Soziale Strukturen (Fach) / Soziale Strukturen (Lektion)

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  • Erscheinungsformen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit soziale Ungleichheit (Definition) Häufige Folge Vier Dimensionen sozialer Ungleichheit Erscheinungsformen und Auswirkungen sozialer Ungleichheit  • soziale Ungleichheit: ungleiche Verteilung von Ressourcen in einer Gesellschaft • häufige Folge: ungleiche Chancenverteilung  • vier Dimensionen sozialer Ungleichheit in DE:  ⋙ materieller Wohlstand ⋙ Bildung ⋙ Macht ⋙ Prestige (Ansehen)
  • Materieller Wohlstand Indikatoren zur Beurteilung materiellen Wohlstands Vermögen (Definition) • Indikatoren zur Beurteilung materiellen Wohlstands: Vermögen, Einkommen, Armut Vermögen: • alle Güter im Eigentum eines Wirtschaftssubjekts • Funktion von Vermögen: Grundstock für Einkommen (z.B. Vermietung), eigene Nutzung, Sicherheit für schlechtere Zeiten, Erhöhung der wirtschaftlichen und politischen Gestaltungsmacht 
  • Einkommen Zusammensetzung Haushalts (netto) Einkommen Pro-Kopf-Einkommen Äquivalenzeinkommen Einkommen: • Zusammensetzung: Erwerbsarbeit, Besitz- bzw. Vermögenseinkommen (z.B. Miete), und Tranfereinkommen (z.B. Kindergeld) • Haushaltseinkommen: Einkommen pro Haushalt  • Haushaltsnettoeinkommen: nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben • Pro-Kopf-Einkommen: keine Aussage über Wohlstandsverteilung aber z.B. für BIP • Äquivalenzeinkommen: Einkommen das jedem Haushaltsmitglied den gleichen Lebensstandard ermöglichen würde
  • Armutsbegriffe Armut: • Armutsbegriffe: ⋙ absolute Armut: weniger als 1,90 US-Dollar pro Tag ⋙ relative Armut: bemisst sich an der Fähigkeit zur Teilnahme      an der jeweiligen Gesellschaft: Median des      Nettoäquivalenzeinkommens ⤃ weniger als 60% dieses      Wertes hat gilt als Armutsgefährdet
  • Bildung: Forderungen Kernziel von Maßnahmen Bildung • in Industrienationen und Dienstleistungsgesellschaften: Bildung als Schlüsselfaktor zur Armutsvermeidung • Forderungen: Durchlässigkeit des Schulsystems und ganztägige Bildungsangebote  • Kernziel von Maßnahmen: Ungleichheit vermeiden, die nicht aufgrund der eigenen Leistung, sondern durch Herkunft, Beruf der Eltern, finanzieller Möglichkeiten bestehen
  • Industrialisierung (Wandel wirtschaftlicher Strukturen) Wandel wirtschaftlicher Strukturen Industrialisierung: • Verschiebung vom primären (Landwirtschaft) zum tertiären Sektor (Dienstleistungen) • vierter Sektor (Informationssektor): auf dem Vormarsch, da heutzutage Informationen und Wissen enorme Bedeutung hat
  • Wohlstandswandel (Wandel wirtschaftlicher Strukturen) Wohlstandswandel: • enormer Anstieg des Volkseinkommens dank des Wirtschaftswunders in den 50-60er Jahren ⤃ Veränderung des Konsumverhaltens
  • Wandel der Beschäftigungsverhältnisse (Wandel wirtschaftlicher Strukturen) Wandel der Beschäftigungsverhältnisse: • hoher Anteil an Teilzeitbeschäftigung, Leiharbeit und Erwerbstätigen Arbeitslosengeld 2 Beziehern (Aufstocker) ⤃ Gefahr für das System, da weniger Beiträge gezahlt werden • aber: Teilzeitbeschäftigung und Leiharbeit können auch Weg sein um wieder in Erwerbstätigkeit zu finden
  • Bildungsexpansion (Wandel gesellschaftlicher Strukturen) Bildungsexpansion: • Bildung als Schlüssel zum Aufstieg in Dienstleistung- bzw. Informationsgesellschaften • große Anzahl an Reformen nach dem 2. Weltkrieg zur Förderung einer höheren Bildung für breitere Bevölkerungszahl  • starker Anstieg der Schulabsolventen mit allgemeiner Hochschulreife und Studierendenquote  • zunehmende Bedeutung von lebenslangem Lernen
  • Demographischer Wandel (Wandel gesellschaftlicher Strukturen) Demographischer Wandel: • Anstieg des durchschnittlichen Lebensalters (sinkende Mortalität) und gleichzeitiger Geburtenrückgang ⤃ Problem für das Sozialsystem  Fertilitätsrate: Frau müsste 2,1 Kinder bekommen damit die Bevölkerungszahl konstant bleibt (Istwert: ca. 1,5 Kinder) • Einflussfaktoren auf den Geburtenrückgang ⋙ höhere Erwerbstätigkeit der Frau (Emanzipation) ⋙ Verzicht auf Kinder zugunsten des höheren Wohlstands ⋙ zu wenig Kinderbetreuungsplätze ⋙ gestiegene Ansprüche an die Elternrolle ⋙ zunehmende Akzeptanz von Kinderlosigkeit • Veränderung der Bedürfnisstruktur: z.B. mehr Bedarf im medizinischen Bereich • hoher Einfluss der älteren Generationen: z.B. hohe Anzahl an Wählerstimmen  • Fachkräftemangel: zu wenig Nachwuchs an Fachkräften ⤃ Zuzug von Fachkräften, aber: Gefahr von Braindrain • positive Folgen des dem. Wandels und der wenigen Geburten: ⋙ vermehrte Möglichkeiten zur Erwerbstätigkeit von Frauen ⋙ gute Aussicht für junge qualifizierte Arbeitnehmer (niedriger      Bürgerkriegsindex = weniger Konfliktpotential, da mehr      Menschen in Rente gehen als ins Berufsleben eintreten)
  • Pluralisierung der Lebensformen (Wandel gesellschaftlicher Strukturen) Pluralisierung der Lebensformen: • geringere Bedeutung der klassischen Familie • aussagekräftige Veränderungen  ⋙ Verdopplung des Anteils der Einpersonenhaushalte seit      60ern ⋙ Haushalte mit fünf oder mehr Personen stark gesunken ⋙ starker Rückgang der Eheschließungen ⋙ starker Anstieg des Heiratsalters und der Zeit in der      Jugendliche Zuhause wohnen   ⋙ breite Akzeptanz von Lebensformen: WG’s, homosexuelle      Partnerschaften, Alleinerziehende und Patchwork-Familien ⋙ Wandel in der Familienstruktur: Entwicklung zu mehr      Gleichstellung aller Familienmitglieder
  • Entwicklungen der sozialen Rollen (Wandel gesellschaftlicher Strukturen) Entwicklung der sozialen Rollen: • veränderte Geschlechterrollen  • weniger strikte Aufgabenverteilung zwischen Mann und Frau • Individualisierungsprozesse: jeder kann seine Rolle individuell ausgestalten • Herausforderung: Frau soll beruflich erfolgreich sein, von den Männern wird Einsatz in der Familie gefordert ⤃ Gefahr der Überforderung • Unterstützung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Politik: Elterngeld, Kita-Ausbau, Ganztagsbetreuung  • Unterstützung der Entwicklung der Gleichberechtigung durch die Politik: Frauenquote in Großunternehmen
  • Wertewandel (Wandel gesellschaftlicher Strukturen) • Nachkriegsgeneration durch Mangelsituation geprägt, je länger dies zurückliegt, desto mehr entwickeln sich die Werte in Richtung Postmaterialismus (Lebenseinstellung, die keinen Wert mehr auf das Materielle legt, sondern immaterielle Bedürfnisse (z. B. nach einer intakten, natürlichen und sozialen Umwelt) für dringlicher hält) • Theorie von Ronald Inglehart: ⋙ sieht als Basis die Bedürfnispyramiede von Maslow        ⤃ Streben nach Anerkennung und Selbstverwirklichung erst          nach grundlegender Bedürfnisse ⋙ Annahme: Lebensumstände in denen ein Mensch      aufwächst, haben starken Einfluss auf Einstellung      ⤃ jemand der Mangel zu befürchten hat, legt Fokus ehr auf      materielle Dinge, wohingegen Menschen die in Jugend      keine Mangel hatten zu postmaterialistischen Werten neigen
  • Individualisierung (Wandel wirtschaftlicher Strukturen) Individualisierung: • Individualisierungsthese des Soziologen Ulrich Beck: Pflicht zu eigenständigem Handeln durch mehr Wohlstand, Freizeit, Bildung, Mobilität ⤃ gewisser Zwang zur aktiven Lebensgestaltung • weniger strikte Regeln durch Familie, Religion, Gemeinde ⤃ Gefahr des Orientierungsverlustes • Freisetzungsdimension (immer mehr Freiheiten) steht Entzauberungsdimension gegenüber (Verlust an traditionellen Sicherheiten) • neue Zwänge für den Einzelnen durch sekundäre Instanzen: gesetzliche Regelungen, Märkte, Verwaltungseinheiten usw.
  • Migration: Herausforderung Reformen Asylrecht Gefahr Forschungsergebnisse Probleme in EU Migration: • großer Einfluss der Ein- Auswanderung auf den sozialen Wandel • Wanderungssaldo seit Jahren deutlich positiv: mehr Ein- als Auswanderung • Herausforderung der Einwanderung: Integration (Gefahr der Parallelgesellschaft) • Gefahr der Auswanderung: Braindrain • Reformen des Asylrechts:  ⋙ Asylpaket I (2015): Bleiberecht für integrierte Jugendliche,      insgesamt schnelle Abschiebung ⋙ Asylpaket II (2016): Schnellverfahren bei Asylanträgen mit       geringen Aussichten, Einschränkung des Familiennachzugs ⋙ Unterscheidung der Gesamtbevölkerung: mit      Migrationshintergrund (2016: 22.5%) und ohne ⋙ Unterscheidung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund:      Ausländer ohne deutsche Staatsbürgerschaft (2016: 10.9%)      und mit deutscher Staatsbürgerschaft • Forschungsergebnisse: ⋙ Anteil der Personen ohne Schulabschluss mit      Migrationshintergrund deutlich höher (9,9%) als ohne (1,5%) ⋙ Anteil der (Fach-) Abiturienten mit und ohne      Migrationshintergrund nahezu identisch • Problem in DE/Europa: Steuerung der qualifizierten Einwanderung
  • Klassenmodelle Klassenmodelle • Modelle zur Sozialstrukturanalyse mit Gruppen/Klassen Hierarchien  • Basis der Klassenmodelle: Einteilung in zwei unversöhnliche Klassen nach Karl Marx: Bourgeoisie (Besitzbürger) und Proletarier (Lohnabhängige): Klassenkämpfe; Weitergabe der sozialen Ungleichheit von einer Generation zur nächsten
  • Schichtmodelle Schichtmodelle • Schichten: Statusgruppen die hauptsächlich senkrecht angeordnet sind • entscheidender Indikator: Beruf ⤃ steht für materiellen Wohlstand, Prestige, Macht • Vertreter: Karl Martin Bolte (Zwiebelmodell) ⋙ Kriterien zur Schichtenbildung: Beruf, Einkommen,      Schulbildung ⋙ Schichten wenig durchlässig • Vertreter: Ralf Dahrendorf (Haus-Modell) ⋙ Kriterien zur Schichtenbildung: Beruf, Einkommen ⋙ sieben Schichten, die relativ flexibel sind (Wände des       Hauses durchlässig) ⋙ moderne Version: u.a. Ausländer als ,,Anbau“
  • Lagenmodelle Lagenmodelle • soziale Lagen: Abbildung von Lebensqualität und Lebenschance  • im Fokus: waagerechte Ungleichheiten die quer zu den senkrechten Dimensionen Beruf und Einkommen liegen: z.B. Geschlecht, Wohnort, Herkunft, Alter, Anzahl der Kinder ⤃ Erklärung für Unterschiede innerhalb eines sozialen Status möglich
  • Milieumodelle Milieumodelle  • erfassen senkrechte und waagerechte Dimensionen der Ungleichheit  • Mittelpunkt: soziokulturelle Orientierung  • Einteilung in soziale Milieus: stehen für die Bedingungen unter denen Bevölkerungsgruppen leben: Normen, Lebensweise, Berufsstatus
  • Entstrukturierungsthese Entstrukturierungsthese • steht für eine Veränderung von Strukturen und eine Auflösung von Schicht- und Klassengrenzen ⤃ während gesamten Lebens kann es zu Statusschwankungen kommen • insgesamt Anstieg der Lebensverhältnisse (Ulrich Beck: Fahrstuhleffekt): in DE geht nicht primär um das Überleben sondern um sozialen Status • Problem: soziale Ungleichheit nimmt durch Entstrukturierung nicht unbedingt ab ⤃ ,,neue“ soziale Ungleichheit (Möglichkeit zur Altersvorsorge, verfügbare Netzwerke)
  • sozialstaatsprinzip Sozialstaatsprinzip • Ausrichtung auf soziale Sicherheit und soziale Gerechtigkeit ⤃ DE ist ein Sozialstaat Handlungsgrundlagen: • Sozialstaatsprinzip ⋙ DE als demokratischer und sozialer Bundesstaat ⋙ DE als sozialer Rechtsstaat • soziale Grundwerte ⋙ Achtung der Menschenwürde ⋙ Sozialbindung des Eigentums ⋙ Gleichheitsgrundsatz aller Menschen ⋙ Schutz vor Familie, Ehe, Mutterschaft und unehelichen     Kindern
  • Ziele des Sozialstaates Ziele des Sozialstaates: • sozialer Ausgleich  ⋙ Unterschied zwischen Reich und Arm ausgleichen: z.B.      progressives Steuersystem • soziale Sicherung ⋙ Existenzgrundlage aller Bürger sichern: z.B. BAföG,      Krankenversicherung 
  • Soziale Sicherung Prinzipien der sozialen Sicherung • größter Posten auf der Ausgabenliste des Bundeshaushaltes  Prinzipien der sozialen Sicherung: • Solidaritätsprinzip: alle Mitglieder der Sozialgemeinschaft helfen zusammen • Subsidiaritätsprinzip: zunächst ist immer der Einzelne/Familie verantwortlich, nur wo das nicht ausreicht greift die nächst höhere Ebene • soziales Netz: System sozialpolitischer Maßnahmen, um soziale Abstürze zu verhindern • Versicherungs-, Versorgung-, und Fürsorgeprinzip: ⋙ Versicherungsprinzip: Finanzierung durch Beiträge, Zahlung      für Mitglieder im falle eines Versicherungsfalls (z.B.      Sozialversicherung) ⋙ Versorgungsprinzip: Finanzierung durch Steuermittel,      Zahlung an Person, die Opfer/Leistungen für Gesellschaft      erbracht haben (z.B. Beamtenversorgung,      Kriegsopferversorgung) ⋙ Fürsorgeprinzip: Finanzierung durch Steuermittel,      Zahlung bei Bedürftigkeit (z.B. ALG II)
  • Sozialversicherungen Sozialversicherung: • Aufgaben zur Sozialversicherung fließen in verschiedene Versicherungen: ⋙ Rentenversicherung: 18,6% des Bruttoverdienst (50%      Arbeitgeber, 50% Arbeitnehmer) ⋙ gesetzliche Krankenversicherung: 14,6% des      Bruttoverdienst (50% Arbeitnehmer + ggf. Zusatzbeiträge,      50% Arbeitgeber) ⋙ Pflegeversicherung: 2,55% vom Bruttoverdienst (50%      Arbeitnehmer, 50% Arbeitgeber, zzgl. 0,25% für Kinderlose      an 24 Jahren) ⋙ Arbeitslosenversicherung: 3,0% vom Bruttoverdienst (50%      Arbeitnehmer, 50% Arbeitgeber) ⋙ Unfallversicherung: Pflichtbeiträge nach Gefahrenklasse,      Betriebsklasse usw. (100% Arbeitgeber)
  • Sozialhilfe Sozialhilfe: • übernimmt Grundsicherung, um Existenzminimum zu garantieren • Regelbedarf (Höhe der Sozialhilfe): wird gesetzlich festgelegt und jährlich angepasst  • Wann wir Sozialhilfe gezahlt? ⋙ Hilfe zum Lebensunterhalt bei Menschen ohne Anspruch      auf Rente oder ALG II  ⋙ Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ⋙ Übernahme von Pflegekosten
  • Arbeitslosengeld 2 Arbeitslosengeld II: • Grundsicherung nach dem vierten Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt  • Berechtigte: Personen, die erwerbsfähig sind, ihren Lebensunterhalt aber nicht selbst stämmen können (anstelle von Sozialhilfe) • Arbeitslosigkeit oder der Bezug von ALG I sind keine Vorraussetzungen  • Träger: Agentur für Arbeit (z.B. Regelleistung), kreisfreie Städte und Kommunen (z.B. Kosten für Heizung und Unterkunft) • Regelbedarf: wird jährlich neu festgelegt
  • Sozialbudget Sozialbudget:  • umfasst alle finanziellen Kennziffern zu den Sozialleistungen • Bericht: wird jährlich von der Bundesregierung erstellt • Entwicklungen Sozialleistungsquote (Anteil an sozialen Leistungen am BIP) 1960 = 18,3%; 2016 = 29,3%
  • Finanzierung der Sozialleistungen Finanzierung der Sozialleistungen: • zweigliedriges System: Unternehmen und Haushalte finanzieren als Steuer- und Beitragszahler  • staatliche Zuschüsse sind möglich (z.B. Rentenversicherung
  • Gerechtigkeitstheorien soziale Gerechtigkeit (Definition) Verschiedene Gerechtigkeitsbegriffe als Grundlage für die Ausgestaltung des Sozialstaates Gerechtigkeitstheorien • soziale Gerechtigkeit: angemessener Ausgleich von Interessen; gerechte Verteilung von Ressourcen und Möglichkeiten • verschiedene Gerechtigkeitsbegriffe als Grundlage für die Ausgestaltung des Sozialstaates: ⋙ absolute Gerechtigkeit: Gleichstellung aller Menschen in      jeder Hinsicht (alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich) ⋙ relative Gerechtigkeit (Verteilungsgerechtigkeit):      Befürwortung von Ungleichverteilung unter bestimmten      Vorraussetzungen (z.B. Mehrleistung = Mehreinkommen)
  • Zusammenhang zwischen Bedarfsgerechtigkeit und Leistungsgerechtigkeit • Zusammenhang zwischen Bedarfsgerechtigkeit und Leistungsgerechtigkeit: in der primären Einkommensverteilung steht Leistungsgerechtigkeit im Vordergrund ⤃ Korrektur entstehender Ungleichheiten entsprechend dem Bedarfsprinzip durch eine sekundäre Einkommensverteilung (z.B. Steuersystem)
  • weitere Aspekte von Gerechtigkeit • weitere Aspekte von Gerechtigkeit: ⋙ Generationengerechtigkeit: unterschiedliche Folgen für die      verschiedenen Generationen (z.B. Umgang mit der Umwelt      heute = Folgen für die kommenden Generationen)   ⋙ Chancengerechtigkeit: gleiche Startchancen für jeden; dazu      wird versucht, Diskriminierung einzudämmen und      Benachteilige zu fördern 
  • Kosten der Sozialleistungen (Sozialstaat in der Diskussion) • weitere Aspekte von Gerechtigkeit: ⋙ Generationengerechtigkeit: unterschiedliche Folgen für die      verschiedenen Generationen (z.B. Umgang mit der Umwelt      heute = Folgen für die kommenden Generationen)   ⋙ Chancengerechtigkeit: gleiche Startchancen für jeden; dazu      wird versucht, Diskriminierung einzudämmen und      Benachteilige zu fördern 
  • Beteiligung des Staates (Kosten der Sozialleistungen) • Beteiligung des Staates: Verhinderung eines Anstiegs der Sozialabgaben durch Zuschuss (Steuergelder) ⤃ z.B. über 30% Rentenversicherung sind Zuschüsse
  • Einflussfaktoren auf die Finanzierung des Sozialstaates • Einflussfaktoren aus die Finanzierung des Sozialstaates ⋙ demographischer Wandel: je mehr ältere Menschen, desto      mehr Rentenansprüche (höherer Unterstützungsquotient)      ⤃ „Generationenvertrag“ in Gefahr - Sozialversicherung: ältere Menschen = mehr Krankenversicherung d.h. Kosten für Kranken und Pflegeversicherungen steigen - Arbeitsmarktentwicklung: gefährdung der finanzierung des Sozialstaats durch hohe al
  • weitere Sozialversicherungen • weitere Sozialversicherungen: ältere Menschen brauchen mehr Krankenversorgung und Pflege ⤃ Kosten/Abgaben für Kranken- und Pflegeversicherungen steigen
  • Arbeitsmarktentwicklung • Arbeitsmarktentwicklung: Gefährdung der Finanzierung des Sozialstaates durch hohe Arbeitslosigkeit oder geringfügige Beschäftigung
  • Legitimationskrise Legitimationskrise: • Legitimationskrise Ende des 20. Jhdt. durch ansteigende Kosten • Reformprozess unter Gerhard Schröder, der in nahezu allen Bereichen  für Veränderung sorgte: Agenda 10
  • Reform des Sozialstaates Reform des Sozialstaates • Agenda 10: weitreichende Veränderungen im Bereich der Renten-, Gesundheit-, Familien-, Arbeitsmarkt-, und Bildungspolitik • Motto: Fördern und Fordern ⤃ die Betroffenen sollen aus der Passivität geführt werden • Beispiele für Lösungsansätze: ⋙ Kosten allgemein: z.B. höhere Selbstbeteiligung, mehr      Eigenvorsorge ⋙ Rentenversicherung: z.B. Nullrunden, Förderung von      privater Vorsorge (Riester) ⋙ Kranken- / Pflegeversicherung: höhere Zahlungen zu      Medikamenten, Zuschlag für Kinderlose zur      Pflegeversicherung ⋙ Arbeitslosenversicherung: z.B. Lockerung des      Kündigungsschutzes, Kürzung der Bezugsdauer bestimmter      Sozialleistungen wie ALG I, Ausbau des sog. zweiten        Arbeitsmarktes  ⋙ sinkende Geburtenrate: z.B. Einführen von      Steuerbegünstigungen für die Kinderbetreuung, Ausbau der      Kita-Plätze
  • schrittweises Inkrafttreten der Hartz gesetzte schrittweises Inkrafttreten der Hartz-Gesetze  ⋙ Hartz I: Erleichterung neuer Formen der Arbeit (z.B.      Leiharbeit), Förderung der beruflichen Weiterbildung,         Einführung von Bildungsgutscheinen ⋙ Hartz II: Regelungen für geringfügige Beschäftigung (Mini-/     Midijobs) mit geringen Lohnnebenkosten, finanzielle      Unterstützung von Selbstständigen in den ersten Monaten ⋙ Hartz III: aus dem primär verwaltenden Arbeitsamt wird die      Bundesagentur für Arbeit, die fallbezogenes Management      betreiben soll ⋙ Hartz IV: z.B. Reduzierung der Bezugsdauer des ALG I,      Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe       zum ALG II, Schaffung von Arbeitsgelegenheiten mit      Mehraufwandsentschädigung (Ein-Euro-Jobs) für ALG II      Bezieher 
  • Beispiele für Kritik an hartz Gesetzen Beispiele für Kritik an Hartz-Gesetzen ⋙ Verdrängung regulärer Arbeit durch Leiharbeit  ⋙ Verdrängung sozialversicherungspflichtiger Stellen durch      geringfügige Beschäftigung ⋙ Täuschung: durch Arbeitsgelegenheiten mit      Mehraufwandsentschädigung kommen Personen aus       Arbeitslosenstatistik raus, können tzd. nicht davon leben