15
Traumatologie (Fach) / untere Extremitäten (Lektion)
Erkrankungen und Therapien
Diese Lektion wurde von FinnidaFu erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- Schenkelhalsfraktur DEFINITION - im höheren Lebensalter, häufig auch beo Bagatelltrauma als Folge einer Osteoporose - selten bei Jugendlichen ud Kind - kann lebensbedrohend sein durch Immobilisation und daraus resultierenden Folgeerkrankungen (Pneumonie, Urosepis, Herzinsuffizienz, Dekubitus) EINTEILUNG Abduktionsfraktur (valgus) - meist stabil durch Fragmentverkeilung - Belastungsfähigkeit kann erhalten bleiben - Risiko der Kopfnekrose gering Adduktionsfraktur (varus) - Dislokation mit Verkürzung des Beines und Abkippen des Hüftkopfes nach hinten - erhebliches Risiko einer Femurkopfnekrose Abscherfraktur - partiell extrakapsulär - sehr instabil - Pseudarthorsengefahr laterale Schenkelhalsfraktur (extrakapsulär) - zentral der Trochanterebende - gute Kopfvitalität DIAGNOSE - Schmerzen bei Beinbewegung, bes Rotation - typische Klinik mit verkürztem und außenrotierten Bein (Varusfraktur) - Röntgen mit Beckenübersicht und Hüftgelenk seitlich - ggf. CT EINTEILUNG nach Pauwels (Steilheit der Frakturflächenverlaufs) - Typ I: bis 30° - Typ II: 30-50° - Typ III: 50-70° - Ausdruck der mechanischen Stabilität nach der operativen Versorgung THERAPIE konservativ - bei eingekeilter Abduktionsfraktur, wenn Patient unter Teilbelastung mobilisierbar ist operativ - alle dislozierten Frakturen - eingekeilte Abduktionsfrakturen, wenn Teilbelastung unmöglich - Femurkopfprothese als geplante OP - Verschraubung, Verplattung als Noteingriff (zB bei Jugendlichen möglichst innerhalb von 6 h - Dynamische Hüftkompressionsschraube (DHS) oder Zugschraubenosteosynthese bei jungen Patienten - Totalendoprothese bei Patienten älter 65 Jahre
- Pertrochantäre Fraktur DEFINITION - Fraktur zwischen dem Trochanter major und minor - vorwiegend ältere Menschen durch Sturz auf Hüfte - Einteilung nach AO Klassifikation in A1-A3 - A1: Fraktur der medialen Kortikalis mit intakter lateraler Kortikalis - A2: mehrfache Fraktur der medialen Kortikalis mit intakter lateraler Kortikalis - A3: Fraktur der medialen und lateralen Kortikalis KLINIK - starke Schmerzen bei Bewegung - Beinverkürzung und Außenrotation DIAGNOSE - Rötngen in 2 Ebenen THERAPIE - immer operativ - bei jüngeren Patienten mit einer DHS - bei älteren Patienten mit einer TEP
- Kniefehlstellungen DEFINITION - Achsabweichung zwischen Oberschenkel und unterschenkel - Achsenfehlstellung am Kniegelnk EINTEILUNG - O-Bein (Genu varum) -> Unterschenkel nach innen -> Winkel ab ca. 180°, Knie außerhalb der Mikulicz- Linie - X-Bein (Genu valgum) -> Unterschenkel nach außen -> Winkel ab ca 171°, Knie innenseitig der Mikulicz-Linie - Folge ist eine einseitige Mehrbelastung - Überstreckung in der Sagittalebene -> Genu recurvatum URSACHE angeborene Beinachsfehlstellung - stark überstreckbares Kniegelnk (Genu recurvatum) -> angeborene Fehlstellung - übermäßiges O-Bein, X-Bein -> wird oft an beiden Beinen vererbt erworbene Beinachsfehlstellung - Unfälle mit Frakturen, Verletzungen der Wachstumsfugen im Kindes- und Jugendalter - ausgeprägte Kniegelenkarthrose - Ursachen kann auch im Bereich des Hüft- oder Fußbereichs liegen - selten Entzündungen , Knochenstoffwechselstörungen und Systemerkrankungen SYMPTOME - ungünstige Druckverteilung im Kniegelenk mit einseitiger Belastung und ungleichmäßigem Abrieb auf der Innen- oder Außenseite - schon um das 30/ 40. Lebensjahr Überlastungserscheinungen - Belastungs- und Ruheschmerz - schmerzhaftes Knochenödem - degenerative Meniskusläsionen - Knorpelabrieb - Gelenkspaltverschmälerung - einseitige Kniegelenksarthrose - zunehmende Funktionseinschränkungen DIAGNOSE - klinische Untersuchung -> Beinachse im Stehen inspektorisch einschätzen - radiologische Ganzbeinstandaufnahme -> digitale Vermessung - Röntgenaufnahme im Stehen unter Körpergewichtsbelastung (Rosenberg-View) und eine sagittale Aufnahme zur Erfassung der Restweite des Gelenkspaltes THERAPIE konservativ - Ziel: Schmerzen lindern, Lebensqualität verbessern, Beweglichkeit und Mobilität normalisieren - Gelenkverschleiß sollte verhindert bzw Fortschreiten einer Arthrose verzögert werden - Beratung - Meidung von Stop and Go Sport - Gewichtsreduktion - Physiotherapie - Schuhzurichtungen - Hyaluronsäurepräparate oerativ - bei starken Beschwerden in Alltag, Sport, Beruf - Schmerzen müssen klinisch und durch radiologische Bildgebung nachvollziehbar sein - O-Bein-Fehlstellung: - Open-Wedge-Osteotomie (keilförmige valgisierende Korrektur mit innenseitigem Öffnen des Schienbeinkopfes und Fixation mit winkelstabiler Platte, Spaltraum evtl mit Knochen auffüllen) - Closed-wedge-Osteotomie (Knochenkeil aus lateralem Schienbeinkopf entfernen und Spalt schließen, Fixation mit winkelstabilen Osteosyntheseplatte) - X-Bein-Fehlstellung - seltener, wird nach ähnlichem Prinzip operativ behandelt - Bereich des kniegelenksnahen Oberschenkels - varisierende Beinachsumstellung am Oberschenkel - schwieriger, Heilungsverlauf langsamer POSTOPERATIVER VERLAUF - postoperative Aufnahmen anch 4-6 Wochen zeigen Heilungsverlauf und Konsolidierung des Osteotomiespaltes - Entfernung der Platte und Schrauben nach 6-12 Monaten - beginn der Vollbelastung meist nach 2-3 Wochen mit Gehstützen - frühfunktionelle physiotherapeutische Maßnahmen (Krankengymnastik, Manuelle Therapie, Lymphdrainage, Kryotherapie) 2-3 Mal pro Woche - Standradfahren und Wassergymnastik nach Abschluss der Wundheilung ab der 3-4 Woche PROGNOSE - 10 Jahre nach operativer Beinachskorrektur haben 75% der Patienten noch keine Kniegelenksprothese
- Meniskusschäden DEFINITION - Meniskus = scheibenförmiger Knorpel in einem Gelenk - im Knie halbmondförmig, teilt Gelenkhöhle nur unvollständig FUNKTION - bestehen hauptsächlich aus Kollagenfasern - nehmen Zugkräfte, die auf die Vorder- und Hinterhörner wirken auf - sind über kurze Bänder vorne und hinten am Tibiaplateau verankert - zusätzliche Zugkräfte durch Verformung bei der Kniebeugung - bessere Verteilung der Gelenkföussigkeit - Reibungsminderung SCHÄDEN AM MINISKUSAPPARAT - meist Sportler betroffen > Fussball, Tennis, Handball, Skifahren, Snowboard - Menschen, deren Tätigkeit die knie überbeansprucht -> Fliesenleger - Verletzung meist bei einer schnellen Drehung - Rotation von Ober- oder Unterschenkel um die Längsachse des Kniegelenks - schnelles Beugen oder Strecken -> Beweung um die Querachse - freie Meniskusrand gerät zwischen die Gelenkrollen - Einrisse teilweise oder ganz (Korbhenkelriss) SCHEIBENMENISKUS - angeborene Fehlbildung der Kniegelenkmenisken - kann zu einem Schnapp-Phänomen und Schmerzen führen - beginnt meist im 6-8 LJ MENISKUSRUPTUR - Innenmeniskus häufiger als Außenmeniskus - Einteilung in Längsriss, Radiärriss oder Schrägriss (Lapenriss) - bezüglich der Raumebene unterscheidet man Vertikalriss und Horizontalriss - Sonderfromen sind komplexe Risse, die Korbhenkelriss KORBHENKELRISS - Meniskusriss parallel zur hauptrichtung der Fasern verlaufend - Meniskus wird entlang seines Verlaufes längs gespalten - das vordere und hintere Ende behält weiterhin Verbindung zum Rest des Meniskus - freie Rand wandert in den Gelenkspalt, verursacht akute Schmerzen und kann die Gelenkbewegung ganz unerwartet blockieren DEGENERATIVE VERÄNDERUNGEN - unter Last wird Meniskusgewebe ausgewalzt, wird immer dünner bis es zerreißt - Meniscopathie -> Teil des Geschehens bei der Entwicklung einer Arthrose SYMPTOME Unfall - akute einschießende Schmerzen im Bereich des Kniegelenkspaltes, anschließende Schwellung des Kniegelenks - danach häufige Blockierung des Kniegelenks - keine komplette Streckung oder Beugung möglich Verschleiß oder Überbelastung - zunehmende, vor allem unter Belastung auftretende Schmerzen im Kniegelenk - schmerzhafte Bewegungs- und Belastungseinschränkungen - Instabilitätsgefühl und schnappende, knackende Geräusche im knie DIAGNOSE - Anamnese - klinische Untersuchung - Steinmann Zeichen I( und II - Böhler Zeichen - Payer Zeichen - MRT - Arthroskopie Steinamnn I - Hand des Untersuchers umfasst die Ferse, die andere fixiert das Knie - bei 90° Beugung Rotation im Kniegelenk nach innen und außen - bei Außenrotation Schmerz am medialen Gelenkspalt -> Innenmeniskusläsion - bei Innenrotation Schmerz am lateralen Gelenkspalt -> Außenmeniskusläsion Steinmann II - Untersucher palpiert den Gelenkspalt ventromedial und ventrolateral bei gestrecktem Knie nach Schmerzpunkten - tritt ein Palpationsschmerz auf -> passive Kniebeugung -> erneute Palpation am lateralen und medialen Gelenkspalt - dabei Achtung auf bewegung des Schmerzpunktes - besteht Druckdolenz an einer Seite des Gelenkspaltes und wandert der Schmerzpunkt während der Beugung nach dorsal -> Meniskus an der Seite wahrscheinlich verletzt Böhler-Zeichen - bei gestrecktem Kniegelnk wird der Unterschenkel adduziert und abduziert - Schmerzen bei Adduktion -> Innenmeniskusschaden oder laterales Seitenband - Schmerzen bei Abduktion -> Außenmeniskusschaden oder mediales Seitenband Payr-Zeichen - Test im Liegen oder im Schneidersitz - Untersucher flektiert das Bein im Kniegelenk und abduziert das Hüftgelenk - Ablage des Außenknöchels oberhalb des anderen Kniegelenks - Druck des Untersuchers auf das zu untersuchende Bein in Bodenrichtung - wenn Schmerz am medialen Gelenkspalt -> Innenmeniskusschaden THERAPIE konservativ - entlastung mit Gehilfen - medikamentöse Schmerzthrapie - Physiotherapie operativ - meist arthroskopisch - Meniskusteilresektion mit Meniskusnaht -> Ziel: so wenig wie möglich aber alle geschädigten Meniskusanteile entfernen - Meniskusnaht -> der gerissene Meniskus wird wieder genäht
- Gonarthrose DEFINITION - langsam progrediente, nicht entzündliche degenerative Veränderung des Kniegelenkes - führt zu einer Zerstörung des Gelenkknorpels und anderen Gelenkstrukturen EPIDEMIOLOGIE - eine der häufigsten Gelenkerkrankungen im höheren Alter - über 60 jährige in 30-60% betroffen URSACHEN - degenerativer Knorpelabbau - Entzündung - Gelenkfehlstellung - erhöhtes Körpergewicht FORMEN - Kniegelenk besteht aus drei Gelenkabschnitten (Kompartiment) - diese können einzeln oder Gruppen betroffen sein Retropatellararthrose - Arthrose des Femoropattelargelenks mediale Gonarthrose - Arthrose des medialen kompartiments des femorotibialgelenks laterale Gonarthrose - Arthrose des lateralen Kompartiments des Femorotibialgelenks Pangonarthrose - alle drei Abschnitte betroffen weitere Formen - Valgusgonarthorse - Varusgonarthrose SYMPTOME - bei Belastung auftretende Schmerzen - eingeschränkte Beweglichkeit - Schmerzne bes. beim Abwärtsgehen - Instabilitätsgefühl - Schwellneigung nach längerer Belastung (Kniegelenkerguß) DIAGNOSE klinische Untersuchung - Inspektion -> Beinachse, Kniekontur, Schwellung, Muskelatrophie, Gangbild - Palpation -> Hauttemperatur, Schwellung, Kniegelenkerguß, Krepitation, Druckschmerz über dem Gelenkspalt - Vermessung -> Aufspüren einer ggf vorhandenen Beinlängendifferenz Bildgebung - Röntgen -> Kniegelenk in 2 Ebenen ggf. Spezialaufnahmen - Sonografie -> Nachweis eines Gelenkergusses - MRT, CT, Skelettszintigrafie THERAPIE - richtet sich nach Ursache und Schwere der Erkrankung Allgemeinmaßnahmen - Reduktion des Körpergewichts - Bewegung konservative Therapie - Medikamente (NSAR) - physikalische Therapie - Thermotherapie - Elektrotherapie operativ - Korrektur von Fehlstellungen - Knorpeltransplantation - Abrasionsarthroplastik - Gelenkersatz
- Baker-Zyste DEFINITION - Zyste im Bereich der Kniekehle LOKALISATION - im Semimembranosus-Eck - dh zwischen dem Ansatz des M semimembranosus und dem medialen Kopf des M gastrocnemius URSACHE - häufig Folge einer Kniebinnen-Erkrankung - in Rahmen eine rheumatoiden Arthritis - chronische Meniskusschödigung -> dauerhaftem Gelenkerguss -< chronische erhöhung des Knieinnendruckes, Ermüdung und erschlaffung der Gelenkkapsel, dauerhafte Aussackung der Gelenkkapsel -> Baker-Zyste KLINIK - Druckgefühl in der Kniekehle - vor allem bei Flexion - Trombusbildung durch Druck auf die Venen - Paästhesien im Unterschenkel durch Nervenkompression DIAGNOSE klinische Untersuchung - ab einer Größe von 2 Zentimetern kann die Zyste im medialen Kniekehlenbereich getastet werden - Flexion im Gelenk kann vermindert sein - Zeichen einer Thrombose oder Parästhesien - Sonografie - MRT THERAPIE - Grunderkrankung so gut wie möglich behandeln konservativ - Kompressionsbandagen - Punktion -> nur eine kurzzeitige Beschwerdebesserung -> nicht indiziert operativ - bei ausgeprägten Beschwerden-> Zystenentfernung
- Patella-Luxation DEFINITION - Kniegelenksverletzung bei der die Patella aus der Führung springt - meist spontane Reposition - verbleibt selten in laterale Fehlstellung - eine der häufigsten Kniegelenkverletzungen URSACHEN - meist angeborene Fehlausbildung der Patella und Dysplasie der Trochlea femoris - seltener Fehlstellung des Kniegelenkes (X-Bein) - hochstehende Kniescheibe mit lateralem Ansatz der Kniescheibensehne an der Tibia - Folge: die Patella gleitet nicht zentral zwischen den Femurkondylen sondern zu weit lateral - begünstigend ist eine Drehbewegung im Knie zB beim Sport - bei zunehmender Kniebeugung kommt es zur Einklemmung der Patella -> Reposition dann nur mit Gewalt und Knorpel-Knochenschäden THERAPIE konservativ - zügiges Einrenken mit Überstreckung des Kniegelnkes unter Handführung der Patella - kein heftiges Einschnappen (Knorpelschäden) - nach Reposition Röntgenkontrolle (Lagekontrolle, Begleitverletzungen) - danach Bandage, Orthese, Tutor operativ - bei rezidivierender Luxation - Arthroskopie -> Beurteilung des medialen Retinakulums - Gelenkoberflächenbeurteilung - dann Rekonstruktion des medialen zerissenen Retinakulums - ggf. Verlagerung des Patellarsehnenansatzen an der Tuberositas tibiae - frühe postop. Mobilisation um Verklebungen zu vermeiden
- Patella-Frakturen DEFINITION - Knochenbruch im Bereich der Kniescheibe URSACHEN - direkte Krafteinwirkung zB Anpralltrauma EINTEILUNG - Längs-, Quer- oder Schrägfraktur KLINIK - Druck und Bewegungsschmerz über der Patella - keine Extension im Kniegelenk möglich - Kniegelenkerguss DIAGNOSE - Röntgen des Gelenkes in 2 Ebenen - typische Klinik - distrakte Knochenfragmente THERAPIE - operativ mit Zuggurtungsosteosynthese und Kirschner-Drähten PROGNOSE - meist Ausheilung in ca 8 Wochen - häufig später Retropatellararthrose
- Kniebinnenschaden DEFINITION - Schäden an inneren Strukturen des Kniegelenkes - Verletzungen betreffen den Knieinnenraum mit dem vorderen/hinteren Kreuzband, dem Außen-/ Innenmensikus und dem medialen/ Lateralen Seitenband - Kreuzbänder und Mensiken stabilisieren das Knie von innen - Kniebinnentrauma kann aus einem Riss des vorderen oder hinteren Kreuzbandes, dem Riss des medialen oder lateralen Seitenbandes , den Verletzungen der Menisken oder der Absprengung eine Knorpel-knochen-Stückes bestehen - relativ häufig kombiniert als komplexer Kniebinnenschaden URSACHE - Verletzungen des vorderen Kreuzbandes -> Drehbewegung des US nach außen mit Valgusbeugung - Verletzung des hinteren Kreuzbandes (selten aber komplexer) -> durch vorn-mittig einwirkende gewalt entsthen Überdehnung des hinteren Kreuzbandes KLINIK - Schmerz - Schwellung - Gelenkerguss - Instabilität DIAGNOSE - klinische Untersuchung (Druckschmerz über Gelenkspalt) - Instabilität mit Aufklappbarkeit -> seitliche Gelenkführung - Schubladeneffekt -> sagittale Instabilität - tanzende Patella -> Gelenkerguss - Innen-/ Außenrotationsschmerz -> Meniskusschaden - Röntgen, CT, MRT - nachweisbare Instabilität bedeutet kombinierte Bandläsion - bei Knieluxation ist der Bandriss vollständig THERAPIE konservativ - bei minimaler Instabilität = Bandlockerung ohne Kontinuitätsverlust -> Ruhigstellung mit Orthese für 4-6 Wochen, danach aktive belastungsarme Mobilisation operativ - bei jeder Nachweisbaren Instabilität - primäre Naht ggf mit Augmentation oder Ersatz zB Sehne M Semitendinosus - Reinsertion aller gerissenen Strukturen - Reinsertion Teilentfernung abgelster Meniskenanteile - Reinsertion, Entfernung abgelöster Knorpel-Knochenfragmente PROGNOSE - nach operativer Bandnaht langwierige Nachbehandlung - bes. durch Quadrizepsatrophie
- Tibiakopffraktur DEFINITION - Knochenbruch im Bereich des Schienbeinkopfes PATHOGENESE - meist durch ein Trauma - Sturz aus großer Höhe -> enorme Stauchungskräfte, Femurkondylen imprimieren desn Tibiakopf - direkte Gewalteinwirkung auf das Kniegelenk selbst zB bei schweren Autounfällen EINTEILUNG - Impressionsfraktur - Depressionsfraktus -> Spaltbruch mit Dislokation (Y- oder V-Fraktur) - Meißelfraktur -> Spaltbruch ohne Dislokation - Depressions- und Impressionsfraktur - Trümmerfraktur KLINIK - enorme Schwellung mit Hämatom - Bewegung im Kniegelnk ist schmerzhaft eingeschränkt bis unmöglich - auch bei einfacher Palpation Schmerzen - Krepitation DIAGNOSE - Anamnese - klinische Untersuchung - Kniegelnkpunktion -> Blut mit evtl Fettaugen (vom Knochenmark) - Rötngen in 2 Ebenen - CT zur OP PLanung THERAPIE konservativ - bei nicht-dislozierten Spaltbrüchen -> Bein für einen Monat in einer Gipsschiene - Physiotherapie - Vollbelastung nach 8-12 Wochen - Kniegelenkspunktion bei Hämarthros operativ - alle dislozierten Frakturen - Kondylenfraktur -> Plattenosteosynthese mit T-Abstützplatte - Impressionefraktur über 3mm -> Anhebung bzw mit Spongiose unterfüttert - Impressions-Depressionsfrakturen werden unterfüttert und mit einer T-Platte versorgt - Trümmerfrakturen -> Fix. ext. -> es ist essentiell, dass die Gelenkfläche der Tibia nach der Reposition wieder präzise - gemäß ihrer natürlichen Anatomie - rekonstruiert wird NACHBEHANDLUNG - postop für ca 3 Monate Physiotherapie - Entlastung mit einer Bewegungsschiene - frühfunktionelle Mobilisation KOMPLIKATIONEN - Arthrose bei nicht exakter Reposition der Gelenkflächen - Fibulaköpfchenfraktur kann begleitend auftreten - Mitbeschädigung des N fibularis - Kompartmentsyndrom - Knorpelschäden - Meniskusschäden - Osteomyelitis
- Anzeige
- Tibiaschaftfraktur DEFINITION - Bruch des Schienbeinschaftes - kommt auch oft bei Kindern vor URSACHEN - Ski- und Verkehrsunfälle SYMPTOME - Schmerzen beim Auftreten - Deformität des Unterschenkels - Schwellung durch Einblutung - Weichteilschaden bei offener Fraktur - evtl Zeichen des Kompartmentsyndroms DIAGNOSE - Anamnese - klinische Untersuchung - Röntgen THERAPIE - Schienung des Unterschenkels bis zur endgültigen Diagnose - Gipsverband für ca. 6 Wochen bei unkomplizierter Fraktur - bei Trümmerfraktur OP mit Platten-Schraubenosteosynthese - Marknagel - bei offener Fraktur evt Fix ext, Antibiotikatherapie
- OSG Distorsion DEFINITION - Verrenkung des oberen Sprunggelenkes - häufigste Sportverletzung - Umknicktrauma (Supination) mit Kombination aus Plantarflexion, Adduktion und Inversion - laterale Bandapparat besteht aus Lig fibulare anterius, Lig. fibulare posterius und Lig calcaneofibulare - am häufigsten ist das Lig fib. ant. betroffen (ca 65%) - nur in ca 10% mit Bänderriss - der mediale Bandapparat (lig. deltoideus) ist viel seltener betroffen, bei schweren Verletzungen URSACHEN - Bandlaxität - häufige Überdehnung - Muskelschwäche - Läsionen nach Narbenheilung - Inadäquate Rehabilitation nach Verletzungen DIAGNOSE - Klinik wie Schwellung, lat. Hämatom, Druckschmerz über dem lat Bandapparat - Röntgen OSG in 2 Ebenden ggf gehaltene/ gedrückte Aufnahme - MRT, Sonografie THERAPIE - in der Regel konservativ - sofortige Kühlung - bei leichter Distorsion -> elastischer Verband für ca 2 Wochen - bei Riss der Gelenkkapsel und Bänderriss Ruhigstellung in zB Aircast-Schiene für 6 Wochen - OP nur bei stärksten Bandverletzungen und hochgradiger Instabilität
- OSG-Frakturen DEFINITION - Malleolarfraktur - Fraktur des oberen Sprunggelenk - immer mit einer oder mehreren Bandläsionen kombiniert (außer Weber A) EINTEILUNG lateral nach Danis-Weber - Typ A: Fibulafraktur distal der intakten Syndesmose - Typ B: Fraktur auf Höhe der Syndesmose (meist gerissen) - Typ C: Fraktur proximal der Syndesmose (immer gerissen) - Maisonneuve-Fraktur (hohe Weber C) -> totaler Bandriss am OSG mit ruptur der Membrana interossea, evtl Luxation des Fibulaköpfchens medial - Schräg- oder Stückfraktur des Malleolus medialis - Schalenausriss des Lig. Deltoideum laterale Tibiafragmente - hintere Kantenfragment (Volkammdreieck) -> tragende Tibiafläche mit Ansatz des hinteren Syndesmosenbandes, bei Weber B möglich, bei Weber C sehr häufig - vorderes Kantendreieck -> proximaler Ansatz des vorderen Syndesmosenbandes KLINIK - Schwellung, Hämatomausbildung - Druckdolenz medial oder lateral DIAGNOSE - Unfallhergang/ Anamnese - Palpation - Röntgen in 2 Ebenen - bei neg. Rötngenbild -> Unterschenkelaufnahme (Maisonneuve) - evtl CT oder MRT THERAPIE konservativ - Bein hochlagern und ruhigstellen - Kühlung um Schwellung zu reduzieren, sonst OP erst nach Abschwellung möglich - bei offenem Bruch steriles Abdecken - möglich schnelle Reposition nach Schmerzmittelgabe -> dann Vakuumschiene - nur unverschobene Brüche unetrhalb der Syndesmose (Weber A) oder minimal verschobene Weber B - Fixierung im Spaltgipsverband operativ - Außenknöchel: alle Brüche mit verschobenen Fragmenten und Verletzung der Bänder müssen operiert werden, Osteosynthese mit 2-3 Zugschrauben, bei Mehrfragmentbrüchen Zusammenfügung zu größeren Fragmenten die dann mit einer Plattenosteosynthese versorgt werden - Innenknöchel: meist Abrissfraktur -> konservative Therapie unmöglich, Periost eingeschlagen im Bruchspalt, nach Entfernung Synthese mit Bohrdraht und Schraube - Stellschraube-> Verbindung Fibula- Tibia stabilisiert und Malleolengabelweite eingestellt, keine Kompression aus die Talusrolle, Entfernung nach 6 Wochen - hintere Volkmanndreieck muss nur bei großem Fragment operativ fixiert werden NACHBEHANDLUNG - Entlastung in den ersten 6 Wochen mit UA-Gehstützen, Vollbelastung erst nach 8 Wochen
- Calcaneus Frakturen DEFINITION - Knochenbruch im Bereich des Calcaneus EPIDEMIOLOGIE - selten - 2% der Frakturen ÄTIOPATHOGENESE - große Krafteinwirkung - Stürze aus großer Höhe, Verkehrsunfälle - 15% der Fälle bilaterale Frakturen - 30% der Fälle -> Begleitverletzungen im Bereich der Wirbelsäule - Abrissfraktur durch starken Zug der Achillessehne -> Entenschnabelfraktur - axiale Krafteinwirkung (Sturz aus großer Höhe) -> Prozessus fibularis des Talus wirkt wie ein Meißel KLINIK - starke Schmerzen - Deformierung, Schwellung des Rückfußes - Fußsohlenhämatom DIAGNOSE - Anamnese -> Unfallhergang - Klinik -> Durchblutung, motorik, Sensibilität, Begleitverletzung von Femur, Becken, Wirbelsäule - anhand von Röntgenbildern kann die Diagnose gesichter werden - koronares und axiales CT - Böhler-Winkel (Tubergelenkwinkel) -> Winkel zwischen Oberkante des Tuber calcanei und Oberkante des Corpus calcanei -> Bei Kompression -> Winkelverkleinerung (normal: 20-40%) THERAPIE konservativ - bei nicht dislozierten Frakturen - bei extraartikulären Frakturen ohne ausgeprägte Fehlstellung - bei reduziertem AZ -> Hochlagerung des Fußes zur Abschwellung, frühfunktionelle Behandlung semioperative Therapie - bei instabilem Rückfüß, wenn eine OP kontraindiziert ist - perkutane Bohrdrähte - Entlastung für 6 Wochen operative Therapie - bei intraartikulären Frakturen - bei extraartikulären Frakturen mit ausgeprägter Fehlstellung -> Versorgung der Fraktur durch eine Plattenosteosynthese evtl mit Spongiosaplastik PROGNOSE - viele Patienten entwickeln eine Arthrose im Bereich des Subtalargelenks
- Achillessehnenruptur DEFINITION - Riss der Achillessehne (Tendo calcanei) URSACHEN - Folgen eines aktuen Traumes durch Über- oder Fehlbelastung - häufig degenerative Veränderungen durch Über- oder Fehlbelastung wie -> mangelnder Trainingszustand, Überanstrengung, höheres Lebensalter, vorangegangene lokale Kortisoninjektion, Diabetes mellitus, familiäre Hypercholesterinämie - typischer Patient: "Weekend Warrior", vornehmlich am Wochenende Sport mit Überlastung EPIDEMIOLOGIE - sportlich aktive Männer im Alter zwischen 30 und 50 am häufigsten LOKALISATION - Riss 2-6 cm oberhalb des Ansatzen am Fersenbein - Achillessehnentaille - Wasserscheide der arteriellen Versrogung SYMPTOME - peitschenknallartiges Geräusch - Schmerzen in der Ferse oder Wade - Schwellung und Hämatom im Rupturbereich - eingeschränkte Bewegungsfähigkeit mit Humpeln auf der betroffenen Seite DIAGNOSE klinische Untersuchung - Inspektion und Palpation des Befundes - tastbare Lücke wenige Zentimeter oberhalb des Fersenbeinansatzes - Bewegungsumfang und Belastbarkeit, Muskelkraft (Einbeinzehenstandtestung) apparative Diagnose - Sonografie -> besonders bei Teilrupturen - MRT - Röntgen: OSG mit Rückfuß in 2 Ebenen THERAPIE konservativ - möglich, wenn sich die Sehnenstümpfe in 20° Plantarflexion adaptieren lassen - bei älteren Patienten oder mit Begleiterkrankungen - Gipsverband, Schiene, Spezialschuh für 4-6 Wochen in leichter Spitzfußstellung - danach mit Orthese schrittweise in Normalstellung - Schuh sollte in den ersten 3 Wochen auch nachts getragen werden - Schuh wird für 6-8 Wochen getragen - Sportfähigkeit erst mit 13-16 Wochen operativ - jüngere und sportlich aktive Patienten - geringeres Risiko für eine Ruptur (2-3%) - in Lokalanästhesie möglich - Vielzahl chirurgischer Methoden - frische Ruptur -> direkte End-zu-End Sehnennaht - ältere Rupturen: Retration der Sehnenstümpfe -> plastische Verfahren (Z-Plastik, Peroneus-brevis- Plastik)