27
Neuro- und Sinnesphysiologie (Fach) / Grundprinzipien des Sinnesfunktionen (Lektion)
.
Diese Lektion wurde von CarinaFlach erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- Sinnesorgane spezialisierte Organe zur Aufnahme von bestimmten Reizen bestehen aus zahlreichen Sinneszellen wandeln die jeweils für die adäquaten Reize in Erregungen um und übertragen diese Impulse über Nervenzellen letztlich zum Gehirn und zum Rückenmark dort wird die Erregung verarbeitet und gespeichert Motorische Nerven leiten dann die Erregung zu den Erfolgsorganen (z.B. Muskeln) und lösen dort eine Reaktion aus
- Gesichtssinn sehen über Sinneszellen in der Netzhaut des Auges optische Reize
- Geruchssinn riechen über Sinneszellen im Riechfeld der Nasenschleimhaut chemische Reize
- Gehörsinn hören über Sinneszellen im Innenohr akustische Reize (Schallwellen)
- Geschmackssinn schmecken über Sinneszellen in den Geschmacksknospen der Zunge und des Gaumens chemische Reize
- Tast- und Berührungssinn tasten bzw. Sensibilität über Sinneszellen und freie Nervenendigungen in der Haut mechanische Reize
- Tast- und Berührungssinn tasten bzw. Sensibilität über Sinneszellen und freie Nervenendigungen in der Haut mechanische Reize
- protopathische Sensibilität diffuse Empfindung für Schmerz, Druck und Temperatur
- Epikritische Sensibilität fein diskriminierende Wahrnehmung von Reizen
- Beispiele für Störungen des Ohres Tinnitus > aufgrund von Durchblutungsstörungen, geschädigte Hörzellen, Stress oder psychischen Faktoren vorübergehende oder chronische, ein- oder beiseitige Hörempfindung von Geräuschen oder Tönen ohne äußere Schalleinwirkung (Ohrensausen), die zu Konzentrations- und Schlafstörunegn führen kann Psychogene Hörstörung > meist aufgrund traumatischer Ereignisse oder einer akuten psych. Belastungssiuation auftretender subjektiver Hörverlust bei normalen Befunden in objektiven Messungen des Gehörs
- Anzeige
- Beispiel für Störungen des Auges Psychogene Blindheit > subjektiver Verlust des Sehens; durch visuell evozierte Potenziale lässt sich die Reizantwort des ZNS auf eine optische Reizung der Augen im EEG ableiten
- Beispiele für Störungen des Gleichgewichtsorgans Schwindel > hervorgerufen durch ungefährliche Kalkablagerungen im Bogengang, Entzündungen und Tumore Vestibulöre Halluzinationen > z.B. Empfindungen des Schwebens oder Schwankens infolge von Intoxikationspsychosen, Schizophrenien und hirnorganischen Psychosyndromen
- Nozirezeptoren spezielle Schmerzrezeptoren > Axonendigungen, die in fast allen Körperregionen vorhanden sind > leiten den Impuls an die aufsteigenden Schmerzbahnen weiter und können auf versch. (polymodal) oder nur auf eine bestimmte Reizqualität (unimodal) reagieren
- Komponenten der Schmerzempfindung - sensorisch (Stärke, Lokalisation) - affektiv (Qual, Leid) - motorisch (Muskelspannung) - vegetativ (Schweißausbruch) - kognitiv (Bewertung als quälend, unaushaltbar usw.)
- Was bestimmt das sensorisch-diskriminative Schmerzsystem? > die Intensität und Qualität des Reizes (mechanisch, thermisch, chemisch) > den Ort und die Ausbreitung > den Beginn und das Ende des Schmerzes
- Schmerzweiterleitung erfolgt über die aufsteigende Schmerzbahn (Vorderstränge) über verschiedene Arten von Nervenfasern aufsteigende Schmerzbahn endet im Thalamus mit Verbindungen zum Kortex und zum limbischen System > zunächst kognitive und affektive Bewertung des Schmerzes > anschließend Veranlassung der motorischen und vegetativen Folgen -> Schmerzempfinden kann auch versch. Niveaus beeinflusst werden
- heller Schmerz = Erstschmerz - gut lokalisierbar und schnell abklingend - Weiterleitung über schnelle A-Delta-Fasern (20 m/s)
- dumpfer Schmerz setzt später ein und hält länger an > Schmerz, der durch chemische Stoffe aus dem verletzten Gewebe hervorgerufen wird Weiterleitung über langsame C-Fasern (2 m/s)
- Schmerzhemmung durch peripher wirkende Medikamente Nicht-Opioid-Analgetika (schmerzstillende Mittel) beeinflussen die Nozizeptoren z.B. Aspirin, Paracetamol, Ibuprofen werden auch antipyretische Analgetika genannt = fiebersenkend antiphlogitische Wirkung (entzündungshemmend) -> werden auch in der Therapie von rheumatischen Erkrankungen verwendet = Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)
- Schmerzhemmung durch zentral wirkende Medikamente Opioid-Analgetika z.B. Morphin, Codein > hemmen die Übertragung zwischen den Neuronen der aufseigenden Schmerzbahnen Opioide besitzen ein Abhängigkeitspotenzial > müssen nach einem festen Zeitschema (zeitkontingent) eingenommen werden
- adjuvante Medikamente z.B. trizyklische Antidepressiva bei chronischen Schmerzen > sollen die emotionale Bewertung des Schmerzes verändern
- Somatischer Schmerz betrifft Muskeln, Haut, Bindegewebe
- Viszeraler Schmerz betrifft innere Organe > schwer ortbar z.B. Blinddarm
- Nozizeptorenschmerz durch Reizung der Nozizeptoren > Schmerzimpulse werden ans ZNS geleitet > ermöglichen durch örtliche Zuordnung entsprechende Reaktionen (Warnfunktion)
- Neuropathischer Schmerz Schmerz durch Schädigung des Nervensystems > keine Warnfunktion z.B. Amputationen, Herpes Zoster
- Psychogener Schmerz somtische Ursache fehlt
- chronischer Schmerz in Abgrenzung zu akutem Schmerz Dauer: länger als 6 Monate > Warnfunktion ist verloren gegangen > Entstehung schron. Schmerzen steht im Zusammenhang mit der Ausbildung des Schmerzgedächtnisses