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Biologische Psychologie (Fach) / Forschungsmethoden der biologischen Psychologie (Lektion)

Hier lernst du Sachen über Forschungsmethoden der biologischen Psychologie

Diese Lektion wurde von boksa97 erstellt.

Lektion lernen

  • Erläutern Sie die drei Ebenen, mit denen man menschliches Erleben und Verhalten messen kann. •verbal-kognitive Ebene Diese Ebene untersucht, was ein Mensch denkt (Kognition) und was er oder sie selbst verbal beschreibt. Die wichtigste Methode zur Untersuchung dieser Ebene ist die Befragung. Beispielsweise kann ein unter Depressionen leidender Patient über seine Symptome berichten, z. B. dass er ein negatives Selbstwertgefühl habe, dass er unbeliebt sei, dass er sich traurig fühle usw. •motorisch-behaviorale EbeneDiese Ebene untersucht das äußerlich beobachtbare, motorische Verhalten von Menschen. Die Methoden zur Untersuchung dieser Ebene sind die Verhaltensbeobachtung sowie psychologische Testverfahren. Bei einem Patienten, der unter Depressionen leidet, kann zum Beispiel beobachtet werden, dass er sich verlangsamt bewegt, seine Reaktionszeit bei psychologischen Tests sind ebenso verlangsamt und seine emotionale Mimik ist eingeschränkt. •physiologisch-humorale EbeneDiese Ebene untersucht physiologische (zum Beispiel Messungen des Pulses oder der elektrischen Gehirnaktivität) oder humorale Prozesse (zum Beispiel Messung des Cortisolspiegels als Stresshormon), die mit dem krankhaften Verhalten einhergehen. Zum Beispiel kann bei einem depressiven Patienten ein erhöhter Cortisolspiegel, erhöhter Blutdruck sowie mangelnde Reaktionen in der elektrischen Gehirnaktivität gegenüber positiven Reizen festgestellt werden
  • Wenn ein Proband bei einer Intelligenzmessung einen IQ-Wert von 130 erzielt, welchen Normwert entspricht das auf den folgenden Skalen: z-Skala, T-Skala und Prozentrangskala? Wie würden Sie diesen IQ-Wert interpretieren? Ein erzielter IQ-Wert von 130 entspricht einem z-Wert von +2, einem T-Wert von 70 und einem Prozentrang von 97,7. Dieser IQ-Wert weist auf eine deutlich überdurchschnittliche Intelligenz hin, weil er zwei Standardabweichungen über den Mittelwert der Population liegt und nur ca. 2,2 % der Population noch höhere IQ-Werte erzielen.
  • Erklären Sie die verschiedenen Wellen des menschlichen EKGs. Durch das Anbringen von Elektroden auf der Brust oder an den Hand- und Fußgelenken lässt sich das so genannte Elektrokardiogramm (EKG) ableiten. Die Ausbreitung und Rückbildung der Erregung des Herzens erzeugt ein elektrisches Feld (Dipol), wobei die P-Welle die Erregung der Vorhöfe abbildet, das QRS-Komplex die Erregung der Ventrikel und die T-Welle die ventrikuläre Erregungsrückbildung wiederspiegelt.  
  • Wozu wird die EDA verwendet und wie funktioniert dieses Verfahren? Die Hautleitfähigkeit (elektrodermale Aktivität, EDA) gilt als der beste Indikator für die Aktivität des Sympathikus, weil die Hautleitfähigkeit im Gegensatz zu den anderen Organen nur vom Sympathikus beeinflusst wird, während z. B. der Blutdruck, die Atmung und der Puls vom Sympathikus und vom Parasympathikus beeinflusst werden.   Die Hautleitfähigkeit wird zuweilen auch für den so genannten „Lügendetektortest“ verwendet. Dieser Begriff ist jedoch irreführend, da man mit der Hautleitfähigkeit nicht Lügen an sich messen kann, sondern lediglich die sympathische Aktivität. Mehrere Studien zeigen jedoch, dass Lügen mit einer erhöhten Aktivität des Sympathikus einhergehen. Psychopathen können jedoch auch lügen, ohne eine erhöhte Aktivität des Sympathikus zu zeigen.   Die EDA funktioniert folgendermaßen: Wenn ein Mensch nervös wird, bzw. wenn die Sympathikus Aktivität steigt, öffnen sich mehrere Schweißdrüsen und die Hand wird dadurch feuchter. Wenn auf der linken Hand zwei Elektroden angelegt werden, z. B. auf dem Zeige- und Mittelfinger, und ein schwacher, nicht spürbarer Strom von 10 Mikroampere fließt, dann steigt die Hautleitfähigkeit je nervöser jemand ist bzw. je stärker der Sympathikus aktiviert wird
  • Erklären Sie die verschiedenen Frequenzspektren im EEG. EEG-Frequenzen lassen sich mit bestimmten Bewusstseinszuständen in Verbindung bringen: Alpha-Wellen (Wellen mit einer Frequenz von 8-10 Hz) sind typisch für den entspannten Wachzustand. Beta-Wellen (mit einer Frequenz von 13-30 Hz) sind für den aufmerksamen Wachzustand typisch. Gamma-Wellen (mit einer Frequenz von über 30 Hz) treten z. B. bei starker Konzentration und Lernprozessen auf. Theta-Wellen (mit einer Frequenz von 4-8 Hz) treten vermehrt bei Schläfrigkeit und in leichten Schlafphasen ein. Delta-Wellen (mit einer Frequenz von 0,1 bis 4 Hz) sind typisch für traumlose Tiefschlafphasen.   Bemerkenswerterweise findet man im REM-Schlaf (eine Schlafphase mit schnellen Augenbewegungen; „REM“ bedeutet „rapid eye movement“) eine starke Beta-Aktivität, die man sonst nur vom Wachzustand kennt. Diese Schlafphasen werden in der Regel durch Träume begleitet.
  • Wie kann man EEG-Neurofeedback therapeutisch nutzen? Durch EEG-Neurofeedback (= EEG-Biofeedback) kann man bemerkenswerterweise Patienten trainieren, ihre elektrische Gehirnaktivität selber zu regulieren. Ein wichtiges Anwendungsgebiet ist hierbei die Therapie von Kindern mit ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung). Kinder mit ADHS zeigen häufig eine pathologische Veränderung im EEG: Sie haben zu wenig Beta-Aktivität (die mit Aufmerksamkeit einhergeht) und zu viel Theta-Aktivität (die mit Müdigkeit einhergeht). Deswegen werden sie, wenn sie ein Amphetamin wie Ritalin, welches die Neuronen anregt, bekommen, paradoxerweise ruhiger. Durch das EEG-Neurofeedback können Kinder (und Erwachsene) mit ADHS trainieren, ihre Beta-Aktivität zu erhöhen und ihre Theta-Aktivität zu verringern. Die Effektivität dieser Intervention zur Therapie von ADHS hat sich empirisch gut bewährt.  
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