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Interkulturelle Psychologie (Fach) / Heft 1 (Lektion)
Kulturvergleichende Psychologie
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- Kulturvergleichende Psychologie - Grundlagen - Definition - != Kulturpsycholgie Kulturvergleichende Psychologie(Cross-cultural psychology) - relativ neue Teildisziplin- zu unrecht nicht ganz ernst genommen- Kritik gängige Psychologie: culture-blind westliche Psychologiestudenten repräsentativ für die ganze Welt (ha-ha) vor Allem USA => Managementtheorien aus den USA können nicht einfach übernommen werden!- kulturvergleichende Psychologie grenzt sich vorallem durch ihre Methoden ab: zB Intelligenztests: Westliche Auffassung ist nicht allgemein gültig! klassische Frage im Einstellungsinterview - kann je kultureller Hintergrund deutlich variieren (individualistisch, kollektivistisch?)- Problem: Viele Studien zu Unterschieden - werden daher überbetont Definition: Kulturvergleichende Psychologie- geht über die üblichen Methoden der Psychologie hinaus- Fokus: Individuum = Gegenstand der Analyse im Kontext einer bestimmten Kultur (!= Kulturanthropologie: Verlgeicht Kulturen miteinander)- nur cross-ethnischer oder cross-nationaler Vegleich gilt nur als kulturvergleichend wenn relevante kulturelle Variablen != Kulturpsychologie (culture-psychology) != cross-culture psychologie!!!- Kulturpsychologie: Einfluss der Kultur auf das Individuum methodische Unterschied: Kultur abhängige Variable- Kulturvergleichende Psycholge += Vergleich in unterschiedlichen Kulturmodellen methodischer Unterschied: Kultur unabhängige Variable (wird gezielt verändert)
- Operationalisierung von Kultur - Definition Kultur - universelle Kategorien - Triandis: 6 + 2 Aspekte bedenken - Vorsicht.. 1 Warnung - Rolle Ökologie Operationalisieren = messbar machen Definition Kultur:- menschengemachte subjektive und objektive Elemente die in der Vergangenheit des Überlebens erhöht haben -> Zufiredenheit ihrer Mitglieder in einer ökologischen Niesche- shared way of life of a group of people- Person: Gedächtnis, Gesellschaft: Kultur- Kultur != Gesellschaft Gesellschaft: organisierte Gruppen von Personen mit gleichen Zielen Kultur: Art des Lebens in der Gemeinschaft- Kultur ist niemals werted- Kultur = Abhängige Variable=> Gruppe von Menschen ähneln sich mehr als sie sich unterscheiden unvierselle Kategorien:- alle unterscheiden: Liebe, Hass, Aggression, prosoziales Verhalten, intime und formale Beziehungen- Sprache, Nahrungstraditionen, Kunst, Mythen, Religion, Familienstrukturen, wirtschaftliche Systeme, Regierungen, Kriege, hygienische Gewohnheiten, Inzest-Tabus => Modus der Kategorien (wie sie zum Ausdruck kommen) ist unterschiedlich! Vorsicht, nicht überinterpretieren: Nicht alles ist auf kulturelle Unterschiede zurückzuführenpersönlichkeitsrelevante Variblen folgende Aspekte bedenken (Triandis): 1. Kulturen (Kulturmodelle) und Gesellschaften sind enorm heterogen nicht alle Deutschen trinken Bier 2. Die Beschreibung einer Kultur ist die Beschreibung einer Kategorie für viele Ausprägungen wie der Begriff Gelb viele verschiedene Farben zusammenfasst 3. Der Begriff Kultur wird oft verwechselt und vermischt != Sprache, geographische Lage, Geschichte, Religion, soziale Klasse, Rasse, dörflicher oder urbaner Wohnstatus, Nationalität usw. In einem Nationalstaat gibt es viele Subgruppen (Aborigines, Afrikaner, Spanier in Amerika) 4. Jede Stichprobe (Daten) basiert auf einem bestimmten Zeitabschnitt Kulturen verändern sich permanent (zB Smartphones, Internet, Rolle der Frau) zB: verzögerte Publikation weckt den Anschein Kultur A&B würden sich unterscheiden 5. Kultur hat nicht x-Charakteristiken, sondern hat vielleicht x Charakteristiken 6. Andere Kulturen beeinflussen die Menschen und Kulturen Tourismus, Massenmedien, Missionare, Tauschressourcen => Amerikanisierung extra 1: Über Kulturmodelle statt über Kultur sprechen! - Querschnittsstudie, Muster werden betont extra 2: von einem aktuellen Kukturmodell sprechen! - ist immer nur temporal (auch bei Längsschnittstudie - nur ein kleiner Ausschnitt) Vorsicht:- Eigene Kultur = FEHLERQUELLE!- Kultur => gebrauchen, selektieren und interpretieren von Informationen Ökologie (Objekte, Ressourcen, geographische Gegebenheiten)↓Kultur (zB viele Fischer)↓soziales Verhalten
- 3 Ziele Kulturvergleichende Psycholgie interdisziplinäre Wissenschaft 1. existierende psychologische Thesen = allgemein gültig? 2. Erklären von anderen Kulturen (=> psychologische Variationen können festgestellt werden) 3. Ergebnisse aus 1 & 2 organisieren und integrieren => allgemeingültige, universelle Psychologie für mehrere Kulturen kulturvergleichende Psychologie = interdisziplinäre Metawissenschaft- Biologie (Organismus) allgemeine Psycholgie (individuum) Kulturanthropologie (sozialwissenschaftlicher Bezug) naturalistische Beobachtungsmethoden => breite Palette an Methoden und Wissen anderer Disziplinen Fokus: Verständnis eines Populationseinflusses auf die Einzelperson
- Kulturvergleichende Psychologie - Zwei Perspektiven - 3 Paradigmen (verbinden) - Ethnozentrismus vs Multikulturalismus/Kulturpluralismus Perspektiven(Perspektiven schließen Theorien, Modelle, Rahmen, Paradigmen mit ein) 1. Emic-Perspektive lokales Wissen und lokale Interpretation 2. Etic-Perspektive = wichtiger leitet relative Variationen im Kulturkontext aus Variationen im Verhalten ab a) imposed-etic (auferlegt): Von Kultur A wird auf Kultur B geschlossen b) derived-etic (abgeleitet): ähnliche emic-Ansätze in mehreren Kulturen (Ueberschneidung = Universal) Begriffe aus Sprachwissenschaft:- Phonemics = Laute die nur in einer Sprache existieren => kulturspezifische, unikale Merkmale- Phonetics = Laute die in allen Sprachen existieren => universelle kulturelle Merkmale Forschungsergebnisse:- emisch = nur für ein bestimmtes Kulturmodell nutzbar- etisch = universell nutzbare Ergebnisse (interkuturelle Validität) In Zusammenhang mit den drei Zielen (testen psychologiesche Thesen, erklären von Kutluren, allgemeingültige Psychologie genereien) => drei Paradigmen (Orientierungen) 1. Absolutismus - menschliche Eingenschaften sind in allen Kulturen gleich - standardisierte Instrumente (nur Übersetzung) = imposed-etic Ansatz - früherer Ansatz, wurde verworfen 2. Relativismus - menschliches Verhalen ist kulturbedingt - Vergleiche sind ethnozentrisch und problematisch, daher zu vermeiden - emic-Orientierung 3. Universalismus - fasst Paradigmen 1&2 zusammen Grundmerkmale sind gleich (Absolutismus) Kultur => unterschiedliche Representation (Relativismus) - derived-etic Ansatz => Kulturvergleichende Psychologie fasst beide Perspektiven Zusammen pluralistischer Ansatz der Kulturvergleichenden Psycholgie Ethnozentrismus vs Multikulturalismus/Kulturpluralismus Ethnozentrismus:- Verzerrung der Realität + negative Wertung- richtig und falsch imposed etic- Streben nach Gleichheit bei der Behandlung- verschiedene Gruppen haben das Recht ihre einzigartige Entwicklung, Aktivität, Normen, Werte zu behaupten
- Methoden der Kulturvergleichenden Psychologie - Übersicht - Gütekriterien - höherer Aufwand - interne Validität und externe Validität - 3 Formen der Validität (Greenfeld) - Campell Bias-Probem (3) kulturgleichende Studie vorbereiten: höherer Aufwand!- verschiedene kultrelle Muster (patterns)- Instrumente passend zum Kulturmodell entwickeln/anpassen- trotzdem vergleichbare Elemente beibehalten- es mangelt hierzu an Grundlagenliteratur zB ein Fragebogen in zwei unterschiedlichen Kulturmodellen:- stimmen die Antwortmuster überein?- Vergleichbarkeit?- gleiches Phänomen erforscht?- wie negative Konnotationen vermeiden?- kann man die Probleme statistisch lösen? Allgemeine Gütekriterien=> umfangreichere Überlegungen als bei anderen psychologische Fragestellungen Objektivität (Methode, Untersuchung)- wenn von unterschiedlichen, objektiven, reliablen und validen Kostrukten ausgegangen wird Validität: 3 Themenbereichemessen wir wirklich das was wir messen wollen? wesentliche Schwierigkeit: interne und externe Validität zu unterscheiden- hohe interne Validität: Kontrolle des Forschungsplans Variable X beeinflusst abhängige Variable Y, Einfluss anderer Variablen ist ausgeschlossen schwierig, (Kultur oder Persönlichkeit)- hohe externe Validität: Generalisierbarkeit von Forschungskriterien Laborexperimente = hohe interne Validität, keine externe Validität Feldversuche = hohe externe Validität niedrige interne Validität 3 Formen der Validität Kulturpsychologie (Greenfield): 1. interpretative Validität Kommunikation des Forschers und der Zielgruppe (alles richtig verstanden etc) 2. ökologische Validität Relevanz der Daten für den natürlichen Kontext 3. theoretische Validität (Konstrukt-Validität) Konzeption eines Phänomens Campell: Bias-Poblem (Bias = stören die Validität von Kulturvergleichen) 1. Konstrukt-Bias - falsche Instrumente: nicht übereinstimmung von (Sub-)Testinhalten (zB Umgehen können mit Elektrogeräten) - zu kurze Instrumente: nicht gesamtes Verhaltensrepertoire erfasst: keine vollständige Auffassung des Konstrukts 2. Das methodische Bias - unterschiedliche soziale Erwünschtheit, Beantwortungsstile, Auffassung von Stimuli - nicht kompatible Stichproben - Kommunikationsprobleme, physische Bedingungen - Vertrautheit mit Testbedingungen zB Fragebogen (im Westen normal, woanders ggf Außergewöhnliche Situation - Versuchsleitereffekte (Forscher beeinflusst) v.a. zB wenn Forscher der Kultur angehört wird Proband sicht nicht negativ äußern 3. Item-Bias - schlechte Übersetzung, nicht adäquaten Formulierung - Items messen zusätzliche Eigenschaften - Unterschiede im Verständnis eines Items von einer kulturellen Gruppe Bias => Wertlose Ergbenisse da Unterschiede auf Bias und nicht auf Realität beruhen
- Methoden: Aquivalenz und Vergleichbarkeit - Basics (warum so wichtig?), Dilemma - linguistische Äquivalenz - Messäquivalenz - 4 Typen kulturvergleichender Studien Basics: - Äquivalenz = wichtigster Punkt hinsichtlich kulturvergleichende Methoden- Unabhängige Variable = Kulturkontext Fragestellung: Hat die Kultur einen unterschiedlichen Effekt auf das Verhalten? => Standardisierung innerhalb der Subjekte (einheitliche Versuchsbedingungen)- zB unteschiedliche Kulturen = unterschiedlicher Umgang mit Skalen eines Fragebogens Ja-Sage-Tendenz, Tendenz zur Mitte (Japan) etc- Umgang mit Anonymität? Ängste was mit den Daten geschieht- Länder miteinander vergleichbar in denen es zB unterschiedlich viele Repräsentanten einer Berufsgruppe gibt? Verbeamtete Personen, IT-Spezialiste, sehr exotische Berufe usw Dilemma der Äquivalenzfrage:Frage nach Äquivalenz setzt Wissen voraus das ja generiert werden soll Problem: - Subgruppen werden anhand oberflächlicher, leicht generierbarer Infos zusammengestellt Geschlecht, Alter, Beruf, Familienstand Warum grade diese Merkmale interessant sein sollen ist nicht erkenntlich- Kulturgrenzen = Sprachgrenzen, Landesgrenzen etc ohne Anhaltspunkt=> Oberflächliche Merkmale ohne theoretische Begründung linguistische Äquivalenz: - potenzielle Übersetzungsprobleme- funktionelle und konzeptionelle Äquivalenz- zB Methode des Übersetzens und Rückübersetzens Diskrepanz = Indikator dass keine konzeptionelle Äquivalenz vorhanden ist- je unterschiedlicher die Kulturen desto größer die Probleme der Übersetzung zB gibt es garkeine Übersetzung - zB Brötchen vs Rundstücke (München) => keine Antwort- zB Klausur vs Schulaufgabe (Bayern) => Frage falsch verstanden Messäquivalenz: - gleiches Instument für verschiedene Alter/Kulturen zB Intelligenztest vs Fährtenlesen- Testfairness/Kulturfairness irrelevanter Faktoren (zB Vertrautheit mit dem Test) Falsche Diagnose Benachteiligung(zB Hochschulzugang) 4 Typen kulturvergleichender Studien consideration of contextual factor: YES Hypothesentesten = TheoriegeleitetExplorativ = Externe Validität consideration of contextual factor: NO Hypothesentesten = GeneralisierbarExplorativ = Psychologische Unterschiede
- Methoden: Äquivalenz bei der Übersetzung - 4 Arten von Übersetzungen - Redundanz, Kontext (3 Übersetzungsregeln) - 4 Übersetzungsmethoden nach Brislin - eine weitere Methode zur überprüfung der Übersetzungsäquivalenz Hauptproblem kulturvergleichender quantitativer Forschung 4 Arten von Übersetzungen - Pragmatische Übersetzung (Infos, Form ist egal)- Ästhetisch-Poetische Übersetzung (Emotionen und Gefühle der Originalsprache)- Ethnographische Übersetzung (Art und Weise wie die Wörter gebraucht werden)- Liguistische Übersetzung (äquivalente Bedeutung unter Berücksichtigung der Grammatik) Wichtigkeit von Kontext und Redundanz (zB Fragebogenübersetzung): - Redundanz: versichert: Item richtig verstanden/wahrgenommen vorsicht nicht zu viel: Wird negativ von Probanden wahrgenommen also richtiges Maß- Kontext (Wort, Satz, Absatz) 1. einfaches Vokabular 2. vertraute Wörter 3. möglichst viele einzelne Wörter im Kontext. Komplizierte Wörter immer erklären wie diese aufzufassen sind Übersetzungsmethoden nach Brislin (1980)=> Reliabilität, Validität, Äquivalenz der Übersetzung 1. Back Translation - Forscher: Fragebogen - Bilingual 1: Übersetzt - Bilingual 2: Rückübersetzung - Diff = Äquivalenzgrad 2. Bilinguale Technik - auch split-half Reliablilität - Bilinguale Personen beschäftigen sich mit unterschiedlichen Items - Identifiziert Diskrepanzen zwischen Items 3. Komitee-Ansatz - Gruppe bilingualer Personen übersetzt gemeinsam, Fehler gleichen sich aus - Expertenbewertungsmethode: Bewertung von Stimuli 4. Pretest-Prozeduren - Nach Übersetzung: Im Feld Probe durch mehrere Voruntersuchungen (Fehler aufdecken) extra: Statistische Methoden - Analyse der Varianz - Item-Response-Theorie - Item-Parameter werden unabhängig von einer Gruppe getestet - Durchschnittsschwierigkeit - Fit-tests: Passen die Daten zu einem Modell? - statistische Tests aber wegen des großen Aufwands meistens nicht benutzt
- Selektionsproblem der Stichproben (Sampling) bei Kulturvergleichen - Probleme - Methoden zum Sampling (2) - Ebenen der Stichprobenselektion (3) - Stichproben vs nicht-Stichprobenauswahlfehler und Vermeidungsstrategien gleiche Probleme wie innerhalb Klausur: - Repräsentativität der Stichprobe- Generalisierbarkeit der Stichprobe + zusätzliche Probleme: - Vergleichbarkeit mindestens zweier Stichproben Paradoxon: Man vergleicht zwei unterschiedliche Stichproben die aber vergleichbar sind Beispiel: Internationaler Vergleich von Lehrkräften- ergibt kulturellen Unterschied- Aber: unterschiedliches Gehalt, Prestige, Ausbildung- Kultureller unterschied also methodischer Artefakt Methoden: 1. Informanden: fachfremde Muttersprachler mit Wissen über eigene Gesellschaft 2. Standardtechniken: - Zufallsstichprobe: Representativ für gesamte Population zB zwei Listen (1: deutsche Unis, 2: Italienische Unis) und daraus jeweils Zufallsstichprobe - geschichtete (stratifizierte) Stichprobe: spezifische Datenanalysen (Alter, Geschlecht, biographie etc) bedeutsame Merkmale im richtigen Verhältnis abbilden (zB Frauen- und Männeranteil) Ebenen der Stichprobenselektion 1. innerhalb der Kultur Subgruppen selektieren?2. Welche Individuen innerhalb der Kultur oder Subgruppe?3. Wie kann entschieden werden wie Individuen ausgewählt werden können? Welche Kultur soll berücksichtigt werden? - "Strategie" - Kulturen die starke Kontraste in Bezug auf eine Variable zeigen- einige Kulturen die für die gesamte Welt repräsentativ sein sollen (zufällig ausgewählt Stichprobenauswahlfehler = Fehler bei Erhebung der Stichprobe= nicht repräsentativ oder universell: - leicht erreichbare Stichproben- zu kleine Stichproben- Stichproben von speziellen Gruppen mit denen der Forscher verwandt oder verbunden ist Vermeidungsstrategien: größerer Umfang, sorgfältige Statifikation, minimales clustering Nicht-Stichprobenfehler = Fehler bei Datenerhebung zB verschiedene Interviewer mit unterschiedlich guten Sprachkenntnissen Vermeidungsstrategien: Training, Supervision, Schulung, Standardisierung
- Checkliste kulturvergleichende Untersuchung (8) = Anhaltspunkte zur Bewertung der Qualittät 1. theoriegeleitete Auswahl von Vergleichskulturen- meist genau das Gegenteil, zwei Kulturen werden ohne nähere Begründung verglichen- meist noch eine möglichst exotische 2. Übersetzung mittels foreward-backward-translation 3. Parallelisierung der Probanden nach relevanten Einflussvariablen 4. funktionelle Ähnlichkeit von experimentellen Manipulationen- zB Angstauslösen durch kurzes Gruppenreferat = Vorsicht! 5. Ausschalten von Störgrößen und Verzerrungen 6. Kontrolle der Antwortformate (Ja-sage-Tendenz o.Ä.?) 7. gleiche interne Struktur der Daten in allen Vergleichskulturen 8. politische Bedingungen des Kontexts berücksichtigen
- Kulturelle Universalien vs Kulturspezifika - Beispielhaft 4 Kulturelle patterns Kulturelle Universalien: - was ist allen Kulturen gemeinsam?- Versuch Kulturmodelle universell zu beschreiben- ähnlich Versuch modale Persönlichkeit zu beschreiben - Big 5 ist garnicht abschließend bestätigt - Kulturblindheit!! kulturelle patterns (Muster) nach Hofstede:- Individualismus/Kollektivismus- Machtdistanz- Männliche vs. weibliche Kultur- Vermeiden von Unsicherheit Gegenteil: Kulturspezifika= psychologische Eigenschaften die nur in bestimmten kulturellen Kontexten auftauchen
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- Universelle Kulturelle Muster: Nationalcharakter (nationale Stereotype) - Kulturvergleichende Psychologie spricht über Kulturen nicht Nationen- Versuche Nationalcharakter als Modalpersönlichkeit zu beschreiben ist eher gescheitert Studie Peadboy 1985 zum Nationalcharakter westliche Nationen - nur psychologische Merkmale - Gruppenurteile über das jeweilige Land - Zusammenfassung allgemeiner Ähnlichkeiten oder Unterschiede Ergebnis: 2 Hauptdimensionen 1. enge vs lockere Kontrolle2. nachgiebige vs unnachgiebige Beispiel die Deutschen:- Systematik- Beachten von überindividuellen Zielen- soziale Ordnung- private Tugenden- Autoritarismus
- Universelle Kulturelle Muster: Werte - Basics - Schwarz und Bilsky: 9 Wertepaare - Smith und Schwarz: 3 Wertegegensätze gibt es universelle Werte? Werte- Konzepte/Überzeugungen für finale Ziele/Verhaltensweisen- schaffen in bestimmten Situationen Überlegenheit= kognitive Vorstellung: 3 Arten (universell!) - biologische Bedürfnisse - soziale und interaktionale Bedürfnisse - soziale institutionelle Bedürfnisse (Wunsch von Gruppen nach Wohlstand und Existenz) Schwarz und Bilsky (1987, 1990):Motivationstendenz (Macht, Hedonismus) -> Interessen -> Werte Motivationsziele: 2 Gruppen (individuelle, kollektive)daraus 9 Wertepaare gebildet:- Macht und Leistung (soziale Bewertung und Anerkennung)- Leistung und Hedonismus (Zufriedenheit)- Hedonismus und Stimulation (angenehme emotionale Aufregung)- Stimulation und Selbstbestimmung (Veränderung, Vervollkommung)- Selbstbestimmung und Universalismus - Universalismus und Prosozialität- Tradition und Konformität- Restriktive Konformität und Sicherheit (Ordnung in den Beziehungen)- Sicherheit & Macht (Angst vor Unsicherheit wenn Beziehung nicht sehr strukturiert/autroritär) Beurteilung:- nicht so als universell bestätigt, andere Beziehungen je nach Kultur- aber Werte zusammengefasst + globale Struktur also sehr geeignet für Kulturvergleiche Diese Werte auf 2 Dimensionen:- Offenheit gegenüber Veränderungen - konservative Werte- Selbsterhöhung - Selbstüberwindung Smith und Schwarz 1997: Aspekte die soziale Gruppen differenzieren: 1. Art und Weise wie Personen von einer Gruppe abhängen2. Perspektive des Gewinns3. Art der Interaktion mit der Außenwelt untersuchung der Gegensätzlichen Werteorientierungen in 40 Ländern => Wertegegensätze Typ 1: Konservatismus vs. Autoritarismus- Erhalt von Status, SelbstDisziplin, Familie, Tradition- freie Wahl, Veränderung Typ 2: Hierarchie vs. Egalitarismus- Ungleichheit vs Gleichheit (Macht, Ressourcen, soziale Rollen) Typ 3: Beherrschung vs Harmonie- Ehrgeiz hoher Selbstwert, Personen üben Kontrolle über die Gesellschaft aus- Gleichgewicht
- Forschungskonstrukt Individualismus/Kollektivismus - Globaldimension - Hofstedes Forschund, einzelne Beschreiben! Basics: - aktuelles Forschungsparadigma - Dimension Individualismus/Kollektivismus = universelles kulturelles pattern- Korrektive eines Kulturmodells aktuell und in seiner historischen Repräsentation = Globaldimension- schließt alle Merkmale ein- die Frage ist nicht ob ein Merkmal vorkommt, sondern wie es zum Ausdruck kommt: Art und Weise- Die Frage ist also warum kommt ein Phänomen auf die oder jene Weise zum Ausdruck? zB Geholfen wird in individualistischen und kollektiven Kulturen, aber aus anderen Gründen? Bekannt durch Hofstedes Forschung: Arbeitsweise in 40 IBM-Filialien (1983)- Ursprünglich 4 Dimensionen (4-D-Modell)- Später + 5te (5-D-Modell) ist problematisch, da nicht unabhängig von Individualismus/Kollektivismus, viel Kritik- eher individualistisch: USA + Westeuropa- eher kollektivistisch: Asien, Afrika, Lateinamerika- individualistische Orientierung => Niveau sozialwirtschaftliche Entwicklung (Industrialisierung, Urbanisierung, soziale Mobilität, Bruttosozialprodukt) 1. Individualismus und Kollektivismus (individualsm/collectivism)Individualismus (hoher Index): - loses Sozialsystem, Individuen sorgen für sich selbst und ihre engste Familie- Rechte der Einzelnen Person geachtet: Selbst-Erfahrung, Ich-bestimmung, EigenverantwortungKollektivismus (niedriger Index):- starkes Sozialsystem, Individuen erwarten von Familie, Freunden, Bekannten, Gruppe dass sie als Gegenleistung für ihre Loyalität für sie sorgen- Integration in jeder Art von Netzwerk- Wir-Gefühl ist entscheidend 2. Machtunterschiede (power distance) Hoher Index (hohe Unterschiede):- ungleich verteilte Macht wird akzeptiert und sogar erwartet- Malaysia, Mexico, Arabische LänderNiedriger Index:- Ähnlich verteilte Macht- Mitarbeiter haben beispielsweise keine Angst eine andere Meinung zu äußer stärker in Entscheidungsfindung einbezogen- Österreich, Dänemark, Neuseeland Deutschland = vergleichsweise gering 3. Männliche und Weibliche Kultur (masculinity/femininity) männliche Kultur (hoher Index):- unterschiedliche Geschlechterrollen- Leistung, Regeln, Status- Konkurrenz und Selbstbewusstsein- Italien, Venezuela, Österreich weibliche Kultur (niedriger Index):- lose Geschlechterrollen (auch Männer in Sozialberufen)- Bescheidenheit, Gemeinschaft, Pflege, Lebensqualität- Schweden, Norwegen, Niederlande Deutschland = relativ hoch 4. Vermeiden von Unsicherheit (uncertainty avoidance) hoher Index: starke Unsicherheitsreduktion- Individuen akzeptieren Unsicherheiten nicht- Gesellschaft ist aktiv, emotional, sicherheitssuchend, intolerant- viele festgreschrieben Regeln und Sicherheitsmaßnahmen- Griechenland, Portugal niedriger Index: schwache Unsicherheitsreduktion- nicht emotional- tolerant- akzeptieren persönliches Risiko- nachdenklich- nicht aggressiv- weniger Richtlinien und Richtlinien sind flexibler- Dänemark, Schweden, Hongkong Deutschland = mittlerer Wert 5. Lang- oder Kurzfristige Ausrichtung (long-term/short-term orientation) langfristig = monochrone Zeitauffassung- gradlinige Abläufe- Termine & Pünktlichkeit- schriftlich > mündlich- effektives Zeitmanagement- eine Sache auf einmal- China, Hongkong, Japan kurzfristig = polychone Kulturen- parallel- Unterbrechungen- Verschiebungen- mündlich > schriftlich- Persönliche Beziehungen sind wichtiger als Zeitpläne- Terminvorgaben sind grobe Richtlinien- Zeitmanagement spielt keine Rolle- Pakistan Deutschland = Mittelposition
- IBM-Studie Hofstede: - Wie abgelaufen - Wertung - Individualmus/Kollektivismus: Pole, Dichotomie Basics:- erste Beiden Studien hauptsächlich Männer befragt dritte Studien diesem Kritikpunkt rechung getragen- in Betriebswirtschaft und A&O Psychologie = bekannteste Studie zu diesem Thema- Gleichsetzung von Kultur und Ländern ist problematisch- es bauen aber zahlreiche Stuien auf ihr auf Triandis tragen zur Untersuchung von Individualsmus und Kollektivismus bei! Individualismus/Kollektivismus Konstrukt definiert auf:- kulturelle Ebene- soziale Ebene- individuelle Ebene Pole: - nicht diametral entgegengesetzt, sondern sich ergänzend- eindeutige Ausprägung ist also unmöglich Dichotomie:- Gebrauch von Dichotomien ist sehr verbreitet im Westen- einzelne Kutluren sind dadurch nur noch Karrikaturen- Menschen sind keine Mittelwerte Wichtig:- Pole ergänzen sich- Pluralistische Gesellschaft = Balance von Individuellen und Kollektiven Interessen
- Individualismus/Kollektivismus: Merkmale des Forschungskonstrukts (12: K/I) Zusammenfassung (Triandis) bedeutsame Merkmale Lebensbezugspunkte:K: Gruppe als Hauptmerkmal der sozialen Wahrnehmung (Engländer)I: Indivuduum als Hauptmerkmal der sozialen Wahrnehmung (Herr Smith) Erklärung, kausale Attribution:K: - soziale Normen => Verhalten der Menschen- Untestützung => Erfolg- fehlende Anstrengung => MisserfolgI:- persönliche Merkmale, Eigenschaften, Disposition, Einstellungen => Verhalten- Fähigkeiten => Erfolg- Unglück, Schwierigkeit der Aufgabe => Misserfolg Definition des IchsK:- durch Gruppen/Beziehungen- kennt die anderen besser als sich selbst- Vergleicht sich mit Freunden- Erinnerungen sind mit Gruppe verbunden- sehr seltenes erleben kognitiver DissonanzI:- unabhängiges Ich- Vergleicht seine Freunde mit sich selbst- Erinnerungen sind mit sich selbst verbunden- häufiges erleben kognitiver Dissonanz ZieleK: Gruppenziele = persönliche ZieleI: individuelle Ziele > Gruppenziele EmotionenK: - mit anderen verbunden und vergehen schnell (Empathie)- mögen Leute die bescheiden sindI: - mit ich verbunden, bleiben lange (Zorn)- mögen Leute die selbstsicher sind soziale KognitionK: - suche nach Ähnlichkeiten- man kennt die GruppenbedürfnisseI:- Suche nach Differenzen mit anderen- man kennt die eigenen Bedürfnisse EinstellungenK: Dominanz der gegenseitig abhängigen EinstellungenI: unabhängige Einstellungen, schwache Identifizierung mit der Gruppe NormenK: Dominanz der Normen die Gebundenheit darstellenI: die Unabhängigkeit darstellen WerteK: - Sicherheit- Harmonie- Hierarchie- Verantwortung- OrdnungI:- Vergnügen- Leistung- Konkurrenz- Freiheit- Unabhängigkeit- Gerechter Tausch der Güter negative ErlebnisseK: IsolationI: Abhängigkeit eigene GruppeK:- wenige aber stabile Beziehungen die gepflegt werden- eigene Gruppe wird einheitlicher als fremde wahrgenommen- Harmonie und Einmütigkeit- eigene Gruppe durch äußere Merkmale definiert (Verwandschaft Ort usw)I:- viele zufällige unstabile Beziehungen- eigene Gruppe wird vielfältiger als die fremde wahrgenommen- Toleranz: Diskussionen und Konflikte- eigene Gruppe definiert durch erwerben bestimmter Merkmale (Beruf etc) soziales VerhaltenK:- sehr unterschiedlich (eigene/fremde Gruppe)- schwieriges Aufbauen der sozialen Kontakte- gegenseitige Abhängigkeit und Gemeinsamkeit => Verhalten- Partner gewählt die die Familienverbundenheit pflegenI:- unherbliche Verhaltensunterschiede- leichtes aber oberflächliches Aufbauen von sozialen Beziehungen- Verhalten ist unabhängig, es wird ein privater Bereich erhalten- Partner: Attraktive und aufregende Persönlichkeit
- Situationen, Faktioren, Konsequenzen der Dimension Individualismus/Kollektivismus - 4 grundlegende Dimensionen sozialen Verhaltens - 5 Situationen - I&K verändern sich aus 3 Gründen - 5 soziale Situationen vs. I/K bestimmte Situationen/Faktoren => kollektivistisches/individualistisches Verhalten ob eine Gesellschaft individualistisch oder kollektivistisch ist hängt von situativen, sozialen und kulturellen Faktoren ab 4 grundlegende Dimensionen sozialen Verhaltens: - Assoziation vs. Dissoziation- Superordination vs. Subordination- Intimität vs. Formalität- Öffentlich vs. Privatsphäre Situationen 1. Bedrohung von Außen (Katastrophen, ambivalente Situationen) => kollektivistisches Massenverhalten 2. kleine Gesellschaften und kulturelle Gruppen, homogene Gruppen, Überbevölkerung => eher kollektivistisch 3. Mobilität (Möglichkeit zwischen Alternativen zu wählen) => je stärker, desto eher Individualistisch 4. Finanzielle Abhängigkeit => kollektivistisches Denken + Wunsch der Abhängigkeit zu entkommen (Wohlstand, Einschränkung der Bedürfnisse) 5. Alter, Geschlecht, Beruf, sozialer und materieller Status => kollektivistisch/individualistisch I und K verändern sich über die Zeit 1. Personen der gleichen Gesellschaft vertreten beide Orientierungen (I&K) 2. junge Generation eher individualistisch 3. Bessere Ausbildnung und größere Urbanisierung => Individualisierung Neigungen: Motivation an Bedürfnissen der Anderen/sich selbst:- K: interpretieren eher Kontextabhängig, bewerten Mitarbeiter eher nach Loyalität und- I: interpretieren eher Inhalt, bewerten Mitarbeiter nach Arbeit SensibilitätVerteilung von Ressourcen - K: Chinesische Studenten:eher equity (gleiche Geld Verteilung mit Partner)- I: USA: eher equity: Verteilung des Geldes beruht auf der Leistung Kritik/Konflikt:- K: Auseinandersetzungen werden auf der Beziehungsebene geführt (Charakter, soziale Interaktion), es geht nicht um Arbeitsinhalt- I: Kritisieren sachbezogen, selbst bei einem Beziehungskonflikt Intergruppen-Beziehung:- K: helfen mehr der Eigengruppe und öffnen sich ihr mehr Zufriedenheit mit dem Leben:- K: Wohlbefinden wenn sie im Einklang mit den Normen leben Familie, Gruppe, deren Wohlergehen brauchen viel Zeit damit sie zusammen arbeiten und leben können- I: Wohlbefinden = eigene Emotionen und persönliches Glück Leistung, Erfolg, Selbstverwirklichung, Selbstachtung
- Individualismus und Kollektivismus: - Kritik (4) zunehmend kritisch betrachtet: - Teilbereiche entgegengesetzt oder inkompatibel? - idiologische Belastung der Begriffe - viel mehr Menschen auf der Welt leben kollektivistisch (Buddismus und Islam) - Instrumente zum erfassen der Dimensionen hauptsächlich auf Englisch nicht immer in anderen Kontexten adäquat anwendbar
- Übersicht Basics Kulturvergleichende Psychologie:- Grundlagen- Operationalisierung von Kultur- 3 Ziele- Perspektiven (emic, etic)- Paradigmen (Absolutismus, Relativismus, Universalismus) Methoden Kulturvergleichende Psychologie:- Objektivität, Reliabilität, Validität (interne, externe)- drei Formen der Validität - Bias-Problem (3)- Äquivalenz und Vergleichbarkeit (linguistisch, messäquivalenz)- Äquivalenz bei der Übersetzung- Selektionsproblem der Stichproben Existenz universeller kultureller Muster:- Kulturelle Universalien vs Kulturspezifika- Nationalcharakter (nationale Stereotype)- Werte Individualismus/Kollektivismus:- Basics- Hofstedes Untersuchung und Definition 5-D-Modell- Triandis tiefergehende Untersuchungen (Pole, Dichotomien)- Merkmale des Forschungskonstrukts (Triandis)- Situationen, Faktoren und Konsequenzen der Dimensionen