Psychologie Gedächtnis (Fach) / Episodisches Gedächtnis: Abrufen (Lektion)
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Vorlesungsinhalte
Diese Lektion wurde von Sarah2345 erstellt.
- available vs accessible information, TOT im Gedächtnis verfügbare vs zugängliche Informationen nach Tulving Tip of the Tongue Phänomen : Informationen im Gedächntus verfügbar, die aber aktuell nicht zugänglich sind
- Erinnern, Annahme des Vorgangs Reaktivierung einer Gedächntisspur mit Hilfe von CUES Annahme: Von einem oder mehrern Cues breitet sich die Aktivierung über assoziative Verbindungen zu den Zielinformationen aus
- Unterscheidung Cues Merkmal - und Kontextcues
- Wann sind Cues nützlich? damit der Cue nützlich ist, muss er mit der Zielinformation zusammen enkodiert worden sein
- Encoding Specificity : Prinzip der Enkodierungsspezifität Enkodier und Abrufkontext sollten übereinstimmen "Specific retrieval cues facilitate recall if and only if the information about them and about their relation to the target is stored" -> ähnlich dem Prinzip der transferangemessenen Verarbeitung (TAP) aber nicht identisch
- Arten von Kontext Cues: Linguistischer Kontext (Satz mit Möbelpackern, Klavier=Möbelstück, Satz mit Klavierlehrer, Klavier=Instrument) Interner Kontext (z.B. Stimmung, Alkohol, Drogen) Externer Kontext/ Umgebungskontext
- Klassische Studie (von Thompson & Tulving 1970) zur Enkodierungsspezifität Lernphase: Paare von Cues und Zielwörtern Manipulation Lernphase: Cues stark oder schwach mit dem Zielwort assoziiert Manipulation Testphase: für einige Zielwörter starke/ schwache Cues Ergebnisse: Reproduktionsleistung am besten, wenn Cues in Lern- und in der Testphase gleich sind
- Umgebungskontextabhängigkeit beim Freien Reproduzieren, Experiment Godden & Baddeley 1975 TaucherInnen als Pbn an Land gelernt, an Land wiederholt an Land gelernt, unter Wasser wiederholt unter Wasser gelernt, an Land wiederholt unter Wasser gelernt, unter Wasser wiederholt Erklärung: Informationen werden beim Enkodieren mit dem Umgebungskontext verknüpft und im Gedächtnis repräsentiert (eher kleiner Effekt, dafür robust - stärker bei längeren Behaltensintervallen)
- Wie lassen sich Umgebungskontexteffekte vermeiden? 1. Beim Abruf den ursprünglichen Kontext zu erinnern versuchen (mentale Wiederherstellung) 2. an vielen verschiedenen Orten lernen (Informationen werden kontextunabhängiger) 3. in der Lernphase stark semantisch-elaboriert (konzeptuell) verarbeiten (keine anderen Cues) 4. Überlernen (Komtextcues werden nicht mehr benötigt)
- Kontexteffekte: interner Kontext, Experiment, Vergleich zu externen Kontexten Experiment 4 Gruppen alkoholisiert / alkoholisiert -> mittlere Ergebnisse alkoholisiert / nüchtern -> schlechteste Ergebnisse nüchtern / alkoholisiert -> mittlere Ergebnisse nüchtern / nüchtern -> beste Ergebnisse ->zustandabhängiges Gedächtnis (state-dependant memory) geringere Effekte als externe Kontexte
- Kontexteffekte wann am stärksten Kontexteffekte um so stärker, je weniger sonstige Cues in der Testphase vorhanden sind dementsprechend am stärksten bei freiem Reproduzieren, Wiedererkennen in der Regel weniger Kontextabhängig
- Wiedererkenne : alt/ neu Alte (Zielitems oder englisch targets) und Neue Items (Distraktoren oder englisch lures) 4 Antwortmöglichkeiten : 1. Treffer 2. falscher Alarm 3. korrekte Zurückweisung4. Verpasser (miss)
- Wiedererkennungsleistung, Diskriminationsscore Wiedererkennungsleistung (Diskrimination/ Unterscheidung von alt und neu) muss unbeeinflusst von Rate-/ Antworttendenzen (Kinder,alte Leute) erfasst werden Ein möglicher Diskriminationsscore:Pr-Wert (Wahrscheinlichkeit) = Treffer Rate - falsche Alarm Rate
- Signal-Detektions-Theorie (SDT) ein anderes Modell des Wiedererkennensgedächtnisses -> Aktivierungsstärke der Gedächntnisspuren bestimmt Vertrautheit mit Treffern und falschen Alarmen Raten berechenbar von Diskrimination / Bias bzw Antwortkriterium variieren unabhängig
- Zwei Prozess Ansätze zwei qualitativ unterschiedliche Abrufprozesse 1. Vetrautheitsbasiertes Wissen (Familiarity) 2. erinnerungsbasiertes Wiedererkennen (Recollection) verschiedene Methoden zur Isolierung der beiden Abrufprozesse : Remember/Know Prozedur von Tulving 1985:-remember : Wort oben/unten auf der Liste, welches Wort davor/danach (episodisch)-know: man weiß das Wort (semantisches erinnern) Viele Belege für Zwei-Prozess Ansätze, u.a. Aufmerksamkeits- (geteilte/Volle Aufmerksamkeit) / Alterseffekte (ältere/ jüngere Erwachsene) Bsp. Person in der Stadt sehen: erkennen oder nur wissen, dass man sie kennt
- explizite Gedächtnistests, Definition direkt, intentional nur Informationen aus der Studierphase erinnern
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- implizite Gedächtnistests indirekte, inzidentelle ohne Erinnerungsinstruktion und ohne Verweis auf eine vorausgegangene Studierphase; Erfassen von Nachwirkungen der Studierphase
- entscheidener Unterschied von impliziten / expliziten Gedächtnistests Instruktion in der Testphase Studier- und Speicherphase unterscheiden sich im Idealfall nicht explizit: Erinnerungsinstruktion, implizit: keine Erinnerungsinstruktion (häufig versucht den Zusammenhang zur Studierphase zu verschleiern; eine Aufgabe (z.B. Wortstammergänzung) so schnell / gute wie möglich ausführen
- impliziter Gedächntiseffekt alte Informationen (aus der Studierphase) werden anders, d.h. in der Regel besser/häufiger/ schneller genutzt, als vergleichbare neue Informationen
- Art der Gedächtnisprüfung ist unabhängig von Lerninstruktioneb Art der Gedächtnisprüfung (implizit, explizit) ist unabhängig von Lerninstruktionen (intentional, inzidentell) Studierphase: Lernabsicht (intentionales Lernen) vs keine Lernabsicht (inzidentelles Lernen) Testphase: Erinnerungsabsicht (expliziter Test) vs keine Erinnerungsabsicht (impliziter Test)
- Klassifikation nach den primär geforderten Prozessen in perzeptuell vs konzeptuell Perzeptuelle Tests (z.B. Wortstammergänzung) erfordern die Verarbeitung perzeptueller, also wahrnehmungsbezogener Merkmale bei perzeptuellen Tests entsprechend TAP Prinzip keine Effekte des Ausmaßes konzeptueller Verarbeitung in der Studierphase ; aber negative Effekte bei den Veränderungen von Oberflächenmerkmalen (wie Darbeitungsmodalität, Schriftart etc) zwischen Studier- und Testphase Konzeptuelle Tests (z.B. Exemplare zu Kategorien generieren) erfordern Vorwissen und konzeptgesteurte Prozesse bei konzeptuellen Tests entsprechend Effektie des Ausmaßes konzeptueller Verarbeitung in der Studierphase; aber keine Effekte der Veränderung von Oberflächenmerkmalen zwischen Studier- und Testphase
- Unterscheidung perzeptuell / konzeptell keine... Dichotomie (im Gegensatz zu explizit/ implizit), sondern zwei Kontinua, auf denen Tests angeordnet werden können
- die meisten expliziten Tests sind... (konzeptuell oder perzeptuell) konzeptuell, Prototyp: Freie Reproduktion
- ein perzeptueller expliziter Gedächtnistest graphemische Cued Recall (chopper als Cue für copper)
- die meisten impliziten Gedächtnistests sind... (konzeptuell oder perzeptuell) perzeptuell verbale perzeptuell implizite Tests: - z.B. Wortstamm- oder Wortfragmentergänzung, Wortidentifikation, lexikalische Entscheidung, Berühmtheitsurteile (False Fame Effekt), spiegelverkehrten Text lesen können -> Falsche Berühmtheit : alte nicht berühmte Namen für berühmter gehalten, als neue nicht berühmte Namen (wichtig: langes Behaltensintervall)Erklärung: alte Namen perzeptuell flüssiger=vertrauter=Fehlattribuierung als berühmt
- konzeptuell impliziter Test Kategorienexemplare generieren Kategorienverifikation Wissensfragen (Allgemeinwissen; Antwort auf Hannibal - Alpen, Elefant (vorher gehört)
- Identifikationsaufgaben (Gedächntnistests) Bildfragmente wiedererkennen Möbel -> Tisch
- Produktionsaufgaben (Gedächntnistests) die ersten 8 Wörter nennen, die einem zu der Kategorie Möbel einfallen ersten Buchstaben eines Wortes ergänzen
- Systemansätze und Prozessansätze zur Erklärung impliziter Gedächntnisleistung Systemansätze: es gibt verschiedene Systeme Prozessansätze: es gibt verschiedene Prozesse, eine gute implizite Gedächtnisleistung, wenn sich Prozesse aus der Studierphase wiederholen
- nach Ebbinghaus (Silben lernte) 1885: "voluntary recollection" willentlich ins Bewusstsein rufen (heute explizites Gedächtnis)
- nach Ebbinghaus (Silben lernte) 1885: "involuntary recollection" spontan ins Bewusstsein treten und dann als Erinnerung erkennen (erst denken man hätte eine Idee, im Nachhinein erkennen, dass sie aus dem Gedächtnis ist)
- Gedächtnisleistung im Laufe des Lebens verbessert sich im Laufe der Kindheit (vorher noch kein Vorwissen vorhanden)
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