92
Sozialpsychologie (Fach) / Beide Semester (Lektion)
Uni Jena 2018 beide Semester, nicht vollständig und von mir ^^
Viel Spaß!
Diese Lektion wurde von PsychoStudyKo erstellt.
Anzeige
- Wann führt Kontakt nicht zu einer Reduktion von Vorurteilen? bei seltenem Kontakt bei bedrohlichem Kontakt bei Angst auslösenden Kontakt
- Was lässt sich zur Generalisierung von Kontakterlebnissen sagen? über verschiedene Kontexte: früher weniger als heute (Gleichheit erfährt normative Unterstützung) auf gesamte Fremdgruppe: nur wenn 1.) Kontakt mit prototypischem Mitglied der Fremdgruppe (oder) 2.) Kategorisierung in Eigen- und Fremdgruppe salient ist auf andere Fremdgruppe: Enge Freundschaften führen zu 1.) erhöhtem Hilfeverhalten neuen Fremdgruppen gegenüber 2.) verringert generell Vorurteile über verschiedene Maße: - Kontakt reduziert negative Bewertungen und erhöht positive Emotionen (kognitiv und emotional) - Stereotype werden weniger verändert
- Welche psychologischen Prozesse beeinflussen den Kontakt zwischen Eigen- und Fremdgruppe? Neues über eine Fremdgruppe lernen -> Veränderung von Stereotypen durch Falsifikation; führt allerdings eher zu Subtyping (Untergruppenbildung) anstatt zum Subgrouping (Erhöhung der Variabilität des Stereotyps) Verändertes Verhalten Affektive Bindungen aufbauen -> wiederholter Kontakt verringert Angst; Feste Freundschaften erhöhen Vertrauen und positive Erwartungen; Indirekte Freundschaften verringern auch Vorurteile Deprovinzialiserung -> Neubewertung der Eigengruppe; Verringerung Ethnozentrismus; Aufbau Perspektivübernahme und Empathie
- Was sind negative Kontaktbedingungen? - seltener Kontakt führt eher zur Bestätigung von Vorurteilen - Kontakt, der durch Bedrohung und Angst ausgezeichnet ist - Bedrohung führt zu Angst und diese zu Vermeidungsverhalten (Verringerung der Kontaktfrequenz
- Wie entsteht ein Gefühl von Bedrohung? - Realistische Konflikte um Ressourcen - Insbesondere unteilbare Ressourcen erschweren mögliche Kompromisse. - Symbolische Bedrohung - Misstrauen gegenüber Fremdgruppen - Reinterpretation vorhandener Stereotype
- Wie wirkt sich Bedrohung aus? - Schematische Interpretation von Fremdgruppen („Kritik an uns ist durch Vorurteile determiniert“) - Fremdgruppen werden als homogenerwahrgenommen (negative Erfahrungengeneralisieren) - Geringere Neigung mögliche Kompromisse zu akzeptieren (Reduktion von Vertrauen) - Unterstützung extremer politischer Maßnahmen.
- Was ist ein Attributionsfehler? Eine von logischen Attributionstheorien abweichende Zuschreibung von Ursachen
- Welche Attributionsfehler gibt es? - Fundamentale Attributionsfehler - Akteur-Beobachter-Divergenz - Selbstwertdienliche Attributionsmuster
- Wie wird der fundamentale Attributionsfehler auch genannt? - Konsensus-Unterschätzung - Korrespondenzverzerrung - Personalismus
- Was bezeichnet die Akteur-Beobachter Divergenz? - Akteur betont situative Faktoren (vernachlässigt dispositionale) - Beobachter betont dispositionale Faktoren (vernachlässigt situative)
- Anzeige
- Was sind Quellen der Verzerrung bei Attributionen? Motivationale Faktoren: - Bei hoher Relevanz (z.B. Selbstbezug) - Wenn negative oder positive Konsequenzen folgen Kognitive Faktoren: - Welche Informationen stehen dem Beurteiler zur Verfügung (bzw. welche werden einbezogen)?
- Wie lässt sich die Beobachter-Akteur Divergenz erklären? Wahrnehmungsfokus: Beobachter konzentrieren sich auf den Akteur, wogegen der Akteur sich auf die Umwelt konzentriert. Selbstwissen: Akteure wissen mehr über sich und die situativen Anforderungen als Beobachterwissen können. Unterschiedliche Ziele: Akteure verfolgeninstrumentelle Ziele, wogegen Beobachter Information zur Vorhersage künftiger Verhaltensweisen durch den Akteur suchen.
- Was sind selbstwertdienliche Verzerrungen und wie kommen sie zustande? Attributionen, die den Selbstwert erhalten oder verbessern - Eigene Erfolge werden dispositional und eigene Misserfolge situativ attribuiert. - Self-Handicapping: Man stellt plausible externale Gründe her, die eigenes Versagen im Voraus erklären können.
- Welche Grundannahmen liegen Heiders naiver Handlungsanalyse zugrunde? - Verhalten drückt Invarianzen aus (wahrer Charakter eines Menschen drückt sich in seinem Verhalten aus) - Attribution erschließt Invarianz aus Verhalten - Attribution ist eine vitale Fähigkeit (vereinfacht Organisation von Informationen in einem Konstrukt) - Attributionen sind nicht notwendig bewusst - Attribution ist eine Form der Kausalanalyse
- Was bezeichnet sozialer Konsensus? Verhaltensweisen, die wenig sozial erwünscht sind, werden eher dispositional attribuiert. Verhaltensweisen, die sozial erwünscht sind, können nicht eindeutig auf Dispositionen sondern können genauso gut auf die Situation attribuiert werden.
- Beschreibe Kelleys Attributionstheorie? Kovariationsprinzip: Attribution auf der Basis der wahrgenommenen Kovariation zwischen dem beobachteten Effekt und seinen möglichen Ursachen (mehrere Beobachtungen). Einfluss dreier unabhängiger Variablen - Person: Konsistenzinformationen - Umwelt: Konsensusinformationen - fokale Stimulus: Distinkheit Konfigurationsprinzip: Attribution auf der Basis von nur einer Beobachtung (Verwendung von Kausalschemata).
- Was sind Beispiele für das Kovarianzprinzip? Dispositionale Attribution: Hohe Konsistenz, geringer Konsens, geringe Distinktheit Situative Attribution (uneindeutig): niedrige Konsistenz, hoher Konses, hohe Distinkheit Stimulusattribution: hohe Konsistenz, hoher Konsens, hohe Distinktheit
- Was ist das Konfigurationsmodell? Bei einmaliger Beobachtungen müssen zusätzliche Annahmen zur Ursachenerklärung getroffen werden: Multiple hinreichende Ursachen - verschiedene Ursachen liegen vor - Abwertungsprinzip: einige Ursachen werden abgewertet, wenn andere plausible Ursachen zur Verfügung stehen - Aufwertungsprinzip: Tritt ein Effekt trotz hemmender Wirkung auf, so werden Ursachen zur Erklärung herangezogen Multiple notwendige Ursachen - verschiedene Ursachen müssen gemeinsam auftreten um den Effekt zu produzieren (Teil der Attributionstheorie nach Kelley)
- Was sind Grundannahmen empirischer Wissenschaft? - Determinismus (Regelhaftigkeit) - Empirismus (Beobachtbarkeit) - Überprüfbarkeit (Discovery vs. Justification)
- Was bedroht die interne Validität? Zeit- und Alterseffekte Praxiseffekte Test-Effekte Selektionseffekte Regression zur Mitte (Kontrollgruppendesign um interne Validität zu gewährleisten)
- Was sind Stereotype? Mentale Struktueren, die Wissen in Themenbereiche und Kategorien aufteilt: z.B. Wissen über Personen, Gruppen, Rollen, das Selbst und Situationen -> sie beeinflussen Denken, Wahrnehmung und Gedächtnis
- Was sind Vorurteile? Eine positive oder negative Bewertung einer sozialen Gruppe und ihrer Mitglieder
- Wie Entstehen Stereotype? Ist Gruppe A größer als Gruppe B und zeigt absolut gesehen mehr positives Verhalten, dann wird - obwohl Gruppe B relativ gesehen mehr positives Verhalten zeigt - Gruppe A als positiver wahrgenommen. - negatives Verhalten von Gruppe A wird unterschätzt - negatives Verhalten von Gruppe B wird überschätzt
- Wie lassen sich nach Rothbart Schemata verändern? Bookkeeping - Graduelle Veränderung durch inkonsistente Informationen Conversion - schlagartige Veränderung durch inkonsistente Informationen Subtyping - Formierung von Subkategorien, denen inkonsistente Informationen zugeordnet werden
- Was sind Determinanten des Kategoriegebrauchs? In welcher Theorie spielen sie eine wichtige Rolle? Passung der Kategorien - strukturelle Passung (comparative fit) - inhaltliche Passung (normative fit) Accessibility - Verfügbarkeit - Aktivierbarkeit von Kategorien Salienz: innerhalb der Theorie der sozialen Identität
- Was besagt die Social Impact Theory? Einfluss ist eine multiplikative Funktion aus. - Kraft (Status, Macht) - Nähe (räumlich, zeitlich) zur Einflussquelle - Größe der Einflussgruppe (geringerer Einfluss von Minoritäten) (Latané)
- Was besagt die Konversionstheorie von Moscovici? Konversion (Einstellungsänderung) wird durch folgende Faktoren erreicht: - konsistenter Verhaltensstil der Minderheit - synchron: Einigkeit der Minderheitsmitglieder (Problem: Der eine Schwarze, der denkt, dass Rassismus kein Problem mehr sei) - diachron: Konsistenz über Zeitpunkte und Gelegenheiten Folgen daraus sind: - kognitiver Konflikt (Betrachtung des Inhalts und der Argumentqualität) - Attribtion von Sicherheit und Überzeugung
- Wie unterscheiden sich Mehrheits- und Minderheitseinfluss in der Konversionstheorie? Minderheitseinfluss Frage: "Was ist richtig?" -> damit tritt inhalticher Konflikt in den Vordergrund Folge: ausführliches Nachdenken über Position der Minderheit, potentiell Einstellungsänderung (Konversion) Mehrheitseinfluss Frage: "Wer hat Recht?" -> sozialer Konflikt tritt in den Vordergrund Folge: kein inhaltliches Nachdenken, sondern Nachgeben (Compliance) Compliance ist keine Konversion.
- Was ist die Theory des überlegten Handelns? Erwartung mal Wert Theorie: Erwartung eines Ergebnisses X Wert des Ergebnisses = Einstellung Erwartete Reaktion anderer X Wert diesen Reaktionen zu folgen = subjektive Norm Durch die relative Wichtigkeit der Einstellung und normativer Überlegungen ergibt sich die Intention / Absicht -> liegt keine vollständige Verhaltenskontrolle vor, dann ist die Theorie des geplanten Verhaltens besser
- Was ist die Theorie des geplanten Verhaltens Eine Erweiterung der Theorie des überlegten Handelns: Einstellung und subjektive Norm bilden die Verhaltensintention aus. Dies wird erweitert durch die wahrgenommene Kontrolle: - subjektive Kontrolle (trägt zur Vorhersage der Verhaltensintention bei) - tatsächliche Kontrollle (trägt zur Vorhersage des Verhaltens bei)
- Anzeige
- Welche experimentellen Voraussetzungen gibt es für kognitive Dissonanz? - Verhalten muss relevant für Selbst sein (Inhaltsbereich ist bedeutsam) - Wahlfreiheit (sonst externe Rechtfertigung - z.B. Teilnahmezwang) - negative Konsequenzen bei Teilnahme (langweiliger Aufgaben - nur wenn Probanden dachten, sie hätten die andere Person überzeugt, kommt es zu Dissonanz) - Das Individuum muss Arousal erleben und auf die Handlung attribuieren
- Was besagt die selective exposure hypothesis von Frey? Menschen sind bemüht, dissonante Informationen zu vermeiden, außer wenn - sie starke Einstellungen haben und auf diese Weise gegen dissonante Informationen argumentieren können - die Einstellung "auf schwachen Füßen stehen" und es deshalb langfristig besser ist, die Wahrheit herauszufinden (d.h. bestehende Einstellungen zu ändern)
- Wie erklärt die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts das Auftreten von Feinseligkeit zwischen Gruppen? Interdependenzstruktur - negative Interdependenz (nicht vereinbare Ziele) führt zu Konflikt Konflikt führt zur Wahrnehmung von Bedrohung negative Interdependenz führt zu - höheren Identifikation mit der Eigengruppe - erhöhte Konformität mit der Eigengruppe - erhöhter Gehorsam gegenüber Normen & Regeln - positiveren Einstellung gegenüber Eigengruppe, negativere Einstellung gegenüber Fremdgruppe Bedrohung fürht zu -Solidarität in der Eigengruppe - Erhöhte Bedeutung der Identifikation mit der eigenen Gruppe - Verfestigte Gruppengrenzen - Erhöhte Bereitschaft für Strafen und die Ausgrenzung von abtrünnigen Personen -> und somit zu Ethnozentrismus
- Wie erklärt das Eigengrupppenprojektionsmodell die Entstehung von Wertschätzung (Toleranz) von Fremdgruppen und deren Abwertung? Abwertung: - Zuordnung innerhalb einer übergeordneten Gruppe - Eigentlich werden die Eigenschaften der Eigengruppe auf die übergeordnete Gruppe projiziert - Doppelte Identifikation (auch Identifikation mit übergeordneter Gruppe) verstärkt den Effekt. - durch jeweilige Eigengruppenprojektion kommt es zur Perspektivendivergenz -> diese führt zu Konflikt Toleranz: - Fremdgruppe und Eigengruppe sind nicht Teil einer übergeordneten Gruppe - Wenn die übergeordnete Gruppe komplexer ist, dann lässt sie mehr Raum für die Prototypikalität der Fremdgruppe.
- Was ist sozial an sozialer Kognition? - Objekte der sozialen Kognition sind sozial - resultiert und basiert auf sozialer Interaktion - wird "sozial geteilt" von verschiedenen Mitlgliedern sozialer Gruppen
- Wie ist die Frustrations-Aggressions-Hypothese formuliert? Was sind ihre Varianten? ursprünglich: -> Frustration führt immer zu Aggression und jeder Aggression geht eine Frustration voraus revidierte Formulierung: -> Frustration erhöht die Wahrscheinlichkeit für Frustration Varianten - displaced (verdrängte) Aggression - triggered displaced (ausgelöste verdrängte) Aggression
- Durch welche Einflüsse kommt durch Majoritäten zu Konformität? normativer Einfluss -> Einfluss beruht auf dem Bedürfnis von anderen Menschen akzeptiert zu werden informativer Einfluss -> höhere Gewichtung des Informationswertes, da dieser auf der Meinung vieler Personen beruht (höhere Gewichtung vieler Meinung gegenüber einer individuellen Meinung)
- Was besagt das 3-Komponenten-Modell der Einstellung? Einstellung bestehend aus: - kognitiver Komponente: Überzeugungen, Meinungen und Vorstellungen gegenüber dem Einstellungsobjekt - affektive Komponente: Zu- oder Abneigung, pos. oder neg. - konative Komponente: Verhaltensabsichten und Handlungstendenzen gegenüber dem Einstellungsobjekt
- Wie entstehen Intergruppenkonflikte? (3 Modelle) Eigengruppenprojektionsmodell -> Perspektivendivergenz durch relative Prototypikalität (führt zu Diskriminierung) Theorie der sozialen Identität -> Minimales Gruppenparadigma, bemüht um positive Distinktheit (hierzu gehören auch Maximierung der Unterschiede zwischen Gruppen, Minimierung der Unterschiede innerhalb der Gruppe, Abhängi von der Salienz) -> es kommt zum sozialen Vergleich und zu verschiedenen Identitätsmanagement-Strategien (bei Impermeabilität, Illegitimität und stabiler Statusrelation kommt es zum Fremdgruppenantagonismus -> ansonsten andere Strategieanstrebung) Realistischer Gruppenkonflikt -> Konflikt um reale Ressourcen, bei negativer Interdependenz kommt es zu Konflikt und Abwertung der anderen Gruppe
- Durch welche psychologischen Prozesse können Vorurteile zwischen Gruppen abgebaut werden? - Deprovinzialisierung -> Neubewertung der EG (verringert Ethnozentrismus) - affektive Bindungen -> z.B. Freundschaften (selbst indirekter Effekt) - verändertes Verhalten -> dieses kann Einstellungen voran gehen - etwas neues über die Fremdgruppe lernen -> verändert Stereotype (durch Falsifikation), kann zu positiverer Bewertung beitragen
- Was lässt sich zur Beeinflussung von Leistung durch die Anwesenheit anderer sagen? Bei leichten Aufgaben fördernd: Anwesenheit steigert Erregungsniveau Bei schweren Aufgaben hindernd: Erhöhtes Erregungsniveau sorgt dafür, dass dominante Verhaltensweisen ausgeführt wird. Diese sind allerdings hinderlich bei schweren Aufgaben.
- Was ist notwendig, damit Intergruppenkontakt positiv ausfällt? - Kooperation - gemeinsame Ziele und Status - bedrohungs- und angstfreier Kontakt - regelmäßiger Kontakt