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Einführung Politikwissenschaft (Fach) / Was ist (Politik)Wissenschaft (Lektion)
Vorlesung vom 23. Oktober
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- Wissenschaft Definition Alltagswissen (selektiv, perspektivisch, oft unreflektiert) vs. wissenschaftlichem (systematisch gewonnenenm) Wissen Ziel der Forschung: Inferenz Details der Forschungsvorgehensweise sind öffentlich Schlussfolgerungen unsicher Kennzeichen der Wissenschaft ist die Methode
- Ziel von Wissenschaft empirisch wahre (d.h. in der Wirklichkeit zutreffende) und logisch konsistente (d.h. widerspruchsfreie) Aussagen zu formulieren
- Eigenschaften von Wissenschaft 1. menschliches Handeln 2. das auf wirkliche Sacheverhalte gerichtet ist 3. welche richtig sind 4. systematisch erschlossen werden 5. und sinnvoll aufeinander bezogen sind
- Formen sozialwissenschaftlichen Wissens 1. Begriffliches Wissen 2. Wissenschaftstheoretische Grundlagen 3. Methodenwissen 4. Faktenwissen 5. Theooretisches Wissen 6. Handlungswissen
- 6 Arten politikwissenschaftlicher Aussagen 1. Beschreibungen 2. Zusammenhangsaussagen 3. Erkärungen 4. Prognosen 5. Werturteile 6. Hanslungsanweisungen
- Grenzen der Prüfung des Wahrheitsgehalts wissenschaftlicher Aussagen Theorie: Einschränkungen im Hinblick auf das wissenschaftlcihe Denken Empirie: Einschränkungen auf das, was wir empirisch betrachten können
- Falsifikationsprinzip des Positivismus Karl Popper wissenschaftliche Aussagen müssen falsifizierbar sein
- politikwissenschaftliche Ansätze, die auf naturwissenschaftlichen Theorie beruhen Theorie des "durchgebrochenen Gleichgewichts" (Baumgartner und Jones) Ursprung in der evolutionären Biologie lange Phasen der Stabilität und kurze des Wandels in Bezug auf politiches Handeln Entwicklung von Staatsausgaben
- Wissenschaftstheorie Begründung unumgänglicher Grundfragen in Bezug auf was eine Wissenschaft zur Wissenschaft macht und von anderen Formen des Wissens unterscheidet (Meyer) Def. Lehre von den Voraussetzungen, Methoden und Zielen von Wissenschaft sowie den zulässigen und unzulässigen Formen der Erkenntnisgewinnung
- Ontologie Lehre des Seins (Was exisitiert, Was kann erforscht werden)
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- Epistemologie Lehre des Wissens (Was können wir wissen, Wie können wir Wissen erlangen)
- Methodologie Lehre von den Methoden (Mit welchen Mitteln und Methoden kann systematisch Wissen gewonnen werden)
- Positivismus Die Welt existiert undabhängig von unserer Kenntnis über sie Weg zur Erkenntnis: i.d.R Deduktion, aber auch induktiv Ziel: Nomothetisch Methoden: i.d.R. quantitativ
- Konstruktivismus Die Welt ist sozial 7 diskursiv konstruiert; Subjekte agieren auf Grundlage ihrer Werte und Erwartungeen - Gesellschaft kann man sich nur denken als intersubjektiv konstruiert Weg zur Erkenntnis: Induktion Ziel: Ideographisch Methoden: i.d.R. quantitativ
- Deduktiv-normologische Erklärung nach Schnell 1. Explanans (womit wir erklären wollen) Gesetz (Theorie) und Randbedingungen (Empirie) 2. Explanadum (was erklären wollen)
- Unterschied von deduktiv-normologischen und induktiv-statistischen Erklärungen induktiv: eine Ableitung von der probabilistischen Aussage auf das Explanadum ist ausgeschlossen logische Defizite, aber pragmatische Gründe sprechen für diese Theorie
- 3 Wissenschaftstheoretische Grundpositionen 1. Empirisch-analytisch - Mannheimer Schule 2. Normativ-ontologisch - Freiburger Schule 3. Kritisch-dialektisch (historisch-dialektisch) - Frankfurter Schule
- Empirisch-analytische Grundposition - rationalistisch-positivistisch (Kritischer Rationalismus) - wissenschaftliche Erfassung der Wirklichkeit (was der Fall ist) - Vorbild: Naturwissenschaft; Wissenschaft nur als Erfahrungswissenschaft möglich - induktive/deduktive Vorgehensweise - empirische Methode
- Normativ-ontologische Grundposition - bestreitet die Möglichkeit "objektiver" Forschung - Ziel: Bestimmung der "guten" Ordnung - hermeneutische Methode - Wurzeln: Philosophie, Staatswissenschaft, Staatsrechtslehre
- Kritische-dialektische Grundposition - schließt an Hegels (Philosoph) und Marx (Ökonom) Geschichts- und Gesellschaftsverständnis an - Frankfurter Schule (Theodor Adorno) steht für eine undogmatische Variante dieser Grundposition - Gesellschaft als historischer Prozess: politische Wirklichkeit ist der übergreifende Kontext und die historische Dynamik - Dialektik als Methoden und Entwicklungsprinzip: Gesellschaft und politische Realität prägen sich wechselseitig
- Postulat der Werturteilsfreiheit Max Weber - Werturteile können Verwertung von Tatsachenaussagen beeinflussen, sind aber kein logisches Ergebnis - Werturteile und Tatsachenbehauptungen liegen auf logisch unterschiedlichen Aussageebenen: Gültigkeit von Werten ist nicht wissenschaftlich beweisbar es könne "niemals Aufgabe einer Erfahrungswissenschaft sein, bindene Normen und Ideale zu ermitteln, um daraus für die Praxis Rezepte ableiten zu können" (1904) - Wissenschaftler können Werte untersuchen und müssen ihre Bewertungsmaßstäbe explizieren, um denkenden Forscher und wollenden Menschen abzugrenzen
- Postulat der Werturteilsfreiheit kompakt - Auswahl einer Fragestellung stellt eine "Bewertung" von Forschungsfragen dar, was jedoch zulässig ist - Beschreibung von Erklärungen und Tatsachen soll wertfrei und damit objektiv sein - Wissenschaft kann für die Erreichung politischer bzw. gesellschaftlicher Ziele dienen, doch ist es nicht Aufgabe der Wissenschaft zu sagen, wie Wissen zu verwerten ist - Wertungen können Gegstand des wissenschaftlichen Arbeitens sein
- Werturteilsstreit - Kritik an der Position von Max Weber "Die Kategorie des Besseren, Nützlichen, Zweckmäßigen, Produktiven, Wertvollen, wie sie in dieser Ordnung gelten sind dem gesellschaftlichen Verhalten vielmehr selbstverdächtig und keineswegs außerwissenschaftliche Voraussetzung, mit denen es nichts zu schaffen hat. (Horkheimer 1973) analytische Trennung zwischen Werturteilen und Tatsachenaussagen muss daran scheitern, dass in der sozialen Wirklichkeit Sollen und Sein untrennbar miteinandern verwoben sind (Welzel 2016)
- 5 Güterkriterien von Wissenschaft 1. Objektivität (Inter-Subjektivität) 2. Reliabilität (Zuverlässigkeit) 3. Validität (Gültigkeit) 4. Wissenschaftssprache (bestimmte, formalisierte Sprache, die objektive Erkenntnisse gewährleistet) 4.1. Anforderungen: Präzision, Relevanz, Stringenz, Redundanzfreiheit, Konsistenz und Belegbarkeit 5. Forschungsprozess ist öffentlich, reproduzierbar, transperent und selbstreflexiv
- Tätigkeit des wissenschaftlichen Forschens Popper, 1994 Aufstellen von (Systemen von) Sätzen und die systematische Überprüfung, insbesondere Hypothese, Theoriesysteme, die durch Beobachtungen und Experimente überprüft werden
- Definition Theorie System von Begriffen, efinitionen und Aussagen, das dazu dienen soll, die Erkenntnisse über einen Bereich von Sachverhalten zu ordnen, Tatbestände zu erklären und vorherzusagen Theorien können deterministisch und probabilistische sein
- 5 Funktionen von Theorien 1. Orientierungsfunktion 2. Scheinwerferfunktion 3. Bereitstellung von Begriffen, Argumentationen und Denkmustern 4. Liefern Analyseraster und leiten das Forschungsinteresse 5. Ermöglichen Systematisierung von Ergebnissen und Theorienpluralismus
- Definition Hypothese Herstellung des Zusammenhangs zwischen zwei Variablen, sodass ein kausales Argument gemacht wird ( Schnell 2014)
- Definition Kausalität Verbindung zwischen Ursache und Wirkung Ursache ist ein Ereignis oder ein Umstand, der ein anderes Ereignis oder einen anderen Umstanf (Wirkung) hervorruft - Ursache geht der Wirkung meist zeitlich voraus - Kausalität ist ein theoretisches Konzept - notwendige Bedingung für Korrelation, aber nicht umgekehrt
- Begriff (Vorstellung über einen Gegenstand) vs. Empirischer Referent (Gegenstand selbst) - Beobachtungsbegriff (empirische Begriffe) - Theoretischer Begriff (abstrakte Begriffe) - in theoretischen Argumenten und Hypothesen vorkommende Begriffe werden Konzepte genannt - Vorteil theoretischer Begriffe: ermöglichen Aussagen mit größerer Reichweite - Nachteil theoretischer Begriffe: ihr empirischer Wahrheitsgehalt ist schwerer zu prüfen - Abhilfe: Verknüpfung von theoretischen und empirischen Begriffen mit Hilfe von Theorien (=Operationalisierung)
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- Variablen =Sammelbegriff für alle Merkmalsausprägungen, die ein KOnzept annehmen kann 2 Grundtypen von Konzepten: unabhängige Konzepte (Ursache) und abhängige Konzepte (Wirkung) unabhängige Variablen (auch erklärend oder exogen) sind die Ursache für Veränderungen der abhängigen Variable abhängige Variable (auch erklärend und endogen) sind Konzepte, deren Auprägung sich durch die Veränderung der Ausprägung der unabhängigen Variablen verändert
- Modell vereinfachtes, von konkreten Details abstahierendes Abbild eines bestimmten Aspekts der Wirklichkeit
- Makro-Mikro-Makro-Modell allgemeines Erklärungsschema, unter das sich eine Vielzahl von sozialwissenschaftlichen Modellen subsumieren lässt (Coleman 1990)