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Urologie (Fach) / Weihe_Notfälle (Lektion)

urologische Notfälle

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  • genitale Notfälle - Paraphimose - Priapismus - Hodentorsion - Trauma - akute Epidydimitis
  • Paraphimose - Abschnürung venöser Blutrückstrom - schmerzhaftes Ödem des inneren Vorhautblattes THERAPIE konservativ - manuelle Reposition und Kompressione nach Oberflächenanästhesie operativ - dorsale longitudinale Inzision des äußeren Schnürringes
  • Priapismus - persistierende schmerzhafte Dauererketion bei fehlender Libido, Ejakulation und Orgasmus FORMEN low-flow Priapismus - 90% - venöse Abflussblockade - Penis holzhart, keine Pulsationen, Glans bläulich livide, weich, Corpora cavernosa blutgefüllt high-flow Priapismus - 10% - arterieller Zustrom erhöht - Schmerzsymptomatik gerung, pulsatile Erektion, Tage bis Monate anhalten URSACHEN - idiopathisch - SKAT iduziert - hämatologiche, neurologische und angioogische Ursachen THERAPIE konservativ - Punktion und Spülung der Corpora cavernosa mit Heparin - fraktionierte gabe von Noradrenalin operativ - Shunt zwischen Corpora cavernosa und dem Corpus spongiosum
  • Hodentorsion - totale (360°) oder partielle (180°) Stiehldrehung des Hodens - vor dem 2 Lj oder zwischen 15-20 Lj - zunächst venöser Blutrückfluss, danach arterieller Zufluss behindert SYMPTOMATIK und DIAGNOSE - spontaner heftiger Schmerz (in Ruhe oder auch beim Sport) - Hodenhochstand - Übelkeit und abdominelle Schmerzen - positives Prehnzeichen (Hoden hoch, Schmerz hoch) - Doppler-Sono -> Minderperfusion Therapie operativ - sofortige operative Freilegung (Skrotalschnitt) und Detorquierung in den ersten 6 Stunden mit Orchidopexie - Orchidopexie kontralateral sinnvoll
  • Trauma PENISTRAUMA - Penisfraktur -> Zerreißung der Tunica albuginea - Penis abgeknickt mit deutlichem Hämatom SKROTALTRAUMA - meist stumpfes Trauma - Hochlagerung, wenn Hämatom Blutversorgung des Hoden einschränkt - OP
  • Fournier Gangrän - Nekrotisierende Fasciitis - Clostridium perfingens - rasch progredienter Krankheitsverlauf - livides Skrotum, Penisödem, Crepitatio, Sepsis - Labor, Sono, CT-Abdomen - sofort radikale exzision, suprapubischer Katheter, AB-Therapie
  • Epididymitis - häufig nach HWI, Prostatitis - durch Viren, Mykoplasmen, Chlamydien, gram-Bakterien - Orchitis nach Mumps - Rötung, Schwellung, Schmerz, Fieber - Sono: Ausschluss Torsion, aufgetriebener NH THERAPIE - Hochlagern - Kühlen - AB - ggf SPDK - NSAR - bei Abszedierung OP
  • vesikale Notfälle - Harnverhalt - Blasentamponade - Blasenverletzung
  • Harnverhalt - Blase kann nicht mehr willentlich entleert werden SYMPTOME - quölender suprapubischer Schmerz und Harndrang - Blase rall palpabel DIAGNOSE - Sonografie -> Blase prall gefüllt, ggf Nierenaufstau THERAPIE - Einlage tDK oder ggf SPDK - im Verlauf Ursachenklärung URSACHEN - Prostataadenom/ - karznom - Prostatitis - Blasenhalssklerose - Meatusstenose - Phimose - Urethrastriktur - Urethratumor - Urethraverletzung - Urethrafremdkörper - iatrogen - neurologische Ursachen -> Polyradikulitis, Polyomyelitis, Rückenmarkstraume, Diskusprolaps (L1-L5) - psychogene Ursachen - medikamentöse Ursache -> Psychopharmaka
  • Blasentamponade - Tamponierung der Blase mit Blutkoagel URSACHEN - Tumor - BPH (Varizenblutung) - Blutverdünnung SYMPTOMATIK/ DIAGNOSE - wie beim akuten Harnverhalt - Hb Abfall möglich THERAPIE - manuelle Ausräumung über Spül-DK (24-26Ch) mit NaCl und anschließender Dauerspülung - bei persistieren -> Cystoskopie und Koagulation der Blutungsquelle
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  • Blasenverletzung - meist stumpfes Traume (95%) - meistens durch vordere oder hintere Beckenringfraktur (Malgaigne Fraktur) - 10-15% der Beckenrignfrakturen gehe mit einer Blasenverletzung einher - bei Blasenverletzung zusätzlich ca 50% Harnröhrenverletzung SYMPTOME und DIAGNOSE - Schmerzen im UB - Makrohämaturie (82%) - LDH, Krea und Harnstoff erhöht - später Urinaszites, Peritonitis - beweisend im Cystogra,, THERAPIE - zeitnahe OP -> nach 24 H 4* erhöhte Letalität - Freilegung und Übernähung
  • Harnröhrenruptur - Unfalltraume der Beckenregioon SYMPTOME/ DIAGNOSE - Blutung und Harnverhalt - rektale Untersuchung - Pat bekommen meisten eh CT sonst Urethrographie THERAPIE - Sofortversorgung oder sekundäre Wiederherstellungsoperation - bis dahin tDK oder SPDK - OP ca 6 Monate später möglich ein- oder zweizeitig PROGNOSE - 10-25% haben postoperative Strikturen - Impotenz ist auch möglich
  • renale Notfälle - Kolik - Urosepsis - Trauma - Nierenvenenthrombose - Nierenarterienembolie
  • Steinkolik - krampfartige Ureterkontraktion mit wehenartigen Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen - Schmerzaustrahlung je nach Lage DIAGNOSE - Sono - Röntgen - CT - Labor - U-Stix THERAPIE - Steintropf: Nocalgin und Buscopan - 60-80% aller Uretersteine (<5mm) sind sponat abgangsfähig - bei -> sehr starken Schmerzen, entzündungsparametern, Nierenaufstau -> Einlage DJ-Schiene
  • Urosepsis FRÜHSYMPTOME - Ruhelosigkeit, Schüttelfrost, Fieber - Hyperventilation, tachykardie SPÄTSYMPTOME - Bewußtseineintrübung - RR Abfall - warme, trockene Extremitäten - Oligurie, Anurie ERREGER - E. coli 35% - Klebsiellen 25% - Proteus 15% - Pseudomonas 15% - Serratia 5% URSACHEN - obstruktive Harnwegserkrankungen - abszedierende Pyelonephritis, Prostatitis, Epididymitis, Orchitis - iatrogen - Penisphlegmone, Erysipel, Gangrän LEBENSBEDROHLICH - Gerinnungsnetgleisung - Multiorganversagen - Tod THERAPIE - Urinableitung - AB- Kreislauf/ Gerinnungsunterstützung
  • Nierenverletzungen - Commotio / Contusion renis (90%) -> oberflächliche Parenchymverletzung - transkapsuläre Ruptur -> Urinextravasation / perirenales Hämatom - Parenchymfragmentierung oder Verletzung des Gefäßstieles (<5%) KLASSIFIKATION (Hodges) - Gruppe I: leicht (60-80%) -> temporäre Hämaturie - Gruppe II: schwer (10-30%) -> Parnchym u/o Hohlsystemverletzung, Hämaturie, Urinphlegmone - Gruppe III: Kritisch -> erhebliche Blutungen, Organzertrümmerung, Gefäßläsion EPIDEMIOLOGIE - 10-20% penetrierende Verletzungen - 80-90% stumpfe Traumen - Häufigkeit beim Polytrauma 30% - in 30% aller nierentraumen Begleitverletzungen innerer Organe DIAGNOSE - Vitalzeichenkontrolle - U-Stix -> schwere der Hämaturie korreliert nicht mit der schwere der Verletzung - Sono - CT ggf Angio CT - DD leichte/ schwere Verletzungen - Urinextravasation - größe und ggf Zunahme des retroperitonealem Hämatoms - zeigt devitalisiertes Gewebe - zeigt Begleitverletzungen THERAPIE - Schockbekämpfung konservativ - Gruppe I operativ - Gruppe III - früh vs Spätoperation: Gruppe II OP-Indikation - expandierendes Hämatom - pulsierendes Hämatom - retroperitoneale Urinextravasation - nekrotisches Nierengewebe Frühkomplikation - Blutung - Abszess - Urinom - Sepsis - Fistel Spätkomplikationen - AV Fistel - Nephrolithiasis - chronische PN - Schrumpfniere - Hypertonie
  • Harnleiterverletzung äußere Gewalt - schussverletzung (44%) - Stichverletzung (1%) - Trauma (3%) chirurgische Verletzung - intraoperativ (44%) - endoskopisch (6%) THERAPIE - Stent - Harnleiterneueinpflanzug - End-zu-End Anastomose - Ileum Interponat - Nephrektomie