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Grundlagen Phytomedizin (Fach) / Fragenkatalog (Lektion)

Fragenkatalog

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  • 42. Durch welche Bakterien wird die Knollennass- und Stängelfäule der Kartoffel verursacht? Wie kommt es zur Infektion der Knollen im Boden, wie überdauern die Erreger und welche Faktoren fördern die Erkrankung? 1-Pectobacterium carotovora -Pectobacterium atrosepticum -Dickeya solani   2-Infektion über Wunden -Pflanzerückstände/Knollen -Bearbeitungsgeräte -Lager: faule Knollen -->beschädigte Ware   3-nicht sichtbar (latent) befallenes Pflanzgut im Lager -Boden -Gewässer   4 -(latent) befallenes Pflanzgut -enge Fruchtfolge -Beschädigung (schlechte Erntetechnik) -Anfällige Sorte -hohe Bodenfeuchtigkeit (Staunässe) -Sauerstoffmangel (Staunässe) -schlechte Lagerung
  • 43. Beschreiben Sie die wichtigsten Maßnahmen, die der Knollennass- und Stängelfäule der Kartoffel entgegenwirken. Standortwahl --> optimale Bedingungen für KartoffelnSortenwahl --> wenig anfällige SortenBodentemperatur --> 10°C beim PflanzenKnollenschutz --> keine unnötige BerührungErntewitterung --> trockener Boden, keine zu niedrige KnollentemperaturFaule raus --> Kartoffeln im Bunker ohne Kluten, Steine und kranke KnollenRegenschutz --> bei und nach der ErnteLagerung --> 1. Phase Wundheilung (ca. 12 °C, hohe Luftfeuchte), 2. Phase abkühlen je nachSorte und VerwertungAufbereitung --> min. 8 °C Hygiene
  • Pilze 44. Beschreiben Sie die Morphologie von Pilzen. -Eukaryonten -Eine Zellwand (ein Entwicklungsstadium) -Thallus (Vegetationskörper) -niedere Formen Zellwandloser Protoplast -höher Formen Sprosszellen (einzelne Zellen) -Hyphen --> Myzelgeflecht (kein Gewebe, nur viele einzelne Zellen!)
  • Nennen Sie allgemeine Eigenschaften von Pilzen. -Ernährungsweise als Saprophyten, Parasiten und Symbionten  -nutzen Toxine um Wiederschand Zielorganismuss zu überwinden  -können Sporen bilden
  • Beschreiben Sie die Lebensansprüche von Pilzen. -brauchen Feuchtigkeit (sonst Dauerstadien) -Substrate (je nach Ernährungsweise) -Temperaturtoleranz 0-50°C -saurer pH-Wert -meist UV-Empfindlich (außer Mehltau)
  • Warum haben Pilze ein hohes Schadpotential? Sie können durch aktives Wachstum die gesamte Pflanze bzw. auch ganze Pflanzenbestände befallen. Sie sind in der Lage Enzyme (zum Abbau pflanzlicher Polymere) und Toxine zu produzieren. Besonders in feuchten Klimaten sind die durch Pilze verursachten Schäden stärker als die von Insekten oder anderen Tieren verursachten Schäden. Trotz umfangreicher Pflanzenschutzmaßnahmen verursachen Pilze Ernteverluste von 15% weltweit.   -       Kurze Latenzzeiten (wenige Tage, in denen Reproduktion abläuft, Roste und DTR 2-5 Tage) -       Hohe Reproduktionsraten (durch intensive Sporenbildung, Roste ca. 1:400.000) -       Effiziente Ausbreitungsfähigkeit (über Hunderte und Tausende von Kilometern) -       Gute Überdauerungsfähigkeit (auf Pflanzenresten, Saatgut, Boden)  
  • Wie können pflanzenpathogene Pilze überdauern? -Durch spezielle Myzelbildung und dickwandige Dauersporen -überdauerndes Myzel auf Pflanzenrückständen im Boden -in perennierenden Pflanzen und Samen-Sporen am Saat- und Pflanzgut-Sklerotien und Mikrosklerotien-Dauersporen-Sporen geschützt in Fruchtkörpern
  • Was sind Sklerotien und Chlamydosporen? Welche Funktion haben sie? Nennen Sie jeweils eine zugehörige Pilzgattung. Sklerotien: Zusammengeballte Hyphen mit verdickten  Zellwänden                             Überdauerungs­körper, durch Widerstandsfähigkeit längere Ruheperiode möglich                   Bsp. Mutterkorn, Rhizoctonia solani   Chlamydosporen:, dickwandig, reservestoffreich, asexuell entstanden,                Überdauerungskörper z.B. die Brandsporen der Brandpilze (Ustilaginales und Tilletiales) oder die Teleutosporen
  • Welche zwei Grundformen der Fortpflanzung werden im Entwicklungszyklus bei Pilzen unterschieden und welche Funktion haben sie? Asexuelles Stadium: Nebenfruchtform (Anamorph) für die Massenvermehrung und Verbreitung Sexuelles Stadium: Hauptfruchtform (Teleomorph) dient der Überdauerung und Erhaltung
  • Welche Formen der asexuellen Fortpflanzung gibt es bei Pilzen? -Sprossung (Sprosszellen) --> nicht für Überdauerung -Fragmentierung (Arthrosporen) --> nicht für Überdauerung -Sporenbildung (am häufigsten)
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  • Was ist eine Pilzspore? Nennen Sie geschlechtlich und ungeschlechtlich gebildete Sporen. Winzige Fortpflanzungseinheit, die der Erzeugung von neuen Individuen derselben Art dient.            asexuell(Massenvermehrung): § Arthrosporen § Sporangiosporen § Zoosporen § Planosporen § Konidien § Uredosporen            sexuell(Neukombination und Überdauerung): § Oosporen § Zygosporen § Ascosporen § Basidiosporen
  • Beschreiben Sie die einzelnen Schritte der sexuellen Fortpflanzung bei Pilzen. 1.    Plasmogamie: Verschmelzung von haploiden Gameten (männlich/weiblich), es bildet sich ein Dikaryon (Zweikernstadium) 2.    Karyogamie: Kernfusion zur diploiden Zygote 3.    Meiose: Bildung von 4 haploiden Sporen
  • Beschreiben Sie die Möglichkeiten der Infektion und des Wachstums von pflanzenpathogenen Pilzen. Infektion: -Zersetzung intakte Oberflächen -Natürliche Öffnungen ( Stromata, Lentizellen, Poren) -Wunden   Wachstum: -in Zellen -im Interzellularraum -in Leitbahnen
  • Erläutern Sie den allgemeinen Krankheitsverlauf bei einer von Pilzen verursachten Krankheit ausgehend von einer Spore. 1. Sporenlandung (Staubschicht Blatt) 2. Sporenkeimung 3. Infektion Pflanzeninneres (latent) 4. Myzelbildung und Wachstum (sichtbar) 5. Sporulation -->Sporenverbreitung auf abgestorbenes Gewebe
  • Definieren Sie die Begriffe Infektionszeit, Inkubationszeit, Sporulationszeit und Sporulationsdauer. Infektionszeit: Zeitspanne vom Beginn des Angriffs eines Erregers auf dem Wirt bis zum Erreichen eines stabilen parasitischen Verhältnisses   Inkubationszeit: Phase vom ersten Kontakt eines Schaderregers mit der Pflanze bis zum Auftreten von Symptomen   Sporulationszeit: Zeitspanne von der Ankunft der Verbreitungseinheit eines Schaderregers auf der Oberfläche eines anfälligen Wirtes bis zur erneuten Bildung von Verbreitungseinheiten   Sporulationsdauer: Zeitspanne während der ein Parasit auf oder in einer befallenen Pflanze Sporen produziert
  • Welche Bedeutung hat die Dauer der Inkubationszeit von pilzlichen Schadorganismen für die Epidemie und die mögliche Bekämpfung? Nennen Sie jeweils ein Beispiel aus dem Getreide für eine sehr kurze und eine sehr lange Inkubationszeit. ·      je kürzer Inkubationszeit, desto schneller Epidemie --> also schnell BEKÄMPFEN ·   Bei  langen Inkubationszeit kann Erreger sich unbemerkt verbreiten.   ·   kurze Inkubationszeit: Rostpilze, DTR (3 Tage) ·   Lange Inkubationszeit: Septoria bei Weizen (28 Tage)
  • Beschreiben Sie Merkmale der Ordnung Plasmodiophorales und nennen Sie zwei bedeutende Arten. ·   vielkernige, zellwandfreie parasitische Schleimpilze ohne Hyphenbildung ·   Stadien mit Geißeln und Dauersporen ·   leben als Plasmodien (nackte, zellwandlose Protoplasten) ·   obligat biotroph (brauchen die Wirtspflanze, sonst nicht lebensfähig) ·   gefördert durch niedrige pH-Werte und Feuchte ·   befallen nur Wurzeln --> Gallenbildung oder massives Wurzelwachstum Bsp: ·   Polymyxa betae (Rizomania (Wurzelbärtigkeit)) ·   Polymyxa graminis (BYMV)
  • 59. Beschreiben Sie Entwicklungszyklus und Bedeutung von Polymyxa betae Entwicklungszyklus: -       Dauersporen im Boden -       Zoosporen (Schwärmsporen) -       Besiedlung und Infektion einer Zelle der Wurzelepidermis à heften sich an Wurzelhaare à verhärtet sich zu Zyste -       Stachel dringt in Wurzelzelle ein à Inhalt der Zyste gelangt in Wurzelzelle -       Bildung von Plasmodien -       Umwandlung in ein Zoosporangium -       Fertiges Zoosporangium mit vielen Zoosporen -       Zoosporen werden freigegeben und infizieren die nächste Seitenwurzel -       Pupillenbildung durch die Zellwand und Entstehung der Zoosporen -       Ausschwärmen der Zoosporen durch Papille und Besiedlung weiterer Zellen -       Verbreitung des Virus an Bodenpartikeln über Wind und Landmaschinen -       Zoosporen (Schwärmsporen) -       Die Plasmodien können sich auch umwandeln in ein Dauersporangium -       Dauersporen (im Boden, wenn Wurzelzellen verrottet sind) -       Parasit in Zelle nimmt Nährstoffe und Virus aus Pflanzenzelle auf. -       Polymyxasporen mit Viren können mehrere Jahre im Boden überdauern. Bedeutung: -       Der Pilz überträgt das BNYV-Virus -       Mögliche Ertragsverluste (50-80%) durch ausbleibende Rübenkörperbildung und extreme Seitenwurzelbildung. -       Keine direkte Bekämpfung möglich: Vorbeugung durch weite Fruchtfolge sinnlos, Problem: Langlebigkeit der Dauersporen. Anbau toleranter/resistenter Sorten
  • Beschreiben Sie Entwicklungszyklus und Bedeutung von Synchytrium endobioticum (Kartoffelkrebs). Entwicklungszyklus:  Zyklus I die Zoosporen bilden Gameten (Geschlechtszellen)diese bilden die Zygotendie Zygoten infiziert eine Pflanzenzellees werden Dauersporangien gebildetaus diesen werden Zoosporangienaus den Zoosporangien können sich dann die Zoosporen entwickeln   Zyklus IIdie Zoosporen infizieren eine Wirtszellein der Wirtszelle wird das Plasmodium des Pilzes gebildetder Pilz regt die Wirtszelle zu übermäßigem Wachstum an (Kernteilung)Sommersporangien werden gebildetaus diesen bilden sich die Zoosporen  Bedeutung: Quarantänekrankheit, keine Bekämpfung möglich, bei Befall Kartoffelanbau viele Jahre stilllegen (8-10, im Extremfall bis 20 Jahre), meldepflichtige Krankheit, Vorbeugung: Anbau resistenter Sorten, Verwendung von gesundem Pflanzgut
  • 61. Nennen sie allgemeine Merkmale der Oomycetes -algenartige Pilze -kein Citin in Zellwand, sonderen Hemicellulose und Cellulose
  • 62. Beschreiben Sie den allgemeinen Entwicklungszyklus der Oomycetes. Nicht beantwortet Die Keimung kann über drei Wege erfolgen. Über die direkte Keimung der Zoosporangien (Direkte Keimung = Zoosporangien > Keimung > Myzel), die indirekte Keimung über die Zoospore (Indirekte Keimung = Zoosporangien > Zoosporen > Keimung > Myzel) oder über die Keimung des Überdauerungsorgans, der Oospore. Nach der Keimung bildet sich ein Myzel. Das Myzel kann sexuelle und asexuelle Fortpflanzung betreiben. Bei der asexuellen Fortpflanzung bildet es Zoosporangien die erneut zur Auskeimung kommen können. Bei der sexuellen Vermehrung kommt es zur Gametangienbildung (Oogonium, Antheridium). Durch Gametangiogamie (Fusion von Oogonium und Antheridium) kommt es zur Bildung der dickwandigen, überdauerungsfähigen Oospore.
  • 63. Welche Erreger können Verursacher des Wurzelbrandes der Zuckerrübe sein? - Aphanomyces cochlioides - Phytium ultimum, Phytium debaryanum - Phoma betae - Rhizoctinia solani - Beteiligung: Alternaria, Fusarium spp.
  • 64. Beschreiben Sie den Entwicklungszyklus der Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel (P. infestans). Entwicklungszyklus: -          infizierte Knolle (Braunfäule) z.B. Pflanzknolle, Abfallhaufen, Durchwuchskartoffel -          Phytophtora kommt aus alten Knollen vom Vorjahr -          Sporangium wird gebildet -          Sporangien mit Zoosporen -          Freisetzung von Zoosporen und Verbreitung über Luft -          Pflanze wird befallen -          Befallene Pflanze mit Sporangienträgern -          Sporangien befallen die Knolle oder bilden Zoosporen   Auf befallenen Knollen oder an Jungpflanzen gebildete Sporangien werden durch Wind im Bestand verbreitet, setzen erste Infektionsherde und leiten eine polyzyklische Epidemie ein. Bei kühlfeuchten Bedingungen (unter 16°C) entlassen Sporangien Zoosporen, die sich chemotaktisch im Wasser orientieren und mehrfach enzystieren können, bevor sie mit einem Infektionsschlauch das Pflanzengewebe infizieren können. Bei höherer Temperatur (über 18°C) keimen Sporangien direkt mit einem Infektionsschlauch aus. Auf befallenen Kraut erfolgt eine erneute Sporangienbildung. Knollen werden systemisch über den Spross oder durch in den Boden eingewaschene Sporangien infiziert.
  • 65. Beschreiben Sie Merkmale der Familie Peronosporaceae (Falsche Mehltaupilze) und nennen Sie die zugehörigen Gattungen und drei bedeutende Arten. obligate wirtsspezifische Parasiten, hoch spezialisierthohes Epidemiepotenzial durch flugfähige Sporangien und kurze LatenzzeitOptimum: feucht-kühle Witterungrasche Resistenzbildung Gattungen: Plasmopara, Bremia, Peronospora, Pseudoperonospora Bedeutende Arten: Plasmopara viticula (Falscher Mehltau an Reben), Peronospora parasitica (FMT an Brassicaceen), Peronospora tabacina (Blauschimmel des Tabak), Bremia lactucae (FMT an Salat)
  • 66. Beschreiben Sie den allgemeinen Entwicklungszyklus der Ascomycota. Sexuelles Stadium:          Keimung > Myzel > Gametangienbildung (Ascogonium, Antheridium) > Gametangiogamie (Fusion von Ascogonium und Antheridium) > Fruchtkörper > Ascus > Ascospore          Asexuelles Stadium:          Keimung > Myzel > Konidienträger, Sporodochien, Pyknidien, Acervuli > Konidien
  • 67. Welche Fruchtkörpertypen können Ascomycota im Rahmen ihres sexuellen Entwicklungsganges ausbilden? ·      Kleistothecien ·   Perithecien ·   Pseudothecien ·   Apothecien ·   freie Asci, Ascosporen
  • 68. Auf welche Weise bilden Ascomycota im Rahmen ihrer asexuellen Vermehrung Sporen aus? Die Konidien entstehen frei auf der Pflanzenoberfläche (z.B. an Konidienketten (Mehltau)) oder befinden sich in besonderen Konidienlagern: -          Konidienträger -          Sporodochien -          Acervuli -          Pyknidien
  • 69. Erläutern Sie die Begriffe Sporodochium, Acervulus und Pyknidium. Es sind die Vermehrungsorgane der asexuellen Vermehrung. In ihnen bilden sich die Konidien heran. -          Sporodochium: Hyphengeflecht, das dicht mit Konidienträgern besetzt ist -          Acervulus: flaches Stroma oder lagerartige Hyphenmatte bestimmter Pilzarten mit                     kurzen, eng zusammengedrängten Konidienträgern -          Pyknidium: kugeliger oder flaschenförmiger Fruchtkörper höherer Pilze mit apikaler                   Öffnung als kleine Papille oder längerer Hals, in ihm werden in großer Zahl asexuell                     einkernige Pyknidio- oder Pyknosporen gebildet            Konidien werden meist als schleimige Masse gebildet, die bei hoher Luftfeuchte oder                   Benetzung pastenartig heraustritt und mit Regenspritzern verbreitet wird.
  • 70. Beschreiben Sie den Entwicklungszyklus des Echten Mehltaus (Blumeria graminis) an Getreide. Ungeschlechtliche Vermehrung bis zu acht Zyklen während der Getreidevegetation, Fortsetzung aus Ausfallgetreide. Konidenketten auf der Blattoberseite (> weißer Film >Mehltaumyzel)Sporenverbreitung über WindKeimung Konidio- und AscosporenInfektion (nur lebende Pflanzenzellen)Bildung von Konidienketten… Sexuelle Vermehrung bei Weizen vor der Abreife.…Bildung von KonidienkettenWeibliche und männliche Geschlechtsorgane (Gametangienbildung)Kleistothezium (Fruchtkörper > schwarze Punkte)Kleistothezium geplatzt mit Asci (bei wechselfeuchten Bedingungen)Ascosporen werden freigesetztSporenverbreitung über Wind… (> Übergang zur ungeschlechtlichen Vermehrung)
  • 71. Beschreiben Sie den Entwicklungszyklus von Septoria tritici. 1) Nach der Ernte überdauert der Pilz in Strohresten 2) Weibliche bilden Empfängnishyphe, die von männlichen befruchtet werden (Ascosporen entstehen im Asci durch Teilungsschritte 3) Bei hoher Luftfeuchtigkeit platzen die Asci die sexuellen Ascosporen werden vom Wind fort getragen und infizieren junge Weizenpflanzen 4) Infiziertes Blattgewebe wird zunächst gelb und stirbt schließlich ab. In dieser Nekrose entstehen schließlich Pyknidien, asexuelle Furchtkörper 5) die in den Pyknidien gebildeten Pyknosporen werden als Schleimranken ausgepresst. 6) Regentropfen schleudern die Pyknosporen auf die seitlichen und nächsthöheren Blätter 7) Bei ausreichender blattnässe keimen die Pyknosporen aus. Über die Spaltöffnungen wird das Blattinnere infiziert; ein Myzel entsteht 8) Die Folgen der Infektion zeigen sich erst nach einer typischen Latenzzeit von ca. 28 Tagen: Chlorosen, die in Nekrosen übergehen, Auf den nekrotischen Blattflächen entsteht die nächste Generation punktförmiger Pyknidien. Bei regenreicher Witterung kann der Pilz auch die ertragsrelevanten oberen Blätter erreichen Bedeutung: Erreger der Blattdürre ist weltweit verbreitet; beeinträchtigt die Vitalität der Weizenpflanze und kann zu Ernteverlusten bis 30% führen; Anbau weniger anfälliger Sorten, angepasst Fruchfolge, Einarbeiten von Ernterückständen, können den Befall verhindern; direkte Bekämpfung ist nicht möglich; kühles und nasses Wetter begünstigen die Entwicklung; optimale Temperaturen liegen zwischen 20 und 25 °C. Eine Ausbreitung der Krankheit kann allerdings schon bei 4°C im Winter stattfinden. hohe Temp. bremsen die Entwicklung, für eine Infektion sind mindesten 20 Stunden Blattnässe nötig, je tiefer die Temp. um so länger muss die Nässa anhalten
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  • 72. Nennen Sie die wichtigsten Merkmale der Rostpilze. -       Reich Fungi – Stamm Basidiomycota – Klasse Telimycetes - Ordnung Uredirales (Rostpilze) -       höhere Temperaturansprüche -       hohe Wirtsspezialisierung, biotroph, endoparasit -       5 Sporentypen: Uredosporen, Teleutosporen, Basidiosporen, Aecidiosporen, Spermatien -       (Reduktion der Sporenstadien stellt eine Spezialisierung dar) -       Infektion über Stomata von aktivem Assimilationsgewebe, Ausbreitung mit Hyphen                     interzellulär -       Kernphasenwechsel zum Teil mit Wirtswechsel im Entwicklungszyklus
  • 73. Beschreiben Sie den vollständigen Entwicklungszyklus der Rostpilze. Diplontenwirt / Hauptwirt Uredosporen durch Wind übertragen --> bilden Schleimschlauch --> in StomaTeleutolager mit Teleutosporen (dikaryotisch --> reifungsprozess zur Ernte meist abgeschlossen --> bleiben auf Ernterest --> keimen im Frühjahr aus)Basidie (Promycel) (-->Karyogamie/Meiose) (Gesamtheit des Pilzorgans)Basidosporen (--> infizieren Nebenwirt; einkernig; können i.d.R. nicht Weizen infizieren, brauchen Nebenwirt)Wirtswechsel   Haplontenwirt/Nebenwirt Basidosporen +/- (Spermatien vom Kreuzungstyp + und – werden durch Insekten zusammen gebracht --> vereinen sich --> dikaryotische Zellen --> Mutterzellen)Infektion --> primäres Myzel Spermogonien (2 mal --> teilen sich --> haploid)Spermatien Empfängnishyphen --> Befruchtung (ab hier wieder dikaryotisch)Aecidien (2 mal; auf Blattunterseite)Aecidiosporen (befallen den Hauptwirt --> Weizen)
  • 74. Welche fünf Sporenstadien bildet ein Rostpilz im Rahmen eines vollständigen Entwicklungszyklus aus? Welche beiden Sporenstadien führen den Wirtswechsel durch? Sporenstadien: Uredosporen, Teleutosporen, Basidiosporen, Aecidiosporen, Spermatien Wirtswechsel:   Aecidiosporen vom Nebenwirt zum Hauptwirt, Basidiosporen vom Hauptwirt zum Nebenwirt
  • 75. Welche Sporen verursachen die epidemische Ausbreitung der Rostpilze? Mit welchem Sporenstadium überdauern sie? Ausbreitung im Sommer:            Uredosporen Überdauerung:                             Teleutosporen
  • 76. Beschreiben Sie den allgemeinen Entwicklungszyklus der Brandpilze. Nur der sexuelle Zyklus ist vorhanden! 1) Basidiosporen sind zweipolig und keimen zum Myzel aus 2) Ausbildung von 2 unterschiedlichen Sprosszellen im Myzel (+/-) 3) Beim zusammentreffen zweier gegenpoliger Sprosszellen kommt es zur Plasmogamie (Fusion) selbiger 4) Ein dikariontisches Myzel entsteht und entwicklet sich interzellulär 5) Das Myzel bildet Brandsporen aus, welche durch dickwandige Zellwände der Überwinterung dienen Nach dem Ablösen vom Myzel findet in den Brandsporen die Karyogamie und die Meiose statt 7) Es werden Basidien gebildet, welche zum erneuten Zyklusbegin Basidiosporen ausstreuen
  • 77. Beschreiben Sie die Infektionstypen der Brandpilze und nennen Sie die dazugehörigen Erreger. Welche Bedeutung haben die unterschiedlichen Infektionstypen für die Bekämpfung? ·   Blüteninfektion: Befall Fruchtknotens  -->Bekämpfung über Beizung oder Heißwasser ·   Keimpflanzeninfektion: Befall  jungem Keimlingsgewebe --> Bekämpfung über Beizung oderHeißwasser, vorher nur außen dran  ·   Lokalinfektion: Befall von jungem Wachstumsgewebe -->vorbeugende Maßnahmen (Bekämpfung der Fritfliege, Förderung des Jugendwachstums)
  • 78. Welche Brandkrankheiten sind samenbürtig, welche sind bodenbürtig? ·   Samenbürtig: Gerstenflugbrand, Weizenflugbrand, Haferflugbrand, Weizensteinbrand, ·   Bodenbürtig: Maisbeulenbrand, Zwergsteinbrand
  • 79. Beschreiben Sie Entwicklungszyklus und Bedeutung des Gerstenflugbrandes (Ustilago nuda). Bedeutung: Mit Flugbrand befallene Gerste bildet anstelle von Körnern eine schwarze Masse aus Sporen. Diese werden mit dem Wind verbreitet und gelangen auf die Narben gesunder Gerstenblüten. Dort keimen die Brandsporen, besiedeln anschließend den Fruchtknoten und später den Embryo. Hier kann der Pilz während längerer Zeit überleben. Nach der Keimung des Samens wird der Pilz aktiv und infiziert den Keimling. Stark befallenes Saatgut hat hohe Ertragseinbußen zur Folge.   Epidemiologie Flugbrand ist eine rein samenbürtige Krankheit. Infiziertes Saatgut bildet denn auch die Hauptgefahr für die weitere Ausbreitung der Krankheit. Infektionsquellen für gesunde Pflanzen sind Flugbrandpflanzen im Bestand oder in Nachbarfeldern. Infektionen finden nur während der Blüte statt, zu diesem Zeitpunkt findet auch der Sporenflug statt. Warmes Wetter und hohe Luftfeuchtigkeit begünstigen die Infektion. Eine Infektion ist ab 12 °C möglich, optimal sind 18-25 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 80-100 %. Geschlossen blühende Sorten sind weniger gefährdet als offen blühende Typen. Auch eine lange Blütezeit begünstigt eine erfolgreiche Infektion der Gerste.   Entwicklungszyklus: -       Das Myzel des Brandpilzes kann mehrere Jahre im Embryo des infizierten Getreidekorns überleben. Nach der Saatgutkeimung wird der Pilz aktiv, infiziert den Keimling und verbreitet sich ohne sichtbare Schädigung interzellulär in der wachsenden Getreidepflanze. Befallene Gerstenpflanzen schieben die Ähren früher als gesunde. In den Ähren ist anstelle der Blüten eine schwarze Sporenmasse sichtbar. Die Sporen werden mit dem Wind verbreitet. Obwohl diese über große Distanzen verbreitet werden können, ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion im Umkreis von 10 Metern am größten. Die Sporen gelangen auf die Narben gesunder Gerstenblüten. Dort keimen die Brandsporen und bilden je ein Basidium, das aus einer bis vier Zellen besteht. Jede Zelle bildet eine kurze, haploide Hyphe (es werden keine Basidiosporen gebildet!). Die Kopulation erfolgt paarweise zwischen sexuell kompatiblen haploiden Hyphen. -       Das neu entstandene dikaryotische Myzel besiedelt anschliessend den Fruchtknoten und später den Embryo. Hier ruht das Myzel bis zur Aussaat.
  • 80. Beschreiben Sie Entwicklungszyklus und Bedeutung des Weizensteinbrandes (Tilletia caries). Bedeutung:Der Steinbrand des Weizens ist eine klassische samenbürtige Getreidekrankheit. Die Sporen infizieren nach der Saat den Keimling. Winterweizen wird häufiger befallen als Sommerweizen. Anstelle von Samen werden kugelige Brandbutten gebildet, die mit stinkenden Brandsporen gefüllt sind. Während der Stinkbrand im konventionellen Getreideanbau aufgrund der chemischen Beizung des Saatgutes kaum noch eine Rolle spielt, kann er im Bio-Landbau wirtschaftlich relevante Schäden verursachen. Stark befallenes Getreide ist ungenießbar. An Tiere verfüttert verursacht es unter anderem Reizungen der Darmschleimhaut (Durchfall) oder Verwerfen bei trächtigen Tieren. Milch und Eier können den Fischgeruch annehmen. Befällt nur die Deckspelze des Korns.Geringer ZwergwuchsÜberlebensdauer im Boden ca. 2 JahreÜberlebensdauer im Korn 20 JahreHauptverbreitungsart sind Transporteinrichtungen Entwicklungszyklus: Während des Dreschens gelangen Brandsporen auf gesunde Körner oder direkt auf den Boden. An den Samen bleiben sie äußerlich haften, insbesondere am Bärtchen, und können dort in trockenem Zustand mehr als 20 Jahre überleben. Im Boden bleiben die Brandsporen nur etwa zwei Jahre lebensfähig. Diese Brandsporn sind frostsicher und bleiben bei trockener Lagerung jahrelang keimfähig.Nach der Aussaat beginnt gleichzeitig mit der Keimung des Saatkorns auch die Keimung der Brandsporen. Zuerst erfolgt eine Karyogamie (Verschmelzung der beiden Zellkerne) und kurz danach eine Meiose mit anschließender Mitose. Die Brandspore keimt unter Bildung eines einzelligen Promyzels an deren Ende 8-16 haploide Primärsporidien gebildet werden. Je zwei kompatible (Kreuzungstyp + und –) Sporidien kopulieren paarweise. Anschließend werden dikaryotische Infektionshyphen, vegetative Hyphen oder Sekundärsporidien gebildet. Letztere werden abgeschnürt und können wiederum mit Infektionshyphen keimen oder erneut Sporidien bilden. Dikaryotische Infektionshyphen infizieren die Koleoptile der auflaufenden Weizenpflanze (Keimlingsinfektion). Dort wächst der Pilz zwischen den Pflanzenzellen und erreicht etwa während des 5-Blatt Stadiums das apikale Meristem des Vegetationskegels. Während des Schossens wandert der Brandpilz mit dem Vegetationskegel nach oben und besiedelt gleichzeitig die Samenanlagen. Die Wand des Fruchtknotens wird modifiziert und wird zur Hülle der Brandbutte. Im Endosperm bildet der Pilz Brandsporen. Beim Dreschen werden die Sporen freigesetzt.- Vereinfacht: Der Pilz dringt in den Keimling und bald darauf in die Ährenanlage ein und wächst mit ihr empor und bildet nach dem Ährenschieben neue Sporen welche mit einer dünnen Haut überzogen werden. Es sind neue Brandbunten anstelle von Weizenkörnern entstanden, welche den Kreislauf fortsetzen können.
  • 82. Erläutern Sie die Begriffe Population, Populationsdichte, Populationsdynamik und Gradation. Population: Tiere einer Art in einem bestimmten Lebensraum, die in einem engen Kontakt zueinander stehen Populationsdichte (Abundanz):Anzahl von Organismen pro Flächen- oder Raumeinheit Populationsdynamik: Veränderungen einer Population von Tieren in Bezug zu Raum und Zeit Gradation. Verlauf einer Massenvermehrung
  • 83. Beschreiben Sie die Phasen einer Gradation. -Latenz (nicht auffällig) -Progression (bis Max.) -Regression ( bis Latenz)
  • 84. Nennen Sie Ursachen für Populationsschwankungen bei tierischen Schadorganismen. -Witterung (feuchte, Temp.) -Gegenspiele (Räuber-Beute) -Konkurrenten -Pflanzenschutzmaßnahmen -Ernte Wirtspflanze
  • 85. Was versteht man unter einer zweigeschlechtlichen und einer eingeschlechtlichen Fortpflanzung bei tierischen Schadorganismen? -eingeschlechtlich: Nachkommen ohne sexuellen Kontakt ( Klone) -zweigeschlechtlich: Nachkommen durch sexuellen Kontakt (Genneukombinationen)
  • 86. Was versteht man unter dem Begriff Parthenogenese? Welche tierischen Schadorganismen sind dazu befähigt? Parthenogenese = Eingeschlechtliche Fortpflanzung Jungfernzeugung, Nachkommen entstehen aus unbefruchteten Eizellen, das Weibchen alleine pflanzt sich fort, asexuelle Fortpflanzung   Bsp.: Blattläuse, Rüsselkäfer, die meisten Fransen- und Hautflügler
  • 87. Erläutern Sie die Begriffe Oviparie und Viviparie. Welche tierischen Schadorganismen sind dazu befähigt? -   Oviparie:           Eiablage Eine Fortpflanzungsform, bei der befruchtete Eier abgelegt werden. Damit diese zustande kommen, ist eine innere Befruchtung durch Begattung oder durch die Aufnahme einer Spermatophore nötig.(Blattläuse, Gliederfüßer, Schnecken)   -   Viviparie:          Lebendgebärend Eine Art der Fortpflanzung, die es bei Tieren und Pflanzen gibt. Lebewesen, die sich auf diese Weise fortpflanzen, bezeichnet man als vivipar oder lebendgebärend. Bei der Viviparie bleiben die Jungtiere während ihrer gesamten Embryonalentwicklung im Mutterleib.(Rispengräser, Blattläuse, Thripsen)
  • 88. Beschreiben Sie die äußere und innere Morphologie der Arthropoden. Wodurch unterscheiden sich die Spinnentiere von den Insekten? ·   segmentierter Körper (jedem Körpersegment ein paar Gliedmaßen (Fuß, Flügel, Mundwerkzeuge, Fühler…) ·   Strickleiternervensystem ·   Außenskelett (Chitinkörper) ·   Wachstum durch Häutung ·   Tracheenatmung ·   kein Blutgefäßsystem, einfaches Verdauungssystem   Spinnen: § 4 Laufbeinpaare § keine Fühler § 2 Paar Mundwerkzeuge § Kopf nicht abgesetzt § Zweigliederung: Vorder- und Hinterleib   Insekten: § 3 Laufbeinpaare § Fühler § 3 Paar Mundwerkzeuge § Kopf abgesetzt § Dreigliederung: Kopf, Vorder- und Hinterleib
  • 89. Erläutern sie den Begriff Diapause. Welche Formen der Diapause gibt es und wodurch sind sie gekennzeichnet? -Ruhepause zur überbrückung ungünstiger Zeiträume (Winterstarre)          -obligatorische Diapause (genetisch Festgelegt)          -fakultative Diapause (Witterung oder Nahrungsangebot)
  • 90. Beschreiben Sie den allgemeinen morphologischen Grundaufbau eines adulten Spinnentieres. -   keine Fühler -   2 Paar Mundwerkzeuge (Pedipalpen, Cheliceren) -   Rumpf getrennt in Vorderkörper und Hinterkörper -   4 Paar Laufbeine -   segmentierter Körper -   Strickleiternervensystem mit Ganglien -   Außenskelett (Chitinkörper) -   Wachstum durch Häutung -   keine Lungen, Atmung über Löcher in der Cuticula -   schlauchartiges Herz -   kein Blutgefäßsystem, einfaches Verdauungssystem mit Vorder-, Mittel und Enddarm
  • 91. Beschreiben Sie die Merkmale, den Entwicklungszyklus und die Bedeutung von phytophagen Milben. Merkmale: -      besitzen im Larvenstadium oft nur drei Beinpaare; adulte 4 Beinpaare -      Sehr klein, meist <1mm -      Stamm Arthropoda – Klasse Arachnida – Ordnung Acari -      einzige phytophage Vertreter unter den Spinnentieren durch Umwandlung der Cheliceren zu Stechborsten à Saugschaden, Enzyme im Gewebe, Virusvektor à Problem in Obst-, Gemüse- und Zierpflanzenbau   Biologie: -       Fortpflanzung und Entwicklung -      zweigeschlechtliche Fortpflanzung, Eiablage -       4 Larvenstadien bis zum adulten Tier -      extrem hohe Reproduktionsraten bei warm-trockenen Bedingungen (à Glaskultur)   Bedeutung: -       parasitisch -       räuberisch (hauptsächlich im Boden) -       auch Virusvektoren -       saprophytisch   Bekämpfung: -       Acarizide (Problem àResistenzen steigen)
  • 92. Beschreiben Sie die äußere und innere Morphologie eines Insektes. - 3 paarige Mundwerkzeuge -adulte Tier Flügel -Strickleiternervensystem -Atmung über Tracheen -offenes Blutsystem