bayerisches wörterbuch h (Fach) / h (Lektion)

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  • haarig (Adj.) [hå:rig] haarig (Adj.) [hå:rig]  heikel, delikat, kompliziert, schwierig (…Vertragsangelegenheiten san a haarige Sach!)
  • Haberer, der [hà:wàrà] Haberer, der [hà:wàrà]  1. Haberfeldtreiber 2. Freund/Liebhaber 3. Zuhälter
  • habedehre (Adj.) [hawàdere / hawedere] habedehre (Adj.)[hawàdere / hawedere]  1.(Mensch) erschöpft, erledigt (…heid brauch i nix mehr, i bin habedehre vom Radlfahrn!)2.(Sachen) kaputt, unbrauchbar, wertlos (…da ganze Keller war überschwemmt, oiss is hawedehre!)
  • Habe die Ehre [hawàdere / hawediere] Habe die Ehre[hawàdere / hawediere]  1.bayerische Grußformel (…habe die Ehre und grüß Gott, liebe Gäste!)2.Ausruf der Bestürzung oder Verwunderung (…habe d’Ehre, des hod’s etz aa no braucht!)
  • Haberfeldtreiben, das [håwàfäiddraim] Haberfeldtreiben, das[håwàfäiddraim]  Femegericht, Rügegericht (…beim Haberfeldtreiben is’s oft gach herganga, mei Liaba!) Das Haberfeldtreiben ist ein heute nicht mehr gebräuchliches (oft geheimes) Rügegericht im Bayerischen Oberland, das vor allem in der ehemaligen Grafschaft Hohenwaldeck (in etwa die Gegend rund um Tölz, Tegernsee, Miesbach, Rosenheim und Ebersberg) ausgeübt wurde. Dabei handelte es sich um ein nach mehr oder weniger festen Regeln ablaufendes Ritual, in dessen Verlauf den Beschuldigten in Versform ihre Verfehlungen vorgehalten wurden. In der Regel versammelte man sich auf Wiesen oder Hügeln in Hörweite der betroffenen Dörfer. Die Inhalte der „Treiben“ (Haberfeldtreiber oder Haberer) waren häufig sittlicher Natur (gemessen an den Moralvorstellungen des Volkes), ebenso oft aber wurden auch soziale oder wirtschaftliche (Un-)Taten gerügt. Das Haberfeldtreiben kann heute als Rügebrauch bezeichnet werden; die einem Gericht innewohnende Möglichkeit, sich gegen die vorgeworfenen Verfehlungen verteidigen zu können, bestand dabei gerade nicht. In anderen Gegenden hatten Katzenmusiken oder Rappeln ähnliche rügegerichtliche Funktionen.
  • Habern, der [håwàn] Habern, der [håwàn]  Hafer
  • Haberngeiß, die [håwàngoàs] Haberngeiß, die[håwàngoàs]   1. langbeinige Spinne, Weberknecht 2. langbeiniges Mädchen
  • Hachel, der [hà:che] Hacht, der [hachd] Hachel, der [hà:che] Hacht, der [hachd]   derber, ordinärer, rüpelhafter Kerl Hacht'n Altbayern ungehobelter Ker
  • Hacke, die Hacken , die [haggà] [haggn] Hacke, die Hacken , die[haggà][haggn]  Axt, Beil
  • hackeln [hàgln / hàggln] hackeln[hàgln / hàggln]  zanken, streiten (…miasst’s ihr zwoa oiwei hackln?)
  • Hackelnasen, die [hàgglnå:sn] Hackelnasen, die[hàgglnå:sn]  Adlernase, Hakennase
  • habban habban Altbayern in,-auf den Arm nehmen, trösten,knuddeln
  • Häbbara Häbbara Altbayern Frosch
  • Hackelstecka Hagglschdegga, der [hàglschdäggà / hàgglschdäggà] Hackelstecka – Hagglschdegga – Hacklstecka – Hackelstecken Hackelstecka Hagglschdegga, der[hàglschdäggà / hàgglschdäggà]  Hackelstecka – Hagglschdegga – Hacklstecka – Hackelstecken dicker, kräftiger Spazierstock, Wanderstock (…i hau da glei mein Hackelstecka ins Kreiz! …wo is ’n mei Hagglschdegga?) Hacklstecka Gesamtbayern Arbeitsstock des Kuhhirten
  • Hackstock, der [haggschdo:g] Hackstock, der [haggschdo:g]  1. Hackklotz 2. plumper, unbeweglicher, schwerfälliger Mensch
  • Haderlump, der [hådàlummbb] Haderlump, der [hådàlummbb]  Betrüger, liederlicher Mensch, Taugenichts
  • Hadern, der [hå:dàn] Hadern, der [hå:dàn]  1. Putzlappen, Putzlumpen, Putztuch, Scheuertuch, Wischlappen, Wischtuch 2. Stoffrest(e), Lumpen 3. unattraktive Frau 4. leichtes Mädchen (…an dem sich jeder die Hände abwischt.)
  • hadernschwelch hadernschwelch Altbayern schwächlich, körperlich nichtleistunsfähig
  • Hadrian Hadrian Gesamtbayern Zweifler
  • hadschn hatschen [hà:dschn] Hatscher, der [hà:dschà] Hatscher, die (Pl.) [hà:dschà] alte, ausgelatschte Schuhe hatschen [hà:dschn]  1. gehen, laufen 2. hinken 3. schwerfällig gehen hadschn Altbayern wenn z.B. alte Leute nur noch schwergehen können bzw. wenn man nacheiner langen Wanderung sehr müde istund die Füße nicht mehr richtig mittunund man die Füße nicht mehr richtighoch bringt, also eigentlich dahinschlurft Hatscher, der [hà:dschà]  langer, anstrengender Fußmarsch Hatscher, die (Pl.)[hà:dschà]  alte, ausgelatschte Schuhe
  • Hafen, der [hå:fà] Hafen, der[hå:fà]  1. großer Kochtopf, Topf 2. plumpe, unattraktive Frau
  • Haferl, das [hà:fàl] Haferl, das [hà:fàl]  1. kleiner Topf 2. große Tasse (…a Haferl Kaffee.) 3. Nachttopf, Töpfchen Hafei Altbayern Nachttopf Hafer'l Altbayern Kaffee
  • Haferlgucker, der [hà:fàlguggà] Haferlgucker, der[hà:fàlguggà]  einer, der bereits während des Kochens „spioniert“, was es zu essen gibt und dabei gerne nascht
  • ha? [hà] ha? [hà]  1. bitte, wie bitte? (Ha? Was moanst?) 2. nicht wahr (…des hättst ned denkt, ha?) Ha? Altbayern Wie bitte? (weniger höflich)
  • Haferlschnitt, der [hà:fàlschnidd] Haferlschnitt, der[hà:fàlschnidd]  Haarschnitt, der dem Pagenkopf ähnelt (…schaut aus, als habe man der/dem Betreffenden ein Haferl auf den Kopf gesetzt und am Rand entlang geschnitten.) https://www.google.com/search?q=pagenkopf&oq=pagenkopf&aqs=chrome..69i57j0l5.1372j0j7&sourceid=chrome&ie=UTF-8