Psychologie Gedächtnis (Fach) / Einführung Gedächtnis (Lektion)

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Diese Lektion wurde von Sarah2345 erstellt.

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  • Begriffsklärung Gedächtnis Ein hypothetisches/ theoretisches Konstrukt (somit der direkten Beobachtung nicht zugänglich) für das, was unseren Erinnerungen zugrunde liegt
  • ´Wichtig zur Erkenntniserinnerung über das hypothetische Gedächtnis das zu erinnernde Ereignis muss früher registriert worden sein (wurde eine Information enkodiert, kann aber nicht erinner werden = Problem des Gedächtnis)
  • Bevorzugte Experiment Methode Standardsituation aus drei Phasen Encoding: Studier-, Lern-, Enkodierphase Storage: Speicherphase (Behaltensintervall) Retrieval: Abruf-, Test-, Dekodierphase Manipulation mindestens einer UV aus einer der drei Phasen, aus Auswirkungen auf die AV (Gedächtnisleistung) Ziehen von Schlüssen über Gedächtnisvorgänge
  • Ebbinghaus 1850-1990 als erster Selbstversuch Gedächtnisexperiment (sinnlose Silben lernen) Entdeckung grundlegender Prinzipien menschlichen Gedächtnisses ---> Vergessenskurve : innerhalb der ersten Stunde höchste Vergessen, dann konstant immer mehr vergessen (Unterschied ob 1 oder 2 Stunden, aber nicht 1 Tag oder 2 Tage)
  • Bartlett 1932: Remembering; Schema; Welches Lermaterial? Annahme: Erinnern Rekonstruktionsprozess anhand von Schemas (nicht reproduktiv, sondern REKONSTRUKTIV) Schema: verallgemeinertes Erfahrungswissen über einen bestimmten Bereich (Ereignisse, Personen, Handlungen) Lernmaterial: schemainkongruente Geschichten (War of the Ghosts) -> viele Fehler bei der Reproduktion (Auslassungen, Rationalisierungen, Transformation von Einzelheiten und der Reihenfolge), Ergebnisse nicht replizierbar               auch Methode der Kettenproduktion (Gerüchtebildung, stille Post), Ergebnisse repliziert schließen auf: aktive Verarbeitung (Informationen werden weggelassen/ hinzugefügt), durch Vorwissen verändert
  • William James 1890 The principles of psychology primäres und sekundäres Gedächtnis "Tip of the Tounge" Phänomen abrufbasiertes Lernen
  • verbales Lernen Kontext Behaviorismus; Studien mit klar definierten Stimulus-/ Reaktionskomponenten  bevorzugtes Paradigma: Paar-Assoziations-Lernen (PAL), gerne Suaheli Vokabeln
  • Gegenwärtiger Stand: Konsens Kein einheitliches Gedächtnis, sondern verschiedene Gedächtnisse (Gedächtniskomponenten bze -aspekte) Unterteilung nach Zeit und Inhalt Atkinson & Shiffrin 1968,71 Modales Modell
  • Modales Modell Sensorische Register : modalitätsspezifisch; u.a. ikonisches Gedächtnis, Echogedächtnis - extrem kurze SPeicherdauer ca 250ms- sehr große Kapazität- Speicherung sensorischer (nicht semantischer) Merkmale - prä-attentiv (erfordert keine Aufmerksamkeit) Kurzzeitspeicher (KZS) / Arbeitsgedächntis (AG) / unmittelbares Gedächtnis :- begrenzte Speicherdauer ca 1 min- begrenzte Kapazität Langzeitspeicher (LZS) :- sehr lange Speicherdauer - enorme Kapazität- aber : Vereinfachung Kontrollprozesse :u.a. Memorieren/ Wiederholen (rehearsal) von Informationen im KZS; Abrufen von Informationen aus LZS (z.B. Telefonnummer wiederholen)
  • Weiterhin akzeptierte Unterscheidung deklarativ vs non-deklarativ, episodisch vs semantisch deklaratives Gedächtnis: leicht verbalisierbare Fakten und Ereignisse "Wissen, das(s)..." non-deklaratives Gedächtnis: schwer verbalisierbar, mehrere Subkategorien Unterscheidung in semantisch vs episodisch (Tulving 1972) episodisch: räumlich und zeitlich datierbare, persönlich erfahrene Informationen semantisch: kontextunabhängiges Wissen von der Welt -> wirken in der Regel zusammen, weitere Unterscheidung in der Nutzung des Gedächtnisses in explizit und implizit
  • Verschiedene Gedächtnistests / -aufgaben in der Abrufphase explizite (direkte) Tests : Unterscheidung Reproduktions-/ Wiedererkennenstests: - Reproduktion (Wörter erinnern) u.a. seriell, frei, cued recall- Wiedererkennen (alte Informationen aus vorherigen Tests): Alt oder Neu; Forced Choice;           Multiple Choice
  • Schema Schema: verallgemeinertes Erfahrungswissen über einen bestimmten Bereich (Ereignisse, Personen, Handlungen)
  • Retrograde Amnesie Bei einer retrograden Amnesie sind das semantische und episodische Langzeitgedächtnis betroffen, wohingegen das Gehirn im Hier und Jetzt kaum eingeschränkt ist.
  • Anterograde Amnesie Das Kurzzeitgedächntis ist betroffen. Hingegen das Langzeitgedächtnis funktioniert noch weitesgehend ohne Einschränkungen