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Kernaufgaben der OTA (Fach) / Pflege bei Gipsbehandlung (Lektion)
Allgemeines, Definition und Indikation, Patientenpflege, Merksätze, Gipsformen, Material, Komplikationen, Anlegen
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- Allgemeines -Fraktur: entsteht durch Gewalteinwirkung -> die Elastizitätsgrenze des Knochens ist überschritten - Frakturzeichen: unsichere ( Schmerzen, Schwellung, ...) und sichere ( abnorme Beweglichkeit, Krepitation, Knochen sichtbar, Fehlstellung) - Diagnosestellung: Röntgen in min. 2 Ebenen - Komplikationen: Begleitverletzungen (Nerven-, Weichteil- oder Gefäßverletzungen,,...) - Gliederung der Frakturbehandlung: -> Reposition - geschlossen (Einrenkung unter Durchleuchtung), offen (Hautschnitt) -> Retention - konservativ, operativ -> Rehabilitation
- Definition und Indikation: Gipsverband - fester Stützverband zur Ruhigstellung von Körperteilen, meist Extremitäten - bei konservativen Fraktur-, Entzündungs- und Korrekturbehandlungen
- Patientenpflege - vor Anlage eines Gipsverbands - Information des Patienten - Überprüfung der Hutverhältnisse - Entfernung von Schmuck und Nagellack - Reinigung der betroffenen Hautpartie - Hautschutz - gute Abpolsterung der Knochenvorsprünge - Ruhigstellung der benachbarten Gelenke - Fixation in Funktionsstellung - Information über Gipskontrolle und Warnzeichen - Abschließende Röntgenkontrolle
- Gipsanlage/ Beachtungspunkte Funktionsstellung der großen Gelenke: - Schulter: 90° Abduktion, 110° anteversion - Becken: 15° - Knie: 10° - OSG: 90° - Ellenbogen: 90°, 20° nach oben - Handgelenk: 20° gestreckt - Fingergrundglieder: 70-90°, Fingerglieder: 20-40°
- Patientenpflege - mit einem Gipsverband - Gipskontrolle nach 24h -> Befragen -> Betrachten -> Betasten/ Prüfen -> Hinweise geben -> allgemein DMS-Zeichen Kontrolle (Durchblutung, Motorik, Sensibilität) - die Trockenzeit eines Gipsverbands beträgt ca 2 Tage - vorsichtiger Umgang mit der entsprechenden Extremität, nicht eindrücken - großflächige Lagerung auf einer wasserfesten Unterlage - hoch Lagern und Kühlung - regelmäßige Bewegung der nicht eingegipsten Gelenke -> Kontrakturen vermeiden - frühzeitige Mobilisation - Hilfestellung und Unterstützung zB beim essen, Körperpflege und Ankleiden
- Warnzeichen - zunehmender Schmerz - Kribbeln - Taubheitsgefühl - Beweglichkeitsabnahme - Blässe, Blaufärbung - Schwellung - schwacher oder nicht tastbarer Puls
- Vergleich Gips- und Kunststoffverband Gips - Modellierzeit: 3-7 min - Modellierbarkeit: sehr gut - nachträgliche Bearbeitbarkeit: gut - Belastbarkeit nach: 24-36 (max 48) h - Gewicht: hoch - Röntgendurchlässigkeit: schlecht (Schatten) - Eignung Rundverband: sehr gut, aber schwer - Eignung Schienenverband: sehr gut - Verhalten ggü Wasser: nimmt Wasser auf und löst sich auf Kunststoff/ Cast - Modellierzeit: 1-5min - Modellierbarkeit: mäßig bis schlecht - nachträgliche Bearbeitbarkeit: schlecht - Belastbarkeit nach: 30-45 Min - Gewicht: niedrig - Röntgendurchlässigkeit: gut bis sehr gut - Eignung Rundverband: gut aber teuer - Eignung Schienenverband: mäßig und umständlich - Verhalten ggü Wasser: Wasserfest
- Patientenpflege - nach Abnahme des Gipsverbands - Information des Patienten - oszillierend, laut, Staub, warm - Hautreinigung - Hautpflege mit Pflegemitteln gegen trockene Haut - evtl Unterstützung bei ersten Bewegungsversuchen - Hinweise auf evtl weitere Behandlung/ Kraft und Muskelaufbau - evtl Teilbelastung
- Merksätze - ein Patient mit einem Gipsverband der klagt hat immer recht - das Anlegen eines Gipsverbandes ist eine ärztliche Tätigkeit die an das ausgebildete Pflegepersonal delegiert werden kann, die Kontrolle muss der Arzt durchführen - bei frischen Frakturen, postoperativ wird nur eine Gipsschiene (dorsl oder volar) angelegt, nie ein geschlossener Gips - bei mögliche Korrekturen wird ein Gipsverband angelegt, bei einer langfristigen Behandlung wird ein synthetischer Stützverband angelegt
- Gipsformen/ Arten - geschlossener Gips - gespaltener Gips - Gipsschiene - Gipstutor - Gehgips - spezielle Gipse -> Gipskorsett, Becken-Bein-Gips, spezielle Schienen
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- Material Stützverband -> Gipsverband = Pulver des Gipsminerals und Wasser wir mit Bindemitteln auf Mullbinden aufgetragen -> Kunststoffverband = Polyurethanharz und Wasser -> Trägermaterial: Baumwolle/ Baycast, Deltacast, Fiberglas/ Scotchcast, Polyester/ Dynacast als -> Longuetten: 10-20cm breit und Breitlonguetten -> Binden: 6-20 cm breit und bis 4m lang Aufbau eines Stützverbandes: - Hautschutz - Watte - Krepppapier - Gipsbinde/ Kunststoffbinde -> evtl als Longuette/ Verstärkung der Gehfläche - Wasser (lauwarm) - Handschuhe - evtl Mullbinden - evtl Silikonschlauch Instrumente -> Gipsschere, Verbandscheren, Rabenschnabel, Gipssäge Hilfsmittel -> Aufhängevorrichtung, etc
- Komplikationen - Haut- und Weichteilschädigung - Bewegungseinschränkung bis zur Kontraktur der ruhig gestellten Gelenke - Thrombose - Kompartment-Syndrom - Muskelatrophie