9

Testtheorie und Testkonstruktion (Fach) / Gütekriterien 2 (Lektion)

Inhalts-,Konstrukt- und Kriteriumsvalidität

Diese Lektion wurde von malinpaschen erstellt.

Lektion lernen

  • Inhaltsvalidität = Systematischer Nachweis, dass die Items den vorab genau abgegrenzten Gegenstandsbereich (das Merkmal) adäquat repräsentieren und daher ein Schluss vom Test auf den gesamten Gegenstandsbereich möglich ist. Häufig wird zudem gefordert, dass das Testverhalten dem zu erfassenden Verhalten direkt entspricht.  Variante I:Vor der Testung ist das Universum (Population) aller Items festzulegen, die das Merkmal erfassen  (d.h. es ist anzugeben, worin die Items konstant sind und worin sie variieren oder die Items sind vollständig aufzuzählen) und dann eine Regel festzulegen, nach der die Items für den Test aus dem Universum ausgewählt und konstruiert werden. Variante II:Das Itemuniversum ist nicht so formal abgegrenzt und/oder es existieren keine expliziten Regeln zur Itemauswahl und/oder ‐konstruktion.
  • Kriteriumsvalidität = Bestimmung des Zusammenhangs der Testleitung mit einem Außenkriterium, dass der Test vorhersagen will. gegliedert in Vorhersagevalidität, Übereinstimmungsvalidität erfasst in dem Validitätskoeffizienten
  • Inkrementelle Validität Darunter versteht man den Validitätszuwachs den ein Verfahren z über ein anderes Verfahren x hinaus erbringt. 
  • Differentielle Validität liegt vor, wenn die Höhe der Validität in Abhängigkeit von einer anderen Variablen z (bezeichnet als Moderatorvariable, prüfbar ebenfalls über multiple Regression) unterschiedlich ausfällt. z.B. ist die prognostische Validität von Intelligenztests höher, wenn die Jobs komplexere Anforderungen stellen
  • Konstruktvalidität Es werden theoretisch abgeleitete Vorhersagen aufgestellt, wie das zu erfassende Konstrukt mit anderen Variablen (Beobachtungen) in Beziehung steht („nomological network“).  Vorhersagen können dann unterschieden werden: ein (positiver oder negativer) Zusammenhang bestehen sollte; falls sich dies bestätigt wird auch von konvergenter Validität gesprochen. kein (oder ein geringer) Zusammenhang bestehen sollte; falls sich dies bestätigt wird auch von diskriminanter Validität gesprochen. Diskriminante Validität ist also gegeben, wenn z.B. die Korrelation mit der Variablen nahe Null ist. Prüfung durch Faktorvalidität und MTMM Matrix bzw. Strukturgleichungsmodell
  • Güte der Validität Reliabilität des Tests  Art der Validitätsbestimmung und der zu beachtenden Einflussgrößen (Varianzeinschränkung) Heterogenität der Stichproben und der Population in den Validierungsstudien in Bezug auf das Merkmal Rel und Val der Außenvariable, mit denen man Zusammenhänge untersucht Ob die Quellen deren Zusammenhänge man untersucht identisch sind (single-source) mit meist höheren Zusammenhängen, oder nicht..  Dem Zweck. Will man Entscheidungen über Einzelpersonen treffen, so muss die Validität höher sein als wenn man z.B. einen korrelativen Zusammenhang im Rahmen der Forschung untersucht. Den Alternativen
  • Nebengütekriterien 1. Normierung --> Interpretation von Testwerten 2. Testökonomie 3. Kriterien: kurze Durchführungszeit, geringe Kosten der testung, einfach zu handhaben, als Gruppentest anwendbar, leicht auszuwerten 4. Nützlichkeit —> Es besteht praktisches Bedürfnis nach diesem Test, d.h. er wird benötigt und es existiert keine bessere Alternative 5. Nutzen —> Wie kann eine optimale Entscheidung getroffen werden (hinsichtlich eines Kriteriums) 6. Fairness —> Urteil darüber, ob Pbn mit verschiedener Gruppenzugehörigkeit durch eine Testung bzw. die damit verbundenen Entscheidungen gerecht behandelt werden 7. Fehlen von Testbias —> Ein Test weist dann einen Bias auf, wenn er das zu erhebende Merkmal für Pbn, die einer bestimmten Gruppe zugehören, systematisch über‐ oder unterschätzt. 8. Zumutbarkeit, Unverfälschbarkeit
  • Prognostische Validität Man erhebt an einer Stichprobe der Zielgruppe zunächst den Test und dann zeitlich später das Kriterium und berechnet zwischen den Testwerten und den Kriteriumswerten die Produkt‐Moment Korrelation. Die prognostische Validität fällt u. a. geringer aus, wenn der Test oder/und das Kriterium unreliabel sind, wenn Varianzeinschränkungen im Test oder/und im Kriterium vorliegen und wenn das Kriterium invalide ist.
  • Varianzeinschränkung Unter Varianzeinschränkung versteht man die Verminderung der Varianz einer Stichprobe in den Test‐ oder/und den Kriteriumswerten durch Selektionseffekte. Varianzeinschränkung führt zu einer Verringerung der Korrelation zwischen Test und Kriterium.
Anzeige