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Pharmakologische Grundlagen (5) (Fach) / Psychopharmakologie (14) (Lektion)

Grundlagen

Diese Lektion wurde von CarinaFlach erstellt.

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  • Beispiele für psychotrope Effekte - Malariaprophylaxe -> Depression, Ängste - Parkinson- Mittel -> Unruhe, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit, Depression - Corticoide -> Veränderung der Stimmungslage (Euphorie, Depression), Schlafstörungen, paranoides Denken - Interferontherapie -> depressives Erleben, Suizidalität - Antihistaminika -> Müdigkeit, Schlafstörungen, Delir - Antiepileptika -> Depression, Müdigkeit, Benommenheit, Gereiztheit, Aggressivität - Betablocker -> Müdigkeit, Schlafstörungen, Depression
  • Pharmakokinetik beschreibt Abläufe bei  - der Aufnahme (zeitlicher Ablauf, Ort der Resorption) - der Verteilung (auf versch. Verteilungsräume, z.B. Gehirn, Fettgewebe usw.) - der Metabolisierung (Verstoffwechselung) - der Ausscheidung über Leber, Galle, Darm, Niere, Blase  von Wirkstoffen im Körper zentrale Frage: Was macht der Körper mit dem Medikament
  • Halbwertszeit Zeit, in der die Plasmakonzentration eines Stoffes auf die Hälfte des anfänglichen Wertes gefallen ist -> z.B. wichtig für Dosierungsintervalle
  • off-label individuelle Verordnung eines Medikaments außerhalb des Zulassungsbereichs
  • Pharmakodynamik beschreibt: - die unmittelbaren Wirkungen von Substanzen am Wirkort - die Beziehung zwischen Konzentration und Wirkung zentrale Frage: Was macht das Medikament mit dem Körper?
  • Tachyphylaxie - besondere Form der Toleranzentwicklung - beschreibt die abgeschwächte Wirkung eines Medikaments bei wiederholter Gabe in kurzen Zeitabständen - beruht auf der Entleerung intrazellulärer präsynaptischer Speicher
  • Antidepressiva + Indikationen - am häufigsten verschriebenen PSychopharmaka - wirken stimmungsaufhellend und teilw. weitere Effekte (Angstlösung, Schmerzstillung, Aktivierung) - machen nicht abhängig Indikationen: - depressive Störungen - Angststörungen - Zwangsstörungen - chronische Schmerzerkrankungen - Essstörungen, v.a. Bulimie (SSRIs) - Schlafstörungen - somatoforme Störungen - PTSD und weitere, wie z.B. Chronic Fatigue Syndrom, PMS
  • Wirkmechanismen von Anitdepressiva Antidepressiva unterscheiden sich im Hinblick darauf, auf welche Neurotransmitter sie Einfluss nehmen -> je nach Rezeptor unterschiedliche Wirkung  - der antidepressive Effekt zeigt sich mit einer Verzögerung von ca. 2 bis 3 Wochen -> Down-Regulation der postsynaptischen Rezeptoren setzt mit Latenz ein
  • Antidepressiva und Suizidalität Gelegentlich setzt die antriebsteigernde Wirkung eines Antidperessivums vor der stimmungsaufhellenden ein --> Suizidrisiko kann kurzfristig erhöht sein bei suizidalen Pat wird eine Monotherapie mit einem sedierenden AD empfohlen bzw. in der Initialphase ein Benzodizepin zusätzlich verordnet
  • Anwendung von Antidepressiva Empfehlung: - Akuttherapie über 6 bis 8 Wochen - Erhaltungstherapie bis zu 12 Monaten - Rezidivprophylaxe bis zu 3 Jahre bei leichten Depressionen: zunächst nur Psychotherapie (kognitiv-behaviorale-Verhaltenstherapie) Kombination aus Psycho- und Pharmakotherapie ist der alleinigen Psychotherapie NICHT überlegen
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  • Phasenprophylaktika Substanzen, die bei affektiven Störungen das Auftreten weiterer manischer oder depressiver Phasen verhindern/abschwächen man unterscheidet je nach Phase: - Stimmungsstabilisierer: sollen über die gesamte Erkrankungsdauer unabhängig von der aktuellen Symptomatik als Basismedikation eingenommen werden (z.B. Lithium, Antikonvulsiva, atypische Neuroleptika) - adjuvante Medikamente: sollen einer akuten Exazerbation (Wiederaufleben einer Krankheit)  einer bipolaren affektiven Störung begegnen (z.B. Neuroleptika, Antidepressiva und Benzodiazepine)
  • Lithium + Indikation Mittel der ersten Wahl zur Behandlung von Manien und zur Phasenprophylaxe affektiver Störungen = Metall, kommt als Salz in Mineralien, Pflanzen und Wasser vor  Lithiumsalze machen nicht körperlich abhängig Tablettenform Indikation: zur Phasenprophylaxe bei: - bipolaren Störungen - schizoaffektiven Störungen (keine Zulassung in D) - unipolaren (depressiven) Störungen - Manien - oft auch bei therapieresistenten Depressionen, da Lithiumsalze die Wirkung der Antidepressiva zu verstärken scheinen (Lithiumaugmentation)
  • Anwendung von Lithium - Damit L wirken kann, muss ein bestimmter Blutplasmaspiegel erreich werden - bei geringer therapeutischer Überschreitung drohen toxische Wirkungen -> äußerst geringe therapeutische Breite! - regelmäßige Kontrolluntersuchungen -> Blutplasmaspiegel, Körpergewicht und Halsumfang (Stroma), Kreatinin (Nierenfunktion), Schilddrüsenhormone - L-Therapie idealerweise unter stationären Bedingungen langsam einschleichen - Absetzen: ausschleichend, sonst evtl. psychotische Zustände
  • Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW) von Lithium L wird nicht metabolisiert -> Ausscheidung fast vollständig über die Niere UAWa: - feinschlägiger Tremor - Gewichtszunahmen - Nieren: vermehrtes Wasserlassen (Polyurie) durch verminderte Konzentrationsfähigkeit der Niere, krankhaft gesteigertes Durstgefühl (Polydipsie), Nierenfunktionsstörungen - Schilddrüse: Hypothyreose, Vergrößerung mit Kropfbildung (Struma), TSH-Anstieg - ZNS: Müdigkeit, kognitive Störungen (Gedächtnis und Konzentrationsprobleme) - gastrointestinale Beschwerden: Diarrhöen, Übelkeit, Völlegefühl, Appetitverlust - Muskelschwäche, Blutbildveränderungen, EKG-Veränderungen
  • Symptome der Lithiumintoxikation - grobschlägiger Tremor in den Händen - Übelkeit, Erbrechen, Durchfall - Abgeschlagenheit, Vigilanzminderung, psychomotorische Verlangsamung - Schwindel, Ataxie, Zuckungen der Gesichtsmuskeln - später: Rigor, Krampfanfällr, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Herz-Kreislaufversagen
  • Kontraindikationen für Lithium - Herz-Kreislauf-Erkrankungen - Nierenerkrankungen - zerebrale Krampfbereitschaft - Parkinson - Hypothereose
  • Neuroleptika + Indikationen - antipsychotischer Wirkungsschwerpunkt (auch Antypsychotika genannt) - sehr unterschiedliche chemische Struktur - wirken dämpfend auf die psychotische Symptomatik und die Emotionalität - wirken gegen psychomotorische Symptome wie Erregtheit, katatone Verhaltensweisen und Aggressivität Indikationen: - schizophrene Störungen - schizoaffektive Störungen - bipolare Störungen (Akutbehandlung der Manie, Phasenprophylaxe) - Depressionen mit psychotischer Symptomatik als Begleittherapie bei: Persönlichkeitsstörungen, Zwangs- und Angststörungen, Demenzen, organisch bedingten Psychosen, nicht psychotischer Depression und Schmerzsyndromen
  • Dopaminhypothese der Schizophrenie + Wirkmechanismen Ein relatives Überangebot an Dopamin kann für die Entstehung der Schizophrenie verantwortlich gemacht werden -> Antipsychotika gleichen das Überangebot aus durch eine Blockade der Dopaminrezeptoren in der Synapse = Dopaminantagonisten (v.a. D2-artige Dopaminrezeptoren im limbischen System) beeinflussen aber auch andere Rezeptoren -> vielfältige (Neben-)Wirkungen z.B. Acetylcholinrezeptoren  Serotoninrezeptoren (sedierende Wirkung, evtl. Verbesserung der Negativsymptomatik, aber auch Appetit-(Gewichtszunahme) Histaminrezeptoren (Sedierung) !Die Wirkung von Antipsychotika wird durch Alkohol verstärkt und durch Nikotin vermindert!
  • Anwendung von Antipsychotika + Dauer - eingebettet in entsprechende psychosoziale Maßnahmen - nicht störungsspezifisch, sondern es werden die zu beeinflussende Zielsymptime (und UAW) beachtet - oft schlechte Compliance durch häufige UAW und geringe Krankheitseinsicht - Depotpräparate (intramuskuläre Verabreichung in 2-4 wöchigem Abstand) = gleichmäßiger Serumspiegel trotz schlechter Absprachefähigkeit (Nachteile: mangelnde Feinabstimmung und fehlende Reaktionsmöglichkeit auf starke UAW) Dauer:  - Initialphase: möglichst früher Medikationsbeginnn mit dem Ziel der Reduktion der Positivsymptomatik - Stabilisierungsphase: vorsichtige Reduktion - Langzeittherapie zur Rezidivprophylaxe: möglichst gleiches Medikament wie in der Akutphase -> bei Ersterkrankung: 1 Jahr -> nach Rückfall innerhalb eines Jahres: 2-5 Jahre -> bei häufigen Rezidiven: unbegrenzt
  • Malignes neuroleptisches Syndrom - gefürchtete Komplikation bei der Therapie mit Antipsychotika - sehr selten - zeigt sich v.a. zu Behandlungsbeginn und bevorzugt bei männlichen Pat und solchen mit Lithiummedikation - Letalität: bis zu 20% -> erhöhter Muskeltonus (Rigor) -> Bewusstseinsstörung bis zum Koma -> hohes Fieber -> vegetative Störungen (Herzrasen, Schwitzen) auch Blutwerte können entgleisen intensivmedizinische Behandlung notwendig
  • Tranquilizer + Indikation Beruhigungsmittel mit angstlösendem und sedierendem Effekt (Auch Anxiolytika oder Sedativa genannt) wichtigste Substanzgruppe = Benzodiazepine Indikation: - Angstsörungen - psychiatrische und internistische Notfallsituationen - psychosomatische Erkrankungen Nebenindikationen: muskuläre Verspannungszustände, Erregungszustände, Schizophrenien, Suizidalität
  • Wirkmechanismen von Benzodiazepinen + Anwendung - sedierend - anxiolytisch - hypnotisch - muskelrelaxierend - antikonvulsiv möglichst nur ein Benzo und auf möglichst kurzem Zeitraum (4 - 6 Wochen) Abhängigkeitspotenzial, eingeschränkte Verkehrsteilnahme und Risiken in der Schwankgerschaft und Stillzeit
  • Toleranzentwicklung bei Benzodiazepinen Abhängigkeitsrisiko steigt bei höherer Dosierung und Einnahme über längere Zeiträume besonders gefährdet: Drogen- und Alkoholabhängige, Pat mit chron. Schmerzen, Persönlichkeitsstörungen und chron. Schlafstörungen besonders Toleranzentwicklung gegenüber der antikonvulsiven, sedierenden und muskelrelaxierenden Komponenten  man unterscheidet: Niedrigdosisabhängigkeit: Abhängigkeit bei Langzeiteinnahme therapeutisch verordneter Dosen Hochdosisabhängigkeit: bei Dosissteigerung
  • Absetzen und Entzug von Bendzodiazepinen Beim Absetzen möglich: - Rückfallsymptome (Wiederauftreten der ursprünglichen Grunderkrankung) - Rebound- Symptome (intensiveres Auftreten der ursprünglichen Krankheitssymptome) - Entzugserscheinungen  -> leicht: vermehrte Angst, Unruhe, Schlafprobleme, Übelkeit, Tremor, Schwitzen, Muskelverspannung, Kopfschmerzen, Dysphorie, Reitbarkeit -> stark: schwere Angstzustände, Krampfanfälle, Verwirrtheit, verzrrte Wahrnehmung, Muskelzittern, -schmerzen, Depersonalisations- und Derealisationsphänomene, psychoseartige Zustände, Schwindel, Suizidalität Entzugserscheinungen können über viele Wochenfluktuierend bestehen, daher stufenweise Dosisreduktion
  • Psychostimulanzien (Amphetamine) + Wirkmechanismen Aufputschmittel, die für eine gewissen Zeit Erschöpfungszustände und Müdigkeit verringern sympathomimetische und dopaminagonitische Wirkung bei Erwachsenen:  - alleinige sympathische Aktivierung - psychische Veränderungen wie Euphorie, Anstriebssteigerung, Leistungssteigerung, Appetitreduzierung, Wachheit, vermindertes Schlafbedürfnis bei Kindern: - Aufmerksamkeitssteigerung - Reduktion der Impulsivität und Hyperaktivität
  • Tachyphylaxie Bei Einnahme von Amphetaminen kommt er zur vemehrten Freisetzung von Dopamin und Noradrenalin aus den synaptischen Vesikeln Gleichzeitig verhindern die A. die Wiederaufnahme dieser Transmitter in der Präsynapse -> Überschuss -> antriebssteigernde Wirkung Durch das fehlende Reuptake kommt es zu einem bleibenden Mangel in der präsynaptischen Zelle  -> auf Dauer stehen weniger Noradrenalin und Dopamin zur Verfügung Im Laufe der Zeit sinkt die Konzentration dieser Stoffe auch im synaptischen Spalt und es kommt zu einer Abschwächung oder Aufhebung der eigentlichen Medikamentenwirkung
  • Metylphenidat zur Behandlung der Narkolepsie und des kindlichen ADHS z.B. Ritalin, Medikinet, Concerta fällt unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) Haupteffekte: - Verbesserung der Konzentration - Verminderung des hyperkinetischen, störenden und unangemessenen Verhaltens
  • UAW von Methylphenidat - Durchschlafstörungen - Appetitminderung - Ängstlichkeit, Depressivität - Steigerung von Blutdruck und Herzfrequenz - Tic-Störungen - passagere Wachstumsverzögerungen (gering und häufig vorübergehend)