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Psychologie (Fach) / 2Diagnostische Verfahren - TexteSubjektiv (Lektion)
Zusammenfassung der Klausurrelevanten Texte
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- Wie beschafft man subjektive Daten? Was beschafft man? Interview, Fragebogen (stand) -> Erfassung von states, traits, Interessen, Einstellungen
- 3 Darbietungsformen von Items? 1: Likert-Skalen: Feststellung + Antwortalternativen (Häufigkeit, Intensität, Zustimmung)2: Zwangswahlitems: Entscheidung zwischen mehreren unvereinbaren Iteminhalten3: Situations-Reaktions-Inventare: Situation + Reaktionsmöglichkeiten; zu jeder Reaktion angeben, ob diese auftritt oder nicht;
- Wie funktioniert die Intuitive Fragebogenkonstruktion? 2 Beispiele? Konstruktion durch Ausdifferenzierung voneinander verschiedener, jedoch theoretisch & empirisch nur vage abgegrenzter Persönlichkeitsdimensionen (intuitiv) Beispiele Personal Data SheetBernreuter Persönlichkeitsinventar (BPI)
- Wie funktioniert die Internal-induktive Fragebogenkonstruktion? Probleme? Beispiele? Internal: Konstruktion der Einzelskalen aufgrund von Item-Interkorrelationen (Faktorenanalyse)Induktiv: Konstrukte werden ex post facto auf Basis der empirischen Klassifikationen definiertWeitgehend theoriefrei -> unterschiedliche Vorgehen bei der Itemauswahl (psycholexikalisch), Kriterien für die Bestimmung einer Komponente als interpretierbarer Faktor (wenige Items, viele Faktoren) führen zu inkonsistentem Bild. Dimensionen Extraversion und Neurotizismus in fast allen Ansätzen (big two) Beispiele: Inventory of Factors STDCR (Guilford)Thurstone Temperament ScheduleGuilford-Zimmerman Temperament Survey (GZTS)
- 16-Personality Factor Questionnaire (16-PF-Test) (Cattell) Konstruktionsart? Was für Antworttendenzskalen? Wie sind Rel und Val? Internal-induktive Fragebogenkonstruktion 3 AntworttendenzenskalenSoziale ErwünschtheitAkquiszenz/Ja-Sage-Tendenz: Tendenz, Aussagen unabhängig von deren Inhalt zuzustimmenInfrequenz/Seltenheit: gehäufte Bejahung von Alternativen bei Items, die von der Normstichprobe nur selten bejaht wurden Gute Reliabilität, Validität nicht hinreichend untersucht
- NEO-Personality Inventory (NEO-PI) Welche Konstruktionsart? Welche Dimensionen mit wie vielen Facetten? Rel, VAl? Internal-induktive Fragebogenkonstruktion Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für neue Erfahrungen, Verträglichkeit/Freundlichkeit, Gewissenhaftigkeit je 6 Facetten Gute Rel und Val NEO-FFI ist Kurzform
- Worauf basiert Theoriegeleitet-Deduktive Fragebogenkonstruktion? Was ist Problem? Welche Theorien spielen wichtige Rollen? Orientierung an Persönlichkeitstheorien Problem: fast alle Testverfahren basieren auf empirisch schlecht begründeten Theorien Wichtige Rolle:Interaktionistische Persönlichkeitstheorie (Murray): Needs & Traits (Beispiele 1-4)Tiefenpsychologische Theorien (Beispiel 5 + 6)
- Beispiele für Theoriegeleitet Deduktive Fragebogenkonstruktion? INTERAKTIONISTISCHE THEORIEN Thematischer Apperzeptionszets (TAT) (Murray)Personality Research Form (PRF) (Jackson)Leistungsstreben, Geselligkeit, Aggressivität, Dominanzstreben, Ausdauer, Bedürfnis nach Beachtung, Risikomeidung, Impulsivität, Hilfsbereitschaft, Ordnungsstreben, Spielerische Grundhaltung, Soziales Anerkennungsbedürfnis, Anlehnungsbedürfnis, Allgemeine InteressiertheitGeringe Reliabilität einiger SubskalenNonverbal Personality Questionnaire(NPQ)Strichzeichnungen einer Figur in traitspezifischen SituationenProblem: Interpretationen der Situationen durch ProbandenEdwards Personality Preference Schedule (EPPS) (Edwards)Vorlieben und GefühleZwangswahlitems → Keine Interpretation von absoluten Bedürfnisscores, nur Profil (ipsativer statt normorientierter Auswertung) TIEFENPSYCH: Meyers-Briggs Type Indicator (MBTI)Basis: Typologie nach Jung16 TypenGießen-TestSelbst-, Ideal- und Fremdbild
- Wie gewinnen Items bedeutung bei der External-kriteriumsbezogene Fragebogenkonstruktion? 2 Beispiele von Tests: Items gewinnen ihre Bedeutung über ihre Assoziation mit einem externen Kriterium (Fähigkeit, eine Gruppe von Probanden mit einem bestimmten Merkmal von einer Gruppe diesbezüglich unauffälliger Probanden statistisch bedeutsam zu trennen) Beispiele: A-S Reaction Study (Allport)Minnesota Multiphasic Personality Inventory (MMPI) (Hathaway, McKinley)
- Wozu gehört MMPI-2? Was sind Basis und Validitätsskalen hier? Wie sind rel und val? was sind Probleme und Schlussfolgerung daraus? External-kriteriumsbezogene Fragebogenkonstruktion BasisskalenKlinische Skalen: Hypochondrie, Depression, Hysterie, Psychopathie, Paranoia, Psychasthesie, Schizophrenie, HypomanieValiditätsskalen: Lügenskala, Infrequenzskala, Korrekturskala, „Weiß nicht“ Gute Reliabilität, Validität fraglich, Geringe Reliabilität der Einzelskalen (auch unklares Skalenniveau und Inhomogen)Geringe Validität einzelner ProfilzuordnungenViele Profile sind nicht klassifizierbarKritische Werte auf Kontrollskalen verbieten Kategorisierung (oft Korrektur der Werte)Hohe Anfälligkeit für sozial erwünschtes AntwortenHeterogene Ergebnisse Fazit: Test sollte nicht mehr verwendet werden
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- Was sind Kombinierte Konstruktionsstrategien? Beispiel Ansatz, in den etwa gleichwertig pragmatische*, theoretische und internal-induktive strategische Überlegungen Eingang gefunden haben*Dimensionen von besonderem Interesse, empirische Steuerung Beispiel: Freiburger Persönlichkeitsinventar (FPI)Standardskalen: Lebenszufriedenheit, Soziale Orientierung, Leistungsorientierung, Gehemmtheit, Erregbarkeit, Aggressivität, Beanspruchung, Körperliche Beschwerden, Gesundheitssorgen, OffenheitZusatzskalen: Extraversion, EmotionalitätReliabilität befriedigendInterne Struktur: ähnelt anderen InventarenGeeignet für Forschungszwecke (Registrierung zentraler Tendenzen in Gruppen von Probanden)
- Was ist Kontrollüberzeugung? Unterschied internal external? Definition: Ausmaß der Erwartung einer Person, dass sie auf Folgen ihres Handelns selbst Einfluss nehmen kann (interne Kontrolle der Verstärkung)Internale und externale Kontrolle: hinsichtlich Ausprägung kontinuierlich variierendes Persönlichkeitsmerkmal
- Rotters Soziale Lerntheorie im Bezug auf Kontrollüberzeugung? Unterschiedl. Erwartungen hinsichtlich des Auftretens bestimmter Ereignisse Spezifische Erwartungen: Registrierung bestimmter Verhaltens-Verstärkerkontingenzen (zusammenhänge)Generalisierte Erwartungen: Erfahrungen, die in vielen Situationen gewonnen wurden und auf vorliegende übertragbar sindKontrollüberzeugung (locus of control of reinforcement);Zwischenmenschliches Vertrauen (interpersonal trust) ist beides Erlernt
- 2 Aspekte externaler Kontrollüberzeugung? Powerful others → soziale Externalität (Mächtigen anschließen)Chance → fatalistische Externalität (resignierte Haltung)
- Dispositioneller Optimismus? Überzeugung, dass Ereignisse generell positiven Ausgang nehmen
- 2 Dimensionen von Leistungsmotiviertheit und LMT Test? Hoffnung auf ErfolgFurcht vor Misserfolg LMT LeistungsmotivationstestHauptdimensionenLeistungsmotiv (L) → Leistungsstreben (Orientierung) + Ausdauer & Fleiß (Persistenz)Misserfolgsfurcht (F) → Negative Misserfolgsfurcht (leistungsmindernd) + Positive Misserfolgsfurcht (leistungsfördernd)
- Interaktionistische Persönlichkeitstheorie Murray bezogen auf Leistungsmotivation 3 Mögliche Tests: Need: achievement (Bedürfnis, Erfolg haben zu wollen in der Auseinandersetzung mit einem Gütemaßstab) Thematischer Apperzeptionstest (TAT)Heckhausen: Leistungsmotivations-TATPRF & EEPS (Q-Daten) mit Unterskalen zu Leistungsstreben
- Was ist Ärger und Abgrenzung zu Feindseligkeit und Aggression? Kann sich in physiologischen, kognitiven oder verhaltensmäßigen Reaktionen ausdrücken Wichtig in interpersonalen BeziehungenÄrger: emotionale Reaktion (durch Frustration (Erlebnis einer blockierten Zielerreichung))Feindseligkeit: kognitive Reaktion (negative Haltung zu anderen) Aggression: behaviorale Reaktion (Absicht anderen zu schädigen, ärgermotiviert oder „instrumenteller“ Charakter (andere Motive, z.B. Gewinnstreben)
- Strategien der Ärgerverarbeitung: offene Ärgeräußerung -> Anger-outUnterdrückung bzw. Ausrichtung gegen eigene Person -> Anger-inÄrgerkontrolle -> Anger Control: sozial angemessene Äußerung
- Fragebogen zu Ärger? Buss-Durkee Hostility Inventory Fragebogen zur Erfassung von Aggressivitätsfaktoren (FAF) State-Trait Anger Expression Inventory (STAXI)
- Tests und Erklärung dieser zu Ängstlichkeit und Angstbewältigung Manifest Anxiety Scale (MAS): MMPI-Items, keine Trennung verschiedener Angstkomponenten (zB emotional & kognitiv) State-Trait Anxiety Inventory (STAI, Spielberger):„A-State“: Augenblicklicher Gefühlszustand„A-Trait“: Angeben, wie man sich im Allgemeinen fühltProbleme bezüglich einiger Itemumpolungen und fehlender Allgemeinheit von Trait skala (erfasst eher Bewertungsängstlichkeit) Interaktions-Angst-Fragebogen (IAF)Primärfaktoren „Angst vor physischer Verletzung, Auftritten, Normüberschreitung, Erkrankungen und ärztlichen Behandlungen, Selbstbehauptung, Abwertung und Unterlegenheit“Sekundärfaktoren: „Angst vor physischen und psychischen Angriffen“; „Angst vor Bewährungssituationen“Erweitert: +Angst vor Missbilligung, globale Angstneigung
- Was ist Bewertungsängstlichkeit und woraus besteht Prüfungsangst? Fragebögen? Angst vor Situationen, in denen es zu Bedrohung des Selbstwertgefühls kommen kannPrüfungsangstBesorgniskomponente (kognitiv): „Ich werde verkacken.“Emotionalitätskomponente: Aufgeregtheit Test Anxiety Inventory (TAI): Differentieles Leistungsangst-Inventar (DAI):
- Arten von Sozialer Ängstlichkeit Angst vor negativer Bewertung (SANB) und Vermeidung sozialer Situationen (SVSS)SANB: homogen SVSS: Vermeidung unbekannter Personen, Befindlichkeit in sozialen Situationen, Angst vor großen Gruppen
- Voraussetzung für Angst in sozialen Situationen? Öffentliche Selbstaufmerksamkeit: Aufmerksamkeit auf der Allgemeinheit zugänglichen Aspekte des Selbst( Was denken andere von mir?)
- Wie erfasst man Angst vor physischer Verletzung ? wenige eigenständige Testverfahren, beziehen sich häufig auf engen Bereich physischer ÄngsteAngst-Symptom-Liste (AL, Mack & Schröder): insb. physische Gefährdungen medizinisch, Verkehrsmittel, Tiere, (Natur-)Gewalt, soziale Ängste Kinder: + Schule, + Trennung Angst vor zahnmedizinischer BehandlungDental Anxiety Scale, Dental Fear Survey, Dental Anxiety (4 Zeitabschnitte, 3 Reaktionsmodi)
- Beispielfragebogen für mikroanalytischen Ansatz bei Dispositionellen Formen der Angst-/Stressbewältigung: Stressverarbeitungsfragebogen (SVF)Items: Reaktion auf allgemeine Beschreibung einer Belastung Bewältigungsstrategien: bsp. Schuldabwehr, Ersatzbefriedigung, Positive Selbstinstruktion, Bedürfnis nach sozialer Unterstützung, Vermeidungstendenz,…Hauptfaktoren: Emotionale Betroffenheit und Aufgeben, Aktive Kontrollversuche, Kognitive Bewältigung durch Bewertungsveränderung
- Beispiel Inventar für makroanalytischen Ansatz bei Dispositionelle Formen der Angst-/Stressbewältigung: Angstbewältigungs-Inventar (ABI)2 Angstbewältigungsdimensionen: Vigilanz (VIG) und kognitive Vermeidung (KOV) - Vermeidung, wenn emotionale Erregung besonders schlecht ertragen kann; Vigilanz bei Belastung durch UnsicherheitSeparate Persönlichkeitsvariablen, keine PoleBewältigungsmodus = Spezifisches Ausprägungsmuster auf beiden Dimensionen 2 Arten von Bedrohungsszenarien: Selbstwert + physische BedrohungHäufigkeit von 8 Bewältigungsstrategien → 4 Scores gute Validität
- Beispiel Inventar für prozessorientiertes Verfahren bei Dispositionelle Formen der Angst-/Stressbewältigung: Fragebogen zum Umgang mit Belastungen im Verlauf (UBV) Ziel: anhand hypothetischer alltagsnaher Belastungssituationen verschiedene Komponenten im Umgang mit Stressoren im Verlauf erfassen - Konstruktion: SituationBeschreibung objektive Charakteristika + subjektive Einschätzung durch betroffene Person Verlust bzw. Bestrafung3 Phasen: Auftreten, Fortbestehen, Ausgang Belastung → Skala nach jeder Phase- Konstruktion: Skalen zu Situationseinschätzung1. emotionalen Reaktionen: Angst, Deprimiertheit und Aggressivität (= negative Emotionalität)2. Situationseinschätzungen: Wandelbarkeit, Kontrollierbarkeit, negative Valenz und Vertrautheit/Häufigkeit3. Bewältigungsintentionen (Phase 1 & 2) (Selbstwertschutz, Verlust abwenden, Stressor beeinflussen etc.) Fazit: Durchdachtes Verfahren zur systematischen Erfassung der verschiedenen Aspekte des Stress- und Bewältigungsgeschehens
- Definition von Interessen und Einstellungen Interessen = relativ konstante Wünsche nach bestimmten Betätigungen (z.B. beruflich, Unterhaltung, …) → Von Bedeutung bei Berufsberatungen Einstellungen = relativ konstante Haltungen/ Meinungen, die sich auf soziale Sachverhalte beziehen (z.B. andere Völker, best. Berufsgruppen,…) → Von Bedeutung bei sozialpsychologischen Fragestellungen
- Womit und wie Diagnostiziert man Interessen? RIASEC-Modell, Hollande (1973)Unterscheidung von sechs insb. berufsbezogenen Interessen [Realistic, Investigative, Artistic, Social, Erterprising, Conventional]Interessen in Form eines Sechsecks angeordnet, näher liegende Ecken zeigen engere Beziehung von Interessen an
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- Unterscheidung von normativen und ipsativen Messkonzepten : NormativItem wird auf mehrstufiger Skala beantwortet, Punkte zu Rohwert addiert Rohwert, Umwandlung in StandardwertStandardwert nach der Verteilung der Rohwerte einer ReferenzpopulationBeziehung zur Normstichprobe: Einzelne Mittelwerte streuen um den Mittelwert der PopulationIpsativPbn muss Zwangswahlitems nach seinen Interessen in Rangfolge bringenIntraindividuelle Vergleiche → InteressenprofilVergleich verschiedener InteressenprofileKeine Aussage über absolute InteressensstärkeScores streuen um eigenen Mittelwert
- Woraus besteht die Einstellungsmessung? Nenne eine Methode 3 Komponenten: kognitiv, affektiv, verhaltensmäßigKognitive und affektive Komponente eng verbunden, Verhaltenskomponente häufig dissoziiertUnterscheidung von Richtung (pos/neg), Ausprägung (Extremität von Überzeugung), Intensität (Stärke von Gefühl), Salienz (Stellenwert im Leben von Person) Thurstone: Methode der gleich erscheinenden IntervalleMessung der Einstellung einer Person zu einem bestimmten Sachverhalt über Darbietung verschiedener Aussagen
- Unterschied der Einstellungsmessung zu Persönlichkeitsmessung Einstellungsskala auf bestimmtes eingegrenztes Einstellungsobjekt bezogen (z.B. Religion, Krieg,…); je breiter Thema, desto eher Persönlichkeitstest
- Möglichkeiten zur Erfassung von Zuständen Ein-Itemskala: versucht, aktuellen emotionalen Zustand während Intervention auf ökonomische Weise abzuschätzen Ereignissimultane Methoden: z.B. Fingerspannenskalierung (kontinuierliche Registrierung der Veränderung erlebter emotionaler Zustände; Stärke eines erlebten Zustands durch Größe der Spanne zwischen Daumen und Zeigefinger angegeben) Eigenschaftslisten: versuchen Befindlichkeit durch mehrere Items zu erfassenBeispiel: PANAS (Positive and Negative Affect Schedule): Reduzierung der Emotionsvielfalt auf zwei Dimensionen, PA (positiver Affekt -> Aktivität, Aufmerksamkeit) und NA (negativer Effekt -> bekümmert, Ängstlichkeit); 20 Adjektive, Intensität auf 5-stufiger Skala soll eingeschätzt werden; variabel: Angabe unterschiedlicher Zeiträume
- Unterscheidung zwischen absichtlicher („faking“) und unabsichtlicher („response set“) Verfälschung (Cronbach) Faking: Testergebnisse gezielt von Pbn in gewünschte Richtung verändertResponse Sets: unbewusst; z.B. Tendenzen zu Reaktionen im Sinne der Sozialen Erwünschtheit, Akquiesenzenz (Zustimmungstendenz), Ablehnungstendenz, Tendenz zur Mitte/zu Extremwerten, unsystematisches / unsinniges Antwortverhalten
- Einflüsse auf das Antwortverhalten bei Selbstberichten durch Formulierung einer Aussage? Eindeutigkeit ... häufige Fehler:Aussage bezieht sich auf mehrere Sachverhalte, zu denen man jedoch in unterschiedlicher Weise Stellung beziehen kann → 'Ich lehne bestimmte Spiele ab, weil ich sie nicht gut kann.' → andere Gründe für Ablehnung?Mehrdeutige Formulierungen ('Ich habe körperl. Beschwerden') → Proband kreuzt evtl. unverbindliche Antwortkategorie an ('manchmal'), weil er Angst hat, Fehler zu machen Affektgeladenheit (z.B. „Verhaltensweise X sollte verboten werden“ affektgeladener als „sollte nicht erlaubt sein“ → affektgeladenere Alternative findet geringere Zustimmung als neutralere) Satzstruktur (komplizierte, lange Sätze, passive Konstruktionen, doppelte Verneinungen beeinflusst Zustimmungstendenz → Lösung zur Kontrolle der Zustimmungstendenz: Fragen 1x pos. & 1x neg. formulieren → bei starker Zustimmungstendenz: 2x ja )
- Einflüsse auf das Antwortverhalten bei Selbstberichten durch problematische Definition der Antwortalternativen/ Antwortformat? Häufigkeit des interessierenden Merkmals, die durch Stufen suggeriert wird (z.B. Frage nach körperlichen Beschwerden versehen mit Polen „weniger als einmal im Jahr“, … vs. „Mehrmals täglich“ → Aufmerksamkeit des Pbn wird auf schwere vs. alltägliche Beschwerden gelenkt) Polung der Antwortskala, wenn Intensitäten erfragt ( → niedrigster Wert auf Skala = Nullpunkt, signalisiert unipolares Merkmal → Vergabe des niedrigsten Wertes bedeutet niedrige Ausprägung des Merkmals vs. Skala mit Plus- & Minuswerte um einen Nullpunkt → signalisiert bipolares Merkmal → Vergabe des niedrigsten Wertes bedeutet starke Ausprägung des Gegensatzes des Merkmals, Unterwürfigkeit)
- Einflüsse auf das Antwortverhalten bei Selbstberichten durch Reihenfolge der Items Aktualisierungseffekte: Iteminhalt hebt bestimmte Inhalte nachfolgender Items stärker hervor (z.B. bei der Frage nach der „Allg. Lebenszufriedenheit“ nachdem „Körperliche Beschwerden“ abgefragt werden) Konsistenzeffekte: Pbn versucht auf Items, die aus seiner Sicht nach ähnlichen Sachverhalten fragen, „stimmige“ Antworten zu geben Positionseffekte: z.B. fehlende Motivation zur sorgfältigen Mitarbeit am Ende des Fragebogens; bei mehrdimensionalen Fragebögen: Items zu versch. Dimensionen gruppiert oder in zufälliger Reihenfolge? → abhängig davon, ob Untersuchungsziele verschleiert werden sollen oder nicht
- Kontexteffekte auf das Antwortverhalten bei Selbstberichten Vermutete Ziele des Untersuchers/der Untersuchung (Führerschein zurückerhalten; Normen = anonym)Bei der Korrektur muss Abstand zwischen der risikolosen Eichsituation & dem jeweiligen Risiko für Pbn einbezogen werden Testposition in der Testbatterie (Aktualisierung von bestimmten Aspekten durch vorangegangene Items → Eigenschafts- & Zustandsmessungen werden ähnlicher, wenn zu Beginn, z.B. generelle Ängstlichkeit, abgefragt wird oder ein Leistungstest steht)⇒ Empfehlung: Zustände vor Eigenschaften erfragen
- Was Unterscheidet soziale Erwünschtheit vom Bedürfnis nach Anerkennung? SE nicht nur auf interindividuelle Unterschiede, sondern auch auf die Eigenschaft von Fragebogenitems beziehen kann → nur wenige werden das Item 'Ich bestrafe Leute, die ich nicht mag' zustimmend beantworten-> Ausmaß, in dem Items generell sozial erwünschte Reaktionen hervorrufen, kann man kontrollieren, indem man diese Tendenz für jedes Item einschätzen lässt
- Was sind die Vorraussetzungen für Items zur Messung von SE-Tendenz als Persönlichkeitsmerkmal? nenne ein bekanntes Instrument 1. müssen gewissen, aber nicht zu hohen Grad SE ansprechen2. Merkmale/Verhaltensweisen thematisieren, die in der Bevölkerung einen hohen (neg. Sachverhalte) bzw. geringen (pos. Sachverhalte) Verbreitungsgrad haben3. in ihrer Messintention nicht durchschaubar sein bekanntestes Instrument: Marlow-Crowne Social Desirability Scale (MCSD)
- Was ist Bedürfnis nach Anerkennung & SE-Tendenz als Persönlichkeitsdisposition? Teilbereich der generellen Selbstdarstellung (= Tendenz, den Eindruck, den man auf andere macht, in bestimmter Weise zu lenken → kann sich erstrecken vom Wunsch 'wahre' Eigenschaften auszudrücken bis hin zur Täuschung) bestehen aus 2 Komponenten: Tendenz, sozial unerwünschte Eigenschaften bei sich zu leugnen (= Defensivität/Verleugnung) Tendenz, sich sozial erwünschte Merkmale zuzuschreiben (= Attribution)→ Problem: Konfundierung Ablehnungs- & Zustimmungstendenzen Verleugnung wird nur über Ablehnung von Items & Attribution nur über Zustimmung zu Items erfasst
- Wie Differenziert Paulhus Bedürfnis nach Anerkennung? self descriptive enhancement (SDE): Antwortverhalten, dass dem Schutz des Selbstbildes & Selbstwertgefühls dient → Selbsttäuschung impression management (IM): Bewusste Verfälschung, um günstiges Bild zu erzeugen → Fremdtäuschung → Balanced, weil sowohl SE-positive (Zustimmung indiziert SE), als auch SE-negative Items (Ablehnung indiziert SE) eingesetzt werden (Problem von oben gelöst)
- Was ist Bedürfnis nach Anerkennung & SE-Tendenz als Persönlichkeitsdisposition? Teilbereich der generellen Selbstdarstellung (= Tendenz, den Eindruck, den man auf andere macht, in bestimmter Weise zu lenken → kann sich erstrecken vom Wunsch 'wahre' Eigenschaften auszudrücken bis hin zur Täuschung) bestehen aus 2 Komponenten: Tendenz, sozial unerwünschte Eigenschaften bei sich zu leugnen (= Defensivität/Verleugnung) Tendenz, sich sozial erwünschte Merkmale zuzuschreiben (= Attribution)→ Problem: Konfundierung Ablehnungs- & Zustimmungstendenzen Verleugnung wird nur über Ablehnung von Items & Attribution nur über Zustimmung zu Items erfasst
- Probleme und Fragestellungen SE-Tendenz -Gewissenhaftigkeit & SE-Tendenz korrelieren hoch → sollte man dies bei der Interpretation der Scores berücksichtigen?-vorsichtige Interpretation der anderen Scores von Personen mit hoher SE-Tendenz → was bedeutet 'vorsichtig'?-Problem bei Kontrolle: wahre Personenvarianz (Personen verhalten sich tatsächlich mehr oder weniger sozial erwünscht)-Fragebögen = Variante eines Interviews = soziale Interaktionssituation Ergebnisse resultieren immer aus der Anwendung bestimmter Selbstdarstellungsstrategien, abhängig vom situativen Kontext ('situative Identität')problematisch: Probanden mit gemischten Selbstdarstellungsstrategien (bei Merkmalen unterschiedliche Formen von Selbstdarstellung)
- Einflüsse auf das Antwortverhalten bei Selbstberichten durch Personenfaktoren (Response Sets) Bedürfnis nach Anerkennung: siehe andere Karte Selbstaufmerksamkeit -verstärktes Befassen mit sich selbst -Voraussetzung für authentische Selbstdarstellungprivate Selbstaufmerksamkeit: eigene Gefühle, Eigenschaften & Bedürfnisse beachten öffentliche Selbstaufmerksamkeit: Sensitivität für eigene Wirkung auf andere → Tendenz anhand dieser Hinweise eigene Darstellung zu gestalten (gesteigerte Form: Selbstüberwachung) Selbsteinsicht- Ausmaß an Introspektion generell eingeschränkt & abhängig von Persönlichkeit + Situation- Inwieweit eigene Gefühle etc. dem Probanden zugänglich sind, spielt bei Beantwortung von Fragen große Rolle-explizite (Fragebögen) & implizite Messinstrumente (z.B. IAT)-Unterscheidung impliziter & expliziter Maße = vielversprechender Ansatz zur Annäherung an das Ausmaß der verzerrenden Einflüsse
- Vor und Nachteile Subjektiver Verfahren Vorteil: Ökonomische Durchführung & Auswertung → besondere Bedeutung für psychologische Praxis Nachteil: Unbefriedigende Validität [besonders wenn durch allgemeine Skalen ('Ängstlichkeit') ein spezifischer Bereich (Prüfung) vorhergesagt werden soll]höhere Validität durch bereichsspezifische Fragebögen (s. bereichsspezifische klinische Skalen)
- Unterschied Messung psychologische und Klinische Merkmale? psycho: Konstrukte nach Theorien, bei deren Messung die komplexen soz. Interaktionsprozesse & Steuerungsversuche der Pbn berücksichtigt werden müssen klinisch: in der Medizin werden real existierende biologische Vorgänge gemessen