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Pädagogik & Didaktik (Fach) / Modul Erziehungswissenschaft I (B1) - Teil B1b (RWTH Aachen) (Lektion)
Diese Fragen beruhen auf den Vorlesungen an der RWTH Aachen aus dem Wintersemester 2018 / 2019 bei Professor Kommer.
Diese Lektion wurde von ginger149 erstellt.
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- Hintergründe zu Heimann, Otto und Schulz Buch "Unterricht": 40 Seiten Theorie, dann Unterrichtsbeispiele Proklamation von Praxisphasen im Studium Klafkis bildungstheoretische Didaktik = "Feiertagsdidaktik"
- Ziele und Ausgangspositionen des Berliner Modells Wissenschaftstheoretische Konflikte: Ernstnahme von empirischer Unterrichtsforschung: "nachprüfbar, nachvollziehbar, rationalisierbar" Ziel: Charakterisierung von gutem Unterricht --> aber: kein Katalog "Wie geht guter Unterricht?", sondern "Welche Fragen muss ich beantworten damit der Unterricht gut ist?"
- Was ist das Bild der Didaktik, des Lehramts und des Unterrichts bzw. der Unterrichtsplanung im Berliner Modell? Didaktik als Theorie des Unterrichts Ein Lehrer muss sein eigener Didaktiker (Theoretiker) sein: "Nur was ich selber durchdacht und verstanden habe kann ich verantworten." Modell besonders zur Diagnose --> Analyse des Vergangenen als zentraler Punkte der Vorbereitung Unterricht als hochkomplexer Prozess Einbeziehung der Lehrer- und Schülerperspektive in die Planung
- Struktur- und Faktorenanalyse des Unterrichts (Berliner Modell) Entscheidungsfelder (Lehrerkontrolle): Intentionen / Intentionalitäten, Thematik, Methodik, Medienwahl Strukturfelder (keine Kontrolle): anthropogene Voraussetzungen, sozialkultürliche Voraussetzungen https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e6/Strukturanalyse_des_Unterrichts_im_Berliner_Modell_(nach_Jank_und_Meyer_2008).png
- Prinzipien der Unterrichtsplanung im Berliner Modell Das Prinzip der Interdependenz (Abhängigkeiten) Das Prinzip der Variabilität (Plan B) Das Prinzip der Kontrollierbarkeit
- Welche 3 Dimensionen schließt das Berliner Modell in die Unterrichtsplanung ein? 1. erwartetes Schülerverhalten 2. geplantes Lehrerverhalten 3. Didaktischer Kommentar
- Was ist die Grundforderung bzw. die Grundzielsetzung des Hamburger Modells? Die Theorie vom emanzipatorisch relevanten, professionellen pädagogischen Handeln zu entwickeln. Dabei: Schule (allein) emanzipiert nicht, sie ist allenfalls emanzipatorisch relevant.
- Hamburger Modell: Problematische Vorstellungen von Unterrichtsrezepten Die Beziehung zueinander und zur Unterrichtsaufgabe ließen sich unter einer vorgegebenen Verhaltensvorschrift subsumieren. Diese Verhaltensvorschrift sei legitimiert, wenn sie funktioniert. (Legitimation durch Funktion) Die Bedingungen unter denen sie funktioniert bliebe unklar. (Frage nach den Bedingungen) Die erwartete Reaktion der Schüler sei entscheidend, nicht ihre Einsicht. (Reaktionismus statt Einsicht)
- Zentrale Unterschiede zwischen Berliner und Hamburger Modell Nachdenken über die Gesellschaft Hinzunahme weniger empirische begründbarer Faktoren (z.B. Beziehungen)
- Was ist die Aufgabe und die aktuelle Wirkung von Schule nach dem Hamburger Modell? Ziel des Unterricht: Emanzipation als Freisetzung von Fremdbestimmung für möglichst viele Schule auch als Unterdrückung der Minderheit Kinder Emanzipation als Befreiung von überflüssiger Herrschaft
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- Was ist Habermas Ziel in der Theorie des kommunikativen Handelns? Ziel des vernünftigsten Argumentes
- Themenzentrierte Interaktion nach Cohn professionelles Handlungsmodell, dass auf aktives, schöpferisches und entdeckendes, "lebendiges" Lernen ausgerichtet ist --> Erziehung vom Individuum zur Gruppe --> Identifizierung der Störungsfaktoren zentral 3 Perspektiven: Ich, Wir, Es (Sache, Thema) Außen: Globe = Umwelt, Umfeld, Kontext
- Rolle der Schule im Hamburger Modell Schule sollte (emanzipatorisch Wirksam) bestehende Zustände kritisch hinterfragen Hinterfragung und Überdenkung von Heterogenität und Benachteiligung Thematisierung von Armut (auch in Deutschland Ungleichheit...) --> Schule soll ermöglichen den status quo zu wahren, sich aber auch bewusst dagegen zu entscheiden. aber: Schule emanzipiert nicht, sondern ist allenfalls emanzipatorisch relevant.
- Handlungsmomente des Hamburger Modells (das eigentliche Modell) Mitte: 4 Wechselwirkungsecken: Unterrichtsziele, Ausgangslage, Erfolgskontrolle, Vermittlungsvariablen (mehrere) Lehrer und (mehrere) Schüler als Partner unterrichtsbezogener Planung Innerer Rand: Institutionelle Bedingungen Äußerer Rand: Produktions- & Herrschaftsverhältnisse, Selbst- & Weltverständnis Schulbezogen Handelnder
- Zielkategorien des Hamburger Modells Kompetenzentwicklung (nicht identisch mit dem Kompetenzbegriff der kompetenzorientierten Lehrpläne): Wissen, Können, Eingestelltsein Hinterfragung und Kritik zur Erziehung zur Autonomie Solidarität Kurz: Kompetenz, Autonomie, Solidarität
- Planungsebenen des Hamburger Modells Perspektivplanung: Planung über längeren Zeitraum (Jahr / Semester) in Auseinandersetzung mit den Voraussetzungen und den Rahmenplänen Umrißplanung: Planung einzelner Unterrichtseinheiten Prozessplanung: Planung einzelner Vermittlungsprozesse innerhalb des Umrisses Planungskorrektur: Reaktion auf nicht vorhergesehene Planungswirkungen innerhalb & während der Realisierung des Plans
- (medientheoretischer) Konstruktivismus Basistheorem: Wirklichkeit ist für uns nicht objektiv gegeben und wird als das Abbild in ihr kognitives System eingespeichert, sondern muss subjektiv konstruiert werden. Rezipienten sind sich dieser Subjektivität bewusst und streben nach der Viabilität dieser Konstruktion. Wirklichkeiten werden durch Kommunikation konstruiert. Wirkungen von Kommunikation und Wirklichkeitskonstruktion stehen in affiner Relation.
- (neuro)biologischer Konstruktivismus ...nach H. Maturana Pertubationen eines Wesens aus der Umgebung determinieren nicht was dem Lebewesen geschieht. --> Es ist die Struktur des Lebewesens, die determiniert, zu welchem Wandel es infolge der Pertubation in ihm kommt (Wirkungen werden "ausgelöst").
- Womit beschäftigt sich der Konstruktivismus nach von Glaserfeld? Der Konstruktivismus befasst sich nicht mir der Welt, wie sie wirklich ist, sondern mit unserer Erfahrung.
- Was ist die Grundaussage der Systemtheorie nach Niklas Luhmann? Die Welt besteht aus autopoietischen (Autopoiesis = Selbsterschaffung), operational geschlossenen, strukturdeterminierten und strukturell gekoppelten Systemen
- Sozialkonstruktivismus Zeichen und Symbole als konventionelle Konstruktionen durch Gesellschaft Menschen als "strukturähnlich" --> Kommunikation und Interaktion --> Verallgemeinerung: Frage nach institutionellen Gegebenheiten (Schule, Noten, Kapitalismus, Religion)
- Wissen im Konstruktivismus ...nach Balgo / Voß Probleme sind (negativ) bewertete Konstruktionen von sozialer Relevanz. Wissenserwerb bedeutet die Entstehung einer neuen Konstruktion, die nicht "richtiger" oder "falscher" sind. Wirklichkeit ist, was in einer bestimmten Gruppe als Wirklichkeit konstruiert wird. Luhmann: Dauerirritationen (und Macht) lenken die Strukturentwicklung.
- Wer ist Hauptvertreter des Interaktionistischen Konstruktivismus und wie lauten seine / ihre Theorien? K. Reich: Systemisch-konstruktivistische Pädagogik und Konstruktivistische Didaktik
- Was ist die Grundkritik der konstruktivistischen Didaktik an klassischen Didaktiken? Klassische Didaktiken seien zu wissenszentriert und vernachlässigen Interaktion, Kommunikation und Konstruktion. --> Konzentration auch auf Beziehungen
- Welche 3 unterschiedlichen Sichtweisen auf den Prozess des Lernen gibt es? ...Abbildung: Wissen als kanonisierte Vorgaben --> Autorität und Hierarchie, reproduktive Lernmethoden ...Aneignung: Wissen und Bildung als wählbare Angebote mit Aufklärungsanspruch --> Gleichheitsideal, aufgeklärte und sachliche Autorität ...Konstruktion: Wissen und Bildung in Selbst- und Femdbeobachterperspektiven --> Erfahrung vor Autorität, demokratische Grundstruktur
- Welche Dimensionen gibt es im konstruktivistischen Lernen und welchem klassischen Unterrichtskonzept stehen sie gegenüber? 1. Rekonstruktion: Lerner ist ein Beobachter mit vielzähligen Handlungen und einer nachvollziehenden Teilnahme (Bsp.: Besuch einer Fensehredaktion mit Interview) 2. Konstruktion: Lerner als Beobachter, Handelnder und Teilnehmer (Bsp.: "unsere eigenen Nachrichten") 3. Dekonstruktion: Lerner als Beobachter, Handelnder und Teilnehmer (Bsp.: Diskussion über Relevanz) Gegenüber: Lehrerzentrierter Unterricht: Lerner ist passiv...
- Lernen im pragmatischen Konstruktivismus (Autor) ...nach H. Mandl handelndes Subjekt, der aktive, selbstgesteuerte, selbstreflexive Lerner im Mittelpunkt Lernen ist situations- und kontextgebunden --> möglichst häufige Einbettung Lernen ist ein selbstgesteuerter Prozess --> Übertragung von Kontrolle (und damit Verantwortung) auf den Lerner Lernen ist ein sozialer Prozess --> Verhandeln und Abgleichen
- Berliner Modell: Dimensionen pädagogischer Intentionen / Intentionalitäten Kognitive Dimension (Problemlösen) Emotionale Dimension (Erfahrungen) Pragmatische Dimension (Fähigkeiten)
- Hamburger Modell: Heuristische Matrix zur Bestimmung von Richtzielen emanzipatorisch relevanten, professionellen didaktischen Handelns Themen (Erfahrungsaspekte): Sacherfahrung, Gefühlserfahrung, Sozialerfahrung Intentionen: Kompetenz, Autonomie, Solidarität
- Wann war die Hochphase der Reformpädagogik? Ende des 19ten - Anfang des 20ten Jhd.