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Medien und Kommunikation (Fach) / 03 (Lektion)

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Diese Lektion wurde von khoelsch erstellt.

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  • Nonverbales Verhalten Nonverbales Verhalten zeigt sich in GestikKörperhaltung und -bewegungMimikDistanzBlickverhaltenBerührungenGeruch Merkmale äußerer ErscheinungUmgebung Entsprechend umfasst nonverbale Kommunikation alle Arten von Signalen, die in der face-to-face Kommunikation eingesetzt werden und nicht-sprachlicher Natur sind Ca. 65% des Informationsaustausches in einer face-to-face Interaktion geschieht auf nonverbaler Ebene (Argyle, 1988).
  • Gestik 90% der Gesten treten zeitlich synchron mit der entsprechenden verbalen Äußerung auf Manchmal geht die Gestik dem semantisch zugehörigen verbalen Ausdruck auch voraus (wenn es zu kurzzeitiger verbaler Unterbrechung kommt), folgt ihm aber niemals (?) Gestik und Sprache sind offenbar in einem gemeinsamen neuronalen System grundgelegt (Xuet al., 2009), das eine Art modalitätsunabhängiges semiotisches System darstellt und eine zentrale Rolle in der menschlichen Kommunikation spielt, indem es Symbole mit Bedeutungen verbindet (Worte, Gesten, Bilder, Töne…) Diese Befunde sind kompatibel mit der von einigen Forschern vertretenen Ansicht, dass nichtsprachliche, gestische Kommunikation zwischen unseren Primaten-Vorfahren ein Gerüst für die Entwicklung unserer verbalen Sprache bildete (vgl. Arbibet al., 2008). Vom Gestikulieren (welches synchron zur Sprache auftritt) werden abgegrenztGesten, die Sätze komplettieren d.h. eine verbale Lücke füllenEmbleme d.h. kulturvariante Handzeichen (z.B. „Daumen hoch“)Pantomime d.h. eine Sequenz von Gesten die eine Geschichte (ohne Worte) erzählenZeichen in Form lexikalischer Wörter mit eigener linguistischen Struktur und Grammatik (Zeichensprache)Einführung in
  • Gestik Klassifikationen von Gesten nach McNeill(1992) Das Klassifikationsschema fokussiert auf die Bedeutung und Funktion einer GesteDurch das Schließen auf diese Bedeutung und Funktion wird klassifiziert und nicht –wie bei anderen Systematiken –anhand von Unterschieden in der physikalischen Erscheinungsform von GestenAußerdem wird stark auf die begleitende Sprache Bezug genommen Vier Typen von Gesten nach McNeill(1992): 1. Ikonische G.: Bilden die Wirklichkeit ab d.h. Objekte werden dargestellt und Handlungen nachgeahmt; sie stehen in enger Beziehung zum semantischen Inhalt der verbalen Aussage, können co-expressivsein (semantisch und pragmatisch wird derselbe Bedeutungsinhalt durch Sprache und Gestik ausgedrückt) oder komplementär(Sprache und Gestik beziehen sich auf gleichen Sachverhalt, ergänzen sich aber in ihrer Bedeutung) 2. Metaphorische G.: Repräsentieren abstrakte Bilder, Konzepte, Konstrukte(z.B. „Idee“, „Gedächtnis“) 3. Deiktische G.: Zeigen auf etwas (oft imaginäre Objekte, Orte oder Sachverhalte) 4. Rhythmische G. (engl. beatgestures): Dienen der Betonung von Gesprochenem und können auch wichtige Aspekte einer Ereignissequenz zeitlich hervorheben –quasi ein nonverbaler gelber Textmarker Der Ablauf einer Geste kann zudem zeitlich sequenziert werden; Rahmenmodell ist das Konzept einer G-Unit, definiert als……Periode zwischen zwei aufeinander folgenden Wartepositionen (restpositions), bei denen die Arme still sind. Eine G-Unit beginnt mit dem Beginn einer Armbewegung und enden mit Erreichen der nächsten Warteposition Eine G-Unit wird durch eine oder mehrere G-Phrasen(die voneinander abgrenzbaren Gesten) gebildet, die wiederum eine bestimmte temporale Sequenz zeigen (nächste Folie) Die Intervalle ohne Gestik sind i.d.R. sehr kurz, in 70% der Fälle gibt es zwischen zwei gestischen Wartepositionen (zwischen Ende der vorangegangenen G-Unit und Beginn der nächsten) keinen verbalen Satz, d.h. Gestik findet ziemlich kontinuierlich statt, es gibt aber beinah so viele Pausen zwischen Gesten wie Gesten selbst. Sequenzierung einer Geste nach McNeill(1992): 1)Preparation(optional): In dieser Phase wird das mit der Bedeutung der Geste co-expressive, linguistische Segment antizipiert 2)Pre-strokehold (optional): Die räumliche Position und Handhaltung, die nach der Vorbereitungsphase eingenommen und bis zum Strokegehalten wird 3)Stroke(obligatorisch): Der Höhepunkt der Geste („peakofeffortin thegesture“). In dieser Phase wird die Bedeutung der Geste ausgedrückt.Der Stroketritt zeitlich synchron mit dem co-expressiven, linguistischen Element auf.Der Strokeist räumlich i.d.R. auf den zentralen Gestik-Raum beschränkt (begrenzt von Hüfte, Schultern, Arme) 4)Post-strokehold (optional): Die finale Position und Haltung der Hand nach Abschluss des Strokes. Diese Phase kann auftreten, falls ein co-expressiver verbaler Ausdruck zeitlich verzögert kommt. 5)Retraction(optional): Die Rückkehr der Hand zu einer Warteposition.Diese Phase wird oft übersprungen, wenn direkt eine neue Geste initiiert wird
  • Gestik Klassifikationen von Gesten nach McNeill(1992) Sequenzierung einer Geste nach McNeill(1992): 1)Preparation(optional): In dieser Phase wird das mit der Bedeutung der Geste co-expressive, linguistische Segment antizipiert 2)Pre-strokehold (optional): Die räumliche Position und Handhaltung, die nach der Vorbereitungsphase eingenommen und bis zum Strokegehalten wird 3)Stroke(obligatorisch): Der Höhepunkt der Geste („peakofeffortin thegesture“). In dieser Phase wird die Bedeutung der Geste ausgedrückt.Der Stroketritt zeitlich synchron mit dem co-expressiven, linguistischen Element auf.Der Strokeist räumlich i.d.R. auf den zentralen Gestik-Raum beschränkt (begrenzt von Hüfte, Schultern, Arme) 4)Post-strokehold (optional): Die finale Position und Haltung der Hand nach Abschluss des Strokes. Diese Phase kann auftreten, falls ein co-expressiver verbaler Ausdruck zeitlich verzögert kommt. 5)Retraction(optional): Die Rückkehr der Hand zu einer Warteposition.Diese Phase wird oft übersprungen, wenn direkt eine neue Geste initiiert wird.
  • Gestik 2 Die Analyse der Verteilung der vier Gestik-Typen im Gestik-Raumbei der Nacherzählung von Cartoons (McNeill1992) zeigt eine typenspezifische räumliche Clusterung: konische Gesten hauptsächlich im zentralen Gestik-Raum Metaphorische Gesten hauptsächlich im unteren zentralen Gestik-Raum (knapp über Hüfte bis Bauchnabel) Deiktische Gesten primär in der Peripherie (außerhalb des zentralen Gestik-Raums) Rhythmische Gestenoffenbaren einen präferierten individuellen Raum (systematische inter-individuelle Unterschiede mit Bezug auf den Gestik-Raum Aber: McNeillzeigt die Analyse von räumlichen Dichtekarten bei sitzenden Personen. Inwiefern gilt das auch für andere Körperhaltungen (z.B. stehend)?Der Kontext (z.B. Umgebungseigenschaften, Körperhaltung) kann ggf. moderierend wirken… Die zeitliche Bindung von Sprache und Gestik ist tatsächlich sehr unempfindlich gegenüber Versuchen, diese Bindung zu stören Beispiele:DelayedAuditoryFeedback (DAF) erzeugt starke Sprachstörungen (Stottern) bei Normalsprechenden (insb. bei 200ms Verzögerung bei Erwachsenen) aufgrund rhythmischer Inkongruenz zwischen Gesprochenem und Gehörtem (Kaspar & Rübeling, 2011). Sprache und Gestik bleiben aber synchron. Bei Inkompatibilität von Sprache und Gestik wird entweder das Stottern gehemmt (bei Einsetzen eines „gesturestrokes“) oder es wird –falls das Stottern während eines Strokeseinsetzt –die Gestik gestoppt (Mayberry& Jaques, 2000)Personen mit angeborener Blindheit gestikulieren so häufig wie sehende Personen, selbst, wenn sie wissen, dass sie mit einer anderen blinden Person sprechen (Iverson& Goldin-Meadow, 1998).Informationen, die über Gesten geliefert werden, können später vom Empfänger als sprachlich erinnert werden (Cassellet al., 1999) und umgekehrt (Kelly et al., 1999).
  • Körperhaltung-und Bewegung Körperhaltung und -Bewegung sind Teil des nonverbalen Verhaltens und dienen ebenfalls der Übermittlung von BotschaftenEs gibt verschiedene Aspekte: Körperorientierung gegenüber dem Kommunikationspartner in Form des Ausmaßes an Zugewandtheit(Schultern und Beine sind zum Gegenüber gerichtet statt von ihm weg) Offene vs. geschlossene Körperhaltung (beeinflusst ggf. wahrgenommene Offenheit und Überzeugungskraft) Stehend vs. sitzend (indiziert u.a. Höflichkeit) Oberkörper: vor oder zurück gelehnt (regt u.a. Sprach-Output des Gegenübers an) Anpassung an Körperhaltung anderer (signalisiert u.a. Offenheit) vs. Inkongruenz in der Körperhaltung (markiert ggf. Wahrnehmungs-und Einstellungsdifferenzen oder eine distanzierte interpersonelle Beziehung)Wichtig:Körperhaltung und -Bewegung sind insbesondere für die Erkennung von emotionalen Zuständen durch den Betrachter von Bedeutung Emotionserkennung anhand statischer Aufnahmen von Körperhaltungen (Coulson, 2004):Oftmals sind Körperhaltungen ambigue und die Identifikation der korrekten Emotion ist kontextabhängig (u.a. Blickwinkel, kultureller Hintergrund, Gruppenzugehörigkeit) Körperhaltung-und BewegungGeschlechtsspezifische Erkennungsleistungen von Emotionen auf Basis von Bewegung wurde demonstriert (Krüger et al., 2013):Männliche Probanden erkannten glückliche, laufende Frauen schneller und auch häufiger korrekt im Vergleich zu weiblichen ProbandenWeibliche Probanden zeigten tendenziell eine bessere Erkennungsleistung von feindlich-ärgerlicher Bewegung bei Männern als männliche Probanden
  • Mimik Mimik ist vielschichtig und nicht immer eindeutig zu bewertenEs gibt Geschlechtsunterschiede in der Expressivität von Emotionen im Gesicht, z.B. lachen Frauen mehr als Männer laut einer Meta-Analyse von LaFranceet al. (2003) mit 448 Effektgrößen. Der Effekt ist aber eher klein: d= .41
  • Mimik Die Erkennung von Mimik kann beeinflusst, verzerrt oder gestört sein durch Passung zur Körperhaltung (Meeren et al., 2005) Stereotype Vorurteile (Hugenberg& Bodenhausen, 2003):Hellhäutige ProbandInnenmit stark ausgeprägten Vorurteilen gegenüber dunkelhäutigen ProbandInnen(diese seien aggressiv; vgl. Devine, 1989) erkannten länger Feindseligkeit in sich sukzessive verändernden Gesichtern (von aggressiv bis fröhlich), wenn diese dunkelhäutig waren (vs. hellhäutig). Feste Gruppenzugehörigkeit (Hinzman& Kelly, 2013):Hellhäutige ProbandInnensahen bei In-Group-(hellhäutig) und Out-Group-Mitgliedern (dunkelhäutig oder asiatisch) Wut oder Fröhlichkeit, via Körperhaltung ausgedrückt (emotional bodylanguage= EBL). „The task was to identify the race of the face as quickly as possible” (S. 152). Feste Gruppenzugehörigkeit (Hinzman& Kelly, 2013):Hellhäutige ProbandInnensahen bei In-Group-(hellhäutig) und Out-Group-Mitgliedern (dunkelhäutig oder asiatisch) Wut oder Fröhlichkeit, via Körperhaltung ausgedrückt (emotional bodylanguage= EBL). „The task was to identify the race of the face as quickly as possible” (S. 152). Minimal Group (Dunham, 2011):Zeigt sich der Effekt „Outgroup = böse“ auch dann, wenn die Gruppenzugehörigkeit völlig zufällig zustande kommt? Eigene körperliche und/oder geistige Beeinträchtigungen, z.B. -Huntington-Krankheit (de Geldern et al, 2007)-Schizophrenie (Kohler et al., 2003)
  • Blickverhalten Blickverhalten kann ggf. auf bestimmte kognitive Prozesse hindeuten (Blickrichtung)? (vgl. Castrian, 2004)eine deiktische Funktion haben (mit den Blicken auf etwas deuten, was mit Aufmerksamkeit bedacht wurde, wird oder werden sollte)Indikator für den aktuellen Grad der (gewünschten) Intimität sein (Dauer des Blickkontaktes)aktuelles Unbehagen markieren (ausweichende Blicke)die aktuelle kognitive Beanspruchung oder das Arousal-Level indizieren (Pupillendurchmesser)Zustimmung (?) andeuten (Zwinkern)
  • Berührungen Berührungen werden im Modell von McNeill(1992) nicht berücksichtigt, sind aber bedeutsam in der nonverbalen KommunikationEs gibt unterschiedliche Formen von Berührungen: SelbstberührungenRituale (z.B. Hand reichen, „High-Five“)Expliziter inter-personeller Körperkontakt (z.B. bei Politikern als Zeichen des Zusammenhaltes oder bei Fußballspielern als Zeichen für Aggressivität)Beiläufiger inter-personeller Körperkontakt (z.B. Handkontakt bei Rückgabe eines Buches in der Bibliothek: Dieser erhöhte bei Frauen in einer Studie die positive Bewertung der BibliotheksmitarbeiterInnen, des eigenen affektiven Zustandes und der Bibliothek selbst, Fisher, 1976).
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  • Geruch Gerüche können auf verschiedenen Ebenen wirksam werden, u.a. emotionale Ebene, Partnerwahl, Gesundheit, HormonsystemOft entfalten Gerüche ihre Wirksamkeit auch ohne bewusste Wahrnehmung dieserWeibliche Tränen enthalten offenbar ein Chemosignal, das unbewusst die sexuelle Attraktivität von Frauen sowie das sexuelle Arousalbei männlichen Probanden reduzierte (Gelsteinet al., 2011).T-Shirts von den eigenen vs. fremdem Kindern können durch Geschwister und Eltern anhand des Geruchs korrekt diskriminiert werden (Porter & Moore, 1981)Die Erkennungsleistung des Geruchs des Partners schwankt stark zwischen Individuen, jedoch wird unabhängig von der Erkennungsfähigkeit der eigene Duft häufiger als angenehm (Frauen)/unangenehm (Männer) bewertet, der Geruch des Partners aber jeweils häufiger als angenehm (Hold & Schleidt, 1977)Der Geruch von Fisch kann Misstrauen hervorrufen („somethingsmellsfishy“) und Misstrauen fördert die richtige Erkennung von Fischgeruch (Lee & Schwarz, 2012).
  • Äußere Erscheinung und Umgebung Die Äußere Erscheinung ist auch Teil der nonverbalen Kommunikation, wenn auch zeitlich relativ statisch (bis zum nächsten Kleiderwechsel).Wie bei allen nonverbalen Zeichen lässt die äußere Erscheinung u.U. mehrere Interpretation zu Mit der Wahl der Kleidung kann u.a. ausgedrückt werden:Eigene Einstellung zur Wichtigkeit bestimmter Anlässe (Sakko oder Pullover?)Wissen um bestimmten Dress-CodeSignalisieren von Status (besondere Marken, Formen, Farben)UmweltbewusstseinDer Ruf nach AufmerksamkeitSexuelle Motivation (z.B. zeigen von viel Haut, vgl. Grammeret al., 2003)„Bin im Dienst“Zugehörigkeit zu bestimmten GruppenSeriosität Die Äußere Erscheinung ist auch Teil der nonverbalen Kommunikation, wenn auch zeitlich relativ statisch (bis zum nächsten Kleiderwechsel).Auch die Verwendung von Schmuck und bestimmten schmückenden Symbolen (z.B. Tattoos) sind Aspekte nonverbaler KommunikationManchmal ist man sich der Wirkung bestimmter optischer Aspekte u.U. nicht bewusst, z.B. Farbe: Rot macht Frauen für Männer attraktiver (aber nicht intelligenter und sympathischer; Elliott & Niesta, 2008)Die Umgebung, in der Kommunikation stattfindet, kann auch als nonverbales Zeichen bewertet werden, da sie i.d.R. gezielt ausgewählt oder hergestellt werden kann
  • Eye-Tracking Blickbewegungsmessung (eye tracking) = Messung der Blickbewegungen einer Person(oder Tieres) als Indikator für den Aufmerksamkeitsfokus Messprinzip der meisten aktuellen Eye-Tracker (aber es gibt viele Varianten!):  Zwei kleine Kameras registrieren die Pupillenposition von einem oder beidenAugen sowie optional auch die Hornhaut-Reflexion zweier Infrarot-Lichtstrahlenfür eine noch höhere räumliche Genauigkeit Veränderungen der Pupillenposition relativ zur Betrachtungsvorlage (meistMonitor), die auf Kopfbewegungen zurückzuführen sind, werden aus dem Signalherausgerechnet Bei manchen Geräten wird über eine weitere Kamera die Kopfposition erfasst,einige Geräte kompensieren Kopfbewegungen hingegen durch beweglichePupillen-Kameras oder entsprechende Signalverarbeitungssoftware Damit das Aufnahmegerät „weiß“, in welchem räumlichen Verhältnis die Pupillenzur Beobachtungsvorlage (i.d.R. ein Bildschirm) stehen, muss vor der Aufnahmeeine Kalibrierung mit anschließender Validierung durchgeführt werden Geräte, die am Kopf angebracht sind, kompensieren zudem leichtes Verrutschender Apparatur Die aktuellen Eye-Tracker zeichnen mit hoher räumlicher und zeitlicherGenauigkeit (Aufnahmefrequenz bis zu 1000hz) die Blickposition auf (x- und y-Koordinate der Fixation auf der Beobachtungsvorlage) sowie viele weitereParameter, u.a. Start- und Endzeitpunkt der Fixation, aktueller Trial,aufgenommenes Auge, Sakkaden-Beschleunigung etc. Aus Blickbewegungsdaten lassen sich viele AVs generieren:  Sakkadenlänge Fixationsdauer Fixationsanzahl Betrachtungsdauer der Regions of Interest (ROI) Verteilungsstärke der Fixationen Korrelation mit primären Bildeigenschaften Zwischensubjekt-Varianz in den Betrachteten Bildarealen Aktuelle Eye-Tracking Systeme lassen sich unterteilen in mobile Systeme (head-mountedeye tracker), die am Kopf befestigt werden, sowie externe Geräte (remote eyetracker). Beide Systeme haben Vor- und Nachteile.  Head-mounted eye Tracker:  kann bei ebenfalls mobilem Aufzeichnungsrechner (Notebook) auch außerhalbdes Labors genutzt werden und erlaubt die Blickbewegungsmessung unterbesonders ökologisch validen BedingungenDurch Kinn- und Kopfstütze (bei einigen Modellen) oder Kopf-Gurte ist dieBewegung der Probanden u.U. eingeschränktDruckempfindungen durch Kopf-Gurte können als unangenehm empfundenwerden und verkürzen somit die maximal zumutbare UntersuchungszeitAusufernde Bewegungen der Probanden sollten vermieden werden, da dies zuVerrutschen der Messapparatur und damit zu Verzerrungen in derDatenaufzeichnung führen kann  Remote eye Tracker:  Die berührungslose Aufzeichnung beeinträchtigt die VPn u.U. weniger als beihead-mounted Systemen  Der Kopf kann frei bewegt werden, was zu einem realistischeren Sehempfindenführen kann Das System kann nur innerhalb des Labors benutzt werden Obwohl heutige Eye-Tracking Systeme eine größere Aufnahmegenauigkeit als frühereTechniken bieten, gibt es dennoch eine Reihe von „Problemen“, die es bei derDatenauswertung- und Interpretation zu lösen gilt. Dies sind u.a. folgende Fragen:  Wie lang muss eine Fixationsdauer mindestens sein, um eine valide Fixation zurepräsentieren? 100ms? Was bedeutet eine lange oder kurze Fixationsdauer? Langeweile? ErhöhteExplorationsmotivation?  weitere Blickbewegungsparameter notwendig Der Eye-Tracker gibt einen ganz bestimmten Pixel (z.B. mit den Koordinaten349x769) als Fixationsort an, doch wie groß ist das Areal um diesen Pixel herum,welches im Fokus der Aufmerksamkeit stand? Ist die fixierte Stelle die einzige, auf die in diesem Moment die Aufmerksamkeitgerichtet war? Befunde aus der EEG-Forschung legen nahe, dass dies nichtzwingend sein muss, d.h. es können durchaus mehrere (sogar räumlich getrennte)Bildbereiche gleichzeitig mit Aufmerksamkeit bedacht werden (vgl. Müller et al.,2003) Ist die fixierte Stelle überhaupt jene, die im Aufmerksamkeitsfokus ist? Der Eye-Tracker erlaubt nur das Erfassen der beobachtbaren Aufmerksamkeit (overtattention), nicht jedoch der verdeckten Aufmerksamkeit (covert attention) Wie analysiert man z.B., ob die primären Bildeigenschaften (Rot-Grün-Kontrastoder Helligkeitsverteilung der Betrachtungsvorlage) das Blickverhaltenbeeinflusst haben (sog. Bottom-Up-Einfluss) oder ob es eher höherkognitiveFunktionen waren (z.B. das Gedächtnis; sog. Top-Down-Einfluss) Anwendungsbeispiele der Blickbewegungsmessung:  Untersuchung menschlicher visueller Aufmerksamkeit und Wahrnehmung unternatürlichen Bedingungen Analyse des Blickverhaltens von Kraftfahrzeugfahrern Zur Designoptimierung von Mensch-Maschine-Schnittstellen und Internetseiten Im Bereich der Marketingpsychologie zur Optimierung von Packungsdesigns oder derPositionierung von Produkten im Supermarkt Analyse von Lernfortschritten Analyse des Blickverhaltens beim Lesen In Kombination mit EEG-Ableitung zur besseren Artefaktkontrolle und einereindeutigeren Interpretation der EEG-Daten Zur Validierung anderer Methoden (z.B. Methode des Lauten Denkens)
  • Computervermittelte Kommunikation (CvK) Von der face-to-face Kommunikation lässt sich zwischenmenschliche Kommunikation abgrenzen, die über computergestützte Technologien vermittelt wird (CvK) CvK umfasst „jene Kommunikation, „bei der auf Seiten des Senders und des Empfängers einer Botschaft ein Computer zur En-und Dekodierung der Nachricht zum Einsatz kommt (nach Boos et al., 2000)Obwohl CvK ursprünglich primär auf Kommunikation fokussierte, die über das Internet realisiert wird, sind auch andere Kommunikationswege denkbar (z.B. WhatsApp, Twitter) CvK spielt in ganz unterschiedlichen Kontexten eine Rolle, u.a. Im Unternehmenskontext (z.B. Entscheidungsfindung in Kleingruppen)Privatleben (z.B. Pflegen sozialer Kontakte via Facebook, Skype etc.)Pädagogik und pädagogische Psychologie (z.B. E-Learning)Wissenschaft (z.B. Virtuelle Konferenzen, Aufrechterhaltung von Forschungskooperationen)Gesundheitswesen (z.B. Online-Psychotherapie)
  • Unterscheidungskriterien der CvK Computer vermittelten Kommunikation Formen der CvK können unterschieden werden bzgl. 1)Anzahl und Güte beteiligter SinneskanäleEs geht hier um die Frage, welche Sinnesmodalitäten bei der CvK beteiligt sind. Je mehr Sinneskanäle von einem Medium angesprochen werden, desto größer das immersivePotential (Immersion = Eintauchen) des Mediums 2)Kommunikation ist zeitlich synchron vs. asynchronBei asynchroner Kommunikation gibt es eine (deutliche) zeitliche Verzögerung zwischen dem Aussenden einer Mitteilung und der Antwort auf diese.Eine eindeutige Einordnung unterschiedlicher Kommunikationstechnologien in synchrone und asynchrone Verfahren ist jedoch nicht möglich. Die Grenze zwischen beiden Gruppen ist fließend und hängt von der jeweiligen Art der Nutzung ab. 3)Anzahl der Adressaten/Empfänger von MitteilungenEs gibt one-to-oneCvK(ein Sender, ein Empfänger, z.B. per Email),one-to-many(ein Sender, viele Empfänger, z.B. Internet-Forum) undmany-to-many(viele Sender und Empfänger, z.B. Video-Konferenz