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Quantitative und Qualitative Bildungsforschung (Fach) / Bildungsbericht (Lektion)

Bildungsbericht

Diese Lektion wurde von NCA2011 erstellt.

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  • 01. Bildungsbericht * erscheint alle zwei Jahre (7. Auflage in 2018) * umfassende und empirisch fundierte Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens * Perspektive: Bildung im Lebenslauf ( frühe Bildung, Betreuung und Erziehung, Schule,     Ausbildung, Hochschullaufbahn, Weiterbildungen und Fortbildungen im Erwachsenenalter) * führt die Berichterstattung früherer Berichte fort und präsentiert zugleich neue Indikatoren * Schwerpunktkapitel (Wirkungen und Erträge von Bildung) * richtet sich an alle Beteiligten des dt. Bildungswesens in Politik, Verwaltung und Praxis    sowie an die interessierte Öffentlichkeit * rückt bundesweite Trends und Entwicklungen in den Vordergrund * liefert Informationen zum Bildungssystem  * bietet Grundlagen für bildungspolitische Diskussionen in der Öffentlichkeit
  • 02. Konzeptionelle Grundlagen Der Bericht orientiert sich an einem Bildungsverständnis, dessen Ziele in folgenden Dimensionen Ausdruck finden:       * individuelle Regulationsfähigkeit          Fähigkeit die eigene Biografie, das Verhältnis zur Umwelt und das Leben in der                     Gemeinschaft selbstständig zu planen und zu gestalten       * gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit          Entgegenwirkung der systematischen Benachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft,            des Geschlechts oder anderer Merkmale       * Humanressourcen          Sicherstellung und Weiterentwicklung des quantitativen und qualitativen               Arbeitskräftevolumens sowie die Vermittlung von Kompetenzen, die den Menschen eine          ihren Neigungen und Föhigkeiten entsprechende Erwerbsarbeit ermöglichen. * Leitidee "Bildung im Lebenslauf" = Erfassung des Umfangs und der Qualität der    institutionellen Angebote sowie deren Nutzung durch die Individuen * Indikatorengestützte Bildungsberichterstattung über alle Bildungsbereiche  * Problemorientierte und analytische Bildungsberichterstattung, da sie sich auf Indikatoren    und empirisch belastbare Daten bezieht    Problemorientierung = es wird versucht jene Stellen und Entwicklungen im Bildungswesen      aufzuzeigen, die für Politik und Öffentlichkeit von besonderem Interesse sind und auch auf      Handlungsbedarfe im Einzelfall hinweisen. Aufgabe ist es Problemlagen und aktuelle sowie      künftige Herausforderungen aufzuzeigen, nicht aber politische Empfehlungen im einzelnen      abzugeben.    
  • 03. Struktur * erscheint alle 2 Jahre (2018 - 7. Auflage) * Fortschreibungscharakter -> nimmt die konzeptionellen Überlegungen der    vorangegangenen Berichte auf, folgt weitgehend dem Aufbau der Berichte, sichert Kontinuität     über zumeist gleiche Indikatorenbezeichnungen und greift eine Vielzahl von Darstellungen in    Fortführung wieder auf * Schwerpunktthema als Bestandteil eines jeden Bildungsberichts * Neuigkeitswert durch Veränderung des Schwerpunktthemas / in Form neuer Indikatoren
  • 04. Forschungs- und Entwicklungsaufgaben im Zusammenhang mit der Bildungsberichterstattung * Weiterarbeit an den konzeptionellen und empirischen Grundlagen stellt eine notwendige    Bedingung dar, um die Qualität der Berichte zu sichern * typische Bildungsverläufe, Risikofaktoren und Gelingensbedingungen erfolgreicher Bildungs-    prozesse müssen klar und deutlich "nachgezeichnet" werden, um noch präzisere Aussagen     über Bildungsergebnisse und -erträge treffen zu können
  • 05. Wichtige Ergebnisse im Überblick * benennt alle 2 Jahre Stand und Entwicklungsperspektiven in den verschiedenen    Bereichen des Bildungssystems * von der frühen Bildung bis hin zur Weiterbildung werden indikatorengestützt die    Bildungsvoraussetzungen, Bildungswege und Bildungsergebnisse von Kindern,   Jugendlichen  und Erwachsenen analysiert und mit Daten zu Qualitätsmerkmalen von   Bildungsistitutionen sowie weiteren Kontextinformationen zusammengebracht   * mit seiner empirischen Bestandsaufnahme der verfügbaren repräsentativen und    fortschreibbaren Daten aus amtlichen Quellen sowie sozialwissenschaftlichen Erhebungen    dokumentiert der 7. Bildungsbericht bereichsübergreifend die Entwicklung des    Bildungssystems in den vergangenen Jahren, um aktuelle Diskussionsgrundlagen für    Bildungspolitik und Öffentlichkeit zu schaffen.
  • 07. Bereichsübergreifende Grundinformation * Weiter steigende Bildungsbeteiligung    Grund: steigende Geburtenahlen, vermehrte Zuzüge, frühere Bildungsbeteiligung, Trend zur    Höherqualifizierung * Steigender Personalbedarf aufgrund der steigenden Zahl der Bildungsteilnehmer    sowie der Altersstruktur des Personals * soziale Disparitäten im Bildungsbereich sind unverändert stark ausgeprägt    Kinder aus Haushalten mit hohem Bildungsstand besuchen häufiger allgemeinbildende            Schulen (76%), die zu einer Hochschulreife führen, als Kinder aus Haushalten mit                    niedrigerem Bildungsstand (54%)    16- bis unter 30-jährige mit Migrationshintergrund besuchen seltener eine Hochschule            (15%) als gleichaltrige ohne Migrationshintergrund (18%)
  • 06. Rahmenbedingungen für Bildung * Geburtenanstieg o   Ausbau der frühen Bildungsangebote und Anpassung der Bedarfe in den andern Bildungs-        bereichen     (sinkender Bevölkerungsanteil von Familien m. Kindern trotz Geburtenanstieg (steigende        Lebenserwartung, alternde Gesellschaft)   * weitere Zunahme der Erwerbstätigkeit von Müttern o    „Alleinverdienermodell“ ist nur noch in jeder fünften Familie anzutreffen o    Beinahe ebenso häufig ist die Vollzeiterwerbstätigkeit beider Partner o    in ca. 50% der Paarfamilien ist der Mann in Vollzeit und die Frau in Teilzeit erwerbstätig o    setzt sich der Trend der zunehmenden Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens bei               Müttern fort, ist mit einem weiter steigenden Betreuungsbedarf zu rechnen * Anteil der Kinder, die in bildungsbezogenen Risikolagen aufwachsen, verringert          sich weiter, trotzdem ist jeder vierte Minderjährige betroffen
  • 08. Frühe Bildung, Betreuung und Erziehung Im ersten Lebensjahr von Kindern deutlicher Rückgang der Müttererwerbstätigkeit    seit Einführung des Elterngeld o Familiengeprägte Phase, Erhöhung der zeitlichen Ressourcen der Mutter o Keine wesentliche Veränderung im Hinblick auf die Erwerbstätigkeit der Väter, da                    hauptsächlich Mütter Elterngeld in Anspruch nehmen (91% aller Elterngeldmonate in              2014) Ausbau der Kindertagesbetreuung setzt sich weiter fort und wird auch zukünftig      notwendig sein o zwischen 2015 und 2015 steig die Anzahl der betreuten unter 3-jährigen um 70.000 auf          insgesamt 760.000 Kinder. Die Zahl der betreuten Kinder zwischen 3 Jahren und dem              Schuleintritt erhöhte sich um 80.000 Kinder, sodass im Jahr 2017 fast 2,4 Millionen                Kinder ein Angebot der frühen Bildung besuchen o Bildungsbeteiligung -> U3 = 33% / 3-6-Jährige = 94 % Seit Anfang 2018 werden in mittlerweile 11 Bundesländern teilweise oder                  vollständige Elternbeitragsbefreiungen für bestimmte Altersjahrgänge oder                Betreuungsumfänge gewährt Anhaltender Anstieg der Kinder in der Kindertagesbetreuung, die in der Familie         vorrangig nicht Deutsch sprechen o 2006 = 363.000 Kinder, 2017 = 553.000 Kinder o Überdurchschnittlich hoher Zuwachs zwischen 2015 und 2017, der darauf hindeutet, dass        vielfach Kinder aus schutz- und asylsuchenden Familien in die Kindertagesbetreuung              aufgenommen wurden Ungebrochener Personalzuwachs in der Kindertagesbetreuung o ­mehr als 600.000 Beschäftigte   Bis 2025 hoher Bedarf an zusätzlichen Fachkräften in der Kindertagesbetreuung zu erwarten o Grund: Geburtenanstieg, Zuwanderung, nicht erfüllte Elternwünsche, personeller                    Ersatzbedarf o Mindestpersonalbedarf von etwa 313.000 Fachkräften o die im gleichen Zeitraum zu erwartenden neu Ausgebildeten können den Bedarf nicht              ausreichend decken o somit ist mit einer Personallücke von 39.000 Fachkräften zu rechnen   Angestrebte Qualitätsverbesserungen erfordern hohe zusätzliche Anstrengungen der Fachkräfte o sollten weitere Qualitätsverbesserungen realisiert werden, kann darüberhinausgehender Personalbedarf von bis zu 270.000 Fachkräften entstehen   Weiterhin keine Verbesserung oder Verschlechterungen des Personalschlüssels in Kindertageseinrichtungen, aber Zunahme der betreuten Kinder pro Kindertagespflegeperson erkennbar o U3 = 1 zu 4 o deutliche Veränderung in der Tagespflege: im Schnitt werden 3,7 Kinder unter 3 von einer      Tagespflegeperson betreut. o deutliche Länderunterschiede   Rückgang der direkten Einschulungen in die Förderschule seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention o Deutschlandweit werden 21.700 Kinder nicht direkt in eine Regelschule eingeschult o starke Länderunterschiede (0,5% Bermen zu 4,2 % BaWü)   Geschlechterunterschiede bei der firstgerechten Einschulung o Mädchen werden häufiger vorzeitig eingeschult als Jungen (3,3 % gegenüber 2,1%) o in den verspäteten Einschulungen sind mehr Jungen betroffen als Mädchen (9,6 %                  gegenüber 6,2%) o Anteil der 6-jährigen, die bereits die Schule besuchen liegt bei Mädchen mit 65% höher als      bei Jungen mit 59%. Auch der Anteil direkter Einschulungen in die Förderschule ist bei            Jungen mit 4% höher als bei Mädchen mit 2%  
  • 09. Schwerpunktthema: Wirkungen und Erträge von Bildung Frauen mit Kindern seltener erwerbstätig – Müttererwerbstätigkeit durch Ausbau der Kindertagesbetreuung verbessert Besserer Kompetenzentwicklung durch Kindertagesbetreuung o Kinder, die frühzeitig Kindertagesbetreuung in Anspruch nehmen, erreichen im Grundschulalter    höhere Mathematik- und Lesekompetenzen sowie Schulnoten als Gleichaltrige, die später in        die außerfamiliäre Betreuung gehen. o  Türkische Kinder können zudem durch frühe Kindertagesbetreuung ihren deutschen                   Wortschatz verbessern
  • 10. Personalentwicklung und Personalausbau o zentraler Faktor für ein leistungsfähiges Bildungssystem ist eine ausreichende Anzahl an          Fachkräften, die die hohen Ansprüche und Erwartungen erfüllen können o intensive Förderung und breite Unterstützung des pädagogischen Personals ist hierzu              notwendig o wichtig sind kontinuierliche und qualifizierte Fort-und Weiterbildungen o pädagogisches Personal muss auf heterogene Ausgangslagen reagieren können o ohne entsprechende Investitionen wird es nur schwer gelingen die aktuellen Anforderungen      erfolgreich bewältigen zu können o in einzelnen Bereichen werden in den nächsten Jahren große Teile des Personals                      altersbedingt ersetzt werden müssen o Fachkräfte werden schwer zu finden sein. Das liegt nicht nur an dem notwendigen Ausbau        der Ausbildungskapazitäten, sondern auch daran, dass der Bildungssektor bei seiner              Personalrekrutierung im Wettbewerb mit anderen Beschäftigungsfeldern steht o der gezielte Ausbau der Ausbildungskapazitäten kann dazu beitragen, Personalengpässen        entgegenzuwirken o Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger können aufgrund ihrer Erfahrungen eine Bereicherung    darstellen o Qualitätsanforderungen an das Personal dürfen im Gesamten aber nicht abgesenkt werden o angemessene Formen der Einstiegsqualifikation und der begleitenden Förderung und              Unterstützung sind notwendig
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  • 11. Bildungsbericht 2018, Teil C * Frühe Bildung, Betreuung und Erziehung hat in diesem Jahrhundert eine sehr hohe      Aufmerksamkeit in Politik, Öffentlichkeit und Wissenschaft erfahren    o  Gründe: Neuakzentuierung der ersten Lebensjahre als Bildungszeit und besserer Ausbau der        Betreuung mit dem Ziel der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf    o Erwartungen, dass durch institutionelle Angebote herkunftsbedingte Ungleichheiten                     abgemildert und alle Kinder bestmöglich gefördert werden können * U3-Angebote wurden stark ausgebaut und von Eltern häufig nachgefragt * aktuelle politische u. fachliche Debatte -> Fragen der Weiterentwicklung der              Qualität    in Kindertageseinrichtungen * Rahmenbedingungen sind Wandel ausgesetzt  * anhaltende Dynamik aufgrund politisch gesetzter Rahmenbedingungen, sich              daraus ergebenden Veränderungen sowie durch das korrespondierende                      Zusammenspiel von privater und öffentlicher Bildung, Betreuung und Erziehung * Kinderbetreuungsangebote unterliegen seit den 90er Jahren einer starken                  Ausbaudynamik, die sich auch in der Zukunft fortsetzen wird. Bedeutsam sind die      Ausweitung der Angebote sowie die Passung zwischen Angebot und Nachfrage. 
  • 12. Inhalte des Bildungsberichts, Teil C * Bildung in der Familie (zeitliche Ressourcen, Betreuung durch Großeltern) * bildungsrelevante Aktivitäten in den Famiien * unterstützende Hilfen zur Erziehung * Öffnungszeiten * Elternbeiträge * Bildungsbeteiligung von Kindern mit Migrationhintergrund/ Behinderung * Pädagogisches Personal (Entwicklungen, Personalschlüssel, Qualifikationsmerkmale) * Übergang Kita und Schule
  • 13. Bildung in der Familie * entscheidende Rolle -> erste und prägendste Bildungsumwelt und zugleich wichtige          Ursache für die Entstehung von Bildungsungleichheiten, da in der familialen Herkunft    der Kinder unterschiedliche Möglichkeiten der Förderung und Unterstützung begründet            liegen * 3 Besonderheiten -> Familie    o Bildungsprozesse finden impliziter, indirekter und unbeachteter statt    o Bildungsinstanz, welche die Kinder über die ganze Phase des Aufwachsens begleitet    o Familiale Bildungsprozesse sind weder zeitlich, räumlich noch inhaltlich festgelegt * es wird vieles gelernt, worauf die institutionalisierte Bildung aufbaut, was diese aber            selbst nicht anbietet oder alleine nicht leisten kann * Bildung in der Familie ist Voraussetzung als auch Ergänzung für das organisierte Lernen
  • 14. Familiale Betreuungskonstellationen Familiengeprägte Phase * Bildung und Betreuung wird im 1. Lebensjahr insbesondere von den Eltern                        übernommen    (Kindertageseinrichtungen oder Kindertagespflege spielen keine                  nennenswerte Rolle; eher          selten beteiligt sind auch ältere Geschwister, Au-pairs,            Nachbarn, Freunde oder bezahlte und      unbezahlte Helfende) * Knapp 50% der Kinder werden in diesem Alter i.d.R. ausschließlich von den Eltern            betreut.    In allen anderen Fällen, sind zusätzlich die Großeltern in die Betreuung                  eingebunden. * Elterngeldbezug: die Betreuung wird weiterhin überwiegend von Müttern (91%)              übernommen auch wenn sich der Anteil der Väter, die Elterngeld in Anspruch nehmen seit        der Einführung 2007 kontinuierlich erhöht hat. Phase des Übergangs in die familienergänzende Betreuung * Im 2. und 3. Lebensjahr steigt sowohl der Anteil der Kinder in Tagesbetreuung als        auch die Müttererwerbstätigkeit (52% in Paarfamilien) an * Trotz ansteigender institutioneller Betreuung liegt der Anteil der Kinder, bei denen die              Großeltern an der Betreuung beteiligt sind, anhalten bei über 50% * Die Übernahme der Betreuung durch andere Personen ist eng mit der Zunahme der                Müttererwerbstätigkeit verbunden Phase familienergänzender Kindertagesbetreuung * für Kinder von 3-5 Jahren ist familienergänzende Tagesbetreuung die Regel (95%) * die Erwerbstätigkeit der Mütter erhöht sich in dieser Phase auf 72%, bei 15% der Kinder    arbeiten beide Eltern in Vollzeit * Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund oder einem niedrigeren Bildungsstand werden    häufiger von den Eltern und dafür etwas seltener in institutionalisierten Settings betreut * nicht für alle Kinder ist das Aufwachsen in einer Paarfamilie die Regel * über eine halbe Million Kinder unter 6 Jahren leben in Alleinerziehendenhaushalten (13%),      95% leben bei der Mutter * rund 21.000 Kinder leben in Pflegefamilien, Heimen oder anderen stationären                        Erziehungshilfen
  • 15. Beteiligung der Großeltern * Großeltern stellen wichtige Bezugspersonen dar, durch deren gegenüber den Eltern        abweichenden Erfahrungen, Kenntnissen und Werten, die Kinder zusätzliche Anregungen          erfahren * Großeltern sind bei etwa der Hälfte der unter 6-jährigen an der Betreuung beteiligt * Historisch gesehen war das gemeinsame Aufwachsen mit Großeltern und anderen Bezugs-    personen in vielen Epochen und sozialen Millieus der Normalfall * Etwa die Hälfte der Eltern gibt an, dass sie die Großeltern gerne vermehrt in die Betreuung    einbeziehen würden; entweder weil dies bisher noch nicht der Fall ist (21%) oder weil sie    sich eine noch intensivere Unterstützung wünschen (31%). Betrachtet man die Eltern, die    eine umfangreichere Betreuung wünschen, dann scheitert diese häufig daran, dass die    Großeltern zu weit weg wohnen (69%). Dies ist aufgrund der höheren beruflichen Mobilität     häufiger bei Familien mit höheren (73%) als mit niedrigeren (46%) Bildungsabschlüssen    der  Fall. Das es an den Großeltern selbst liegt, dass eine Betreuung scheitert, trifft eher    selten zu (10%).
  • 16. Bildungsförderliche Aktivitäten in der Familie * Bildungsbezogene Impulse hängen von Art und Weise der Ausgestaltung innerhalb familialer    Beziehung und der Förderung der Kinder im Alltag ab * Verschiedene Eltern-Kind-Aktivitäten tragen zur Eröffnung eines erweiterten    Erfahrungshorizontes bei Kindern bei, in dem sie eine Vielzahl von Kompetenzen    erwerben können * 2015 wurde 97% der 3-jährigen mindestens einmal in der Woche vorgelesen, in den    meisten Familien (78%) findet dies mindestens einmal täglich statt   * Auch die Beschäftigung mit Zahlen (91%), Malen, Zeichnen und Basteln (90%), das    gemeinsame Reden über die Natur oder das Beantworten von Fragen darüber (87%)    sowie das Beibringen von Gedichten, Reimen oder Liedern (75%) gehören zu den    bildungsförderlichen Aktivitäten, die mit vielen 3-jährigen mindestens einmal pro Woche     durchgeführt werden * Unterschiede in den Häufigkeiten der familialen Aktivitäten lassen sich abhängig vom    formalen Bildungsstand und dem Migrationshintergrund der Eltern erkennen. Vorlesen    ist in Familien mit Migrationshintergrund weniger häufig, andere Aktivitäten (Malen, Basteln)    dafür häufiger * Zwischen Familien mit niedrigem und hohem Bildungsstand zeigen sich signifikante    Unterschiede lediglich beim Vorlesen (64 % zu 85%)   * Unterschiede in der Häufigkeit lassen sich auch zwischen Mädchen und Jungen    feststellen. Die meisten der abgefragten Aktivitäten werden etwas häufiger mit Mädchen    durchgeführt, lediglich die Beschäftigung mit der Natur findet mit Jungen häufiger statt
  • 17. Unterstützende Hilfen und beeinträchtigende Lebenslagen * unterstützung als Aufgabe des Staats * dabei wird er von freine Tägen (Kirche, Wohlfahrtsverbänden, Vereinen) unterstützt -> diese Angebote bilden ein breites Spektrum -> Frühe Hilfen, Elternkurse, Familienfreizeiten,      sonderpädagogische Frühförderung, Familienzentren * Familien, die bei der Erziehung Hilfe benötigen, haben einen Anspruch auf staatliche              Unterstützung    -> Hilfe zur Erziehung, die von den örtlichen Jugendämtern nach §§27 ff. SGB VIII gewährt         werden, gehören zu den gesetzlichen Leistungen, auf die im Hilfefall ein individueller               Anspruch besteht und die mehrheitlich von freien Trägern erbracht werden    -> Erziehungsberatun, Sozialpädagogische Familienhilfe, Pflegefamilien, Heimunterbringung * Hilfe zur Erziehung setzen voraus, dass in der Familie, "eine dem Wohl des Kindes oder des     Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist" (§ 27 Abs. 1 SGB VIII) * Alleinerziehende und Transferleistungsempfangende erhalten häufiger Hilfen zur Erziehung * Ein Teil dieser Kinder ist von Anfang an mit Herausforderungen konfrontiert, die sich   belastend auf ihre Förderung, auf den Prozess der Bildung, Betreuung und Erziehung sowie   das Wohlergehen auswirken.
  • 18. Angebote früher Bildung, Betreuung und Erziehung * Fokus der öffentlichen Diskussion war in den vergangenen Jahren vor allem auf Angebote    für Kinder unter 3 Jahren gerichtet (-> Einführung Rechtsanspruch, Ausbau der Betreuung) * jedoch wird das gesamte System der frühen Bildung vor zusätzliche Herausforderungen     gestellt > Ausbau der Angebote für alle Altersgruppen, Gruppe wird heterogener,    Anforderungen werden vielfältiger und umfangreicher
  • 19. Ausbau der Angebote für Kinder unter 3 Jahren * anhaltender Expansionsdruck – seit 2006 mehr als 85.000 zusätzliche Plätze im U3-          Bereich    -> weitere steigende Anzahl von Kindern aufgrund des anhaltenden Geburtenanstiegs         sowie der zwischenzeitlich ungewöhnlich hohen Zuwanderung von schutz- und         asylsuchenden Kindern in den Jahren 2015/2016 * bis 2025 sind schätzungsweise mehr als 300.000 zusätzliche Plätze im U3-Bereich    notwendig * fast 70.000 zusätzliche Angebote für unter 3-jährige wurden zwischen 2015 und 2017    geschaffen
  • 20. Ausbau der Angebote für Kinder ab 3 Jahren * Angebote für Kinder im Alter zwischen 3 Jahren und Schuleintritt werden wieder      ausgebaut *Zwischen 2015 und 2017 sind mehr als 80.000 Plätze für Kinder zwischen 3 Jahren und   dem Schuleintritt hinzugekommen * Ein weiterer Ausbau von fast 300.000 zusätzlichen Plätzen für Kinder zwischen 3    Jahren und dem Schuleintritt ist bis 2025 notwendig * Bildungsbeteiligungsquote liegt bei 94 %
  • 21. Träger von Kindertageseinrichtungen *  mehr als 700 zusätzliche Kindertageseinrichtungen seit 2015 * März 2017 bundesweit 51.458 * 69 % der unter 3-jährigen und 65 % der Kinder zwischen 3 Jahren und Schuleintritt    besuchen Einrichtungen freier Träger (überwiegend gemeinnütziger Art). * Kaum Unterschiede in der Trägerstruktur zwischen West- und Ostdeutschland seit der   Wiedervereinigung
  • 22. Öffnungszeiten von Kindertageseinrichtungen * wichtiges Qualitätsmerkmal aus Elternsicht * Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland * Ostdeutsche Einrichtungen öffnen häufig gegen 6 Uhr; westdeutsche hingegen zwischen 7    und 7.30 Uhr, auch die Schließzeit liegt in Ostdeutschland rund eine Stunde später als in    Westdeutschland * Tägliche Öffnungszeiten: jede zweite westdeutsche Kita hat eine tgl. Öffnungszeit von max.    9 Stunden, während der entsprechende Anteil in Ostdeutschland bei 14 % liegt und rund 3    von 4 Einrichtungen länger als 10 Stunden geöffnet sind
  • 23. Elternbeiträge * 2015 wurden durch Elternbeiträge 3,77 Mrd. Euro (14%) der Gesamtausgaben für die    Kinderbetreuung gedeckt * Große regionale Unterschiede bei der Festsetzung der Elternbeiträge * In 11 Ländern wird mittlerweile eine teilweise oder vollständige Elternbeitragsbefreiung für    bestimmte Altersjahrgänge oder Betreuungsumfänge gewährt
  • 24. Bildungsbeteiligung in Tageseinrichtungen und Tagespflege * Anzahl der Kinder in Kindertagesbetreuungen steigt seit 2 Jahrzehnten * Veränderung der frühen Kindheit (besonders in Westdeutschland), da Kinder immer   frühe öffentliche Bildungseinrichtungen besuchen und dort deutlich mehr Zeit verbringen als   früher * Der Bildungsbericht beschreibt die Entwicklung der Bildungsbeteiligung für unterschiedliche    Jahrgänge sowie Betreuungsumfänge und stellt die Frage, wie sich die Bildungsbeteiligung    bestimmter Gruppen verändert hat. Ein Fokus wird dabei auf Kinder mit    Migrationshintergrund gelegt. Ebenfalls wird über die Entwicklung der Bildungsbeteiligung    von Kindern mit Behinderung berichtet, die Eingliederungshilfe erhalten. BILDUNGSBETEILIGUNG DER UNTER 3-JÄHRIGEN * Bildungsbeteiligungsquote liegt konstant zwischen 32% und 33% * März 2017 = 760.000 Kinder unter 3 Jahren nahmen Angebote in Anspruch * Unterschiede zwischen Westdeutschland und Ostdeutschland: im Westen waren im März    2017 28,8% der unter 3-jährigen in Kindertagesbetreuung, in Ostdeutschland 51,3% BILDUNGSBETEILIGUNG DER KINDER IM ALTER VON 3 JAHREN BIS SCHULEINTRITT * Bildungsbeteiligungsquote liegt weiterhin konstant bei 94% * nahezu jedes Kind dieser Altersgruppe besucht eine Kindertageseinrichtung * kaum Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland
  • 25. Betreuungsumfänge * Mittlerweile bestehen kaum noch unterschiedliche Betreuungsumfänge bei unter 3-jährigen     und 3-5-jährigen Kindern * Jedoch sind deutliche Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland zu verzeichnen     o    Westdeutschland U3 = 34,9 Wochenstunden                                                                                                  3 Jahre bis Schuleintritt = 36,1 Wochenstunden     o    Ostdeutschland   U3 = 42,3 Wochenstunden                                                                                                  3 Jahre bis Schuleintritt = 42,7 Wochenstunden            -> damit wurden für die Kinder in Ostdeutschland im Schnitt 7 Wochenstunden mehr                   vereinbart als in Westdeutschland (im Mittel sind die vereinbarten Betreuungs-                       umfänge damit länger als die regelmäßige Arbeitszeit von Vollzeiterwerbstätigen * Halbtagsplätze werden in Ostdeutschland fast nie vereinbart, in Westdeutschland hingegen      sind Halbtagsplätze hingegen stärker verbreitet
  • 26. Bildungsbeteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund * Bildungsbeteiligung hängt mit herkunftsbedingten Merkmalen zusammen * Kinder mit Migrationshintergrund nehmen seltener Kindertagesbetreuungsangebote in              Anspruch * Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund: 2007 = 23%, 2017 = 28% * Anzahl ist seit 2007 von 614.000 auf 868.000 Kinder (2017) gestiegen = 41% * Die Anzahl der Kinder aus vorrangig nicht deutschsprechenden Familien ist innerhalb seit 2007    von 366.000 auf 563.000 (2017) gestiegen = 54% * zwischen 2015 und 2017 – während und kurz nach der starken Neuzuwanderung) stieg die        Anzahl dieser Kinder um mehr als 75.000
  • 27. Bildungsbeteiligung von Kindern mit Behinderung, die Eingliederungshilfe erhalten * Die Anzahl der Kinder mit Behinderung, die Eingliederungshilfe erhalten, in                                Kindertagesbetreuung steigt weiter * März 2017 = 78.440 Kinder * Seit 2015 sind 2.349 betreute Kinder mit Behinderung, die Eingliederungshilfe erhalten,              hinzugekommen * die Kinder werden sowohl in eher inklusionsorientierten als auch in tendenziell separierenden      Einrichtungen und Gruppen betreuet, wobei sich der Trend zu inklusionsorientierten Angeboten    fortgesetzt hat * Anhaltende Bemühungen, die inklusionsorientierte Förderung von Kindern mit Behinderung,        die Eingliederungshilfe erhalten, voranzutreiben
  • 28. Pädagogisches Personal in der frühen Bildung * Enormes Personalwachstum in den vergangenen Jahren durch den Ausbau der                    Kindertagesbetreuungsangebote und die erhöhten Anforderungen, die an die frühen              Bildungsangebote gerichtet werden * Weiterer Bedarf in den kommenden Jahren durch Geburtenanstieg, Zuwanderung, noch      nicht erfüllte Elternwünsche, geforderte Qualitätsverbesserungen der Politik,                  Wirtschaft und Fachpraxis * Bildungsbericht informiert über die zahlenmäßige Entwicklung des pädagogischen Personals,      über die Altersstruktur und Beschäftigungsumfänge der Angestellten sowie über die                    Entwicklung des Ausbildungssystems
  • 29. Entwicklung des pädagogischen Personals * seit 2006 252.000 zusätzliche pädagogisch Tätige in der Kindertagesbetreuung * März 2017: 600.153 * seit Mitte der 1990er Jahre hat sich das pädagogische Personal weit mehr als verdoppelt            (Rechtsanspruch) * besonders stark war der Anstieg in der Zeit des Ausbaus der U3-Angebote (mehr als 252.000      Beschäftigte zusätz.) * Starker Anstieg an Beschäftigten innerhalb der letzten 2 Jahrzehnte. Trend wird sich    weiter fortsetzen, wenn den demografischen Veränderungen und den steigenden    Elternwünschen entsprochen werden soll
  • 30. Qualifikation des Personals * die Qualifikation des Personals hat einen wichtigen Einfluss auf die Qualität der Angebote * es muss nicht nur genügend Personal zur Verfügung stehen, sondern es bedarf auch einer          entsprechenden beruflichen Qualifikation bei den Berufseinsteigern um das Qualitätsniveau      zu halten * 89% des pädagogisch tätigen Personals in Kindertageseinrichtungen haben eine einschlägige    fachliche Ausbildung (rund 9 von 10 pädagogisch Tätigen)     o   70% ausgebildete Erzieher/innen (Fachschulniveau)     o   13% Ausbildung Kinderpfleger/in (Berufsschulniveau)     o   nur 5% sind einschlägig akademisch qualifiziert (Hochschulniveau) 
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  • 31. Altersstruktur des Personals * Anteil des älteren pädagogisch tätigen Personals stiegt weiter * seit 2006 hohe Zuwächse bei den 20- bis 34-jährigen sowie bei den 50- bis 64-jährigen          -> neu ausgebildete Fachkräfte und Frauen, die nach der Familienphase                                     zurückkehren sowie ältere Fachkräfte, die länger im Beruf bleiben * etwa 171.000 pädagogisch Tätige steigen bis 2025 aus dem Berufsfeld aus und          müssen durch neues Personal ersetzt werden (17% sind mittlerweile mind. 55 Jahre alt);      Schätzungen gehen davon aus, dass 100.000 Personen altersbedingt ausscheiden und          weitere 71.000 das Berufsfeld aus gesundheitlichen oder weiteren Gründen verlassen * Kindertagespflege: die Anzahl junger Tagespflegepersonen ist seit 2006 zurückgegangen,        gleichzeitig ist die Anzahl der ab 30-jährigen gestiegen. Dabei wird deutlich, dass es sich bei    der Kindertagespflege um eine längere berufliche Tätigkeit handelt, die nicht nur          während der Familienphase als Zuverdienstquelle dient, sondern auch für Ältere ein    lukratives Berufsfeld darstellt. Der Anteil der 55-jährigen und älteren                              Tagespflegepersonen ist zwischen 2006 und 2017 von 13 auf 25% gestiegen. Daher ist            davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren auch eine relevante Anzahl an                      Tagespflegepersonen aus dem  Arbeitsfeld ausscheiden und ersetzt werden muss.
  • 32. Beschäftigungsumfang * keine Veränderung beim Beschäftigungsumfang in Westdeutschland:    o seit 2007 liegt der Anteil der Vollzeitbeschäftigten konstant zwischen 43 und 45%                    o jede 3. pädagogisch tätige Person ist halbtags mit 19 – 31 Wochenstunden beschäftigt und      o jede 10. mit weniger als 19 Wochenstunden * weiterhin Anstieg der Beschäftigungsumfänge in Ostdeutschland:    o 2007 waren noch 24% der pädagogisch Tätigen vollzeittätig, so trifft dies 2017 auf 33% zu      o die Zahl der vollzeitnahen Beschäftigten mit Stellen zwischen 32 und 38,5 Wochenstunden           ist von 33 auf 38% gestiegen.                                                                                              o Halbtagsstellen sind deutlich zurückgegangen                                                                        o Keine Bedeutung hat mit 3% das Personal mit weniger als 19 Wochenstunden
  • 33. Personalschlüssel * Kriterium der Strukturqualität * seit einiger Zeit werden Verbesserungen gefordert, die auch in den vergangenen Jahren      schon Fortschritte erzielten * seit 2014 sind jedoch nur noch geringfügige bis keine Verbesserungen erkennbar * Personalschlüssel liegt in U3-Gruppen bundesweit bei 1 zu 4,0 (1 Vollzeitkraft für 4              ganztagsbetreute Kinder) * in Gruppen für Kindern zwischen 3 Jahren und dem Schuleintritt lag der                            Personalschlüssel zuletzt bei 1 zu 8,5 * große Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland sowie zwischen den einzelnen    Bundesländern * Personaleinsatz wird mit steigendem Anteil von Kindern mit erhöhtem                        Förderbedarf (Kinder mit Behinderung, die Eingliederungshilfe erhalten und Kinder mit          Migrationshintergrund, die zuhause vorrangig nicht Deutsch sprechen) in der Gruppe erhöht   * Kindertagespflege: weiterhin Anstieg der Anzahl der betreuten Kinder je                              Kindertagespflegeperson. 2017 betreute eine Kindertagespflegeperson im Schnitt 3,7              Kinder, während gut ein Jahrzehnt zuvor Tagespflegepersonen durchschnittlich nur für 2          Kinder zuständig waren. Auch hier gibt es Schwankungen zwischen den Bundesländern.
  • 34. Personalangebot und Personalbedarf * keine weiteren Steigerungen bei der Zahl der neu ausgebildeten Erzieher/innen ab        2016 zu erwarten (da sich die Zahl der neu Auszubildenden in den vergangenen Jahren          nicht erhöht hat) * bis 2025 Personalbedarfe von mindestens 39.000 Personen    o durch Geburtenanstieg in 2016 könnte der Bedarf sich um weitere 27.000 Personen                 erhöhen    o sollten qualitative Verbesserungen der Personalausstattung umgesetzt werden, kann der         Fehlbedarf um weitere 270.000 Personen steigen   -> somit könnte bis 2025 eine Personallücke von bis zu 309.000 Fachkräften                     entstehen              * gegenwärtige Ausbildungskapazitäten reichen für die Deckung der zukünftigen                        Personalbedarfe nicht aus * Erhöhung der Beschäftigungsumfänge bringt keine positiven Efffekte, da diese schon den        gewünschten Umfängen entsprechen * Berufsrückkehrer als "stille Reserve"??? * neue Ausbildungsformen (berufsbegleitend, praxisintegriert) werden getestet * weitere Möglichkeiten: Einführung von Ausbildungsvergütungen, verstärkte Anerkennung im    Ausland erworbener Abschlüsse und damit verbundene Steigerung des Anteils an Migranten * Quereinsteiger, Fachkräfte aus fachnahen Ausbildungen * Forderung die Gehälter den anderen Arbeitsfeldern des Bildungswesens anzunähern um die      frühe Bildung zu einem attraktiveren und wettbewerbsfähigeren Arbeitsmarkt                        weiterzuentwickeln
  • 35. Übergang in die Schule *  Bedeutsam für den Zeitpunkt der Einschulung sind die gesetzlichen                                     Rahmenbedingungen und die schulorganisatorischen Bestimmungen in den Ländern         (bspw. Stichtage) sowie der Entwicklungsstand der Kinder – insbesondere die sprachliche     Kompetenz
  • 36. Vorzeitige und verspätete Einschulung * zwischen 2003 und 2012 machten immer wieder einzelne Länder von einer schrittweisen    Verlegung des Stichtags der Einschulung Gebrauch * zuvor wurden bundeseinheitlich diejenigen Kinder zu Beginn des Schuljahres                      schulpflichtig, die bis zum 30.06. desselben Jahres das 6. Lebensjahr vollendeten. * 8 Länder haben bisher den Stichtag nach hinten verlegt und damit die Einschulung                vorgezogen, so dass die Kinder im Schnitt früher schulfähig werden * in allen Ländern gibt es die Möglichkeit ein Kind früher als vorgesehen einzuschulen               (vorzeitige Einschulung) oder es zurückzustellen (verspätete Einschulung) * wesentlich für die Entscheidung über eine vorzeitige Einschulung oder eine Zurückstellung        ist die Einschätzung des kindlichen Entwicklungsstands * Mädchen werden häufiger vorzeitig, Jungen häufiger verspätet eingeschult * eine nichtdeutsche Familiensprache stellt in den allermeisten Fällen kein                            Hindernisgrund für eine fristgemäße Einschulung dar * in den Ländern gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Maßnahmen vor der                    Einschulung zur Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung um auf Probleme im        Bereich der sprachlichen Entwicklung möglichst früh aufmerksam zu werden und                    entsprechende Fördermaßnahmen einleiten zu können * die Ergebnisse sind aufgrund der unterschiedlichen eingesetzten Verfahren zwischen den        Ländern nicht vergleichbar
  • 37. Einschulung in die Förderschule * seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 lässt sich bundesweit ein                Rückgang an Direkteinschulungen in die Förderschule verzeichnet (zuletzt 3%) * jedoch sind es aber immer noch 21.700 Kinder, die ihre Schullaufbahn nicht in einer              Regelschule starten * auch hier bestehen Unterschiede zwischen den Ländern * doppelt so viele Jungen wie Mädchen werden in Förderschulen eingeschult
  • 38. Perspektiven * weiterhin Veränderungen in den Mustern des Aufwachsens in der frühen Kindheit * westliches Familienmodel „männliches Ernährermodell /häusliche Dominanz der Frau“         verliert weiterhin an Allgemeingültigkeit * die ausschließlich familial geprägte Kindheitsphase verkürzt sich zusehends auf das       1. und Teile des 2. Lebensjahres * die anschließende Phase der öffentlich organisierten, pädagogisch gestalteten und                   professionell betreuten Kita-Kindheit beginnt immer früher, nimmt immer mehr Raum         ein und umfasst einen immer längeren Zeitraum     o Grund: Veränderungen der elterlichen Erwerbstätigkeiten, gewandelte Einstellungen zu           früher Bildung, Betreuung und Erziehung sowie neue familienpolitisch eröffnete                       Opportunitätsstrukturen (die für die Mehrzahl der Kinder einen spezifisch strukturierten           Verlauf von Kindheit und frühen Bildungsbiografien vorzeichnen) * die ersten Bildungserfahrungen machen Kinder in der Familie      o 1. Lebensjahr als exklusive Familienphase, in der die Eltern die Betreuung und                  Förderung ihrer Kinder im Rahmen der Elternzeit übernehmen      o Trotz der weiterhin vorherrschenden Übernahme der Zuständigkeit der Mütter weist die            wachsende Inanspruchnahme einer meist kurzen Elternzeitphase durch die Väter darauf          hin, dass diese eine eigeständige Bedeutung als Bindungs- und Betreuungsperson                  erlangen      o Abzuwarten bleibt, wie elterliche Betreuungsarrangements durch das „Elterngeld Plus“            beeinflusst werden * für die Mehrheit der Kinder erfolgt der Übergang in eine familienergänzende,             institutionalisierte Betreuung zwischen dem 1. und 3. Geburtstag * Bildungspolitisch müsste noch deutlicher geklärt werden, welche Bildungsidee jenseits     schulischer Bildung der frühen Bildung zugrunde gelegt und welche lebensweltlichen     Bildungsziele in dieser Phase verfolgt werden. Aspekte der Betreuung und Pflege sollten           dabei im Lichte zunehmender Betreuungsumfänge ausreichend Aufmerksamkeit erhalten.   * ungebrochene Ausbaudynamik der Schaffung zusätzlicher Plätze ungebrochen ist              (steigende Geburtenzahlen, verstärkte Zuwanderung in den Jahren 2015/2016)   * mit mehr als 600.000 pädagogisch Beschäftigten in der gesamten                                   Kindertagesbetreuung ist im Hinblick auf das Personal ein neuer Höchststand erreicht            (Auswirkungen für den deutschen Arbeitsmarkt)   * das Problem des steigenden Fachkräftebedarfs stellt eine gravierende                           Herausforderung für den weiteren quantitativen wie qualitativen Ausbau dar   * Schätzungen weisen bis zum Jahr 2025 einen Bedarf von mehr als 300.000 weiteren     Fachkräften aus, will man lediglich den Ausbaustand halten und den rechtlich                       zugesicherten Elternbedarf erfüllen   * mit der Umsetzung der angestrebten Qualitätsverbesserungen würde sich dieser           Bedarf um bis zu 270.000 weitere Fachkräfte erhöhen   * die absehbare Zahl der Absolventinnen und Absolventen einschlägiger Ausbildung     werden nicht ausreichen um diesen Bedarf zu decken, so dass ein Fehlbedarf von bis     zu rund 309.000 Fachkräften entstehen kann. * seit einiger Zeit werden unterschiedliche Möglichkeiten getestet um den                     Fachkräftebedarf zu erfüllen:    o die Hoffnung einen nennenswerten Impuls durch akademisch ausgebildete                          Fachkräfte  zu schaffen, hat sich bislang nicht erfüllt. Die Quote der                                  Akademisierung liegt – unten den gegebenen Beschäftigungsbedingungen und                      Verdienstmöglichkeiten – bei 5%    o ein höheres Potenzial könnte die Eröffnung neuer Wege in der Fachkraftausbildung              haben -> praxisintegrierte, verkürzte und vergütete Ausbildungsformate wurden          erprobt um die Ausbildung zu frühpädagogischen Fachkräften attraktiver zu gestalten und        neue Zielgruppen anzusprechen.    o ebenfalls im Blick sind Formate des Quereinstiegs und eine verbesserte Rekrutierung        von Männern sowie Fachkräften aus dem Ausland    o zusätzliche Investitionen in die Qualität der Einrichtung sind nötig (neue                            Anforderungen in Bezug auf Organisations-, Personal- und Teamentwicklung * Gewährleistung einer hohen Qualität in der frühen Bildung als Schlüsselthema der     kommenden Jahre   * Elterngeldbefreiung: Gebührenfreiheit bzw. zumindest gebührenfreie Nutzung für die           letzten Altersjahrgänge vor Schuleintritt in allen Bundesländern, damit weniger selektive         Zugänge geschaffen werden.                                                                                               Insbesondere für Kinder unmittelbar vor dem Schuleintritt greift dieses Argument nicht, da     zu diesem Zeitpunkt nahezu alle Kinder an früher Bildung partizipieren. Somit ist durch           diese Maßnahme keine zusätzliche bildungsfördernde Steuerungswirkung zu erwarten.   * mit Blick auf jüngere Altersjahrgänge und auf Familien mit niedrigeren Einkommen stellt         sich die Frage, ob nicht durch eine gezielte Kostenreduzierung oder -befreiung die                   gewünschte Wirkung erreicht werden könnte.   * eine Inanspruchnahme der Kindertagesbetreuung darf nicht am Geld scheitern   * für Familien, die zur Erfüllung ihres Bildungs-und Erziehungsauftrags auf weiter           gehende öffentliche Unterstützung angewiesen sind, stellen die Zivilgesellschaft sowie     der Staat ein breites Spektrum an Hilfsangeboten bereit (Frühe Hilfen, Hilfen zur             Erziehung) um diese Familien in ihrem Erziehungsauftrag zu stärken und potenzielle       Entwicklungsrisiken für Kinder frühzeitig zu erkennen und abzuwenden   * der enge Zusammenhang, der sich dabei mit finanziell belastenden Lebenslagen zeigt, ist         ein Indiz dafür, dass ein kleiner aber relevanter Teil von Kindern unter Bedingungen     aufwächst, die mit multiplen, nicht bildungsfördernden Benachteiligungen                 einhergehen   * Entwicklungen steigender Armutserfahrungen von Kindern verweisen auf die             zentrale Aufgabe des Sozialstaats, gleiche Bildungs- und Beteiligungs-                         möglichkeiten für alle Kinder zu gewährleisten.
  • Im Überblick * Durch die Einführung des Elterngelds haben Mütter und Väter mehr zeitliche Ressourcen     um sich im ersten Lebensjahr der Betreuung ihrer Kinder zu widmen (Anteil der                     erwerbstätigen Mütter in Paarfamilien von unter 1-jährigen Kindern: 2006 – 18% / 2016 –       9%)  * Ausbau der Kindertagesbetreuung setzt sich weiter fort und betrifft nicht mehr nur        Angebote für unter 3-jährige, sondern seit 2013 auch wieder die Angebote für Kinder ab 3      Jahren * Immer mehr Kinder nutzen immer früher Kindertagesbetreuungsangebote * Trotz des starken Personalzuwachses in den vergangenen Jahren bestehen auch               zukünftig hohe Ersatz- und Mehrbedarfe aufgrund aktueller Entwicklungen ->                   Personalbedarf bis 2025 insgesamt bis zu 583.000 * Weiterhin große Länderunterschiede bei den Personalschlüsseln in                                     Kindertageseinrichtungen (Bremen 3,1 – Sachsen 5,9) * Rückgang der direkten Einschulungen in die Förderschule seit Inkrafttreten der UN-       Behindertenrechtskonvention (2008/2009 – 3,6 % zu 2016/2017 – 3%), jedoch deutliche       Geschlechterunterschiede -> 2/3 der direkt in die Förderschule eingeschulten Kinder sind         Jungen