Einführung Politikwissenschaft (Fach) / Theorien Rationaler Wahl und Ideologie - Konfliktlinien und Ideologie (Lektion)

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13. November 2018

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  • Liberalismus - Betonung individueller Freiheitsrechte und der individuellen Präferenzen eines jeden Menschen, die es beim politischen Handeln zu berücksichtigen gilt  - in der Wirtschafts- und Sozialpolitik: möglichst wenig Intervention des Staates
  • Konservativismus - Betonung der Bedeutung einer langfristig geordneten Gesellschaft mit Orientierung an gemeinsamen Wahlen - Staat und Politik: hat für die Einhaltung der Ordnung zu sorgen und muss damit auch aktiv in individuelle Freiheiten eingreifen
  • Sozialismus - Betonung individueller Freiheitsrechte, jedoch unter Einschränkung des Solidaritätgebotes - Staat und Politik haben zur Erzielung sozialer Gerechtigkeit aktiv in die Wirtschaftsprozesse einzugreifen
  • Grundlegende Merkmale für die Herausbildung einer modernen politischen Theorie von .. Beyme 1991 1. Diefferenzierung 2. Offenheit 3. Empirischer Rationalismus
  • Anliegen und Ziel moderner politischen Theorie präzise Erfassung politischer und sozialer Phänomene und Erklärung mmit Hilfe empirischer Theorien, weshalb bestimmte Phänomene auftreten, deren Beschaffenheit und Entwicklung
  • zentrale Fragen der Theoriebildung - Welches Modell bieten einen adäquaten Zugang zur Analyse sozialer und politischer Phänomene und welche Maßstäbe sind hierfür anzulegen ? - Theoriedualismus: Bestimmen gesellschaftliche Strukturen das menschliche Handeln? Oder sind gesellschaftliche Prozesse und Strukturen prinzipiell aus menschlichem Handeln abzuleiten?    - Struktur- und Makrotheorien (vgl. das Modell von Easton)    - Akteurs- oder Mikrotheorien ("Handlungstheorien")
  • Makro-Mikro-Makro-Modell sozialwissenschaftlicher Erklärungen Ausganssituation -> Situationslogik ->Individuum -> Selektionslogik -> Verhalten -> Aggregationslogik -> Kollektives Explanandum Badewannenmodell nach James Coleman (1990)
  • Rational Choice (RC) Theorie rationaler Wahl - lange Tradition in der politischen Philosophie, in der modernen Theorie aber v.a. über Wirtschaftswissenschaften wirksam geworden - verschiedene Generationen von RC-Theorien - Public Choice Theorien: Ökonomische Theorien der Politik (Anthony Downs, Ökonomische Theorie der Demokratie; Mancur Olsen, Lokig des Kollektiven Handelns) - Menschenbild des homo oeconomicus "Ökonomisches Verhaltensmodell" - Methodologischer Individualismus: Entscheidungsträger können nur Inidivduen sein - Rationales Handeln: Prinzip der ökonomische Rationalität (bedeutet lediglich, "dass das Individuum, wenn es seinen Intentionen folgt, prinzipiell in der Lage ist gemäß seinem relativen Vorteil zu handeln, d.h. seinen Handlungsspielraum abzuschätzen und zu bewerten und entsprechend zu handeln" (Kirchgässner 2000) - Annahmen zu menschlichen Zielen:    - Eng: individuelle Wohlstandsmaximierung   - Weit: auch altruistisch und wertgebundene Präferenzen ("aufgeklärtes Rationalitätsverständnis"); "denn selbstlose Menschlichkeit ist oft eine große Wohltat für den, der sie übt" (Downs 1968)
  • RC Inhalt - Individuen handeln in rationaler Verfolgung der eigenen Interessen - Anreize bestimmen das Verhalten  - Anreize werden bestimmt über Präferenzen und Einschränkungen, die strikt zu trennen sind ! - Präferenz Eigennutz: Individuen sind grundsätzlich auf den eigene Vorteil bedacht - "gegenseitiges desinteressierte Vernünftigkeit" (Rawls 1971) + Konsistenzbedingungen von Präferenzstrukturen: Vollständigkeit, Transitivität, Reflexivität - Einschränkungen: Institutionen: Institutionen bestimmen Möglichkeitszeitraum, Verhaltensänderungen werden über Veränderungen im Möglichkeitsraum erklärt - Vollständigkeit: Jede Handlungs- oder Entscheidungsalternative muss in eine Reihenfolge gebracht werden können (Bsp. Stimme für einen Kandidaten) - Transitivität: Die Präferenzordnung darf nicht zirkulär sein - Reflexivität: eine Alternative wird unabhängig von der Situation stets gleich bewertet
  • Verschiedene Bezeichnungen Ökonomischer Theorien der Politik - Ökonomische Theorie der Politik - Public Choice - (Moderne) Politisch Ökonomie - Positive Political Theory - Positive Political Economy
  • Hauptmerkmale sind die analytischen Werkzeuge der modernen Wirtschaftswissenschaften - ökonomische Verhaltensmodell - positive Theorie (erklärt, "was ist") - Politik ist das Resultat von Tauschbeziehungen
  • Politik als komplexes Tauschsytem, ein politischer Markt eigennutzmaximierender Unternehmer (Politiker) und Käufer (Wähler) interagieren - Analogie erlaubt in Angebot- und Nachfrage-Kategorien zu denken  - "Über-Angebot", wenn politische Positionen angeboten werden, für die es keine Nachfrage gibt - "Unter-Angebot", wenn politische Positionen nachgefragt werden, für die es kein Angebot gibt - Ergebnis solcher Störungen: Entstehung neuer Parteien oder keine politische Partizipation der Wählerschaft, um Angebotslücken zu schließen
  • Politisches Verhalten als Marktverhalten bei vollkommener Information Marktregeln ("Skelettordnung der Demokratie") 1. Die Regierung wird von einer Partei oder einer Parteikoalition gebildet, die in allgemeinen, freien und gleichen Wahlen eine Mehrheit der Stimmen auf sich vereint 2. Wahlen werden in regelmäßigen Intervallen abgehalten, deren Dauer von den Akteuren nicht beeinflusst werden kann 3. Die Regierungspartei bzw. -koalition bleibt bis zur nächsten Wahl an der Macht 4. Gewinner und Verlieren der Wahl akzeptieren diese demokratischen Spielregeln und die Ergebisse 5. Es existieren min. zwei Parteien, die miteinander um die Übernahme der Regierung konkurrieren
  • Wahlentscheidung des Wählers "Die politische Funktion von Wahlen in einer Demokratie ist, so nehmen wir an, das Auswählen einer Regierung (Downs 1968) - jeder Bürger gibt der Partei seine Stimme, aus deren Wahlsieg er den größten Vorteil ziehen würde - Wähler trifft seine Wahlentscheidung aufgrund 1. des individuellen Parteiendifferentials 2. des Trendfaktors 3. und der Bewertung der Regierungsarbeit
  • Das individuelle Parteiendifferential N=(UAt) - E(UBt) N=Wahlentscheidung UAt=Nutzeneinkommenaus der Regierungstätigkeit in der aktuellen Wahlperiode t E(UBt)=Erwarteter Nutzen der Regierungstätigkeit der derzeitigen Oppositionspartei in der aktuellen Wahlperiode t N>0 = Wähler gibt Regierungspartei seine Stimme N<0 = Wähler wählt Opposition N=0 = Wähler enthält sich
  • Informationskosten als Ursache von Unsicherheit - hinsichltich ihrer eigenen politischen Ziele besteht bei den Wählern stets absolute Sicherheit - Beeinflussung der Wählerentscheidungen nur auf die Entscheidungen der Wähler und nicht Veränderung der Ziele - Informationen sind mit Kosten verbunden, aber notwendig für eine infromierte Wahlentscheidung - Entstehung politischer Ideologien und deren Einfluss auf die Wahlentscheidung, führt Downs auf die Unsicherheit von Parteien und Wählern und den Druck der Infromationskosten zurück
  • Das räumliche Modell der Parteienkonkurrenz Zentrale Hypothese: Unter bestimmten Voraussetzungen stellt sich ein politisches Gleichgewicht ein, in welchem alle Parteien identische Programme anbieten, welche den Präferenzen des Median-Wählers entsprechen
  • Prämisse für Zwei-Parteien-Modell (7) 1. Parteien und Wähler verfolgen rational egoistische Ziele 2. Teilnahme an der Wahl verursache keinem Wähler Kosten 3. Die Wähler sind vollständig und kostenlso über die Parteiprogramme und deren Auswirkungen auf ihren Nutzen informiert 4. Die Parteien sind vollkommen und kostenlos über die Präferenzen der Wähler informiert 5. Die Regierung setzt ihr Wahlprogramm vollständig um  6. Die Alternativen unterscheiden sich nur in einer Dimesion 7. Die Präferenzen der Wähler sind "eingipflig" (siehe Black 1948)
  • Downs Modell auf Mehrparteiensysteme viel komplizierter als im Zweiparteiensystem - bei drei Parteien: keine Exsistenz eines eindeutigen Gleichgewichtspunkt, auf den die Parteien zustreben können - bei mehr als drei Parteien: Existens mehrerer Gleichgewichtspunkte für je unterschiedliche Parteien - keine Voraussage eines genereller Trend zur Medianposition, sodass die Parteien für die Wähler unterscheidbar bleiben
  • Auswirkungen auf die Modelldemokratie 1. Zweiparteiensystem bei unimodaler Präferenzverteilung 2. Mehrparteiensystem bei multimodaler Präferenzverteilung 3. Parteien entwickeln Ideologien 4. Regierungen halten sich an ihre Wahlversprechen 5. Regierungen verteilen um (in Demokratien mehr als in Autokratien) 6. Regierungen fördern Produzenteninteressen (Interessen sind konzentriert und daher Informationskosten geringer) stärker als Konsumenteninteressen (Interessen sind diffus und damit die Informationskosten höher)
  • Zusammenhang zwischen Ideologien und Konfliktlinien Ideologien gehen zurück auf zentrale Konfliktlinien in der Gesellschaft, die historisch entstanden sind und zu denen sich die Parteien langfristif positionieren