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Neuropsychologie (Fach) / VL 1 (Lektion)

Vl 1

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  • Gegenstand der Neuropsychologie/Neurowissenschaften: Zentralnervöse Grundlagen des menschlichen Verhaltens und Erlebens/Empfindens
  • Ziel der Neuropsychologie: Aufklärung der Zusammenhänge zwischen beobachtbarem Verhalten und dessen anatomischen, physiologischen und biochemischen zerebralen Grundlagen
  • Ventrikel - Doktrin (2) > Die Kenntnis der Liquorräume geht auf 200 A.D. zurück  > Aufstellung der mittelalterlichen Drei - Zellen-Theoie: den Seitenventrikel, dem dritten und vierten Ventrikel wurde die Funktion des Seelenortes zugewiesen
  • „Lokalisation der Seele“: René Descartes (1596-1650) Epiphyse (Zirbeldrüse), eine kleine Struktur im Hirnstamm, als Sitz der SeeleInteraktionzwischen ventrikulärem Liquor und des Gehirngewebes intelligentes Verhalten erklären würde.
  • Neuronen-Doktrin 1/2 (3) > Arzt Camillo Golgi 1873 eine Methode, um einzelne Nervenzellen zu färben, mit Silbernitrat > Cajal zeichnete feinsäuberlich die Bestandteile der Neurone: den Zellkörper mit seinem Zellkern und die davon abgehenden Fasern, das Axon und die Dendriten. > 1891 erhielten die Nerveneinheiten den Namen „Neurone“
  • Neuronen-Doktrin 2/2 (4) > Cajal + Golgi zogen unterschiedliche Schlüsse aus dem gefärbten Nervengewebe> Golgi: Nervenfasern wie Spinnennetzes durchgängig miteinander verbunden, behauptete ein durchgehendes Netzwerk ähnlich dem Blutkreislauf> Cajal (der Recht behielt):  Gehirn aus vielen einzelnen eigenständigen Nervenzellen die über Kontaktstellen kommunizieren --> Neuronendoktrin> Aussehen der Zellen; dass die Axone wie Drähte Information weiterleiten und die Dendriten als Antennen Signale empfangen --> Trotz Ausnahmen ist die ND die Grundidee, wie das Nervensystem arbeitet.
  • Phrenologie (4) > Wichtigste Lokalisationstheorie des 19. Jahrhundertswar die Phrenologie > ihr wichtigster Vertreter Franz Joseph Gall (1758-1862) > Idee: Gehirn beinhaltet eine Reihe seperater Organe, die unterschiedl. angeborene Fähigkeiten beinhalten (27) > jedes Organ erzeugt Ausbuchtung oder Einbuchtung im Schädel
  • Äquipotentialhypothese vs. Lokalisation (3) > Lokalisationstheorie: Versuche, die Funktion lokal abgrenzbarer Teile des Gehirns zu bestimmen und so dem Gehirn einen 'funktionellen Bauplan' zuzuschreiben. Typisch sind Darstellungen der funktionellen Areale der Großhirnrinde > Flourens: Tierversuche --> nicht Lokalisation einer Gehirnregion für Störung wichtig sondern Masse des entfernten Gewebes > nicht Lokalisation, sondern Masse entscheidend, im Gehirn sämtliche Teile gleichberechtigt an den Aufgaben des Gehirns beteiligt  
  • Lokalisation und die Broca-Aphasie (4) > Broca: untersuchte post mortem das Gehirn des Patienten Leborgne, der eine Epilepsie hatte und eine rechtsseitige Lähmung (Hemiplegie) > 20 Jahre lang nur Silbe „Tan“ und einigen wenigen Flüchen > Broca: Beschädigung der zweiten und dritten linken frontalen Hirnwindung fest > wurde als Broca-Aphasie bekannt
  • Lokalisation und Wernicke Areal (2) > Carl Wernicke: berichtete ebenfalls über ein aphasisches Defizit, diesmal waren die Patienten jedoch nicht in der Lage Sprache zu verstehen > Bescädigung in linker Hemsiphäre lateral unterhalb von Broca-Areal
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  • Somatotopie und der Homunkulus (3) > 1870: Tierexperimente von Fritsch und Hitzig --> Neocortex selektiv erregbar durch elektr. Stimulation > 1860: funktionelle Hierachie des Nervensystems --> Lokalisation sensorischer und motorischer Funktionen in bestimmten Hirnregionen (Somatotopie) > 1940/50: sensomotorische Cortex: das Paradebeispiel somatotopischer Gliederung
  • Kartographie des Gehirns 1909: Korbinian Brodmanns Cytoarchitektonische Karten sind komplizierte  Atlanten, welche basierend auf der in einer spezifischen Hirnregion  vorkommenden Zelltypen und Zelldichte aufgebaut sind --> Bordmann’s Karte weist bestimmten Regionen des Gehirns Nummern zu
  • Tierexperimentelle Studien (3) > induzierte Läsionen (Zerstörung von Gehirnstruktur)> Vorübergehende Funktionsblockierung (z. B. durch Pharmaka, Unterkühlung) > direkte lokale Stimulation durch elektrische oder chemische Reize --> Verhaltensbeobachtung in spezifischen Testsituationen vor  und nach dem experimentellen Eingriff, Beobachtung der Veränderung 
  • Beispiel räumliches Gedächtnis (2) > Ratten werden im einem spezifischen Bereich des Hippokampus (CA1 und CA3) läsioniert und im Anschluss einer Labyrinth Aufgabe unterzogen > Ausfälle im räumlichen Gedächtnis wenn die Aufgabe postoperativ gelernt wurde, nicht aber, wenn sie präoperativ gelernt wurde (Olton + Papas)
  • Einzelfallstudien: (3) > Viele Erkenntnisse über Gehirnfunktionen + die zugrundeliegenden Mechanismen so gewonnen> Beispiele hierfür sind der Patient „Tan“ von Paul Broca, der Fall von Phineas Gage > Einzelfallstudien untersuchen das Verhalten eines Individuums in der Regel über einen sehr langen Zeitraum und viele der Patienten sind vielfach untersucht worden
  • Der Fall Phineas Gage (4) > bei einem Unfall eine Eisenstange im Gehirn im Orbitofrontalkortex > Damasio et al.: Rekonstruktion Hirnschäden + Zusammenhang zu Überlieferungen von Verhaltensänderungen nach Unfall >  Übereinstimmung zwischen dem neuroanatomischen Muster Läsion und dem Verhalten anderer Patienten mit ähnlichen Hirnschädigungen > Beeinträchtigung für rationale Entscheidungen, Emotionsverarbeitung und Impulsivität
  • Patient H.M. (3) > unkontrollierbar heftige epilept. Anfälle, ab dem 17. LJ – mehrfach tonisch-klonischen Anfälle > verlor bei OP etwa zwei Drittel seines Hippocampus, des Gyrus parahippocampalis und die Amygdala > Epilepsie weg, aber anterograden Amnesie: Obwohl sein Arbeitsgedächtnis sowie sein prozedurales Gedächtnis funktionsfähig waren, konnte Molaisonkeine neuen Ereignisse mehr in seinem deklarativen Langzeitgedächtnis speichern
  • Patient CW (2) > Herpex-simplex-Enziphalitis: Schädigung Hippocampus und Teile Schlaäfen- und Frontallappen > totale Amnesie, Teil Gehirns geschädigt, der zur Übertragung von Erinnerungen vom Kurz- in das Langzeitgedächtnis verantwortlich, nicht in der Lage, neue Erinnerungen zu speichern
  • Vorteile Einzelfallstudien (4) > wertvoll, da Läsionen im Gehirn bei Menschen nicht  experimentell induziert werden können > Eine Hirnschädigung könnte die Funktion der geschädigten Region hervorheben > Einzelfallstudien erlauben eine intensive und longitudinale Untersuchung > inzelfallstudien können verwendet werden um psychologische Theorien  „einzuschränken“
  • Nachteile Einzelfallstudien (4) > Einzelfallstudien zeigen starke individuelle Varianz > Lokalisation der Schädigung kann stark variieren und wird möglicherweise nicht  immer genau beschrieben (oder kann nicht genau beschrieben werden) > vorherige Leistungs nicht bekannt - keine Vergleichsmöglichkeit> Es könnten konfundierende Faktoren, wie Medikation, vorliegen
  • Broca Aphasie: Hauptsyptome (4) > motorische Aphasie > Agrammatismus - Telegrammstil > klanglichen Umschreibungen - phonematische Paraphasien > Sprechanstrengung
  • Wernicke Aphasie - Hauptsymptome (5) > sensorische Aphasie  > klanglichen und semantische Umschreibungen / Paraphrasien > Neologismen > Flüssige Sprachproduktion, erhaltene Prosodie und Artikulation > stark gestörtes Sprachverständnis