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Ethnologie (Fach) / Feministische Ethnologie (Lektion)

Einige relevante Begriffe für das Verständnis der feministischen Ethnologie

Diese Lektion wurde von eljaypowi erstellt.

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  • Heteronormativität Eine Weltanschauung, die Heterosexualität zur Normalität erklärt. Ihr zugrunde liegt eine binäre Geschlechterordnung, welche das biologische und soziale Geschlecht als eines versteht. Abweichende Körperwahrnehmungen sind damit außerhalb "normaler" Geschlechter angeordnet.
  • Intersektionalität Das Überlagern mehrerer Diskriminierungsformen in einer Person aufgrund der äußeren Erscheinung.
  • Gleichheitsfeminismus Fordert universalistische Prinzipien der Gerechtigkeit für alle Geschlechter. Kritisieren die dichotome Strukturierung von Gesellschaften und wollen faktischen Ausgleich der Ungleichheit. - Liberal: sehen Problem in der institutionellen dichotomen Verankerung. Fokus auf bekämpfung der ungerechten Erscheinungen - Marxistisch: sehen Probleme in den kapitalistischen Verhältnissen, mit Schwerpunkt auf die Reproduktionsarbeit, die den Frauen zur Last fällt - Radikal: führen Ausbeutung der Sexulaität an, besonders die patriachale Kontrolle des weiblichen Körpers als Lustobjekt und Reproduktionsmittel sowie verteidigender Sozialisation Kritik von differenzfeministischer Seite: Gleichheitsfeministinnen (besonders liberal) würden männlichem Modell nacheifern.
  • Differenzfeminismus Bezieht sich auf weiblich konnotierte Eigenschften und bewertet diese gleich- oder höherwertig als Männliche. Entweder Bereicherung für alle Sphären einer weiblich restrukturierten Gesellschaft oder Grundlage einer autonomen weiblichen Subjektivität, die in seperaten Fraueninstitutionen ihre Wirkung entfalten soll. Streitet für Gleichheit in der Differenz, d.h. in der Anerkennung der geschlechtlichen Unterschiede. Prognostizieren in anderen Gesellschaftsarten zwangsläufige androzentrische Entwicklung. Führsorge-Ethik: antrainiertes Verhalten führt im frühen Kindheitsstadium zu differenten Moralvorstellungen lacanianischer Strukturalismus: sieht in Sprache und symbolischer Ordnung einen Auslöser für unterschiedliche Geschlechterrollen Kritik von Gleichheitsfemininsten: Ausschluss von Männern stoße auf Gegenbewegung und Ablehnung der gleichheitlichen Anerkennung.
  • Androzentrismus Sichtweise, die Männlichkeit als Zentrum, Maßstab und Norm versteht.
  • Performativität Klassisch (Austin): Sprechakte, mit denen parallel eine Handlung vollzogen wird. Erweitert (Butler): Interaktion (besonders Sprechakt) (re)produziert Wirklichkeit. Sprache ist stets von Normen durchzogen, daher bleibt Geselschaft innerhalb enger Diskursgrenzen, weil wir Sprachbarriere nicht durchbrechen können. Grundsätzliche Distanz zwischen Sagen und Tun.
  • "doing gender" Gegenentwurf zur sex-gender-Unterscheidung (von natürlichen Unterschieden ausgehend), als fortlaufender (institutioneller) Herstellungsprozess von Geschlechteridentität.Unterscheidung in: - sex: Geburtsklassifikation aufgrund sozial vereinbarter bilogischer Kriterien - sex-category: soziale Zuordnung zu Geschlecht im Alltag aufgrund sozial geforderter Dichotomie - gender: intersubjektiver Validierung im Interaktionsprozess durch "adäquates" Verhalten und Handeln zu normativen Vorgaben --> Interaktion stellt formenden Prozess dar, da er zwingt sich kategorial und subjektiv einzuordnen. Man hat sein Geschlecht erst, wenn man es für andere hat.
  • Matrilinearität Eine Gesellschaftsordnung bei der die Weitergabe sozialer Eigenschaften und Vererbung ausschließlich über die weibliche Linie erfolgt, so erben z.B. auch Söhne den Familiennamen der Mutter. 160 der weltweit 1300 ethnischen Gemeinschaften sind matrilinear und bei einem Drittel dieser zieht der Mann nach der Hochzeit zur Frau (matrilokal). Das direkte Gegenteil ist die Patrilinearität.
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