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Psychosomatik (Fach) / 4- Diabetes (Lektion)

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  • Diabetes Typen Typ 1: Jugendliche, Junge Erwachsene, wahrscheinlich zerstört eigene Immunabwehr insulinproduzierenden Zellen, ca.10% der Diabetiker, plötzlicher Beginn, stark schwankende Werte Symptome: Gewichtsabnahme, Durst Typ 2: Meist ab 40., zunehmend jünger, gestörte Insulinwirkung bei Adipositas, verzögerte Insulinausschüttung, ca. 90% der Diabetiker, langsamer Beginn, rel. konstante Werte Symptome: Übergewicht, Müdigkeit, Schwäche, Infektionen Typ 3: Genetische Defekte der Insulinwirkung Hauptfolgeschäden alle drei: Arteriosklerose, DBS, Herz- und Hirninfarkt, Retinopathie, Neuropathie, Niereninsuffizienz, abhängig von der Einstellung des BZ 
  • Gefahren Hyperglykämie = Überzuckerung (rasant steigender BZ- Spiegel wegen nicht genug Insulin) Hyperglykämisches Koma:Typ 1: mündet in Erbrechen, Auslöser: Fehlende Insulinzufuhr/ gesteigerter InsulinbedarfTyp 2: hyperosmolares Koma = Dehydration, Elektrolytentgleisung Hypoglykämie = Unterzuckerung (zu geringer BZ- Spiegel) Tritt meist im Rahmen Diabetes Therapie auf HeißhungerKaltschweißigkeitTachykardie
  • HämoglobinA1c - Maß für mittleren BZ- Wert der letzten 8- 12 Wochen - "roter Blutfarbstoff", wichtiger Bestandteil Erythrozyten, bindet Sauerstoff - HbA1c = Hämoglobin + Glukose - ermöglicht Rückschluss über BZ-Einstellung d. letzten Wochen (bei Über + Unter aber Ausgleich = falschpositiver guter Wert) Typ 1: < 58 mmol/mol (7,5 Prozent) Typ 2:  48 - 58 mmol/mol (6,5 bis 7,5 Prozent) 
  • Typ 2 Diät und Antidiabetike Stufe 1: Diät, Training, Basis Stufe 2: Monotherapie - Metformin Stufe 3: Kombinationstherapie Metformin + anderes Medikament + Insulin Stufe 4: Intensivierte Insulintherapie + weitere Kombinationen
  • Intensivierte Insulintherapie Langwirksame Basalinsuline: Ein- oder zweimal täglich + zusätzlich mahlzeitbezogene Insuline Insulinpumpen Basal- und Bolusgaben können individuell eingestellt werden Vorteileleichtere Einstellung BZ möglich, kein fester Ernährungsplan NachteileZeitaufwendig häufige BZ- Kontrollen (die halt nicht soo lange dauern) Häufiger Hypoglykämien als bei konventioneller Therapie Gute Compliance des Patienten und intensive Schulung vonnöten
  • Diabetes und psychische Störungen - Depression (2x höhrere LZ- Prävalenz Erkrankung Depression; Frauen > Männer; Typ 2: 24% erhöhtes Risiko, steigt mit Anzahl Komplikationen; Depression umgekehrt Risikofaktor z. Entwicklung Typ 2; Mortalitätsrisiko signifikant erhöht; ungünstigere Stoffwechseleinstellung; geringere Adhärenz; häufigere Abbrüche Gewichtsreduktionsprogramme; mehr Nikotinabhängigkeit; weniger Sport; psycho- neuroendokrinale Veränderungen; Psychische Störung in der Familie bei Diabeteskranken MIT Depression deutlich höher als bei Diabeteskranken OHNE Depression) - Demenz - Angststörungen - Essstörungen - Krankheitsbewältigung
  • Behandlung - Psychotherapie (kognitive Verhaltenstherapie + supportive Psychotherapie kombinierte Effektstärke = 0,581) - Antidepressiva (ES = 0,467) Gefahren: Nebenwirkungen mit Einfluss auf den Glukocorticoidstoffwechsel: TZA: BZ hoch SSRI Insulinsensitivität erhöht (Hypoglykämien!), Insulinbedarf sinkt SNRI: Anstieg BZ-Werte Wenn Antidepressiva, dann SSRI, aber: Senkt Insulinbedarf, also Obacht; oder SRNI (Trizyklische Antidepressiva, Anstieg der BZ-Werte)
  • Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse Bei Stress: Hypothalamus steuert -> Andenohypophyse, durch Ausschüttung CRH führt in -> Andenohypophyse zur Bildung von ACTH führt in -> Nebennierenrinde zu Bildung von Cortisol Cortisol (Langzeitstresshormon, hektisches Verhalten aber auch große Aufmerksamkeit) hemmt Sekretion von CRH und ACTH
  • Demenz und Diabetes - In Deutschland: 1,3 Millionen an Demenz erkrankt - Wahrscheinlichkeit Erkrankung steigt mit Lebensalter an (60: 1,2%; 90+: 35%) - Typ 2: 2- 4x Risiko vaskuläre Demenz; 1,5-2x für Alzheimer- Demenz
  • Angststörung und Diabetes - normal: Punktprävalenz 9%, Lebenszeitprävalenz 15% - Diabetiker: Lebenszeitprävalenz 18% (20% Risikoerhöhung) - ca. 20% der Diabetiker weisen erhöhte Angstsymptome auf, ohne dezidierte Angststörung - Plötzliche schnelle Veränderung bishin zu Bewusstseinsverlust erzeugt Hauptangst (Angst vor Hyperglykämin?)- Phobie vor Spritzen (bei Insulingabe + bei Messung des Zuckers)- Angst vor Gewichtszunahme, Angst vor Ausgeschlossensein- Kann dadurch auftreten: Soziale Phobie, generelisierte Angststörung, Spritzenphobie - Hypoglykämieangst (Diskriminationsschwierigkeiten Symptome; BZ-Überdosis- "Lösung")- Angst vor Diabetesfolgen (Angst um akute und langfristige Folgen)- Angst vor Insulinbehandlung (übertriebene Sorgen gegenüber Insulinbehandlung) -> Behandlung VT, generell wie Angstbehandlung allgemein
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  • Esstörung und Diabetes Typ 1: - 37,9 % der adoleszenten Mädchen und 15,9 % der adoleszenten Jungen- AN nicht höher, BN und nicht näher bezeichnete Esstörung (EDNOS) allerdings schon- Insulin- Purging: bewusste Nichtapplikation von Insulin um Gewichtszunahme zu verhindern -> massive Gefahr hyperglykämischen Komas Typ 2: - 25,6 % der untersuchten 43 Patienten erfüllten  Binge-Eating-Kriterien
  • Qualität der Stoffwechseleinstellung, Behandlung von Essstörungen Typ 1: Schlechterer Stoffwechsel als bei nicht-essgestörten Typ 2: Keine Unterschiede - Gewöhnlich einhergehend mit Adipositas; kann durch psychoedukative Maßnahmen sowie Motivation zur Verhaltensänderung Entstehung des metabolischen Syndroms effektiv verhindern und kardiovaskuläres Risiko senken Behandlung Typ 1: Überwiegend positive Therapieergebnisse, auch 3 Jahre später: Positiv in Esstörungssymptomatik, Insulin- Purging und Stoffwechselkontrolle Behandlung Typ 2: Therapien insebesondere auf Binge Eating Symptomatik gerichtet: KVT führt zu deutlicher Besserung, signifikante Verbesserung der Stoffwechsellage
  • Krankheitsverarbeitung nach Bio-psycho-sozialem Modell - Fähigkeit zur Instrospektion- Konfliktfähigkeit kann interpersonal sein -> autonomiekonflikte z.B. können manche (Abhängigkeit Ärzte, Insulin) nicht gut aushalten- Affekttoleranz- Trauma: traumatisierte Menschen haben große Schwierigkeiten mit körperlichen Erkrankungen umzugehen- Bewältigung von Entwicklungsanforderungen, trifft insbesondere junge Menschen, aber auch Ältere -> wirkt sich das auf meine eigenen Kinder aus, Thema Partnerschaft: Sexualität
  • Verbesserung Verhalten Patient, Arzt und Patient-Arzt- Interaktion - keine Einbeziehung Lebenskontext, unzureichende Wissensvermittlung, nicht diagnostizierte psychische Erkrankung, komplexe Übertragungsphänomene - Patientenschulung und Empowerment: von Compliance zu Adherence, Zusatzschulung Diabetologe DDG - Merkmale guter Schulung: Patienten kommen freiwillig, informieren statt belehren, Inhalte vereinbaren statt bestimmen, ergebnisoffene Prozesse fördern statt Ergebnisse unbedingt erreichen müssen, Emotionen einbeziehen statt als Störung behandeln / ignorieren - Selbstmanagement: persönliche Fähigkeiten, Diabetesspezifisches Wissen (Blood Glucose Awareness Training BGAT), einstellung und Haltung zu Diabetes, emotionales Wohlbefinden + Motivation zur Selbstfürsorge, soz. Gegebenheiten - BGAT: Hypo Warnzeichen erkennen, Hypo vermeiden, Symptome differenzieren, Beobachtung Zusammenwirken Insulin Nahrung Sport, Wirkungen von Stimmungen einschätzen lernen