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Biologische Psychologie (Fach) / Sprache (Lektion)
Hier lernst du Sachen über "Sprache" mit biopsychologischen Hintergrund
Diese Lektion wurde von boksa97 erstellt.
- Benennen Sie die über verschiedene Kulturen hinweg ähnlichen Phasen des Spracherwerbs. Spracherwerb läuft in verschiedenen Kulturen sehr ähnlich bzw. fast gleich ab Dieser Prozess äußert sich in folgenden Phasen: •einfaches Plappern (6–7 Monate) •Einwortsprache (1 Jahr) •Zweiwortsprache mit z.T. syntaktischen Regeln (2 Jahre) •Bildung von ganzen Sätzen und Entwicklung des differenzierten Sprachgebrauchs (ab 3 Jahre)
- Sprache hat einen beschreibbaren, hierarchischen Aufbau. Welche Begriffe und Bestandteile des hierarchischen Aufbaus von Sprache werden unterschieden? Beschreiben Sie diese. kleinste Element der gesprochenen Sprache ist das Phonem. Klänge des Sprechapparats bilden die Klasse der Phoneme. Sprachklänge entstehen durch das Zusammenspiel der Muskeln des Atemapparats und der Muskulatur des Mundes. •Phoneme sind nicht gleichzusetzen mit Buchstaben, da bestimmte Phoneme nur durch Kombinationen von Buchstaben (z.B. Dach – „ch”) in der schriftlichen Sprache dargestellt werden können. Phoneme besitzen noch keine Bedeutung. •Morphem: Die kleinste Einheit der Sprache, diese besitzen bereits eine Bedeutung. Dies sind meist kurze Sequenzen von Phonemen. In der geschriebenen Sprache entsprechen diese weitgehend den Silben, z.B. „feu” in „Feuer”. •Wörter: werden aus Morphemen zusammengesetzt, sie tragen die Bedeuung. •Syntax: Aus Wörtern können durch Anwendung der Regeln der Syntax (Satzbau) Sätze gebildet werden. •Semantik: befasst sich mit der Bedeutung sprachlicher Zeichen. Ein Satz beinhaltet mindestens eine sinnvolle Aussage über Objekte, Geschehnisse, Personen und deren Interaktionen, d.h. eine sog. Proposition. Gesprochene Sprache wird zeitgleich, parallel im Gehirn analysiert, d.h. verschiedene Ebenen der Hierarchie der Sprache werden nahezu gleichzeitig verarbeitet.
- Beschreiben Sie das „Wernicke-Geschwind-Modell” Im Wernicke-Geschwind-Modell wird ein Zusammenhang zwischen Broca-Zentrum und Wernicke-Zentrum postuliert, da davon auszugehen ist, dass Sprachproduktion und Sprachverständnis miteinander verknüpft werden müssen. Das Modell wird daher auch als „konnektionistisches Modell” bezeichnet und wurde auch herangezogen, um spezifische Aphasien (z.B. Leitungsaphasien) zu beschreiben. Beim Hören von Sprache geschieht nach dem Modell Folgendes: •Analyse von gehörten Wörtern im auditorischen Kortex •Die Information wird von dort zum Wernicke-Zentrum (Analyse des Bedeutungsgehalts) geleitet •Von dort wird die Information zum Broca-Areal geleitet, damit das Gehörte nachgesprochen werden kann. Die Verbindungsbahnen heißen „Fasciculus arcuatus”. •Über die beobachtbaren motorische Gehirnbereiche werden dann Impulse zur Sprechmuskulatur geleitet Beim Lesen geschieht Folgendes: •Informationsverarbeitung im primären visuellen Kortex, •dann Weiterleitung an den Gyrus angularis (Integration akustischer, visueller, taktiler Information)
- Was ist eine „Leitungsaphasie”? Wann tritt Sie auf, und wie äußert sie sich? Eine Leitungsaphasie tritt nach Schädigung folgender Hirnstrukturen auf: Bei Läsionen des „Fasciculus arcuatus” (welches Broca- und Wernicke-Areal, d.h. Bereiche des Temporallappens mit Bereichen des Frontallappens verbindet) und bei Schädigungen des „Gyrus supramarginalis”. Symptome einer Leitungsaphasie sind: •Einfache Sätze können verstanden werden, und verständliche Sprache kann produziert werden •große Probleme, Sätze nachzusprechen und zu wiederholen: Es kommt zu vielen „paraphasischen” Fehlern (Wortteile und Wörter werden durch nicht passende Sprachelemente ersetzt) und Neologismen •geringe Widerholungsfähigkeit von Sätzen •Probleme, Dinge und Personen zu benennen Bei einer „Leitungsaphasie” findet man flüssige, manchmal stockende Sprache, kaum Artikulationsschwierigkeiten, gutes Sprachverständnis.
- Was versteht man unter „Dyslexie”? Welche Formen werden unterschieden, und wie äußert sich Dyslexie? Dyslexie versteht man Leseschwäche. werden 2 Formen unterschieden: Dyslexie infolge einer gestörten Entwicklung oder spricht man auch von einer „Lese-Rechtschreib-Schwäche” oder auch von „Legasthenie” (= Schwäche im Erlernen von Lesen und Schreiben bei sonst normaler Begabung und Intelligenz). die erworbene Dyslexie. erworbene Dyslexie ist meistens Folge einer Schädigung/Verletzung des Gehirns, die eintritt, nachdem Lesen bereits in der Biografie erworben wurde. entwicklungsbedingte Dyslexie tritt häufiger auf, sie bedeutet eine gestörte Entwicklung des Lesens. Betroffene Kinder zeigen oft Probleme bei Phonemen, d.h. es bestehen Schwierigkeiten, den Zusammenhang zwischen gehörten Lauten der Sprache und der Schrift herzustellen. Dagegen können die Betroffenen problemlos nicht sprachliche Symbole erkennen und bezeichnen (z.B. Verkehrsschilder). Modelle zur Erklärung der entwicklungsbedingten Dyslexie gehen davon aus, dass diese mit einer fehlerhaften Ausstattung von Neuronennetzwerken in der linken kortikalen Hemisphäre einhergeht und dass die Entwicklung von Nervenzellen verzögert abläuft.
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