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Kernaufgaben der OTA (Fach) / Drainagen (Lektion)
Definition, Arten, Materialien,...
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- Definition - engl: ableiten, trockenlegen - therapeutische Methode, mit der Flüssigkeiten oder Gase aus dem Körper über ein Drain nach außen abgeleitet werden Aufgabe: - Ableitung von Sekret, Blut, Eiter - aus Wund-, Körper und Abszesshöhlen
- Äußere Drainagen und Innere Drainagen äußere Drainagen - Ableitung in Verband oder Ablaufsystem, Auffangbehälter -zB Redon, Robinson innere Drainage - verbinden Organe oder schienen ein Gangsystem - zB Doppel-J zwischen Niere und Blase
- Indikation - Sekretableitung zur Vermeidung eines Abszesses, zur Behandlung eines Abszesses - Offenhalten der Wunde und Granulation sichern - Therapie: Knocheninfektionen, Spül- und Saugdrainagen - Prophylaxe: Insuffizienzen erkennen, zB Nahtinsuffizienz
- Funktion der Drainagen 1. Präventiv: Blutungsdrainage (24-48h) 2. Therapeutisch: Abszesse, Fisteln, Pneumothorax
- grundsätzliche Unterteilung Passive Drainagen = ohne Sog - Schwerkraftdrainagen - durch den Höhenunterschied wird das Sekret in den Sekretbeutel gesogen und kann mit Hilfe eines Ablaufventils abgelassen werden - sind vom Druckgefälle zwischen Drainagespitze und Auffangbeutel abhängig - Kapillardrainagen - das Wundsekret wird ohne Sog infolge des Kapillareffektes in die Wundauflage oder in einem am Körper aufgeklebten Beutel abgeleitet - Kapillareffekt = physikalischer Effekt = Eigenschaft von Flüssigkeiten in sog. Kapillaren nach oben zu steigen (enge Röhren oder Spalten, D< 1mm) Aktive Drainagen = mit Sog - benötigen eine äußere Saugquelle - durch einen Unterdruck in der Sekretflasche werden Wundflüssigkeiten und Blut durch die Sogwirkung (ca 0,8 bar) kontinuierlich aus dem Gewebe abgesaugt - zB Redon, Bülau
- Weitere Unterteilung - offene Drainagesysteme - halboffene Drainagesysteme - geschlossene Drainagesysteme
- offene Drainagesysteme - passive Drainagen, bei der das Sekret direkt in den Verband geleitet wird - es existiert bei diesem System kein Auffangbeutel, -flasche - meist bei infizierten Wunden, Abszessbehandlungen Vorteile - leitet Sekret ab - relativ schmerzlos - einfacher Wechsel - gute Wundbeobachtung Nachteile - hohe Infektionsgefahr - häufiger Verbandswechsel, da kein Auffangbehälter - Sekret bleibt an der Wunde - Infektion + Reizung der umliegenden Hautareale
- halboffene Drainagesysteme - passive Drainagen mit Auffangbeutel - Kapillardrainagen: Easy Flow/ Penrose-Drainage - dünne geriffelte Silikonwand - Sekret wird in einen aufgeklebten Beutel abgeleitet - bei kleinen oder oberflächlichen Wunden od in der Bauchhöhle Vorteile - geringe Infektionsgefahr - keine Manipulation an der Wunde - Sekret läuft ab - Sekret "messbar" und beurteilbar Nachteile - Sekret kann in Wunde zurücklaufen - unangenehm und störend für den Patienten - Hautreizungen durch Klebestoff am Beutel
- geschlossene Drainagesysteme - passive und aktive Drainagen - Wundsekret wird direkt über den Drainageschlauch in den Auffangbehälter geleitet - Beutel mit Ablaufstutzen - Flaschen mit Rücklaufventil (verhindert zurücklaufen des Sekrets) -> Robinson, T-Drainage, Redon, Bülau Vorteil - geringe Infektionsgefahr - aseptisches System - keine Manipulation an der Wunde, Sekret kann ablaufen - kontinuierlicher Sog fördert den Sekretabfluss - kein Sog: Sekret kann in Wunde zurück laufen Nachteil - relativ aufwendiger Drainagewechsel - Sog kann schmerzen verursachen - unangenehmes Geräusch für Patienten - kein Sog: Sekret kann in Wunde zurück laufen
- Robinson-Drainage - Schwerkraftdrainage ohne Sog - Perforationen an Drainagespitze - geschlossenes System - Röntgenkontraststreifen - Anwendung in der Abdominalhöhle
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- Redondrainage - gebräuchlichste - Unterhautfettgewebe und subfascial - verschiedene Stärken - Miniredin (6-16 Ch) - mit Redonspiess von innen nach außen durch die Haut - Fixation mit Naht - Saugflasche Funktion - geschlossenes System mit kontinuierlichem Sog - Perforationen am Schlauch - leitet Wundsekret nach außen (Äußere Drainage) - Sog zieht die Wundflächen zusammen - keine Hohlräume zwischen den Nahtreihen - Hämatomvermeidung - Sog wird durch Vakuumflasche erzeugt - Verwendung im Subcutangewebe, innerhalb der Muskelfascien und nahe Gelenkflächen . Liegedauer 48 - 27 h
- geschlossene vs offene System - idR geschlossene Drainage verwenden - Schutz gegen Außenwelt und Infektionen - Verhinderung von Durchfeuchtung des Verbandes mit Blut, Galle, Sekreten - offene Ableitung: bei infizierten Wunden
- Materialien PVC - überwiegend Redondrainagen - max Liegedauer 3 Tage - enthählt toxische weichmacher - Verstopfung durch Eiweißablagerungen - hohe Festigkeit - kein kollabieren - Sogbeständig Silikon - Kunststoff - Wärme und wasserbeständig - Langzeitdrainage - gute Gewebeverträglichkeit -enthält keine Weichmacher - keine Körperreaktionen - keine Inkrustrationen - nicht als Gallendrainage, da es die Granulation nicht unterstützt Naturgummi/ Latex - Kurzzeitdrainage - hohe lokale Gewebereaktion - begünstigt Bakterienbesiedlung - nicht oft resterilisierbar - Latex reagiert im Vergleich weniger als Naturgummi
- Charriere - Ch. bazeichnet in der Medizin ein Maß für den Außendurchmesser von Kanülen, Kathetern oder Drainagen - im englischen French (Fr) - 1 Ch = 1/3mm - zB 18 Ch = 6mm
- Weichteildrainage - Redondrainage: im Unterhautfettgewebe - Spül-Saug-Drainage: in der Traumatologie zur Infektsanierung - Infektdrainage: Lasche für infizierte Weichteilwunden
- Saug-Spül-Drainage - an Extremitäten - bei knöchernen Infekten - zu- und Abführender Schlauch - Abblikation wie Redondrainage mit Spiess - Spülung an zuführenden Schlauch, Infusion - Sog an ableitenden Schlauch, Vakuum Funktion - Spülung infizierten Gewebes - Perforationen im Schlauch - Elektrolytlösung - Absaugung über Vakuumflasche - Liegedauer bis Infekt abgeklungen
- Infektdrainage ohne Sog Indikation - Weichteilinfekte - Abszessspaltung und Drainage Material - Gummi oder Kunststoffröhrchen - Gummilasche - Latexstücke Funktion Einlegen in Wunde, Offenhalten der Wunde - 2-3cm über Hautniveau - Fixation mit Sicherheitsnadel - steriler Verband - mit zunehmender Granulation kürzen und entfernen der Lasche
- Drainagen in der Bauchhöhle Ziel - Ableitung von Sekret, Blut, Galle, Darminhalt, Pankreassaft - die Bauchhöhle ist steril, Umgang mit Drainagen unter sterilen Bedingungen Systeme - geschlossen, offen, halboffen Vorteil - Ableitung - Verhütung einer Peritonitis bei Anastomoseninsuffizienz - Entdeckung von Komplikationen Nachteil - Aufsteigende Infektionen - Verwachsungen mit Ileus - Schmerzen - Immobilisation
- häufige Lokalisationen von Drainagen in der Bauchhöhle - subphrenisch - subhepatisch - Appendixbett - Milzloge - Douglasraum - Schlingenabszess
- Peritonealdialyse - Alternative zur hämodialyse - Ausschwemmung harnpflichtiger Substanzen über Peritoneum - CAPD = kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse Funktion - Kunststoffkatheter (Tenckhoff) unterhalb Nabel einbringen - Spüung der Bacuhhöhle mit spezieller Flüssigkeit - harnpflichtige Substanzen werden mitteld Diffusion von Spülflüssigkeit aufgenommen - Verweilkatheter - Komplikation: Peritonitis
- Gallengangsdrainagen Indikation - Abfluss Gallenflüssigkeit bei Tumoren und nach Operationen - T-Drainage -> nach Choledochusrevision, Ausleitung durch die Bauchdecke - innere Gallengangsdrainage -> Tumorbedingter Verschlussikterus
- Drainagen des Brustraumes - Thoraxdrainage - Bülaudrainage
- Thoraxdrainagen - Ansammlung von Flüssigkeit oder Luft in der Pleura sind pathologisch - beeinträchtigt die Lungenfunktion - Verschlechterung des Gasaustausches - unter sterilen Bedingungen
- Bülaudrainage Indikation - Pneumothorax - Hämatothorax - Pleuraerguss - Pleuraempyem -> bennant nach einem Hamburger Internisten -> normaler Unterdruck im Pleuraspalt von 2-6 cm Wassersäule -> durch den Unterdurck wird die Lunge am Zusammenfallen gehindert -> durch Loch im Pleurapsalt geht der Unterruck verloren, Lunge kollabiert -> geschlossene System -> Saugdrainage -> kontrollierter Sog -> Perforationen am Schlauchende - Sog am Drainageende 15-20 cm Wassersäule - bei Schlauchperforation: Pneumothorax Applikation - nach allen Thoraxeingriffen - Notfallmäßig - 5-7 ICR - Draingaeende im Pleurapsalt - Röntgenologische Kontrolle
- Drainagekomplikationen - Gewebereaktion auf Grund des Materials - Drainageverlegung, Abknicken, Abflußstau - Verwachsungen - Organverletzungen - Sekretreflux - zusätzliche Schmerzen - allergische Reaktionen
- optimale Drainagesysteme - geschlossene Systeme - sterile Verpackung - Einmalmaterial - Einwegventil - Skala - Röntgenstreifen - Fixierung für Behälter
- postoperative Versorgung Kontrolle der Fördermenge - Menge - Aussehen - Farbe - Beimengungen - Geruch - Konsistenz - Durchlässigkeit - Verband