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Geschäftsprozesse (Fach) / Aufbauorganisation (Lektion)

Prinzipe/Systeme

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  • Verrichtungsprinzip Das Unternehmen ist nach Aufgaben oder Funktionen (Verrichtungen) gegliedert, d. h. es gibt eine gemeinsame EInkaufs-, Fertigungs-, und Verkaufs-abteilung. Jede Abteilung ist für alle herzustellenden Objekte (Produkte oder Warengruppen) zuständig. Die Organisation nach dem Verrichtungsprinzip empfiehlt sich für gleichartige/baugleiche Produkte!
  • Objektprinzip Das Unternehmen ist nach Sparten gegliedert. Somit gibt es je eigene Abteilung für die Produkte/die Warengruppen A, B und C. Das OP empfiehlt sich für Produkte, die nicht fertigungsverwandt sind, also sich komplett unterscheiden!
  • Weisungssysteme Bei den WS geht es grundsätzlich um den einzuhaltenden "Dienstweg", d. h. auf welche Art und Weise werden Informationen innerhalb des Unternehmens weitergegeben! (Wer darf überhaupt Weisungen erteilen und wer muss sie dann ausführen.) Unterschieden werden folgende Systeme, die nicht immer genau abzugrenzen sind. Es gibt in der Praxis Überschneidungen und Mischungen *Einliniensystem *Mehrliniensystem *Stabliniensystem *Matrixorganisation
  • Aufbauorga nach Verrichtungsprinzip Vorteile: 1) führt zu Kosten- und Leistungsvorteilen aufgrund der Aufgabenspezialisierung der Stelleninhaber Nachteile: 1) Mangelnde Flexibilität bei sich verändernden Aufgaben 2) Mangelnde Kundenähe (nur die Verkaufsabteilung hat Kundenkontakt) 3) Verlängerte Kommunikationswege unter den Abteilungen 4) Erschwerte Kontrollierbarkeit (jede Abteilung ist für alle Produkte tätig) 5) erhöhter Koordinierungsaufwand 6) erschwerte Kostenzuweisung auf Kostenstellen innerhalb des Unternehmens
  • Objektprinzip Aufbauorga Vorteile: - große Kundennähe (alle Sparten haben Kundenkontakt) - leichte Kontrollierbarkeit der Stelleninhaber (jede Abteilung ist für ein bestimmtes Produkt verantwortlich) - kurze Kommunikationswege innerhalb der Sparte - Aufgabenspezialisierung der einzelnen Abteilungen Nachteile: - Doppel- und Mehrfacharbeit - nur geeigent für Mehrproduktunternehmen (z.B. Siemens) - Mehrere ANsprechpartner für Kunden, lange Kommunikationswege - höhere Personalkosten, Leiterstellen -
  • Vermischung des Verrichtungs- und Objektprinzips Man versucht aus beiden das bestmögliche herauszuholen und die jeweiligen Vor- und Nachteile zu kompensieren. Ergebnis ist eine horizontale und vertikale Gliederung der Organisationsstruktur. Vorteile und Nachteile: 1) Objektverantwortliche konkurrieren stärker um die knappen Mittel 2) Werden weiterhin am Erfolg gemessen 3) Vernachlässigen evtl. die Zusammenarbeit untereinander 4) Stellen ihr Eigeninteresse über das Gesamtinteresse der Unternehmung
  • Einliniensystem V&N Vorteile: eindeutige Anordnungsbefugnis jede Stelle hat nur einen Vorgesetzten klare Verantwortungsbereiche erleichterte/wirksame Kontrolle kein Kompetenzgerangel innerhalb der Instanzen Nachteile: Überlastung der Führungspitze Gefahr von Fehlentscheidungen, da der Führung Detailkenntnisse fehlen Hohe Anforderungen an das Management bzg Fachwissen und Verantwortung Informationsverluste aufgrund langer Dienstwege (Schwerfälligkeit- lange Komjunikationswege innerhalb der Instanzen)
  • Einliniensystem Beschreibung Instanzen dürfen Weisungen erteilen - Instanzweg ist einzuhalten Eindeutige Hierarchie: Aufgrund des Aufbaus weiß jeder MA, von wem er Anweisungen bekommen kann und die Vorgesetzten, wem sie Anweisungen erteilen dürfen. "Grundsatz der einheitlichen Auftragserteilung!" Befehlsweg nach unten und Meldeweg nach oben (nur informativ) Instanzen dürfen nicht übersprungen werden - horizontale Verbindungen sind nicht vorgesehen
  • Mehrliniensystem V&N Vorteile: mittleres Management wird entsprechend ihrer Qualifikation eingesetzt - Verringerung von Fehlentscheidungen Weisungserteilung nur durch Experten Hohe Flexibilität aufgrund kurzer Kommunikationswegen Entlastung der Führungsspitze Auswirkung von Synergieeffekte Nachteile: Kompetenzen können meist nicht klar abgegrenzt werden --> Konflikte durch Kompetenzüberschneidungen entstehen unübersichtlich - zu viele Weisungsquellen Konkurrenz statt Kooperation Die GL bekommt unter Umständen nichts mit
  • Mehrliniensystem Stellen/Abteilungen bekommen Anweisungen von mehreren übergeordneten Stellen "Grundsatz der einheitlichen Auftragserteilung wird aufgegeben und durch den "Grundsatz der Arbeitsteilung" ersetzt Gegenüber EInliniensystem sind die Vorgesetzten nicht mehr fachlich überfordert Personalabteilung ist gegenüber allen Mitarbeitern weisungsbefugt, allerdings nur in Personalfragen Fachübergreifender Einsatz von Know-How
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  • Stabliniensystem V&N Vorteile: eindeutige Weisungsbefugnisse keine Kompetzenüberschneidungen gut vorbereitete Entscheidungen Entlastung der Führungsspitze Nachteile: Konflikt zwischen Stab und Linie (Stäbe haben die eig. Macht) Schwerfällig wegen langer Dienstwege Verantwortung und Entscheidungsvorbereitung sind getrennt (Stäbe müssen Fehler nicht selber ausbaden)
  • Stabliniensystem Verrichtungs- und funktionsorientiert Versuch Vorteile des Els und Mls zu kombinieren Fachliche Kompetenz der Geschäftsleitung und der Hauptabteilungen wird verbessert, indem man ihnen Spezialisten als Berater --> Stäbe zur Seite stellt Entscheidungen werden dadurch verbessert, ohne dass die Instanz zusätzlich belastet wird Systematische ENtscheidungsvorbereitung obliegt den Stabstellen, die Entscheidung selbst und damit die letzte Verantwortung trägt die Linienstelle. Die Stäbe haben keinen Weisungsbefugnis "Grundsatz der einheitlichen Auftragserteilung" als auch der Grundsatz der Arbeitserteilung" erfüllt Jede Stelle hat nur einen VOrgesetzten geeigent für kleine Unternehmen; Ein- und Mehrproduktunternehmen ACHTUNG Es besteht die Gefahr, dass die Stäbe aufgrund ihrer Expertenmacht die eigentlichen Entscheidungsträger sind. DIe Liniensteller sind dann nur noch Marionetten der Stäbe und treffen allenfalls noch Ja/Nein Entscheidungen, da sie die immer schwieriger werdenden Entscheidungssituationen nicht mehr überblicken. Es kann auch dazukommen, dass Vorschläge der Stäbe von den Linienmanagern abgeblockt werden, das sie als praxisfremd oder als Bedrohung und Einmischung gesehen werden.