20
Allgemeine und Biopsychologie (Fach) / Das Hormonsystem (Lektion)
Endokrines System
Diese Lektion wurde von MadeleineMartina erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- Was ist der Unterschied zwischen Neurotransmitter und Hormonen? Neurotransmitter/ Hormone: -Im Nervensystem senden Nerven schnelle Botschaften und rufen vorübergehende, kurzzeitige Reaktionen hervor. -Im endokrinen System senden Hormone relativ langsame Botschaften und rufen überdauernde langfristige Reaktionen hervor. -Neurotransmitter sind anders und dennoch sehr ähnlich; Unterschied: Ursprungsort -Neurotransmitter werden von einem Neuron ausgelöst// Hormone von einer endokrinen Drüse. -Neurotransmitter werden von Präsynapse zu Postsynapse übertragen und treten sofort in Aktion// Hormone werden von einer Drüse ausgeschieden und treten in die Blutlaufbahn ein- verbinden sich mit einem Hormon- Rezeptor einer Zelle oder werden ausgeschieden. -Neurotransmitter werden nur im Körper hergestellt// Hormone können chemisch synthetisiert werden. -Einige Stoffe zB. Adrenalien, können beides sein. Adrenalin ist ein Hormon, wenn es von der Adrenalin- Drüse in die Blutlaufbahn ausgeschüttet wird (beeinflusst zB. den Puls) und Adrenalin ist Neurotransmitter, wenn es von einem präsynaptischen Neuron ausgeschüttet wird.
- Wie funktioniert das endokrine System? -Hormone werden von speziellen Zellen hergestellt und ins Blut ausgeschüttet -Mit dem Hormonpegel werden Homöostaseprozesse gesteuert -Hormone werden von passenden Rezeptoren aus dem Blut aufgenommen -Die Hormonwirkung steigt //mit der Hormonkonzentration im Blut //mit der Größe der Kontaktfläche der Zielzelle im Blut // oder der Rezeptordichte an der Zielzelle WUCHTIG: Meist wirkt der derselbe Botenstoff als Informationsüberträger an unterschiedlichen Zellen. Dort kann er eine unterschiedliche Wirkung entfalten. Diese vielfältigen Wirkungen machen Therapien auf Basis von Hormonen schwierig.
- Was sind die hormonproduzierenden Organe? -Hypothalamus/ Hypophyse -Schilddrüse/ Nebenschilddrüse -Nebenniere -Bauchspeicheldrüse -Eierstock/ Hoden
- Welche Hormone befinden sich in der Schilddrüse und was sind ihre Funktionen? Hormone: Trijodthyronin (T3) Thyroxin (T4) Funktionen: -wird durch Hypothalamus/ Hypophyse gesteuert -Überfunktion bewirkt höhere Herzfrequenz, gesteigerte Erregbarkeit und Gewichtsabnahme -Unterfunktion führt zu Antriebsschwäche, Gewichtszunahme und Wachstumsstörungen
- Welche Hormone gehören zu den Nebennieren und was sind ihre Funktionen? Hormone: -Adrenalin -Noradrenalin -Androgene -Glukokortikoide -Mineralokortikoide Funktionen: -Sympathikus gesteuerte Abgabe von Adrenalin und Noradrenalin -Androgene sind mänliche Sexualhormone -Glukokortikoide mobilisieren Energie bei Stress -Mineralokortikoide regeln den Wasserhaushalt
- Welche Hormone gehören zu der Bauchspeicheldrüse und was sind ihre Funktionen? Hormone: -Insulin -Glukagon Funktionen: -Ein Teil schüttet Enzyme für die Verdauung in den Dünndarm aus -Insulin fördert Glukoseaufnahme in den Zellen -Glukagon fördert Glukoseabbau
- Welche Hormone gehören zu den Keimdrüsen und was sind Ihre Funktionen? Hormone: -Progesteron -Östrogen -Testosteron Funktionen: -Ausbildung der Geschlechtsmerkmale -Bildung und Reifung von Samenzellen, Uteruseinnistung -Steuerung des Sexualverhaltens
- Wie verhält sich das verkannte Hormon Testosteron in unserem Körper? -Das männliche Sexualhormon hat im Körper vielfältige Aufgaben. -Über den Blutkreislauf gelangt es zu den Organen, die über Rezeptoren für den Botenstoff verfügen. -Es gibt viele verschiedene Varianten des Rezeptors, die unterschiedlich sensibel auf das Hormon reagieren. Ihre Verteilung ist genetisch bedingt. -Daher kann dieselbe Menge an Testosteron im Blut bei verschiedenen Personen eine unterschiedlich starke Wirkung entfalten. -Bisherige Annahme: Seit Jahrzehnten heißt es, zu viel Testosteron im Blut mache Männer aggressiv, triebhaft und antisozial. In Tierstudien gehen erhöhte Testosteronwerte mit aggressivem Verhalten gegenüber Rivalen und Sexualpartnern einher. -Doch tatsächlich wirkt das Sexualhormon auf die menschliche Psyche in vielfältiger Weise – und nur auf der Messung eines erhöhten Testosteronspiegels kann noch keine kausale Beziehung zum Verhalten gefolgert werden. (Höhere Testosteronwerte können durchaus das Resultat von Aggressionen sein statt umgekehrt). -Dass der Botenstoff ursächlich Aggressionen fördert, ist nicht belegt. Experimentelle Studien deuten sogar darauf hin, dass das Hormon kooperatives Verhalten fördern kann.
- Wie funktioniert die Hormonproduktion im Hypothalamus- Hypophysen- System? -Der Hypothalamus ist die Steuerzentrale des inneren Milieus, d.h. der Homöostase. -Er nimmt viele neuronale Informationen der inneren Organe auf. -Er steuert vitale Körperfunktionen wie Wachstum, Energie, Sexualfunktion. Dabei können Zellen des Hypothalamus den Zustand von Blut und Liquor messen und über Verbindungen zum vegetativen Nervensystem und die Hormonausschüttung regulierend eingreifen. -Er nimmt Einfluss auf kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit und Lernen. -Die Regulation der Homöostase erfolgt insbesondere durch das Zusammenspiel mit der Hypophyse. Sie ist das wichtigste Ausführungsorgan des Hypothalamus. Sie wird neuronal oder durch Steuerungshormone gesteuert. -Auf „Befehl“ des Hypothalamus, der in Form von Releasing-Hormen die Hypophyse erreicht, schüttet diese stimulierende Hormone ins Blut aus, die über den Blutkreislauf in die Drüsen gelangen, in denen daraufhin die eigentlichen "Ziel"-Hormone ausgeschüttet werden.
- Welche Bedeutung hat die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) im Hinblick auf das endokrine System? Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse, etwa kirschgroß) ist die Steuerzentrale, die die Drüsen (z.B. Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse) reguliert. Die Hypophyse wiederum wird vom Hypothalamus kontrolliert.
- Anzeige
- Wie ist der Ablauf der Hormonsteuerung am Beispiel einer sexuellen Berührung? Beispiel Ablauf bei sexueller Berührung: - afferente Impulse erreichen das Gehirn - efferente Aktivität Hypothalamus - Ausschüttung von Releasing-Hormonen in den Hypophysenvorderlappen (HVL) - Schilddrüse, Nebennierenrinde und Keimdrüse werden hormonell zur Produktion von spezifischen Hormonen aktiviert - Durch Feedback (Rückkopplung) zum Hypothalamus und Hypophyse wird die sexuelle Erregung (ggf.) bis zum Orgasmus gesteigert.
- Was passiert, wenn der Hypothalamus beispielsweise die Nachricht erhält, dass die Konzentration des lebenswichtigen Hormons Cortisol, welches in den Nebennieren gebildet wird, zu niedrig ist? Er setzt das Steuerhormon CRH frei. Dieses erreicht in sehr kurzer Zeit die Hypophyse, die daraufhin das Hormon ACTH ausschüttet, welches dann in den Nebennieren die Produktion und die Freisetzung von Cortisol stimuliert. Ähnliche Regelkreise bestehen für die Steuerung der Schilddrüse, der Geschlechtsdrüsen (Hoden und Eierstöcke) und des Wachstumshormons. Auch der Wasserhaushalt und Schwangerschaftshormone werden über dieses System reguliert. Über diesen Kreislauf wird eine bedarfsgerechte hormonelle Versorgung des gesamten Organismus garantiert
- Nennen Sie 2 Beispiele für psychotrope Hormone (Hormone, die psychische Wirkungen hervorrufen). Adrenocorticotropin (ATCH): Es regt die Bildung von Kortisol und Endorphinen an. Wird mit Depressionen in Verbindung gebracht. Oxytocin: Hormon, das in der Hypophyse/Hirnanhangdrüse gebildet wird -löst Wehen und Milchejektion aus -fungiert als Neuromodulator, Ocytoxinrezeptoren unter anderem in Hippocampus, Amygdala, Hirnstamm, Rückenmark -Erste Nachweise für //fördert prosoziales Verhalten //häufigerer Blickkontakt //Vertrauenssteigerung //Zunahme empathischen Verhaltens //besseres Erinnerungsvermögen für Gesichter //großzügigeres Verhalten //Angst- und Stressreduktion //als Stresshormon bei Hilflosigkeit (könnte negativen Begleitprozesse von Stresssituationen mildern
- Oxytocin wird aktuell in der Wissenschaft kritisch diskutiert. Nennen Sie 3 kritische Aussagen. 1. Menschen, die zu Aggressivität neigen, reagieren bei Stress und Schmerz noch aggressiver, wenn sie Oxytocin erhalten haben. 2. In Konkurrenzsituationen kann Oxytocin Neid und Schadenfreude verstärken. 3. Es erhöht die Bereitschaft zu lügen, wenn die eigene Gruppe davon profitiert. Oxytocin ist also ein Kuschelhormon – aber auch ein Kampfstoff – Was stimmt?
- Nennen Sie zwei Eigenschaften in denen sich das Nervensystem und das Hormonsystem unterscheiden. Im Nervensystem senden Nerven schnelle Botschaften und rufen vorübergehende, kurzzeitige Reaktionen hervor. Im endokrinen System senden Hormone relativ langsame Botschaften und rufen überdauernde, langfristige Reaktionen hervor.
- Welche Aussagen sind korrekt: A: Oxytocin wird mit Sozialverhalten in Verbindung gebracht. B: Glutamat ist ein Hormon. C: Die Hormone der Nebenhirnrinde spielen eine wichtige Rolle bei der Stressreaktion. D: Hormone wirken im Körper überall gleich. Richti ist Antwort A.
- Welche Hormone werden in der Bauchspeicheldrüse gebildet? Insulin und Glukagon
- Es gibt seit kurze kritische Forschungsfragen zum Thema Oxytocin. Nennen Sie 2 kritische Aussagen aus dem Bericht der Süddeutschen Zeitung. 1. In Konkurrenzsituationen kann Oxytocin Neid und Schadenfreude verursachen. 2. Es erhöht die Bereitschaft zu lügen, wenn die eigene Gruppe davon profitiert.
- Welches gegensätzliche Verhalten wird im Artikel "Die dunkle Seite des Kuschelhormons" von Greg Miller (Süddeutsche Zeitung) zu den bisherigen Studienergebnissen beschrieben? Studien prüfen die Nutzung des Hormons bei der Behandlung psychischer Störungen. Der Einsatz von Oxytocin schien lange als unproblematisch, doch nun wurden erste dunkle Seiten schtbar. Ein Experiment an jungen Präriewühlmäusen verbesserte kurzfristig ihr soziales Verhalten. Als Erwachsene zeigten sie jedoch ein gestörtes Verhalten: Männchen verschmähten häufig ihre Lebensgefährtin und wanden sich an fremde Weibchen. Nun stellt sich die Frage: Könnte es sein, dass weiderholter Gebrauch von Oxytocin zu nichte macht oder umgekehrt? Vielleicht weil das Gehirn irrtümlich glaubt, dass es selber weniger Oxytocin produzieren muss? weitere Bespiele: Computerspiel in kleinen Teams um Geld: Probanden verhielten sich altruistischer zu ihren Teamkollegen- neigten aber eher dazu die Gegner präventiv zu bestrafen/ 2. Studie: Eigene ethische Gruppe wird bvorzugt, aber Ausländer stärker abgelehnt Oxytocin bei Borderlinern: Sie verhielten sich noch misstrauischer und unkooperativer -> erhöhte Aufmerksamkeit für soziale Signale kann kontraproduktiv sein bei Menschen, die ohnehin hyperwachsam und ängstlich in sozialen Situationen sind. Untersuchungen zeigten bereits erste Hinweise, dass Menschen unterschiedliche Oxytocin- Rezeptoren besitzen, die ebenfalls Wirkung beeinflussen können. Es ist also wirklich wichtig, dass man Daten zur Sicherheit erhebt und wirklich herausfindet, was wirkt und was nicht.
- Worin sehen die Forscher die Gefahr beim zusätzlichen Gebrauch von Oxytocin (Text Süddeutsche Zeitung)? Oxytocin ist noch nicht ausreichend erforscht und steht deshalb in der Kritik. Zahlreiche Experimente zeigten positive Auswirkungen, einige Experiment doch auch nur kurzfristige positive Auswirkungen (Autismusstudie von Adam Guastella) oder gar negative Seiten des Hormons. Weitere Untersuchungen sind für eine dauerhafte Anwendung damit unbedingt notwendig, gerade auch wenn es um den Einsatz bei autistischen Kindern geht. Ihre Gehirne sind noch nicht richtig entwickelt. Des Weiteren erhielt man Hinweise darauf, dass Menschen unterschiedl. Oxytocin- Rezeptor- Gene besitzen, die ebenfalls die Wirkung beeinflussen.