaktoren     • Kognitive Kapazitäten      • Lesemotivation      • Verfügbarkeit von Lesestrategien
  • Was ist eine Textaufgabe? = Vorgabe einer mathematischen Problemstellung durch eine längere Fließtextbeschreibung - 3-Teilung: Frage, Rechenvorgang, Antwort - Schwierigkeit ist meist nicht der Rechenvorgang selbst, sondern die Identifikation...     • ...der Rechenoperationen, die zur Lösung führen     • ...der Textinformationen, die relevant sind.
  • Textaufgaben nach Roth • ausschließlich Textform • beschreiben Ausschnitt aus dem Erfahrungsbereich der Kinder • ggf. fiktive Situationen • auf die Mathematik orientierte Zielsetzung • sollten Mathematik und "Sache" beachten
  • Formen von Textaufgaben nach Roth • Eingekleidete Aufgaben • Denkaufgaben • Textaufgaben ohne Frage • Kapitänsaufgaben
  • Eingekleidete Aufgaben nach Roth • In Worte gefasste Aufgabenkonstruktion bzw. Rechenoperation ohne echten Realitätsbezug • Komplexere Sachsituation, aber: Rechenweg, Ergebnis und Verwendung aller Werte der Aufgabe vorbestimmt • Sachinhalt ist nur scheinbar (auf der Wortebene) der Erfahrungswelt der Kinder entnommen • Der Sachinhalt kann beliebig ausgetauscht werden.
  • Denkaufgaben nach Roth • Auch künstliche / unrealistische Aufgaben haben in Form von Denkaufgaben ihre Berechtigung. Ziel:• Entwickeln allgemeiner Denk‐& Lösungsstrategien• Mathematisierungsprozess• Übersetzung des gegebenen Kontextes auf die mathematische Ebene
  • Kritik an Textaufgaben nach Roth • Realitätsferne • „schulische Kunstform” • Art ihrer Behandlung: Einführen und Einüben eines Aufgabentyps   --> keine Mathematiksierung
  • Aufgaben ohne Frage nach Roth • Kritisch über die Sachsituation nachdenken (Überblick + Faktenkenntnis) --> Fragen finden:       - sofort mit Text beantworten      - nach Rechnung beantworten      - fehlende Informationen • Breiteres Angebot von Zahlen & Größen ermöglicht unterschiedliche, mathematisch beantwortbare Fragen und verschiedene Lösungen • Ohne Frage ergeben sich Entscheidungsfreiräume.
  • Schwierigkeiten von Aufgaben ohne Fragen nach Roth Die Kinder können zwar an der Sache, nicht aber an einem mathematischen Modell interessiert sein. Lösung: • Fragen sammeln und mit SuS gruppieren:     1. Fragen, die beantwortet werden können     2. Fragen, die nicht beantwortet werden können     3. Fragen, die mit mathematischen Mitteln lösbar sind
  • Kapitänsaufgaben nach Roth - viele unnötige Informationen trotz klarer Frage - Frage nicht beantwortbar oder fragt nach sinnloser Konfiguration (100 Arbeiter heben Brunnen aus...)
  • Stufen des Hörverstehenserwerbs - Phoneme: Phonologische Entwicklung: Das Lautsystem einer Sprache erlernen - Morpheme: Semantische Entwicklung: Bedeutung ausdrücken lernen - Syntax: Syntaktische Entwicklung: Regeln zur Kombination von Wörtern erlernen. - Pragmatik: Pragmatische Entwicklung: den Gebrauch der Sprache erlernen
  • Begriffsbildung: Lautlehre Lautlehre ist die "Wissenschaft von den Lauten,  1. ihrer Erzeugung in den Sprechwerkzeugen + Verwendung (Phonetik) 2. ihrer Entwicklung und Geschichte 3. & ihrer Funktion in den sprachlichen Systemen (Phonologie) als Teilgebiet der Sprachwissenschaft” .
  • Entwicklung des Hörverstehens • Die auditive Entwicklung beginnt bereits vor der Geburt. • Entscheidend für die phonetische Entwicklung ist das erste Lebensjahr. • Neugeborene können über einen Zeitraum ab dem 4. Lebenstag bis ca. zum 12. Lebensmonat unterscheiden, ob sie in „ihrer“ Muttersprache oder einer Fremdsprache „angesprochen“ werden. • Danach dominiert die Sensibilisierung für die muttersprachlichen Laute. --> Nach dem 1. Lebensjahr müssten von der Muttersprache abweichende Laute einer zweiten Sprache mit einem Training verbunden werden.
  • Probleme der empirischen Hörverstehensforschung • Das Hörverstehen als rezeptive Sprachkompetenz ist nicht direkt messbar, es ist lediglich über Formen der produktiven Sprachkompetenz erfassbar. --> Rückgriff auf Schreiben von Erinnerungsprotokollen, auf Multiple‐Choice Tests und  Nacherzählungen des Gehörten
  • Kompetenzbereiche, die durch Zuhören trainiert werden • Sprachkompetenz • soziale Kompetenz • Gelingendes Zuhören = Voraussetzung für Lernerfolg & Wissenserwerb
  • Was meint Zuhören im schulischen Kontext meist das Hörverstehen --> Rolle des Schülers ist die des Zuhörers
  • Was macht Zuhören zur anspruchsvollen Konzentrationsleistung SuS müssen• mündlich vorgetragenen Text aufmerksam verfolgen• sich auf das Wesentliche konzentrieren• gezielt Informationen entnehmen• Informationen sichern (Notizen)
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  • Unterschied zwischen Zuhören und Hören - Hören = permanenter Sinneseindruck - Zuhören=    1. Selekion des akustischen Reizes    2. Ausrichtung der kognitiven Aufmerksamkeit    3. Interpretation des Gehörten
  • Kompetenzmodell Hörverstehen nach Gschwend 2008 3 Ebenen:      1. Soziale Ebene: Anschlusskommunikation, Familie-Peers-Schule-Medien     2. Subjektebene / Personale Ebene: Vorwissen, Aufmerksamkeit, Motivation, Emotion,                                                         Selbstkonzept     3. Prozessebene: hierarchiehohe und -niedere Prozesse
  • Prozessebene des Kompetenzmodells Hörverstehen nach Gschwend 2008 hierarchiehöhere Prozesse:    - Superstrukturen erkennen    - Datstellungsintentionen identifizieren hierarchieniedrigere Prozesse:    - Schemata abrufen und erweitern / Verknüpfungen    - Worte erkennen, Bedeutungen zuweisen, Sätze verarbeiten    - Laute erfassen, identifizieren, sortieren udn gruppieren
  • S-O-I Modell nach Imhof zur beschreibung der hierarchieniedrigeren Teilkompetenzen des Hörverstehens - S-O-I = Selektion-Organisation-Integration mehrstufiger Prozess: 1. Motivation: Wozu / was?--> Digitale (verbale) und Analoge (nonverbale) Signale2. Selektion--> Laute verarbeiten3. Organisation--> Worte und Sätze verarbeiten, Vorwissen aktivieren4. Integrieren--> Schemata abrufen und erweitern + Verknüpfungen --> Höchste Ebene überwacht die niederen
  • Hörverstehen und Regulation - Ein kompetenter und autonomer Zuhörer kann die Prozessebene des Hörversetehens selbstständig und effektiv steuern.  - Die Förderung der Zuhörkompetenz sollte daher auch Maßnahmen zur Steigerung der Fähigkeit zur Selbstregulation umfassen.
  • Schwierigkeiten des Hörverstehens aus der DaZ-Perspektive - gesprochene Sprache = flüchtig und irreversibel - Hörverstehen erfordert nicht-sprachliche, sowie Kenntnisse in den Bereichen Phonetik, Morphologie, Syntax und Lexik - Hauptschwierigkeit: Gesamtheit als gehörte Information wahrnehmen und segmentieren - top-down und bottom-up-Prozesse
  • Spracherwerbsphasen in der Teachability-Hypothese Phasen:     - Satzstellung,     - Objektkasus,     - Verbalreflexion,    - Negation Keine Phasen    - Präpositionalkasus, Genus, Wortschatz, ...
  • Lesestile (aus Moodle-Kurs) 1. Detailliert / total 2. Selektiv / selegierend: Spezielle Informationen 3. Global / kursorisch: Überblick 4. Sortierend / orientierend: Hauptaussagen
  • Teilkompetenzen und WIssensdimensionen der Schreibkompetenz (Moodle-Kurs) Teilkompetenzen    - Zielsetzungskompetenz    - Inhaltliche Kompetenz    - Formulierungs- und Revisionskompetenz    - Strukturierungskompetenz Wissensdimensionen    - pragmatisches Wissen    - inhaltliches Wissen    - Sprachwissen    - Textmusterwissen
  • Verhältnis von Mittelungs- und Verstehenswortschatz - Mitteilungswortschatz ist Untermenge des Verstehenswortschatz - Der VW ist 4- bis 5-mal größer als der MW - VW-Wort 50-mal "erleben" --> MW - Zurück bei langem nicht-Gebrauch
  • Erwerbsphasen für Wortschatzerweiterungen nach Henriksen - Erfahren des Wortes - Partielles Verstehen - Erste Prüfungen der Verstehenshypothese - Präzises Verstehen - Zunehmende Vernetzung & Verknüpfung - Produktive Beherrschung nach wdh. Gebrach
  • Zwei Pole der Ansichten zur expliziten Grammatikvermittlung - Automatisierende Unterrichtsverfahren ohne Grammatik - Kognitivierende / bewusstmachende Unterrichtverfahren mit Grammatik
  • Grundlegendste Aussage zur expliziten Grammatikvermittlung - Nie zum Selbstzweck (weder FU noch DU) --> Bewältigung (typischer) Kommunikationssituationen bzw. sprachlicher Situationen
  • Phasen der Wortschatzvermittlung nach Storch 1. Einführen und Verstehen 2. Einüben und Behalten 3. Aktivieren
  • Wortschatzvermittlung nach Storch: Einführen und Verstehen --> nonverbale und verbale Semantisierung durch Lehrkraft
  • Wortschatzvermittlung nach Storch: Einüben und Behalten Kognitive Wortschatzübungen     - Referentielle Dimension (sprachl. Zeichen)     - Syntagmatische Dimension          - syntaktische Valenz: Ergänzungen eines Verbs          - syntagmatische Valenz: Kompatibilität eines Begriffs mit anderen Wörtern     - Paradigmatische Dimensionen (Alternativen und Einordnungen)     - Konnotative Dimension (mentale Assoziationsfelder)     - Kontrastive Dimension (Vergleich zwischen Sprachen) Situativ-pragmatische Wortschatzübungen: Lösen von Kommunikationsaufgaben
  • Induktive Grammatikvermittlung - SOS-System - sammeln - ordnen - systematisieren (Regelbildung)
  • induktive Grammatikprogression: Vorschlag für Übungsphasen 1.  2-3 geschlossene Aufgaben 2.  2-3 halboffene Aufgaben 3.  offener Transpher
  • migrationsbezogene Ziele von Schulmodellen - Segregation: Abgrenzung - Assimilation: komplette Anpassung - Integration: aktive Beteiligung und Akzeptanz der Gesellschaft bei Beibehaltung der Identität und Kultur - Inklusion: Im Prinzip wird alles als Teil der Leitgesellschaft angesehen
  • migrationsbezogene Typen sprachlicher Erziehung - Segregation - Sprachschutzprogramme - Submersion: --> Assimilation bei niedrigem Prestige der Herkunftssprache - Intern. Förderklassen - Immersion: --> Freiwilligkeit bei hohem Prestige der Herkunfts- bzw. Erstsprache - Bilingualer Unterricht