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Diagnostische Grundlagen (Fach) / Grundbegriffe der Diagnostik (Lektion)

Grundbegriffe der Diagnostik

Diese Lektion wurde von CarinaFlach erstellt.

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  • Diagnose unterscheidende Bestimmung einer Erkrankung durch die sie kennzeichnenden Merkmale
  • Klassifikation Probleme durch Klassifikation Aufteilung von Elementen in Klassen anhand gemeinsamer Merkmale Probleme durch Klassifikation:  - Informationsverlust - Etikettierung (Labeling) - mögliche VErwechslung von Deskription mit Erklärung
  • Klassifikatorische Diagnostik Zuweisung von Diagnosen zu Symptomkomplexen entsprechend der Regel "vom Symptom zum Syndrom zur Diagnose"
  • funktionale Diagnostik berücksichtigt Hintergrüne und Kontexte symptomatischen Erlebens und Verhaltens (z.B. funktionale Bedingungsanalyse wie SORKC-Analyse)
  • ätiologische Diagnostik Einbezug der lebensgeschichtlichen Entstehungsbedingungen wie im psychodynamischen Modell
  • deskriptive Diagnostik Diagnostik allein anhand von beobachtbaren Symptomen unabhängig von deren funktionalen oder ätiologischen Hintergründen
  • kategoriale Diagnostik Schubaldenbildung eindeutige Zuordnung von Personen mit eibem bestimmten Merkmal zu den Klassen eines möglichst erschöpfenden, logischen und überlappungsfreien Diagnosesystems
  • Dimensionale Diagnostik Mehr-oder-weniger-Modell Einordnung von Symptomkomplexen auf einem zweipoligen Kontinuum (z.B. Extraversion/Introversion)
  • Diagnoseformen Lebenszeitdiagnose: berücksichtigt die gesamte Vorgeschichte mit allen Störungsepisoden Querschnittsdiagnose: berücksichtigt nur die akute Episode einer Störung und vernachlässigt den Verlauf Differenzialdiagnose: Zuordnung von Symptomen zu einem Störungsbild bei gleichzeitiger Abgrenzung gegenüber einem anderen, in der Regel eine ähnliche Symptomatik aufweisenden Störungsbild Verdachts- oder Aufnahmediagnose: vorläufige, im Behandlungsverlauf veränderbare Diagnose (im Gegensatz zur gesicherten Diagnose)
  • Indikation regelgeleitete Zuordnung zwischen Therapeut, Patient und Therapiemethode mit dem Ziel der Optimierung der Therapieergebnisse  -> differenzielle Indikation: Zuordnung vor Therapiebeginn -> adaptive Indikation: Anpassung der getroffenen Indikationsentscheidung an Veränderunfen des Pat während des laufenden Therapieprozesses
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  • Prognose Indikationen für eine günstige Prognose Voraussage des zu erwartenden Therapieergebnisses Indikatoren für eine günstige Prognose: - Leidensdruck - Veränderungsbereitschaft - Introspektionsfähigkeit - Motivationan - Intelligenz - verbale Kompetenz - Frustrationstoleranz - fehlende Chronifizierung - präziser Auftrag - stabile Lebenssituation - finanzielle Sicherheit
  • Gütekriterien diagnostischer Verfahren Hauptgütekriterien und wie man diese erhöhen kann 1. Obektivität: Grad der Unabhängigkeit der Untersuchungsergebnisse von den Rahmenbedingungen der Untersuchung und von der Person des Untersuchers 3 Dimensionen: Durchführungs-, Auswertungs- und Interpretationsobjektivität Objektivität lässt sich druch konsequente Standardisierung der Durchführung, Auswertung und Interpretationn von Testverfahren erhöhen   2. Reliabilität: Grad der Genauigkeit und Zuverlässigkeit einer Messung  z.B. Retest-R. (wiederholte MEssung sollte bei Konstanz des zu messenden Merkmals zu gleichen Messwerten führen) Interrater-R. (verschiedene Beurteiler sollten in Bezug auf das zu messende Phänomen zu übereinstimmenden Messwerten kommen) Reliabilität lässt sich durch systematische Minimierung von Messfehlern erhöhen    3. Validität: Grad der Gültigkeiten einer Messung  Die mit der Messung erzeugten Messdaten repräsentieren tatsächlich die zu messende Größe
  • Inhaltsvalidität liegt vor, wenn der Test die bestmögliche Operationalisierung des zu messenden Merkmals darstellt und dieses in all seinen Facetten abbildet und erfasst.  lässt sich nicht objektiv messen wird durch Expertenrating ermittelt
  • Konstruktvalidität Messdaten von Verfahren, die dasselbe Konstrukt (z.B. Depressivität) erfassen, müssen hoch miteinander korrelieren (konvergente Validität) Messdaten von Verfahren, die verschiedene Konstrukte erfassen (z.B. Depressivität und Intelligenz) sollten nur niedrig miteinander korrelieren (diskriminante Validität)
  • Kriteriumsvalidität Grad der Übereinstimmung von Messergebnissen mit einem empirischen, praxisrelevanten Außenkriterium (z.B. Übereinstimmung eines Ergebnis eines Assessment-Centers mit späterem beruflichen Erfolg) bei zeitgleicher Erhebung -> konkurrente Validität liegt es in der Zukunft -> prgnostische Validität
  • Halo-Effekt Ausstrahlen bestimmter hervorstechender Merkmale auf andere Merkmale, welche von diesem jedoch unabhängig sind --> von bekannten Eigenschaften wird auf unbekannte geschlossen und generalisiert
  • Primacy-Effekt Die ersten aufgenommenen und verarbeiteten Informationen werden stärker gewichtet als die nachfolgenden und dominieren somit auch den Gesamteindruck
  • Recency- Effekt Die letzten aufgenommenen und verarbeiteten Informationen werden stärker gewichtet als die vorhergehenden und dominieren somit den Gesamteindruck
  • Soziale Erwünschtheit Fragen werden nicht aufgrund der persönlichen Präferenz, sondern aufgrund vermuteter soziale akzeptabler und erwünschter Normen beantwortet
  • Tendenz zur Mitte Tendenz, bei mehrstufigen Antwortmöglichkeiten mittlere Werte zu wählen
  • Tendenz zur Milde/ Härte Tendenz, bei mehrstufigen Antwortmöglichkeiten auf Extremwerte zurückzugreifen
  • Akquieszenz inhaltsunabhängige Zustimmungstendenz
  • Recall-Effekt In der Erinnerung erscheinen Dinge oftmals deutlich positiver oder negativer, als sie es während des Erlebens waren
  • Rosenthal-Effekt oder Versuchsleiter-Effekt Erwartungen des Versuchsleiters wirken sich in Form sich selbst erfüllender Prophezeiungen auf die Untersuchungsergebnisse aus
  • Hawthorne- Effekt Versuchsteilnehmer ändern ihr natürliches Verhalten allein deswegen, weil sie wissen, dass sie als Teilnehmer eines Experiments unter Beobachtung stehen
  • Ähnlichkeitsfehler Eigene Eigenschaften werden automatisch auch anderen zugeschrieben