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Psychologie (Fach) / Autismus (Lektion)

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  • Autismus-Spektrum-Störung: Diskrepanz (Widersprüchlichkeit) zum einen: hohe kognitve Fähigkeiten großes Fachwissen hohe Bildungsabschlüssedurchschnittliche bis überdurchschnittliche Intelligenz   zum anderen:  Einschränkungen in sozialer Interaktion Schwierigkeiten in alltagspraktischen Fähigkeitenwenig "soft skills": teamfähigkeit, empathie, mobilität, Flexibilität, Multitasking, Stressresistenz 
  • Autismus-Spektrum-Störung "unsichtbare Behinderung"- andere Art der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung - Beeinträchtigung der sozialen Interaktion und Kommunikation
  • Autismus- Spektrum- Störung - Ursachen & Risikofaktoren vorallem biologische Ursachen  Risiko für Geschwister: etwa 50fach erhöht Risiko steigt mit zunehmendem Alter des Vaters: >40 Jahre vs. <30 Jahre: 6fach erhöhtes Risko EInfluss sozialer + psychischer Faktoren: sehr gering  keine Zusammenhänge zu Erziehungsverhalten und sozioökonomischen Bedingungen  ---- Hypothese: Wiederholte Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln in den ersten Lebensjahren. Ursachen unbekannt. Diskutiert werden genetische Faktoren, Stoffwechselbesonderheiten und neurologische Ursachen.  
  • Warum spricht man von Autismus-Spektrum-Störung Weil es verschiedene Formen von Autismus gibt (Asperger Syndrom, frühkindlicher Autismus, high-functioning Autismus) die alle unter den Begriff fallen. Hierbei handelt es sich bei den einzelnen Störungsgruppen um fliessende Grenzen. Jeweilige Schweregrad kann so individuell bestimmt werden (so bessere Planung und Ausrichtung der Therapie)
  • Savant-Syndrom - "Inselbegabung" 10% aller Autisten haben Inselbegabung, die über der allgemeinen Norm liegt bei spektakulären Talenten spricht man von Savants weltweit gibt es ca. 100 Savants (Hälfte davon sind Autisten) z.B. fotografisches Gedächtnis, Mathegenie 
  • Änderung DSM 5 Asperger + Autismus= Autismus Spektrum Störung ---- Ausprägungen Autismus Asperger-Syndrom, Frühkindlicher Autismus, Kanner-Syndrom oder High-Functioning-Autismus)Zusammenfassend: „Autismus-Spektrums-Störung" (ASS) Störungen nicht in klar definierte Typen einteilbar Dimensionalen Ansatz Schweregrade.
  • Sensorische Reizempfindlichkeit "Hypersensibilität & Filterproblematik" auf allen Sinneskanälen: • taktil (Tastsinn): Kleidung, Berührungen, Konsistenzen • olfaktorisch (Gersuchssinn): Menschen, Möbel, Chemikalien• auditiv: Lautstärke, Hall, Gleichzeitigkeit• visuell: Licht, Farben, Strukturen• Eigenwahrnehmung & Gleichgewichtssinn: stoßen, anecken • Termperatursinn: Kleidung • Schmerz: unbemerkte Verletzungen  Autisten nehmen Welt anders wahr - nicht als Ganzes, sondern viele Einzelheiten. "Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht" - 200 Bäume, 30 Pilze, 40 Vögel. Der Blick für das große Ganze geht häufig verloren Filterproblematik & Hypersensibilität ⇒ Stress & Reizüberflutung 
  • Fähigkeiten & Stärken Detailgenauigkeit & Präzision außergewöhnliche auditive + visuelle Fähigkeiten logisches Denken Beständigkeit unkonventionelle/außergewöhnliche Sicht auf die Welt Zuverlässlichkeit Konzentrationsfähigkeit auch bei Routineaufgaben Loyalität & Wahrheitsliebe 
  • Früherkennung "Red Flags" kein Brabbeln oder Lautieren im Alter von 12 Monaten Keine Gesten mit 12 Monaten: Fingerzeigen, Winken kein einzelnes Wort im Alter von 16 Monaten andauernder Verlust sprachlicher und sozialer Fähigkeiten in jedem Alter 
  • Erkennungszeichen die auf ASS hinweisen könnten eingeschränkte nonverbale Kommunikation - Doppeldiagnose: soziale Phobie unangemessenes Verhalten im Kontakt - DD: eingeschränkte soz. Kompetenz (soz. Angststörung/soz. Phobie)intensive Beschäftigung mit Interessen - DD: intensives Hobby Starres Festhalten an Routinen - DD: zwanghafte Persönlichkeit, Zwangsstörung Vorhandensein der Auffälligkeiten seit früher Kindheit (Fremananamense erforderlich - Elterninterview) ↔ Screeninginstrument: Fragebogen zur sozialen Kommunikation (FSK)
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  • Diagnostische Beobachtungsskale für Autistische Störungen (ADOS) zur Erfassung von Kommunikation, sozialer Interaktion & Spielverhalten Je nach Alter und Sprache spielerische Interviewaktionen hohe Kompetenz (Training) des Untersuchers erforderlich 
  • Diagnostisches Interview für Autismus - ADI-R 93 Fragen umfassende, struktrurierte, untersuchergeführte Befragung (1,5 - 3 Std.) Elterninterview bei Kindern mit Verdacht auf Autismus <2 Jahre 
  • Komorbiditäten bei ASS im Erwachsenenalter Lebenszeitprävalenz: 100% mind. 1 komorbide psychische Störung Häufigste Störungen:  Affektive Störungen Angststörungen Aufmerksamkeitsstörungen Zwangsstörungen Soziale Phobie 
  • Differentialdiagnostik bei ASS im Erwachsenenalter Besonders bei Patienten mit leichter Ausprägung einer ASS wird Diagnose erst in der Jugend/im Erwachsenenalter gestellt  • aufgrund guter kognitiver Fähigkeiten entwickeln Betroffene über die Jahre hinweg häufig gute kompensatorische Strategien  • trotz der Anpassungsleistung kommt es häufig zu erheblichen Schwierigkeiten in soz. Beziehungen/Interaktionen, beruflichen Entwicklung und Alltagsanforderungen • nicht selten entwickeln sich komorbide psychiatrische Störungen  
  • Ursachen für Autismus Genetische Faktoren:Erbliche Faktoren= Hauptursache Eineeige Zwillinge erkranken in der Regel beide Autimusssepktrum betroffener Elternteil: Risiko, dass Kind ASS bekommt stark erhöht Elterliches Alter bei der Geburt des Kindes - Vater: erhöhtes Alter des Vaters erhöht Autismus-Spektrum-Störung  Risikofaktoren in Schwangerschaft und bei der Geburt:Bestimmte Infektionskrankheiten während der Schwangerschaft erhöhen das Risiko - z.B. Rötelinfektion 
  • ICD-10 Klassifikation frühkindlicher Autismus + Asperger Syndrom Diagnose frühkindlicher Autimsus -mindestens 6 Kriterien erfüllen aus folgenden 3 Bereichen: A (1) Störung der sozialen Interaktion:ausgeprägte Beeinträchtigung im Gebrauch und Verständnis nonverbaler Verhaltensweisen (Blickkontakt, Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Gestik)Unfähigkeit entwicklungsgemäße Beziehungen zu gleichalrtigen aufzubauen Mangel spontan Freude, Interessen oder Erfolge mit anderen zu teilen Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit (eigene Wünsche wahrnehmen + Wünsche anderer wahrnehmen) B (2) Qualitative Beeinträchtigung der Kommunikation:Verzögertes Einsetzen/komplettes Ausbleiben gesprochener Sprache Bei Sprachvermögen: deutliche Beeinträchtigung ein Gespräch zu beginnen oder fortzuführen Fehlen von entwicklungsgemäßen Rollenspielen oder Imitationsspielen C (3) Restruktive, repetitive, stereotype Verhaltensweisen, Interessen oder Aktivitäten, die quantitativ oder qualitativ abweichend sind:umfassende Beschäftigung mit Interessen (Inhalt oder Intensität sind abnorm)auffällig starres Festhalten an bestimmten, nichtfunktionalen Gewohnheiten oder Ritualen - Widerstand gegen Veränderungen ständige Beschäftigung mit Teilen von Objekten (Artikel Schowalter: 4) unspezifische Ängste, Schlaf- und Essstörungen, Aggressionen.) → Beginn der Auffälligkeiten vor dem 3. Lebensjahr → Diagnose Asperger Syndrom: Kriterien (A) und (C) sind erfüllt: Beginn der Auffälligkeiten auch nach dem 3. Lebensjahr möglich
  • Autismus: Prävalenz Prävalenz: 1 Kind von 150 Kindern leidet an einer Form von Autismus. Steigerung: Mehr beachtet, bessere Diagnostik, veränderten Diagnosekriterien Jungen 4x so häufig betroffen wie Mädchen.
  • Autismus: Faktoren, die Therapieerfolg begünstigen Früher Beginn der Behandlung (2-3 Jahre)Geringere Beeinträchtigungen am Behandlungsbeginn (z.B. höherer Intelligenzquotient, besseres Sozialverhalten, sinnvollerer Spielzeug-gebrauch)Vorhandenen sprachliche Fähigkeiten der Kinder im frühen Alter von 2 bis 3 Jahren weniger ausgeprägte Stereoptypien (Stereotypien stören die Lernsituation)physiologische Maße: starkes Wachstum des Kopfumfangs und mit keinen / wenigen Krampfanfällen
  • Autismus: Heilung Lovaas (1987): intensives  Lern- und Förderprogramm, 3- bis 5-jährige Kinder. 50 % nach der Behandlung mit normalem (IQ) und selbstständigem Besuch der Regelschule. Autistische Symptome können dabei persistieren (z.B. Selbststimulation und mangelnde soziale Interaktion), „Heilung“ fraglich Definition Heilung: Veränderungen auf Verhaltensebene:1. Die Leitsymptome der tief greifenden Ent-wicklungsstörung sind nicht mehr gegeben: Die soziale Interaktion (Blickkontakt, Rollenspiele, gemeinsam geteil-te Aufmerksamkeit) und die Kommunikation (Sprachge-brauch, Sprachmelodie, Sprachverständnis) sind alters-entsprechend normal, und es liegen keine Stereotypien oder deutlich eingeschränkte Verhaltensmuster vor.2. Braucht ein Kind noch sonderpädagogische Maßnahmen, dann sollten diese sich nicht au f diese Leitsymptome beziehen, sondern auf andere Probleme (Aufmerksamkeit, spezielle schulische Aufgaben, Selbstorganisation)3. Besuch der Regelschule ohne Schulbegleiter Also:  Andere Störungen dürfen weiter bestehen, biologischen Veränderungen (Gehirn, Stoffwechsel) sind nicht gefordert. Dann Heilung je nach Studie zwischen 3 % und 25 % Heilung möglich? Man kann bei frühzeitiger Diagnose (ADOS) und viel Egagement der Eltern bei vielen Kindern gute Erfolge erzielen
  • Autismus: Behandlung/Therapie TEACCH-Programm:starke individuelle visuelle Strukturierung des (Lern-)Umfeldes soll selbstständigeres Leben ermöglichen. z.B. die Arbeitsschritte des Geschirrspülens mit großen Bildtafeln an der Wand dargestellt, Utensilien und Apparaturen so angeordnet, dass sie alltäglichen Abfolgen entsprechen.  = Umwelt an die Fähigkeiten des Kindes angepasst, Sinnvoll bei schwer beeinträchtigten Autisten „Intensive Verhaltenstherapie“,  Applied Behavi-or Analysis (ABA)Am besten untersucht; einzige Therapie, die als wissenschaftlich abgesichert gelten kann und bei der laut Untersuchungen eine Chance auf Heilung besteht. Mehrere Stunden täglichen Trainings in allen er-denklichen Lernbereichen (z.B. Fein- und Grobmotorik, Sprache, visuelle Wahrnehmung).Die Förderung über 30 bis 40 Stunden pro Woche (!), in der intensiven Form über zwei Jahre.strukturierter Plan, setzt bei den bestehenden individuellen Fähigkeiten an.Basis: LerngesetzeNeue Fähigkeiten durch intensives Training geübt und in kleinsten Schritten erlernt. Au f jeden kleinen Lerner folg folgt eine Belohnung. Geübt werden alle basalen Fähigkeiten, die ein Kind braucht, um weiter lernen zu können: etwas nachsprechen, Begriffe (Bildkarten) zeigen und unterscheiden, alltägliche Fähigkeiten erlernen etc. Stoffwechselstörung: strikte Diät, Einzelfallberichte,  gluten- bzw. kaseinfreie Diät nicht gut untersucht medikamentöse Behandlung: Zielsymptome : impulsiven Verhalten, Un-ruhe. Wirkugn auf problematisches Verhalten, nicht auf die Autismus-Symptome selbst. – nur begleitend sinn So wird die medikamentöse Behandlung meist auch nur begleitend sinnvoll Weitere: Sensorische Integration,  Musik- und Ergotherapie, Sprachtherapie, biomedizinische Behandlung,Bei Weitem nicht alle diese Therapien wissenschaftlich abgesichert.