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Interkulturelle Psychologie (Fach) / 1. Präsi (Alles) (Lektion)
alles aus Präsi 1 - lerne besser nur die Matrix: andere Lektion
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- Operationalisierung von Kultur "Kultur ist ein Set von "human-made" objektiven und subjektiven Elementen, die in der Vergangenheit die Wahrscheinlichkeit des Überlebens erhöht haben, und in Zufriedenheit für die Mitglieder in einer ökologischen Nische resultieren. Diese wird durch die Gemeinsamkeiten unterstrichen, dass Kommunikation zwischen den Mitgliedern durch die gemeinsame Sprache, Zeit und Ort bestimmt wird". (Triandis, 1994)
- Operationalisierung von Kultur (englisch) Kultur besteht aus Mustern, explizite und implizite, aus und für Verhalten erworben und übertragend durch Symbole, bilden die verschiedenen Errungenschaften von menschlichen Gruppen, einschließlich ihrer Ausführungsformen in Werkzeugen; der essentielle Kern von Kultur besteht aus traditionellen Ideen (...) und besonders ihrer damit verbundenen Werte. „Culture consists of patterns, explicit and implicit, of and for behaviour acquired and transmitted by symbols, constituting the distinct achievements of human groups, including their embodiments in artefacts; the essential core of culture consists of traditional ideas 〔...〕 and especially their attached values 〔...〕“ (Kroeber & Kluckhohn, 1952, zit. n. Berry et al., 2002, S.166).
- Operationalisierung von Kultur nach Berry (kurze) Culture is a shared way of life of a group of people (Berry et al. 2002)
- Aspekte, die bei der Operationalisierung von Kultur zu berücksichtigen sind: 5 Punkte • Kulturen sind enorm heterogen • Die Beschreibung von Kultur fokussiert sich nicht auf den Prototyp der Individuen dieser Kultur • Kultur darf nicht verwechselt werden mit Sprache, Nationalität, Geschichte, Ethnie, Religion oder anderen Kategorien • sämtliche Daten, die anhand einer Stichprobe gewonnen werden beschreiben nur einen bestimmten Zeitabschnitt • der Begriff "Kultur" sollte deshalb im Rahmen der Kulturvergleichenden Psychologie durch den Begriff "aktuelles Kulturmodell" ersetzt werden
- Ziele der Kulturvergleichenden Psychologie 3 Punkte 1) Die Allgemeingültigkeit der existierenden psychologischen Thesen und Theorien testen 2) Ander Kulturen erklären, damit kulturelle und psychologische Variationen festgestellt werden, die nicht in unserem aktuellen Kulturverständnis impliziert sind 3) Organisieren und Integrieren der durch das erste und zweite Ziel erreichten Ergebnisse, um zu einer auf mehrere Kulturen generalisierbaren Psychologie zu gelangen
- Paradigmen der Kulturvergleichenden Psychologie 3 Punkte 1) Absolutismus 2) Relativismus 3) Universalismus
- Perspektiven der Kulturvergleichenden Psychologie (2 Perspektiven) Emic-PerspektiveKategorien zur Beobachtung und Beschreibung sind kultur- und sprachspezifisch.Sie werden von untersuchten Personen selbst benannt. Etic-PerspektiveKategorien zur Beobachtung und Beschreibung werden von außenstehenden Personen an den Untersuchungsgegenstand und die untersuchten Personen herangetragen.
- Perspektiven (imposed etic und derived etic) imposed eticeine emische Perspektive wird auf eine andere Kultur übertragen. derived eticunterschiedliche Kulturen werden anhand emic-Perspektiven zu einer etic-Perspektive zusammengefasst.
- zwei kontroverse Vorgehensweisen Ethnozentrismuswird die Voreingenommenheit gegenüber fremden ethnischen, nationalen oder kulturellen Gruppen bezeichnet. Multikulturalismus oder Kulturpluralismus stehen für das Streben nach Gleichheit bei der Behandlung aller sozialen und kulturellen Gruppen.
- Perspektiven (imposed etic und derived etic) imposed eticeine emische Perspektive wird auf eine andere Kultur übertragen. derived eticunterschiedliche Kulturen werden anhand emic-Perspektiven zu einer etic-Perspektive zusammengefasst.
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- zwei kontroverse Vorgehensweisen Ethnozentrismuswird die Voreingenommenheit gegenüber fremden ethnischen, nationalen oder kulturellen Gruppen bezeichnet. Multikulturalismus oder Kulturpluralismus stehen für das Streben nach Gleichheit bei der Behandlung aller sozialen und kulturellen Gruppen.
- Allgemeine Gütekriterien der KVP (3 Stück) Objektivität Reliabilität Validität Um diese Gütekriterien auch bei der kulturvegleichenden psychologischen Forschungprüfen zu können, sind umfangreichere Überlegungen nötig als bei anderen psychologischenFragestellungen.
- Objektivität Die Objektivität bezeichnet allgemein die Unabhängigkeit der Ergebnisse von Rahmenbedingungen. (z.B. Versuchsleitereffekte) und beziehen sich sowohl auf die Erhebung der Daten als auch auf die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse. Eine Methode bzw. Untersuchung in der kulturvergleichenden psychologischen Forschung ist dann objektiv, wenn schon von unterschiedlichen Konstrukten ausgegangen wird, die noch dazu natürlich reliable und valide Ergebnisse liefern. Die Objektivität ist eine notwendige, jedoch keine hinreichende Bedingung für die Erfüllung der Gütekriterien Reliabilität und Validität.
- Reliabilität Die Reliabilität bezeichnet allgemein die Genauigkeit, mit der ein Konstrukt gemessen wird.Ihre Überprüfung kann auf verschiedene Wege erfolgen: - Wiederholte Messung (Retest-Reliabilität) - Testhalbierung (Split-half-Reliabilität) - Parallele Messung (Paralleltest-Reliabilität oder Inter-Rater-Reliabilität) - Interne Konsistenz (Cronbachs Alpha) Die Reliabilität ist eine notwendige, jedoch keine hinreichende Bedingung für die Validität eines Ergebnisses.
- Validität Validität bezeichnet allgemein die Gültigkeit eines Ergebnisses. Messen wir wirklich das, was wir zu messen glauben? Dabei werden verschiedene Formen der Validität unterschieden: - Augenscheinvalidität- Inhaltsvalidität - Konstruktvalidität (diskriminante und konvergente Validität) - Kriteriumsvalidität (prognostische und diagnostische Validität) Ist eine hinreichende Validität gegeben, so sind die Ergebnisse generalisierbar. Sie sind auch auf dem Populationsniveau gültig.
- Validität (2) - weitere Formen der Validität Für die Kulturvergleichende Psychologie sind weitere Formen der Validität von besonderer Bedeutung: - interne Validität - externe Validität - interpretative Validität - ökologische Validität
- Bias Das Bias-Problem tritt auf, wenn bestimmte Faktoren die Ergebnisse verzerren und somit die Validität beeinträchtigen. Für die Kulturvergleichende Psychologie sind folgende Verzerrungen von besonderer Bedeutung: - Konstrukt-Bias - Methodisches-Bias - Item-Bias Stellen Beobachtungen oder Messungen eine Funktion der aus der Beobachterkultur abgeleiteten Biases dar, so sind die Ergebnisse für die Kulturvergleichende Forschung wertlos.
- Äquivalenz und Vergleichbarkeit Die Äquivalenz ist eines der gravierendsten Probleme der kulturvergleichenden Psychologie. Da der Kulturkontext häufig als unabhängige Variable eingeführt wird, ist innerhalb der Subjekte die Standardisierung sehr schwierig. Probleme entstehen auf verschiedene Weise: - Kulturabhängige Antworttendenzen (Ja-sage-Tendenz, Tendenz zur Mitte) - Umgang mit Anonymität/Datenschutz - Unterschiedliche berufliche Zusammensetzung verschiedener Gesellschaften - fehlende linguistische Äquivalenz - fehlende Messäquivalenz/Testfairness Eine Überprüfung der Äquivalenz gestaltet sich schwierig, da sie Wissen erfordert, dass erst durch die Verwendung von Instrumneten gewonnen werden kann, deren Äquivalenz infrage steht.
- Äquivalenz bei der Übersetzung Sprachliche Differenzen werden von Smith und Bond (1998) als Hauptprobleme der kulturvergleichenden Forschung genannt. Dabei unterscheidet man verschiedene Arten von Übersetzungen: - pragmatische Ü. - ästhetisch-poetische Ü. - ethnografische Ü. - linguistische Ü. Bei der Übersetzung kann durch Redundanz die Wahrscheinlichkeit, dass die Information richtig wahrgenommen wird, erhöht werden. Dies kann jedoch auch zu negativer Rückmeldung durch die Versuchspersonen führen.
- Äquivalenz bei der Übersetzung Drei Regeln für Übers. nach Chapanis (1965) + Übersetzungsmethoden nach Breslin (1980) Drei Regeln für Übers. nach Chapanis (1965) - Benutzung von möglichst einfachem Vokabular- Benutzung von überwiegend vertrauten Wörtern- Einbeziehung möglichst vieler einzelner Wörter in den Kontext Übersetzungsmethoden nach Brislin (1980) - Back Translation- Bilinguale Technik- Komitee-Ansatz- Pretest-Prozeduren
- Äquivalenz bei der Übersetzung (statistische Methoden) Auch statistische Methoden können bei der Überprüfung von Item-Übersetzungen herangezogen werden: - Analysen der Varianzen - Item-Response-Theorie - Anpassungstests Zumeist wird jedoch auf diese Methoden, die ein umfangreiches Statistisches Wissen erfordern, verzichtet.
- Das Selektionsproblem der Stichproben bei Kulturvergleichen Das Selektionsproblem stellt eine allgemeine Schwierigkeit der psychologischen Forschung dar und kann die Generalisierbarkeit von Ergebnissen mitunter stark einschränken. In der kulturvergleichenden Psychologie besteht darüber hinaus das Paradoxon, dass mindestens zwei unterschiedliche Stichproben als vergleichbar behandelt werden. Somit sprechen wir gleichzeitig von "vergleichbar" und "unterschiedlich". Es besteht die erhöhte Gefahr methodischer Artefakte, weshalb bei kulturvergleichenden Untersuchungen umfangreichere Vorüberlegungen anzustellen sind.
- Möglichkeiten der Stichprobenselektion Die Auswahl der Versuchspersonen erfolgt anschließend den gängigen Methoden für nicht-kulturvergleichende Untersuchungen: - Zufallsstichproben können als Repräsentativ für die Population gelten - Stratifizierung ermöglicht maximale Repräsentativität der Stichprobe hinsichtlich bedeutsamer Merkmale Die sogenannte Stichprobe nach Zugänglichkeit ist kein angemessenes Vorgehen! Weiterhin empfiehlt sich die Unterscheidung zwischen sampling errors und not sampling errors.
- sampling errors und not sampling errors Sampling errors - treten auf, wenn etwa leicht zu erreichende und/oder zu kleine Stichproben verwendet werd.- die Ergebnisse sind dann nicht repräsentativ-> können durch einen größeren Umfang der Stichprobe, sorgfältige Stratifizierung und minimales Clustering reduziert werden Not sampling errors- führen zu einer reduzierten Reliabilität, Validität und Authentizität der Antworten-> not sampling errors sind durch eine allumfassende Methode oder durch ausführlicheres Training, Interviews und Supervision der Interviewer zu realisieren
- Kulturelle Universalien und Kulturspezifika Kulturelle Universalien: Allgemeine Merkmale (Kategorien, Dimensionen), die Kultur beschreibenBeispiele: Werte (S. 36-37 Heft 1), 5-D-Modell nach Hofstede (S.39-53 Heft 1) Kulturspezifika: Psychologische Merkmale, die nur in bestimmten Kulturen beobachtet werden Beispiel: Nationalcharakter (S. 34-35 Heft 1)
- 5-D-Modell nach Hofstede (allgemein - 3 Punkte) - das Modell ist ein Beispiel für kulturelle Universalien - das Modell findet viel Beachtung sowie Anwendung in der Forschung und Praxis - das Modell umfasste zunächst 4, dann 5, inzwischen 6 Dimensionen - https://geerthofstede.com/culture-geert-hofstede-gert-jan-hofstede/6d-model-of-national- culture/
- Machtunterschiede (power distance) Die Dimension stellt das Ausmaß dar, in dem die Individuen einer Gesellschaft die Tatsache, dass die Macht in den Institutionen und Organisationen nicht gleich verteilt ist, akzeptieren oder sogar erwarten. Hohe Machtdistanz steht dafür, dass Macht äußerst ungleich verteilt ist; geringe Machtdistanz steht dafür, dass die Macht vergleichsweise gleichmäßig verteilt ist. In diesem Falle haben die Mitarbeiter bspw. keine Angst, eine gegenteilige Meinung als ihr Vorgesetzter zu vertreten, und sie sind auch deutlich stärker in die Entscheidungsfindung mit einbezogen.
- Geringe vs. hohe Machtdistanz geringe Machtdistanz - Mitarbeiter erwarten, dass sie in die Entscheidungen einbezogen werden- Mitarbeiter finden es normal, dem Vorgesetzten zu widersprechen hohe Machtdistanz - Mitarbeiter erwarten, dass der Vorgesetzte ihnen klare Anweisungen gibt- es ist sehr ungewöhnlich, dem Vorgesetzten zu widersprechen
- Männliche vs. weibliche Kultur (masculinity - feminity) Die männlichen Kulturen definieren zwei sehr unterschiedliche Geschlechterrollen. Dagegen haben die weiblichen Kulturen lose Vorstellungen von den Geschlechterrollen. Der männliche Typ von Kultur stellt mehr das Streben nach Leistung, Regeln und Ordnung sowie nach hohem materiellen Status dar. Die weibliche Kultur stellt hingegen die Sorge um die Schwächeren und die Gemeinschaft und deren Pflege in den Vordergrund und legt einen besonderen Akzent auf Bescheidenheit und auf hohe Lebensqualität. Zu den femininen Werten zählt Hofstede Fürsorglichkeit, Kooperation und Bescheidenheit. Als maskuline Werte werden Konkurrenzbereitschaft und Selbstbewusstsein betrachtet. Ein hoher Index innerhalb einer Kultur zeigt eine Bevorzugung "typisch männlicher" Werte an, ein niedriger Index die "typisch weiblichen" Werte. In weiblichen Kulturen werden beispielsweise auch Männer in Sozialberufen (Pflege, Erzieher, Lehrkräfte) respektiert.
- maskulin vs. feminin (3 Punkte pro Seite) maskulin - Vorgesetzte sind bestimmt und entschlussfreudig- Wettbewerb und Leistung unter Kollegen werden betont- Geld und Symbole des Erfolgs sind wichtig feminin - Konsens ist wichtig - Gleichheit und die Qualität des Arbeitslebens werden nicht ignoriert - Intakte zwischenmenschliche Beziehungen sind wichtig
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- Vermeiden von Unsicherheit Diese Dimension stellt das Ausmaß dar, in welchen die Individuen einer Gesellschaft die Situation der Unsicherheit akzeptieren. Dabei unterstützen sie mehr oder weniger Glauben, Stereotype und Institutionen, die die Stabilität und den Konformismus unterstützen. Kulturen mit einer starken Unsicherheitsreduktion sind aktiv, emotional, akzeptieren das persönliche Risiko, sind relativ tolerant, nachdenklich und nicht aggressiv. In Kulturen mit einem hohen Wert auf diesem Index wollen die Personen jegliche Unsicherheit weitestgehend vermeiden und daher finden sich in diesen Kulturen viele festgeschriebene Richtlinien und Sicherheitsmaßnahmen. Hier ist man weniger bereit, Risiken einzugehen. Das Gegenteil ist bei einem niedrigen Wert der Fall, Unsicherheit wird hier akzeptiert, die Zahl der Richtlinien ist geringer und diese Richtlinien werden auch flexibler angewandt.
- schwache Unsicherheitsvermeidung vs. starke Unsicherheitsvermeidung (je 4 Punkte) schwache Unsicherheitsvermeidung - Toleranz gegenüber abweichenden und innovativen Gedanken und Verhaltensweisen- Aufgabenaktivitäten sind weniger stark strukturiert - Vorgesetzter darf sagen: Ich weiß nicht- Führungskräfte sind hauptsächlich in strategische Überlegungen involviert starke Unsicherheitsvermeidung - Unterdrückung abweichender Gedanken und Verhaltensweisen- starke Strukturierung von Aufgabenaktivitäten - Führungskräfte beschäftigen sich auch mit Detailfragen- der Vorgesetzte muss auf alles eine Antwort haben
- Langfristige oder kurzfristige Ausrichtung (auch monochrone oder polychrone Zeitauffassung) long-term/short-term orientation Diese Dimension gibt an, ob eine Kultur langfristig oder kurzfristig orientiert ist.Während eine kurzfristige Ausrichtung für Flexibilität und auch Egoismus steht, finden sich bei einer langristigen Ausrichtung Sparsamkeit und Beharrlichkeit. Bei der monochronen Zeitauffassung wird das lineare Zeitmanagement betont: Es dominieren gradlinige Arbeitsabläufe, Pünktlichkeit und Termine, Deadlines sind einzuhalten. Eine schriftliche Fixierung ist bedeutsamer als das gegebene Wort und es erfolgt eine Betonung der aufgabenorientierten Zeitplanung. Bei polychroner Zeitplanung (jetztig und parallel) gelten dagegen synchrone Arbeitsabläufe; Unterbrechungen und Verschiebungen von Terminen sind die Normalität. Der Informationsfluss erfolgt meist mündlich und persönliche Beziehungen sind wichtiger als Zeitpläne. In monochronen Kulturen ist es üblich, sich auf nur eine Sache und auf die momentan wichtigste Aufgabe zu konzentrieren, eine effektives Zeitmanagement wird geschätzt. Zeitvorgaben werden als bindend angesehen und nur für kurzfristige Beziehungen genutzt. Dagegen ist es in polychronen Kulturen eher üblich, mehrere Dinge auf einmal zu regeln: Man ist anfällig für Unterbrechungen; es gibt eine Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Das Zeitmanagement wird hier als weitestgehend irrelevant angesehen, Terminvorgaben werden im Grunde nur als grobe Richtlinie betrachtet und langfristige Beziehungen werden bevorzugt.
- langfristige vs. kurzfristige Ausrichtung (je 5 Punkte) langfristige Ausrichtung - langfristige Pläne werden erstellt- hohe Bedeutung von Traditionen- Ausdauer und Beharrlichkeit bei der Verfolgung von Zielen- Sparsamkeit - Anpassung der Traditionen an moderne Gegebenheiten kurzfristige Ausrichtung - kurfristige Planung wichtiger als langfristige Planung- Erwartung kurzfristiger Gewinne- Konsumneigung- Vermeidung von Gesichtsverlust- Respekt vor sozialen Statusverpflichtungen ohne Berücksichtigung von Kosten
- Individualismus und Kollektivismus (individualism/collectivism) Hofstede (1983) definiert den Individualismus als Bevorzugung eines eher losen Sozialsystems, in dem die Indiviuen allein und für sich selbst und ihre Familien sorgen. Dies steht im Gegensatz zum Kollektivismus, in dem ein starkes Sozialsystem bevorzugt wird. Die Individuen erwarten in diesem System, dass ihre Verwandten, Bekannten oder die Gruppe für sie - als Gegenleistung für ihre Loyalität - sorgen (Hofstede 1989). In Gesellschaften mit einem hohen Individualismus/Kollektivismus-Index werden insbesondere die Rechte der Einzelperson geachtet. Selbstbestimmung, Ich-Erfahrung und Eigenverantwortung werden als wichtig angesehen. Dagegen herrscht in einer Kultur mit niedrigem Individualismus/Kollektivitmus-Index die Integration in jeder Art von Netzwerken vor. Für solche Kulturen ist das Wir-Gefühl wesentlich entscheidender.
- Individualismus vs. Kollektivismus (2 und 3 Punkte) Individualismus - seine Meinung zu äußern, ist normal- Initiativergreifung der Angestellten ist erwünscht Kollektivismus - Mitarbeiterinitiativen werden kaum unterstützt- man sollte Harmonie bewahren- Die Gruppe ist wichtig
- Critical-Incident-Technik · J.C. Flanagan (1954) hat das induktive Verfahren ursprünglich als Beobachtungsmethode entwickelt, um kritische Ereignisse hinsichtlich situativer Bedingungen und Handlungskonsequenzen systematisch und objektiv zu beschreiben. · Critical Incidents (kritische Ereignisse) beschreiben konkret und knapp eine Interaktionssituation zwischen in der Regel zwei handelnden Akteuren; bei interkulturellen Situationen stehen im Mittelpunkt die kulturellen Dimensionen, die in dieser Fallstudie wirken. · kritisch ist eine Situation nur dann, wenn unterschiedliches Verhalten auch zu unterschiedlichen Konsequenzen führt.
- Critical-Incident-Technik Welche Anwendungsgebiete gibt es? (4) 1) Messung von Einstellungen und Persönlichkeitseigenschaften 2) Personalauswahl und Personalbeurteilung 3) Arbeitsplatzgestaltung 4) Interkulturelles Management
- Critical Incident-Technik Was ist der klassische Ablauf? (5 Schritte) - Zielkriterien bestimmen - Datenerhebung konzipieren - Stichprobe bestimmen - Interviews durchführen - Daten auswerten
- Critical-Incident-Technik Welche Kriterien gibt es? (8 Kriterien) - Relevanz - Offenheit der Handlungen - Nachvollziehbarkeit - Vermeidung tendenziöser Inhalte - Angemessener Abstraktionsgrad - Itemschwierigkeit - keine Lösungsvorgaben - Beeinflussbarkeit
- Bereiche unterkultureller Herausforderungen Wie können Sie benennen, was an einer interkulturellen Situation herausfordernd ist? (4 Bereiche mit je 2 Beispielen) Bevorzugter Arbeitsstil - Fokus auf Planung und Kontrolle oder Flexibilität?- Einstellung zu Teamarbeit? Führungsstil/Motivation- Welcher Führungsstil ist erforderlich?- Welche Anreize schaffen Motivation & Commitment? Hierarchische Orientierung- Wie wird Macht verteilt? - Wie wird ein Entscheidungsweg gestaltet? Innovationsorientierung- Wie wird mit neuen Einflüssen umgegangen? - Welche Lebenszyklen haben Ideen?
- Bereiche unterkultureller Herausforderungen Wie können Sie benennen, was an einer interkulturellen Situation herausfordernd ist? (4 Bereiche mit je 1-2 Beispielen) Interpretation von Information- Wie werden Aufgaben, Ziele, Ergebnisse konkret verstanden? Konfliktstil- Wie werden Konflikte offen ausgetragen?- Wie wird Feedback kommuniziert? Kommunikationsstil- Welches Medium wird bevorzugt?- Wird emotional oder neutral kommuniziert? Objektivität- Welche Kriterien wirken bei Auswahlentscheidungen (Personal, Lieferanten, Joint-Venture-Partner), Leistungsbeurteilungen und Beförderungen?
- Bereiche unterkultureller Herausforderungen Wie können Sie benennen, was an einer interkulturellen Situation herausfordernd ist? (5 Bereiche mit 1-2 Beispielen) Planung- Wie langfristig werden Aktivitäten/Abläufe geplant? Qualitätsverständnis- Wie wird mit Fehlern umgegangen? Vehandlungsführung - wie stark muss vor Vetragsabschluss in die Beziehung investiert werden?- werden Argumente direkt oder indirekt formuliert? Vertrauensaufbau- wird Vertrauen über gezeigte Leistungen oder persönliche Beziehungen aufgebaut? Zeitkonzepte - welche Bedeutung hat Pünktlichkeit? - und die Einhaltung von Zeitplänen & Deadlines
- L'arte d'arrangiarsi - die Kunst des "Sich-zu-helfen-Wissens" italien. Verb arrangiarsi steht für die Kunst, jegliche noch so aussichtslose Situation oder jedes noch so komplexe Problem auf irgendeine Art und Weise in den Griff zu bekommen oder zu umgehen. Italiener beherrschen es in der Regel, vorgegebene Systeme, wenn nötig, auf geschicktem Weg zu umgehen, um ihr Ziel zu erreichen. positiv ausgedrückt: kreative Problemlösungskompetenz negativ: kontinuirliche und geplante Regelüberschreitung Italiener betrachten Regeln und Systeme anders als Deutsche. Für Italiener sind diese Vorschläge oder Handlungsempfehlungen, denen man folgen kann, aber nicht muss.
- Bella Figura "schöne Figur" bella figura: Wunsch der Italiener, in jeder Lebenssituation und im Geschäftsleben, einen guten Eindruck hervorzurufen. Es geht darum, das Gesicht zu wahren. Dies gelingt durch gutes Benehmen, Höflichkeit und Rücksichtsnahme (Moran 2007), forsches Auftreten oder offene Konflikte sind damit schwer zu vereinbaren. Italiener tendieren demnach dazu, Probleme, Schwierigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten nicht als solche erscheinen zu lassen und sie nicht offen auszutragen. Vor den Mitmenschen wird der schöne Schein aufrechterhalten und kritische Auseinandersetzungen unter vier Augen geklärt. Dieser italien. Habitus hat weitrechende Konsequenzen für die Selbstdarstellung und für die Gestaltung des sozialen Miteinanders.