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Organisationspsychologir (Fach) / 04 Prozessmodell des Personalmarketings (Lektion)
1. Schritt: Potentielle Bewerber zu Tatsächliche Bewerber
Diese Lektion wurde von khoelsch erstellt.
- Ob es tatsächlich zu einer Bewerbung kommt, hängt u.a. ab: Vom Image des Unternehmens (Great place to work)Vom Standort des Unternehmens Vom Inhalt der Stellenanzeige Von Rekrutierungsstrategien und –methoden (wie gehe ich auf Bewerber zu)
- Image Unternehmen zeichnen sich aus durch: Instrumentelle Aspekte generieren direkten Nutzen für Arbeitnehmer Bezahlung, Standort, Entwicklungsmöglichkeiten, Familienfreundlichkeit, Arbeitsplatzsicherheit etc. Meist branchen-‐ und zielgruppenspezifische Ermittlung durch qualitative Interviews mit Bewerbern, was für sie wichtige Arbeitsplatzmerkmale sind Symbolische Aspekte Mehrwert eher auf immaterieller Ebene (Angepasstes) 5-‐Faktorenmodell für Marken Symbolische Aspekte wurden aus einem Faktorenmodell abgeleitet (viele Eigenschaften mit diesen 5 Faktoren verknüpft) 1. Aufrichtigkeit, 2. Innovation, 3. Kompetenz, 4. Prestige, 5. Robustheit Haben Beziehung zum Selbstwert der Arbeitnehmer
- Image und Attraktivität Studierenden Befragung zur Attraktivität verschiedener Banken als Arbeitgeber Untersuchung des Einflusses von Instrumentellen und Symbolischen Variablen auf die Attraktivität des Arbeitgebers nicht nur nutzen-‐orientierte Facetten des Images wurden erhoben, sondern auch symbolische Aspekte zwei unabhängige Aspekte Signifikante Ergebnisse: Instrumentelle Aspekte:1. Aufstiegschancen2. Standort und Arbeit mit Kunden3. Bezahlung Symbolische Aspekte:1. Innovativität (stärkster Zusammenhang)2. Kompetenz Der gezielte Auftritt eines Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber wird als „employer branding“ bezeichnet
- Rekrutierungsmethoden Arten interne Rekrutierung externe Rekrutierung
- Rekrutierungsmethoden • Interne Rekrutierung Vakante Positionen werden durch Mitarbeiter besetzt, die bereits in der Organisation andernorts tätig sind z.B.: Ausschreibung, direkte oder informelle Ansprache, Aufstockung (Teilzeitmitarbeiter, die evtl. länger arbeiten wollen), Angebote an bisher befristete Beschäftigte und an Zeitarbeitnehmer Vorteile: Mitarbeiter sind mit der Organisation bereits gut vertraut, Einarbeitungsaufwand entfällt Existenz von Beurteilungsgrundlagen, die über die Möglichkeit der Sichtung von Bewerbungsunterlagen und Referenten hinausgehen Die interne Bewerberansprache dient der Eröffnung wie der Verwirklichung von Karrierechancen Kann bei der Bewältigung von gleichzeitigem Personalabbau in anderen Geschäftsbereichen helfen Nachteile: Schwierigkeit bzgl. Einer vertraulichen Behandlung der Bewerbung (Illoyalitätsgefühle zwischen Mitarbeitern) Ablösungsprozess aus der alten Arbeitsgruppe und Eingliederungsprozess in neue Arbeitsgruppe kann problematisch sein (z.B. Besetzung einer Führungsposition mit dem bisherigen „Kollegen“)
- Externe Rekrutierung Stellenanzeigen, Arbeitsamt, Empfehlung von Mitarbeitern, Broschüren, Praktika, Präsenz auf Messen und in (Hoch-‐)Schulen, Präsenz in Social Media, Direktansprache (Headhunter),....
- Bewertungskriterien für Rekrutierungsmethoden Zahl der Bewerber hohe Zahl von Bewerbern spricht für gelungene Methode Qualifikation der Bewerber qualifizierte Bewerber Selbstselektionseffekte Abschreckung ungeeigneter Bewerber Realitätsgrad der Erwartungen Tätigkeiten entsprechen der Realität Vorauswahleffekte Effekte von z.B. Telefoninterviews Leistung im Beruf bringen die gewählten Personen die gewünschte Leistung Fluktuationsneigung sollte möglichst gering sein Einstellung (Arbeitszufriedenheit, Enttäuschung, Commitment) sind Personen mit Job zufrieden, Entspricht der Job den Erwartungen
- Wahl von Rekrutierungswegen • Involvement = Ausmaß an Ich-‐Beteiligung, Bereitschaft kognitive Ressourcen zu investieren, intensive Auseinandersetzung Low-‐Involvement-‐Strategien Erzeugen Bekanntheit und positive Hinweizreize Hier: Allgemeine Stellenangebote, Sponsoring Bsp.: Konzert an der Uni sponsern High-‐Involvement-‐Strategien Überzeugen durch Information und Argumente Hier: Spezifische Stellenanzeigen, persönliche Informationen Bsp.: Allianz Inhouse Consulting Workshop mit ausgewählten Personen
- Wahl von rekrutierugswegen • Studie o These: Wenn eher unbekanntes Unternehmen, dann besser Low-‐ Involvement-‐Strategie, wenn schon bekannt, dann High-‐Involvement Moderator: Firmenruf und Ausmaß an Produktwerbung AV: Qualität (z.B. Notenschnitt der Bewerber) und Quantität (z.B. % der besetzten Stellen durch Bewerber) des Bewerberinnenpools Ergebnisse: Low-‐Involvement-‐Strategien sind wenig wirksam, wenn das Unternehmen bereits viel wirbt/eine exzellente Reputation hat High-‐Involvement-‐Strategien sind wenig wirksam, wenn keine allgemeine Bekanntheit (vermittelt über Werbung und Reputation) existiert Auf der Abbildung: Firmen mit wenig Werbung (geringem Bekanntheitsgrad) bringen viele allgemeine Anzeigen (low-‐envolvement-‐Strategie) einen deutlichen Zuwachs an Bewerbern; Firmen mit viel Werbung (hoher Bekanntheitsgrad) hingegen nicht
- Fazit: Art des Personalmarketings (low-‐ vs. high-‐envolvement) abhängig von der Firmenbekanntheit
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