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Pharmakologische Grundlagen (5) (Fach) / Psychotrope Substanzen (15) (Lektion)

s.o.

Diese Lektion wurde von CarinaFlach erstellt.

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  • Psychische Abhängigkeit unwiderstehliches Verlangen nach einer Substanz
  • Körperliche Abhängigkeit - Auftreten von Entzugssymptomen bei unterbrochener Zufuhr der Substanz - meist Toleranzentwicklung: bei gleicher Wirkung muss die notwendige Dosis gesteigert werden
  • craving - Suchtdruck, heftiges Verlangen
  • Punktabstinenz Verzicht in bestimmten Lebenslagen, z.B. wenn der betreffende Auto fahren möchte
  • kontrolliertes Trinken - kontrovers diskutiertes Konzept - Trinkverhalten nach festem Plan - setzt großes Maß an Selbstkontrolle voraus (widerspricht dem Wesen der Alkoholkrankheit)
  • Wie viele Menschen in D sind alkoholkrank? Wie viel g Alkohol gilt als risikoarme Schwellendosis? - ca 2,5 Millionen Menschen - Männer: 24g reiner Alkohol, Frauen 12g (1 l Bier: 40g Alkohol, 1 l Wein: 80g)
  • Entwicklung der Alkoholabhängigkeit nach Jellinek 1. Voralkoholische Phase - Erleichterungstrinken, Spannungsabbau, "soziales Trinken" bis täglich konsumiert wird 2. Prodromalphase - Gier, gedankliche Ausrichtung auf das Trinken, heimlicher Konsum, Schuldgefühle, Toleranzentwicklung 3. Kritische Phase - zunehmender Kontrollverlust über das Trinken, morgendliches Trinken, soziale Probleme, beginnende körperliche Vernachlässigung, Verstecken und Bunkern von Alkohol, starke psychische Abhängigkeit 4. Chronische Phase - tagelange Räusche inklusive psychotischen Erlebens, Konsum von Ersatzsubstanzen (z.B. Rasierwasser), Entzugssyndrome, beginnende Alkoholintoleranz -> in dieser Phase sind Betroffene am ehesten behandlungsbereit
  • Zustände der akuten Alkoholintoxikation - akuter Alkoholrausch Enthemmung, Lallen, Denkstörungen, Gang- und Standataxie, evtl auch Rumpfataxie, Nystagmus = akute, reversible organische Störung ohne vitale Bedrohung - komplizierter Rausch intensiv ausgeprägt, Erregungszustände, Amnesie, Delir, Suizidalität, paranoid-halluzinatorisches Denken möglich - pathologischer Rausch kurze exogene Psychose  (<1h), kurz nach dem Trinken einer Menge A., die bei den meisten Menschen keine Intoxikation hervorrufen würde, kommt es zu einem plötzlichen Ausbruch von aggressivem, oft gewalttätigem Verhalten (persönlichkeitsfremd) danach: Dämmerzustand mit Desorientiertheit, Halluzinationen, gereizte Stimmung, Amnesie für den Zustand und Terminalschlaf Ursache: verminderte Toleranz (z.B. wg Hirnerkrankungen oder körperlicher Erschöpfung)
  • langfristige körperliche Folgen des fortgesetzten Alkoholkonsums - Lebererkrankungen: Fettleber, Hepatitis, Leberzirrhose und dadurch Blutungsneigung, hormonelle Störungen (Impotenz, Gynäkomastie, Mens-Störungen) - Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse: Pankreatitis bis zur Autolyse des Organs - Schädigung des Magens: Gastritis, Magengeschwüre sowie Herzschädigungen, Stoffwechselstörungen, Hypertonie
  • Polyneuropathien neurologische Veränderung nach vielen Jahren chron. Alkoholkonsums - Schädigung peripherer Nerven (axonale Degeneration) mit zahlreichen Ausfallerscheinungen und Schmerzen
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  • Wernicke- Enzephalopathie neurologische Veränderung nach vielen Jahren chron. Alkoholkonsums Durch exzessive Mangelernährung -> Vitamin B1 Mangel (Thiamin) -> schwammartiger Zerfall des Hirngewebes -> Kardinalsymptomatik = Augenmuskelparese, Nystagmus, Ataxie, psychische Störungen (Erregung, Gedächtnisstörungen, Halluzinationen) In vielen Fällen geht die Störung in eine Korsakow-Psychose über
  • Alkoholbedingte Korsakow-Psychose neurologische Veränderung nach vielen Jahren chron. Alkoholkonsums Folge eines B1 Mangels - falsche Orientierung (zur Person und zur Örtlichkeit) - Konfabulationen (Füllen von Erinnerungslücken mit Fantasie) - Störungen der Lern- bzw. Merkfähigkeit (v.a. auf kurz zurückliegende Sachverhalte in der Gegenwart) kann sich langsam bei chron. Alkoholismus entwickeln oder tritt gemeinsam mit der Wernicke-Enzephalopathie auf und überdauert diese
  • Beispiele für Folgen durch chron. Alkoholkonsum - Schädigung des Nervus opticus -> Verfall der Sehschärfe - frontal betonte Hirnrindenatrophie mit Hirnvolumenminderung (Demenzen und Eifersuchtswahn bedingend) - Kleinhirnatrophie mit Ataxie (breitbeiniger, torkelnder Gang, unsicheres Stehen, Schaukeln
  • Entzugssymptome (Alkohol) - einfacher Entzug -> Tremor (v.a. Händer, aber auch Zunge, Augenlider), Schwitzen, Übelkeit, Tachykardie, psychomotorische Unruhe, Kopfschmerzen, Insomnie, allgemeines Krankheitsgefühl, vorübergehende Halluzinationen, evtl. Krampfanfälle - Delirium tremens -> v.a. bei unbeabsichtigtem Entzug auftretende Alkoholpsychose (kann aber auch unter kontinuierlicher Alkoholgabe auftreten) -> grobes Zittern, unverständliches Reden, Störungen der Vigilanz, Desorientiertheit, psychomotorische Unruhe, Halluzinationen (meist visuell, Tiere, bewegte Objekte), illusionäre Verkennung, starke Suggestibilität, starke vegetative Symptomatik, Krampfanfälle lebensbedrohlicher Zustand!