6
vhb EntwPsych ErwAlt (Fach) / Spätes Erwachsenenalter (Lektion)
4
Diese Lektion wurde von Schnuppe erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
- Wann ist jemand alt und wie läuft der Alterungsprozess ab? Nach WHO gilt als "alt", wer das 65. Lebensjahr vollendet hat, in Deutschland und Amerika hingegen werden erst Personen ab dem 70. Lebensjahr als "geriatrische Patienten" bezeichnet. Dabei ist jedoch zwischen höherem / späten Erwachsenenalter (ab 65-70) und hohem Erwachsenenalter (ab 80.Lebensjahr) zu differenzieren (Mayring, Faltermaier, 2013). · Die Lebenserwartung steigt weiterhin.· Der Bevölkerungsanteil Älterer steigt weiter.· Die meisten Älteren leben in einem Privathaushalt mit einer Bezugsperson. Mit steigendem Alter nimmt die Pflegebedürftigkeit zu.· Die Erwerbsbeteiligung Älterer stieg in den letzten 15 Jahren deutlich an.· Der Übergang in die Rente erfolgt im Durchschnitt mit 64 Jahren.· Altersarmut betrifft knapp ein Fünftel älterer Frauen. Das genetisch gesteuerte Abschalten (Hayflick-Theorie)--> Zahl der möglichen Zellteilungen zur Gewebserneuerung genetisch festgelegt--> Grund: Telomere verkürzen sich bei jeder Teilung à wenn abgenutzt, stirbt Zelle (?) Zellschädigung durch freie Radikale--> bei allen Stoffwechselprozessen mit Sauerstoff entstehen freie Radikale à schädigen Zellwände, Zellkerne, Erbsubstanz à Reparatur und Regeneration des Körpers verschlechtert sich Zellmutation--> Zellmutationen mehren sich im Alter à Eigenschaften, Funktionen und Funktionsfähigkeiten einzelner Gewebe, Organe und Organsysteme verändern sich • Sinnesorgane: Augenlinse, Innenohr, Durstgefühl• Nieren: Ausscheidungs- und Entgiftungsfunktion• Bindegewebselastizität• Hormonhaushalt: Wechseljahre• Nervenfunktion: Reaktionszeit, Verarbeitung neuer Informationen, Gedächtnis• Immunsystem und Fähigkeit der Abwehr von Infektionen --> verringerte Anpassungsfähigkeit an äußere Einflüsse- Veränderungen bei jedem Menschen unterschiedlich stark
- Welche Entwicklungsaufgaben gibt es im späten Erwachsenenalter? Ich-Integrität <--> Verzweiflung--> Annahme und Akzeptieren des eigenen, einzigen Lebenszyklus Im reifen Erwachsenenalter - bis zum Tod - hat der Mensch zur Annahme seines einen und einzigen Lebenszyklus gefunden, vermag sein Leben also insgesamt zu akzeptieren und ihm Sinn zu geben. Verläuft diese Entwicklung negativ, führen Enttäuschung und Verzweiflung zu Lebensüberdruss
- Erläutern Sie die Persönlichkeitsentwicklung im späten Erwachsenenalter! - grundlegende Wesenszüge bleiben bis ins hohe Alter erhalten--> Big Five Persönlichkeitsfaktoren bleiben trotz Menopause und co. Stabil--> These, dass viele der sogenannten Altersveränderungen Funktionen echter körperlicher Schwächungen sind Solange das Individuum größtenteils körperlich gesund bleibt, wird er oder sie aus psychologischer Sichtweise weitgehend derselbe Mensch wie zuvor bleiben. Das bedeutet, dass das Individuum -in Anpassung an körperliche Einschränkungen-unverändert aktiv bleibt Disengagement Theorie - von Gesellschaft und Individuum geforderter Rückzug aus sozialen Kontakten, einhergehend mit einer entsprechenden Erleichterung von sozialen Pflichten- Altern = Verminderung geistiger, seelischer und körperlicher Kräfte; - Disengagement = Bedürfnis des älteren Menschen Defizitmodell - Älterwerden = Abbau geistiger, emotionaler, körperl. Fähigkeiten (= Defizit)- Alternsprozess individuell und abhängig von persönlichen Variablen selektive Optimierung durch Kompensation- Funktionen und Wertigkeiten, die soziale Beziehungen im Lebensverlauf einnehmen, sind Veränderungen unterworfen= Kompetenzmodell --> alte Menschen streben an, ihre Handlungsmöglichkeiten zu optimieren und Kompetenzen zu erwerben oder zu verbessern, mit deren Hilfe sie die potentiellen und faktischen Verluste, ausgleichen können --> steht Defizitmodell gegenüber - häufig herausfordernde Lebensereignisse im höheren Erwachsenenalter --> Wissenschaftliche Befunde in zwei Richtungen unterteilt:Aktivität im Alter bei unveränderten Persönlichkeitsstrukturen unddie Disengagement Theorie mit sozialem (Rollen-)Rückzug
- Beschreiben Sie die Veränderungen von Intelligenz und kognitiven Fähigkeiten im späten Erwachsenenalter! Kognitive Entwicklung Es gibt keine konstante und generelle intellektuelle Abnahme, sondern vielmehr einen signifikanten Anteil der Personen, die die meisten geistigen Fertigkeiten bis ins hohe Alter hinein beibehält (Birren und Schaie 2001, Schaie 1996) Faktoren, mit denen Veränderungsprozesse in der intellektuellen Leistungsfähigkeit erklärt werden können: Sensorik und Verarbeitungsgeschwindigkeit als Bedingungen für Entwicklungsveränderungen in der Intelligenz Sensorik:- Sehschärfe und Hörvermögen korrelieren; beide korrelieren mit Intelligenz--> sensorische Deprivationshypothese: altersbezogene Verluste des kognitiven Funktionierens reflektieren den kumulativen Effekt reduzierter sensorischer Stimulation bei älteren Menschen (d.h. kognitive Einschränkungen resultieren aus geringerer sensorischer Stimulation im Alter) Hypothese der gemeinsamen Ursache: Defizite in der Wahrnehmung und in der Intelligenz im Alter sind auf den Faktor des physiologischen Abbaus zurückzuführen Verarbeitungsgeschwindigkeit: Fluide Intelligenz ist die Fähigkeit, sich neuen Situationen anzupassen und neuartige Probleme zu lösen, ohne dass gelerntes Wissen eine bedeutsame Rolle spielt. z.B. Prozesse des schlussfolgernden, logischen Denkens, Problemlösung Kristalline Intelligenz ist die Verarbeitung vertrauter Informationen und Anwendung von Wissen oder das Kulturwissen. Das bedeutet Kognitionen, die von Erfahrung, Lernen und Akkulturation abhängen, z.B. Informationen wie der Vokabelschatz - Alter beeinflusst Verarbeitungsgeschwindigkeit --> beeinflusst generelle Intelligenz effektive Gestaltung und Bewältigung der Anforderungen des alltäglichen Lebens: Intelligenz und Alltagskompetenz --> Alltagskompetenzmodell Basale Kompetenz- Tätigkeiten, die für eine selbstständige Lebensführung lebensnotwendig sind- stark abhängig von Gesundheitsfaktoren Erweiterte Kompetenz - Freizeit- und soziale Aktivitäten sowie komplexe Tätigkeiten, die relevant sind für die Bestimmung von Lebensqualität- durch individuelle Motivationen und Ziele gekennzeichnet, die lebensbiographisch verankert sind und dazu beitragen, das persönliche Leben subjektiv zufriedenstellend zu gestalten- abhängig von sozialem Status, von der Fähigkeit, sich der Umwelt zuzuwenden und von fluider Intelligenz - Modell der Spezialisierung
- Wie entwickeln sich soziale Beziehungen im Alter? - Beziehungsqualität steht über der Beziehungsquantität - Interpretation sozialer Beziehungen in Unterstützungsleistungen wird theoretisch in hierarchische Kompensation und funktionale Spezifizität unterteilt - hierarchische Kompensation = kulturell vorgegebene Hierarchie an Unterstützungspersonen- funktionale Spezifizität = Aufteilung verschiedener sozialer Aufgaben an unterschiedliche Bezugspersonen- Bedeutung der drei beziehungsbeeinflussenden Dimensionen: Art und Ausmaß an Hilfeleistungen, emotionale Beziehungsenge, Kontakthäufigkeit Konstellationen sozialer Beziehungen im Alter in 4 kulturell, sozial und psychologisch bedingte Kategorien unterteilt: · Zusammenleben im gleichen Haushalt // Leben in unterschiedlichen Haushalten: Hier sind insbesondere die Ehepartner von hoher Bedeutung, da sie meist als bedeutsamste Unterstützungsperson im Alltag gelten. Alle anderen sozialen Beziehungen (Freunde, Kinder, Enkel, Geschwister, Kollegen) sind eher multilokal organisierte Beziehungen und gelten als „Intimität auf Abstand“. · Familial-verwandtschaftliche Beziehungen (Blutsverwandte) // nicht familiale Beziehungen (Wahlverwandte): Von Bedeutung ist hier, dass der Kontakt zu blutsverwandten Jüngeren intensiver ist, als der zu anderen. Freundschaften sind ebenso wertvoll, da diese eine selbstgewählte Beziehung außerhalb familiärer Verpflichtungen darstellen. · Zugeschriebene // frei wählbare Beziehungen:Hier besteht eine hohe Deckung mit dem 2. Punkt, da Blutsverwandtschaft „zugeschrieben“ ist. Die freie Wählbarkeit von Beziehungen besteht auch im Alter fort. Jedoch sind Einschränkungen zu nennen, wie beispielsweise Nachbarn, Vorgesetzte oder Kollegen. Erst im Ruhestand sind auch die Arbeitskontakte frei gestaltbar, indem der Kontakt nur zu ausgewählten Personen aufrechterhalten wird. · Zugehörigkeit zur gleichen Altersgruppe // Zugehörigkeit zu anderen Altersgruppen: Hierbei gelten Geschwister, Freunde, Ehepartner oder gar ehemalige Arbeitskollegen als zugehörig zur gleichen, (Enkel-)Kinder zur jüngeren Altersgruppe. Im Umkehrschluss gehören mit steigendem Alter einige Bezugspersonen, wie Nachbarn, professionell Helfende zur jüngeren Generation, was dem Individuum die Rolle des Mentors ermöglichen kann und somit den Aspekt der Generativität (mittleres Erwachsenenalter) verwirklichen lässt. - Der Austritt aus dem Erwerbsleben stellt eine weitere Lebenskrise dar, da Veränderungen ökonomischer, sozialer und psychischer Art stattfinden.
- Erläutern Sie das Sterbephasenmodell nach Kübler-Ross! Kübler-Ross' Sterbephasenmodell (5 Phasen) Phase 1: Nichtwahrhabenwollen und Isolierung- Verleugnung mildert den Schock, bringt Zeit zum Kräftesammeln, mit Wahrheit arrangieren- Phase endet in der Anerkennung der eigenen Situation Phase 2: Zorn, Anflehung- "Warum muss es ausgerechnet mich treffen?"- Flut negativer Emotionen, die intensiv und scheinbar wahllos an der Umgebung ausgelassen wird Phase 3: Verhandeln- bevorstehende Tod als unvermeidbar anerkannt- Sterbenden versuchen durch Verhandlung einen Aufschub des Todes zu erreichen- feilschen mit den Behandelnden, mit Gott oder dem Schicksal- Sterbender ist außerordentlich verletzlich Phase 4: Depression, Traurigkeit- Verzweiflung durch Scham- oder Schuldgefühle- bereut zurückliegende Versäumnisse, verzweifelt über ungelöste Probleme und trauert um all das, was er verlieren wird: Partner, Kinder, Familie, Freunde- In dieser Zeit ist es dem Sterbenden möglich, sich umfassend mit der Realität seines Todes auseinanderzusetzen- vorbereitende Trauer --> Vorbereitung auf nahen Tod Phase 5: Zustimmung, Akzeptanz- Zustimmung und ruhige Erwartung des Endes- Frieden mit der Welt gefunden, akzeptiert den nahen Tod- Stadium ist fast frei von Gefühlen- Patient ist müde, schwach, schläft viel, will nicht gestört werden Kritik am Modell:- Repräsentativität?, unklare Quellenlage, konkrete Untersuchungsmethodik nicht ersichtlich, mangelhafte Berücksichtigung der betonten Individualität usw.
Anzeige