Entwicklungspsychologie (Fach) / Prä- und perinatale Risikofaktoren, das Neugeborene/Entwicklung der Motorik (Lektion)

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  • Pränatales Risiko: Teratogene Umwelteinflüsse mit dem Potenzial, während der pränatalen Phase Schädigungen zu bewirken
  • Teratogene Korrelation zwischen Dosis und Reaktion
  • Teratogene Sleeper-Effekte, das bedeutet, dass Folgen erst spät in Entwicklung sichtbar sind
  • Teratogene Zeitpunkt des Umwelteinflusses bestimmt Effekte (Bsp Contergan-Einnahme während der Ausbildung der Arme im Embryonalstadium)
  • Teratogene Drogen/Medikamente: Alkohol, Nikotin, Contergan Umweltgifte: Blei, Quecksilber, PCB Erkrankungen der Mutter: Windpocken, Chlamydien, Mumps, Masern, Toxoplasmose
  • Apgar-Wert Maß für die physiologischen Anpassungsleistungen des Neugeborenen: Kriterien: für 0 - 1 - 2 Punkte -Herzfrequenz (kein - unter 100 - über 100/min) -Atemanstrengung (regelmäßig, Schreien) -Muskeltonus (aktive Bewegung der Extremitäten) -Reflexe (schreien/lebhaft) -Farbe (gesamter Körper rosig) Werte von 7 bis 10 sind gut - Werte unter 5 sind kritisch
  • Frühgeburtlichkeit < 37. SSW, <2500g = 7-10% der Geburten >24. Lebenswoche: Überlebenschance 60%-80% Vorher: Überlebenschance unter 50%, min 500g zum Überleben < 1500g größeres Risiko für kognitive und soziale Entwicklungsauffälligkeiten, je geringer das Geburtsgewicht ist 
  • Was führt zu einer Frühgeburt? - Bakterielle Infektionen - Mehrlingsgeburten - Rauchen  - Fehlnährung - Stress - Alter der Mutter (Teenage oder ältere Mütter) - Schwangerschaft weniger als 1 Jahr zuvor
  • Welche gesundheitlichen Risiken birgt die Frühgeburt? Unreife Lungen:  Kinder müssen häufig beatmet werden, weil sich die Lungenbläschen nicht genügend öffnen, die atemmuskulatur nicht voll ausgereift ist und die Steuerung der Atemregulation durch das Gehirn noch nicht richtig funktioniert 
  • Folgen gesundheitlicher Risiken einer Frühgeburt Die künstliche Beatmung kann Risiken mit sich ziehen: - Wenn sie inadäquat Druck reguliert werden die Lungen geschädigt, genauer gesagt die Bronchien versteifen - viel Sauerstoff schädigt die Retina Zu wenig Sauerstoff führt zu Mangelversorgung im Gehirn
  • Welche gesundheitlichen Risiken birgt die Frühgeburt? Unreife... -Unreifes Verdauungssystem -> macht häufig künstliche Ernährung notwendig  -Unreife Nieren -> Salzhaushalt des Körpers kann nicht selbst reguliert werden -Unreife Leber -> Gelbsucht -Unreifes Gehirn -> Selbstständige Temperaturregelung noch nicht möglich -Unreifes Immunsystem -> Infektanfälligkeit
  • Frühgeburtlichkeit und psychische Belastungen der Eltern Vorbereitung auf Elternschaft nicht abgeschlossen, Unsicherheit und Hilflosigkeit im Umgang mit dem Kind, Schuldgefühle evlt. gegenseitige Schuldzuweisungen, Belastungen der familiären Situation durch Abwesenheit eines Elternteils, eventuell Eifersucht von Geschwisterkindern Störung des Aufbaus der Mutter-Kind-Beziehung bei Versorgung im Inkubator -> Stimulationsprogramme (Känguruhen) haben positive Effekte, oft traumatisches Geburtserlebnis, Sorge um die gesundheitlichen Folgen
  • Verzögerte Auswirkungen früher Gehirnschädigung Mit 6 Jahren zeigten die Kinder mit angeborener Gehirnschädigung ein ähnliches Leistungsniveau wie gesunde Kinder ohne Gehirnschädigung. Während sich jedoch die Leistung der Kontrollkinder steigerte, stagnierte die Leistung der hirngeschädigten Kinder.
  • Sudden Infant Death Syndrome (SIDS) = Plötzlicher Kindstod ohne erkennbare Ursache (vermutlicher Grund: Obstruktion = Verlegung/Verengung der Atemwege, passiert auch häufiger in Raucherhaushalten, ca. 1 von 2000 Kindern) stirbt ein Säugling, meistens zwischen 2. und 4. Monat.  Wichtigste Maßnahme: Das Kind soll immer auf dem Rücken zum Schlafen gelegt werden, und es soll auf festen Matratzen und nicht Decken oder Kissen zum Schlafen gelegt werden. Nicht rauchen!
  • Kumulative Effekte: Das Modell multipler Risiken Gemeinsam tritt häufig auf:  Armut/niedriger SÖS, Rauchen, Alkohol- und Drogenabhängigkeit, Fehlernährung, elterliche Psychopathologie/Kriminalität, unbeweltigte Paarkonflikte, schlechte Gesundheitsvorsorge -> erhöhtes Risiko für psychische Störungen bei Kindern mit 4 oder mehr Risikofaktoren