Differentielle Psychologie neu (Fach) / 1. Einführung in die Differentielle Psychologie (Lektion)
In dieser Lektion befinden sich 14 Karteikarten
Einführung in die Differentielle und Persönlichkeitspsychologie
Diese Lektion wurde von Schimpf erstellt.
- Was ist Differentielle Psychologie? - Richtet sich auf die Unterschiedlichkeit des Erlebens und Verhaltens zwischen Menschen - Individuelle Unterschiede machen Persönlichkeiten eines Menschen aus - Besonderheit der Person wird in der spezifischen Kombination von Merkmalen erkennbar
- Was sind die Hauptaufgaben der Psychologie? 1. Beschreiben menschlichen Erlebens und Verhaltens 2. Verstehen und Erklären menschlichen Erlebens und Verhaltens 3. Vorhersage menschlichen Erlebens und Verhalten 4. Änderung menschlichen Erlebens und Verhaltens - Aufgaben der Persönlichkeitspsychologie: o Beschreiben: Was ist Persönlichkeit? o Erklären: Wie kommt es zu Persönlichkeitsunterschieden? o Vorhersagen: Welche Konsequenzen haben P-Unterschiede für das persönliche, soziale und berufliche Leben?
- Welche Methoden der Differentiellen Psychologie gibt es? - Labor-Experiment, Feld-Studie, Beobachtung, Befragungen/Selbsteinschätzungen, Psych. Tests
- Was sind die Schwächen der Alltagspsychologie? - Wird wie Muttersprache erlernt und intuitiv benutzt - Alltagspsychologisch kommen körp. Persönlichkeitsmerkmale durch Vererbung und Dispositionen zustande (Lachfalten durch Freundlichkeit), Verhaltensdispositionen durch Vererbung und Lernen - Es fehlt das Verständnis des psychologischen Gesamtzusammenhangs - Dispositionen sind Verhaltensregelmäßigkeiten und nicht das Verhalten selbst o Es fehlt das Verständnis des psychologischen Gesamtzusammenhangs o Übersehen von Ursachen-Wirkungs-Zusammenhängen o Vernachlässigung des sozialen Kontextes o Unkenntnis des eigenen Einflusses auf die Wahrnehmung
- Erläutern Sie das psychologische Persönlichkeitskonzept (Kriterien für eine Wissenschaft). - Explizitheit -> Klare Definition der Begriffe (Was bedeutet "schüchtern"?) o Begriffe der Alltagspsychologie sind ungenau und werden unterschiedlich verwendet - Widerspruchsfreiheit -> das Fehlen sich widersprechender Aussagen ("Gleich und gleich gesellt sich gern" und "Gegensätze ziehen sich an") o Alltagspsych. Aussagen widersprechen sich häufig und sind oft Scheinerklärungen - Vollständigkeit -> alles Bekannte kann erklärt werden o Alltagspsychologie ist annähern vollständig (es gibt für fast alle Eigenschaften eine Erklärung) o Ist aber nicht ganz widerspruchsfrei - Sparsamkeit -> Benutzung von möglichst wenigen Grundbegriffen o Alltagspsychologie umfasst Fülle an Grundbegriffen und synonymen Eigenschaftsbegriffen - Produktivität -> Erzeugung neuer wissenschaftl. Gut untersuchbarer Fragestellungen o Alltagspsych. Verzettelt sich in immer neue, unabhängige Fragestellungen o Behindert kontinuierlichen Erkenntnisfortschritt und ist nicht produktiv - Anwendbarkeit -> Alltagspsych. Ist einfach, gut und schnell anwendbar, bewährt sich deshalb immer gut
- Was sind die zusätzlichen Kriterien für empirische Wissenschaft? o Empirische Verankerung: Konstrukte werden messbar gemacht - Alltagspsych. Eigenschaftsbegriff ist unzureichend empirisch verankert - Stellt unpräzise Anforderungen an Beobachtungsbedingungen o Empirische Prüfbarkeit: Aussagen lassen sich bestätigen/widerlegen - Alltagspsych. Entzieht sich dem indem sie einfach andere Erklärungen einsetzt ˛ --> Alltagspsychologie ist unbrauchbar als psych. Theorie
- Wo wird die Persönlichkeitspsychologie angewendet? - Personalführung: Personalauswahl, Personalentwicklung -> Pers. Wird mit Anforderungsprofil vergl. - Marketing: Zielgruppen mit best. Persönlichkeit, einzelne pot. Kunden - Gesundheitswesen: Prävention an Zielgruppen mit definierter Persönlichkeit - Beratung: individualisiert durchgeführt unter Berücksichtigung von Persönlichkeit - Erziehung, Unterricht, Mentoring: individualisiert durchgeführt unter Berücksichtigung von Persönlichkeit - Psychotherapie: individualisiert durchgeführt unter Berücksichtigung von Persönlichkeit - Rechtswissen & Kriminalistik: angewendet bei Begutachtung vor Gericht und beim Profiling in Kriminalistik - In Wissenschaft und Berufspraxis gibt es die Gefahr, sich eine bestimmte Sichtweise anzueignen und beizubehalten - Gesunde Skepsis ggü. Der Wissenschaft ist angebracht - Experten sind nicht vor Alltagspsychologie gefeit ˛ --> Professionelle Verbiegung wird durch gesunde Skepsis ggü. Dem psych. Wissen vermieden
- Definieren Sie Persönlichkeit - Merkmale, die das Individuum von anderen Individuen unterscheidet - Ist die nichtpathologische Individualität eines Menschen in körperlicher Erscheinung, Verhalten und Erleben im Vergleich zu einer Referenzpopulation von Menschen gleichen Alters und gleicher Kultur.
- Definieren Sie Individuum (das Unteilbare) - bedarf einer ganzheitlichen Betrachtung. Individuen sind einzigartig
- Definieren Sie Charakter - Eine Person hat Charakter, wenn sie moralisch integer und verantwortungsvoll handelt
- Definieren Sie Temperament - Beschreibt eine spezifische Klasse von Personeneigenschaften - Eigenschaften, die Formaspekte des Verhaltens beschreiben, also WIE sich eine Person verhält
- Definieren Sie Disposition - Persönlichkeitseigenschaften sind nicht direkt beobachtbar - Werden aus Verhaltensunterschieden geschlossen - Ist die Bereitschaft, sich in bestimmten Situationen gleich zu verhalten - Um Disposition bestimmen zu können muss man zwischen States und Traits unterscheiden - Lässt eine Person in einer bestimmten Situation ein best. Verhalten zeigen - Sind zeitlich stabiler als Verhalten und nicht direkt beobachtbar
- Was ist der Unterschied zwischen State und Trait? State: - Aktueller Zustand einer Person, der nicht stabil ist und sich verändert (Angst, Aufmerksamkeit) Trait: - Eine überdauernde persönliche Eigenschaft oder ein Attribut, das das Verhalten über versch. Situationen hinweg beeinflusst (Ängstlichkeit, Intelligenz, Extraversion) - Fügen sich zu Dispositionen zusammen
- Historische Betrachtung der Messung von Persönlichkeiten - Darwin widersprach der Annahme, dass Abweichungen des Einzelnen von seiner Art nur zufällig seien - Durch diese Überzeugung wurden individuelle Differenzen zu grundlegenden Bestandteilen eines theoretischen Systems - Abweichungen vom Durchschnitt erklärten sich ab dann aus dem Zusammenwirken zahlreicher Bedingungen, die ihren Ursprung im Genotyp und in der Umwelt haben
