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vhb EntwPsych ErwAlt (Fach) / Mittleres Erwachsenenalter (Lektion)

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  • Welche Entwicklungsaufgaben gibt es im mittleren Erwachsenenalter? Generativität <--> Stagnation und Selbstabsorption Generativität: - um zukünftige Generationen zu kümmern;  grundl Haltung,   die nächste Generation zu bereichern- Fragen der Work-Life Balance, Gesundheit, allmählichen körperlichen Alterungsprozesse (Erikson) Durch Scheitern der Entwicklungsaufg:Gefühl von Einsamkeit, nicht gebraucht zu werden à Stagnation, Selbstabsorption = starke Beeinträchtigung im Selbstbild; Gefühl, dass Dasein keinen Sinn hat Gründe: nicht Ereignisse selbst, sondern psychische Auseinandersetzung, Bewältigung der Situationz.B. unerwünschte Kinderlosigkeit, Arbeitslosigkeit
  • Was verändert sich im mittleren Erwachsenenalter? Körperliche Veränderung: Menopause- körperliche Veränderungen können starke Auswirkungen auf das psychische und physische   Wohlbefinden haben --> z.B: Menopause= Festlegungen auf wählbare Optionen im Laufe des Lebens - beruflich, privat, familiär, körperlich, psychisch Festlegung: Probleme oder Chance?- Altern = gleichzeitige Akkumulation von Erreichtem und Ausgelassenem                 bzw. Nicht-Erreichtem Selbstentwürfe= zukunftsorientierte Darstellungen dessen,  was man zu werden hofft oder was man werden zu können befürchtet.   Selbstentwürfe sind die zeitliche Dimension des Selbstkonzepts   - was der Betreffende anstrebt oder zu vermeiden versucht" (Berk, 2011) - „ein guter Vater sein“, „gesund bleiben“, „meinem Kind das beste Ermöglichen“--> können starkes Motiv zum Handeln im mittleren Erwachsenenalter sein, weil Zeit begrenzt--> können Schlüssel für ein kontinuierliches Wohlbefinden im Erwachsenenalter sein Im Laufe des mittleren Erwachsenenalters werden die eigenen Möglichkeiten begrenzt (beruflich, körperlich, in Beziehungen, in der Familie), Getroffene Entscheidungen sind teilweise unumkehrbar. Wenn eine Anpassung der Erwartungen bzw. der Selbstentwürfe daraus resultiert, führt das zu mehr Zufriedenheit. Empty Nest- Kinder lösen sich von zuhause und treten eigenständiges Leben an- Trauer, Verlustgefühle, neue Herausforderungen für Mutterrolle- Umorientierung für beide Elternteile- emotionale Belastung durch den Auszug ähnelt der einer starken Trauer--> nach Trauer werden neue Möglichkeiten sichtbar
  • Gibt es eine Krise im Erwachsenenalter und was macht diese aus? 5 Entwicklungsbereiche, die einer Neuorientierung bedürfen (evtl krisenhaft):1. Die Illusion der Sicherheit durch die Eltern.2. Die Illusion der Unsterblichkeit.3. Die Illusion des männlichen Beschützers.4. Die Illusion der Familienwelt.5. Die Illusion der Unschuld Stufenmodell nach Levinson:40-45 Jahre: Übergang zur Lebensmitte,                     grundsätzliche Infragestellung der bisherigen Lebensstruktur 45-50 Jahre: neue Lebensstruktur ausbauen und festigen50-55 Jahre: weitere Modifikation der neu gebildeten Lebensstruktur55-60 Jahre: Höhepunkt des mittl. ErwAlters, modifizierte Lebensstruktur wurde entwickelt                     und führt in stabile Lebensphase = Vollendung des Lebensabschnittes Kritik- Freund et. al. Stellt 3 Varianten der Krise vor + Pro, Contra -->Konzept „Midlife Crisis“ nicht haltbar--> eher Anregung für genauere Untersuchung       zwischen persönlichen Zielen und gesellschaftlichen Erwartungen
  • Beschreiben Sie die berufliche Entwicklung im mittleren Erwachsenenalter! - ältere Arbeitnehmer entweder als hoch kompetent oder untauglich eingeschätzt- Uneinigkeit um die Leistungsfähigkeit Älterer Faktor Mensch- Abnahme der Leistungsfähigkeit bei physisch belastenden Tätigkeiten- bei mental geprägten Arbeitsbereichen differenzierter Kompensation- durch Erfahrung und Motivation: physische und mentale Leistungsfähigkeit kompensieren Bewältigung mental geprägter Arbeitsvorgänge - Eigenschaften des verbalen Gedächtnisses, logischen Denkens, räumlicher Orientierung    und Wahrnehmungsgeschwindigkeit bis zum Renteneintritt relativ stabil- Ausdrucksfähigkeit steigt im Laufe des mittleren Erwachsenenalters,    numerische Fähigkeit nimmt kontinuierlich ab "Die Ergebnisse dieser Simulationsstudie zeigen im Vergleich zu physisch geprägten Arbeitssystemen erwartungsgemäß eine weniger deutliche Abhängigkeit der Produktivitätskennzahl von der älter werdenden Belegschaft" (Züchl & Stock 2010) - die kognitive Leistungsfähigkeit kann durch individuelle Motivation und Erfahrung,    insbesondere in kognitiven Berufen, ausgeglichen werden- Wichtig ist auch zu betrachten, welche Fähigkeiten für eine Tätigkeit entscheidend sind    und wie deren Verlauf im Alter ist Belastung der Arbeitnehmer in unterschiedlichen Bereichen: KÖRPERLICHE BERUFE- Einseitige Muskelbelastungen --> Erkrankungen des Bewegungsapparates,    Klimabelastungen durch Außenarbeiten --> chronische Beschwerden- Intervention: altersangemessene Reduktion der physischen Arbeitsbelastung,                             Hinzunahme mentaler, erfahrungsbezogener Aufgaben BÜROARBEIT- Haltungsschäden --> chronische degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates VERKEHRSBRANCHE- verminderte Reaktionsfähigkeit ABER zunehmende Berufserfahrung, verbesserte Fahrstrategien, die Kenntnis typischer Situationen sowie erhöhte Umsicht führen zu sorgfältigerem Fahrverhalten und wirken sich auf die Unfallhäufigkeit Erfahrung und Motivation kompensieren physische und mentale Leistungseinbußen.Altersangemessene Reduktion physischer Arbeitsbelastung bei gleichzeitiger Hinzunahme mentaler, erfahrungsbezogener Arbeiten wirkt gesundheitsförderlich.
  • Beschreiben Sie die Persönlichkeitsentwicklung über die Lebensspanne! = zentrale Dimensionen zur Beschreibung menschlicher Persönlichkeit = überdauernde Eigenschaften, die das Verhalten in konkreten Situationen beeinflussen Offenheit: Kontinuum zwischen Traditionsbewusstsein, Konservativismus und Toleranz gegenüber Innovationen und Unbekanntem + dessen Erkundung Verträglichkeit: hohe Ausprägung (z.B. Aufrichtigkeit, Mitgefühl, Hilfebereitschaft), niedrige Ausprägung (z.B. Misstrauen, Feindseligkeit, Wettbewerbsorientierung) Gewissenhaftigkeit: Ausmaß an Organisation, Ausdauer, Motivation zielgerichteten Handelns Neurotizismus: niedrige Ausprägung (z.B. Verletzlichkeit, Ängstlichkeit, mangelnde Anpassungsfäh.),hohe Ausprägung (z.B. Selbstsicherheit, Gelassenheit, Stressstabilität) Extravision: niedrige Ausprägung (z.B. Tendenz zur Schüchternheit, Zurückhaltung, Innterlichkeit),  hohe Ausprägung (z.B. Tendenz zur Kontaktfreude, Aktivität, Frohsinn, Geselligkeit) Im Lauf des Lebens:- Neurotizismus, emotionale Stabilität, Offenheit und Verträglichkeit relativ stabil    im mittleren Erwachsenenalter- starker Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und der Häufigkeit mehrerer objektiver   bedeutender Lebensereignisse (Selektionseffekte)--> durch Reaktion auf diese Ereignisse (Sozialisationseffekte),       kann sich die Persönlichkeit ändern - Gewissenhaftigkeit: bei Männern und Frauen steter Anstieg über die gesamte Altersspanne- Verträglichkeit: M&F Anstieg bis Ende 40er, leichte Abnahme ab 50 J.- Neurotizismus: F im zunehmenden Alter weniger emotional labil, M unverändert und niedriger- Offenheit: geht bei M&F mit Älterwerden leicht zurück,                  M Start höheres Niveau, sinkt stärker ab- Extraversion: bei durchschnittlicher Ausprägung  F leichte Abnahme, bei M leichte Zunahme
  • Welche Erziehungs- und Parentingstile gibt es? Beschreiben Sie je 2 genauer! Erziehungsstile:- Qualität der emotionalen Kontakte, Umgang mit Grenzen- Erziehungsstil = Muster an elterlichen Verhaltensweisen, die das emotionale Klima der Eltern-Kind-Interaktionen, Entwicklung der Kinder und der gesamten Familie beeinflussen Autoritativ („liebevoll-konsequent“):- hohe Anforderungen & viel Unterstützung- klare Grenzen, Wert auf Einhaltung & innerhalb Grenzen große Freiräume    („Freiheit in Grenzen“)- aufmerksam für Emotionen, Sichtweisen der Kinder à Respekt, Rücksicht- fördert Selbstbewusstsein, Bewältigungskompetenz, soziale & schulische Fähigkeiten Autoritär:- große Anforderungen & wenig Unterstützung- absolute Folgsamkeit, Gehorsamkeit wird erwartet & elterl. Gewalt, Drohungen, Strafen- seltenes Eingehen auf Bedürfnisse der Kinder, wenig Wärme und Zuwendung- fördert Depression Permissiv („antiautoritär“):- kaum Anforderungen & viel Unterstützung- wenig Grenzen & Erwartung vernünftigen, angemessenen Verhaltens- starkes Eingehen auf Bedürfnisse der Kinder, versuchen sie zu erfüllen- fördert impulsives, unbeherrschtes Verhalten Zurückweisen-vernachlässigend:- geringe Anforderungen & geringe elterl. Ansprechbarkeit- keine Kontrolle, Grenzen oder Unterstützung--> wenige Anleitung, Orientierung im Alltag, wenig Wärme, teilweise Zurückweisung- elterl. Bedürfnisse vor kindl. Bedürfnissen bis zur Vernachlässigung- fördert Bindungsstörungen Parenting-Stile:-  Qualität des Umgangs mit Emotionen im Vordergrund Dismissing Parents• Möchten, dass die negativen Gefühle des Kindes sich schnell wieder legen• Sehen die kindlichen Emotionen als Aufforderung an, Dinge zu richten bzw. zu handeln• Bagatellisieren die kindlichen Gefühle, spielen die Auslöser der Emotionen herunter• Lösen mit den Kindern selten deren Probleme, glauben, dass mit der Zeit diemeisten   Probleme leichter werden Folgen für die Kinder:Lernen, dass ihre Gefühle falsch, unpassend oder unberechtigt sind. Unter Umständen lernen sie, dass mit ihnen grundsätzlich etwas nicht stimmt, aufgrund der Art ihrer Gefühle. Sie haben unter Umständen Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu regulieren.   Disapproving Parents:• Zeigen viele der Verhaltensweisen von Dismissing Parents, aber verhalten sich noch    wesentlich negativer• Bewerten und kritisieren den kindlichen Emotionsausdruck und die kindlichen Gefühle• Betonen Disziplin und Konformität zu den Normen „guten Verhaltens“• Glauben, dass negative Gefühle kontrolliert werden müssen oder sollten• Glauben, dass Gefühle Menschen schwach machen; Kinder sollten emotional robust    und tough sein, um das Leben zu meistern• Glauben, dass negative Gefühle unproduktiv, unnütz und Zeitverschwendung sind Folgen für die Kinder:Lernen, dass ihre Gefühle falsch, unpassend oder unberechtigt sind. Lernen, dass mit ihnen grundsätzlich etwas nicht stimmt, aufgrund der Art ihrer Gefühle. Sie haben häufig Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu regulieren.   Laissez-Faire Parents: • Akzeptieren freizügig alle Gefühle des Kindes• Bieten wenig Führung des kindlichen Verhaltens an• Setzen keine Grenzen• Glauben, dass man wenig tun kann bei negativen Gefühlen, außer sie „raus zu lassen“• Lösen mit den Kindern selten deren Probleme• Glauben, dass der Umgang mit negativen Emotionen nach dem hydraulischen Druckprinzip funktioniert: Lass die Gefühle raus und die Arbeit ist getan Folgen für die Kinder:Lernen nicht, ihre Gefühle zu regulieren, haben Konzentrationsprobleme, Schwierigkeiten Freundschaften zu schließen und Schwierigkeiten mit Peers auszukommen.   Emotion Coaching Parents: • Validieren die kindlichen Gefühle, sehen sie als Gelegenheit für Intimität und Nähe• Sind sich ihrer eigenen Gefühle bewusst und nehmen diese ernst• Sehen die Welt der negativen Gefühle als wichtiges Erziehungsthema an• Machen sich nicht über die negativen Gefühle des Kindes lustig und spielen sie nicht herunter• Sagen den Kindern nicht, wie sie sich fühlen sollten• Nutzen emotionale Momente, um dem Kind zuzuhören, Empathie zu zeigen, warme Worte und Zuwendung auszusprechen, helfen dem Kind seine Gefühle zu benennen, bieten Hilfe zu Emotionsregulation an, setzen Grenzen und bringen Kindern einen angemessenen Emotionsausdruck sowie Problemlösung bei. Folgen für die Kinder:Lernen, ihren Gefühlen zu trauen, ihre Gefühle zu regulieren und ihre Probleme zu lösen. Sie haben ein hohes Selbstvertrauen, gutes Lern-und Konzentrationsverhalten und kommen gut mit anderen aus.
  • Womit befasst sich das Vulnerabilitäts-Stress-Adaptionsmodell? = wie werden Anpassungsprozesse der Partner durch belastende Ereignisse beeinflusst,   welche Eigenschaften bleiben bestehen, welche Auswirkungen auf Paarzufriedenheit und –     stabilität - Vulnerabilität = Bewertung des Belastungsgrades + präventive Mechanismen gegen Stressoren- Faktoren mit stärkster Auswirkung: überdauernde Eigenschaften & belastende Ereignisse
  • Welche Faktoren beeinflussen Beziehungen negativ oder führen zu Scheidung? „apokalyptische  Reiter“, die eine Beziehung vergiften und den Scheidungsprozess fördern: •Kritik (Vorwürfe, Anklagen, ständiges Nörgeln, sich Beklagen) •Defensivität (Rechtfertigungen, Verteidigung, Gegenvorwürfe, Schuldzuweisungen) •Verächtlichkeit (Beleidigungen, Herabwürdigung, abwertende, zynische   oder sarkastische    Bemerkungen)•Rückzug/Mauern (Kommunikation verweigern, nicht zuhören, ignorieren)• provokative Machtdemonstrationen
  • Erläutern Sie, welche Auswirkungen eine Scheidung auf das Familiensystem hat! a) auf Erwachsene- geringere soziale Integration geht mit geringeren Lebenserwartung einher--> kürzeres Leben durch Scheidung- veränderte Bewältigung von Familienentwicklungsaufgaben bei einer Trennung b) auf die Kinder- intensive Stresssituation, durch z.B. sozial-gesellschaftliche Folgen   (z.B. Umzug, Besuchsregeln)- veränderte ökonomischen Situation- verändertes Familiensystem- neue elterliche Konfliktpotentiale -  je destruktiver, chronischer, desto gefährlicher für Kind Mögliche Auswirkungen:   Verhaltensproblemen oder affektiven Störungen, wie Depressionen, Angststörungen,      Impulskontroll- und Sozialverhaltensstörungen (Bodenmann 2006)  Geringerem Selbstbewusstsein  Verringertem Wohlbefinden (Amato & Keith 1991)  Störungen der Identität (Amato & Keith 1991; Hetherington 1999)  Geringes Selbstwertgefühl (Bodenmann 2006)  Erhöhte Scheidungswahrscheinlichkeit der eigenen Ehe (Hetherington 1999) - Zusammenhang zwischen aggressiver Konfliktaustragung der Eltern und    kindlichem Problemverhalten und Anpassungsproblemen Je mehr und länger Kinder elterlichen Konflikten ausgesetzt sind, desto destruktiver wirkt sich dies auf ihre Entwicklung und Anpassung aus.   Schutzfaktoren für Kind: Kohäsion und Stabilität der emotionalen Beziehungen mit einem Elternteil, eine konsistente und konstruktive Erziehung, elterliche Kompetenzen bzgl. Kommunikation, Stressbewältigung und Problemlösung, Familienrituale und konstante weitere Bezugspersonen“   c) auf die Familie Familienmodelle nach Scheidung Residenzmodell: - Kind lebt hauptsächlich bei einem Elternteil, Besuche des anderen Elternteils(+) sichere, vertraute Umgebung für das Kind(-) Besuchsregelung mit 2. Elternteil oft konfliktbehaftet Wechselmodell:- gleichwertige Betreuung der gemeinsamen Kinder in den jeweiligen Haushalten- Voraussetzung: Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit beider Elternteile(+) gemeinsames Alltagserleben mit beiden Elternteilen(-) hoher organisatorischer Aufwand und kommunikative Kompetenz der Eltern erforderlich Nestmodell:- Kind bleibt in elterlicher Wohnung- Elternteile wohnen im Wechsel in festgelegten Intervallen mit dem Kind(+) Kind kann in gewohnter Umgebung wohnen bleiben(-) bedarf oft drei Wohnungen und ist somit mit hohen Kosten verbunden
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