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Kinder- und Jugendliteratur (Fach) / Lesen (Lektion)
Prozesse, Kompetenzen, Modelle, Förderung
Diese Lektion wurde von Annigreat erstellt.
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- Modell von Richter / Christmann 2002 Prozesse auf Wortebene (Dekodieren)- Worterkennung / Lexikalische Prozesse / Wortschatz- Phonologische Prozesse- Nutzung des Satzkontextes bei der Worterkennung Prozesse auf Satzebene: Lokale Kohärenz- Syntaktische und semantische Integration => propositionale Repräsentation (hierarchieniedrig) Prozesse auf Textebene: Globale Kohärenz- Inhaltliches Vorwissen / Mentale Modelle / Situationsmodell- Superstrukturen / Schemata / Strategien- Arbeitsgedächtnis => Mentale Modelle / Situationsmodell (hierarchiehoch)
- Erkläre das Zweiwegemodell des Lesens nach Coltheart 1978! *Direkter Zugang: einfacher Weg der Leseflüssigkeit Visueller Reiz -> Buchstabenfolge -> Wortidentifikation (im mentalen Lexikon) * Indirekter Zugang: schwerer Weg, hier noch keine Leseflüssigkeit gegeben Visueller Reiz -> Phonologische Rekodierung - Phonemfolge -> Buchstabenfolge -> Wortidentifikation (im mentalen Lexikon)
- Wie kann man Leistungsunterschiede im Lesen mit dem Modell von Richter und Christmann erklären? Kind hat Probleme auf diesen Stufen: Prozesse auf Wortebene (Dekodieren)- Worterkennung / Lexikalische Prozesse / Wortschatz- Phonologische Prozesse- Nutzung des Satzkontextes bei der Worterkennung Prozesse auf Satzebene: Lokale Koheränz- Syntaktische und semantische Integration Prozesse auf Textebene: Globale Koheränz- Inhaltliches Vorwissen / Mentale Modelle / Situationsmodell- Superstrukturen / Schemata / Strategien- Arbeitsgedächtnis => hierarchieniedrige Tätigkeiten blockieren die weiteren Lesefähigkeiten
- Was umfasst der Begriff der Leseflüssigkeit (fluency?) - exakte Dekodierfähigkeit von Wörtern - Automatisierung der Dekodierprozesse - angemessen schnelle Lesegeschwindigkeit - Fähigkeit zur sinngemäßen Betonung des gelesenen Satzes
- Welche Möglichkeiten zur Diagnose der Leseflüssigkeit gibt es? *Lesegeschwindigkeit- Text vorgeben, der ca. 100 Wörter lang ist -> wie schnell schaffen das die SuS, auch inhaltlich- Nachteil: hängt stark von der Textschwierigkeit ab * Dekodiergenauigkeit- Text eine Minute vorlesen lassen -> Korrektur auf Textblatt (Aussprache, Ersetzungen, etc., keine Selbstkorrekturen zählen) -> gelesene Wörter zählen, Fehler zählen- (Anzahl fehlerfrei gelesener Wörter / Anzahl gelesene Wörter im Zeitabschnitt) x 100 = Dekodiergenauigkeit in %- Ergebis kleiner als -90% -> problematisch * Einschätzung mittels Skala- Skala bspw. von Pinell u.a. 1995 (4 Level)- Text vorgeben und Fehler und zeit notieren
- Wie diagnostiziert man hierarchiehohe Fähigkeiten? => Was haben SuS vom text / der Geschichte verstanden? edumetrisches Diagnoseverfahren von Holle 2010 - die meisten Texte folgen einer ähnlichen Geschichtengrammatik, deren Komponenten im Verstehensprozess erschlossen und mental miteinander in Beziehung gebracht werden müssen-> Setting-> Initiierendes Ereignis, Komplikation-> Ziel, Plan-> Handlung-> Folgen-> Reaktion (Lösung)
- Erläutern Sie den Begriff "literacy". - keine deutsche Übersetzung, wörtlich: Alphabetisierung - Konzept, was SuS aus gesellschaftlicher Perspektive lernen sollen - Lesen, Schreiben, Fähigkeit, Sprache zu reflektieren und darauf aufbauende komplexe Kompetenzen - in Dt. häufig mit dem Konzept sprachlicher und literarischer Bildung assoziert-> Vorwurf: bildungsbürgerliches Ideal
- Erkläre den Begriff "funktionale Lesekompetenz". - wird bspw. in PISA-Tests abegprüft = Fähigkeit einer Person, geschriebene Texte zu verstehen, zu nutzen, über sie zu refelektieren und sich mit ihnen auseinanderzusetzen, um eigene Ziele zu erreichen, das eigene Wissen und Potential weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen Kritik: nur pragmatische Lesefähigkeiten, die zur Problemlösung befähigen, es fehlt die Genussfunktion oder das über einen Text nachdenken
- Welche "Modalitäten des Lesens" nennt W. Graf 2004? - instrumenteller Modus: zur Gewinnung von Informationen in funktionalesn Zusammenhängen - partizipierendes Lesen: um an sozialen Zusammenhängen teilzunehmen, um sich auszutauschen - intimes Lesen: selbstvergessen, lustorientiert, Versenken in die Textwelt - Konzeptlesen: Bestätigung und Weiterentwicklung der eigenen INteressenstruktur und Weltsicht - Erkenntnismodus / Modus ästhetischen Erfahrens => Kritik: nicht immer scharfe Unterscheidung möglich, Vorwurf der Progression: intimes Lesen für Kinder - Erkenntnismodus für Erwachsene
- Lesekompetenz nach Rosebrock und Nix 2008 hier: Lesekompetenz als ein Teil der Sprachkompetenz Pyramidenförmig aufgebautes Modell: oben: Prozessebene- Wort- und Satzidentifikation- lokale Koheränz- globale Koheränz- Superstrukturen erkennen- Darstellungsstrategien identifizieren mitte: Subjektebene- Selbstkonzept als Leser/in: Wissen, Beteiligung, Motivation, Reflexion unten: soziale Ebene- Anschlusskommunikation: Familie, Schule, Peers, kulturelles Lesen
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- Im Rosebrock / Nix -Modell -> welche Strategien fördern wo? - Lautleseverfahren: Prozessebene -> Wort- und Satzidentifikation, lokale Koheränz - Vielleseverfahren: Prozessebene und Selbstkonzepz - Lesestrategietrainings: Prozessebene -> globale Koheränz - Leseanimation: Motivation und kulturelles Leben - Literaturunterricht: Prozessebene -> Darstellungsstrategien identifizieren, Selbstkonzept, Anschlusskommunikation
- Definiere "Lesestrategie" - mentales Werkzeug, mit denen SuS während des Lesens die Verstehensanforderungen gezielt unterstützen können -> hierarchiehohe Fähigkeiten - auf bestimmtes Leseziel ausgerichtet - werden immer im Verbund mit anderen LS angewendet - sind beim guten Leser automatisiert - sind unterschiedliche Leseinstrumente für unterschiedliche Lesesituationen
- Nenne verschiedene Lesestrategien! - Strategie des fortlaufenden Lesens: Augenbewegung lenken, innerlich laut lesen - Steuerung des Leseprozesses: Finger am Text, Lineal, um nicht zu verrutschen - Strategien der Zuschreibung von Wort- und Satzsemantik- Schwierigkeiten genau lokalisieren- Lexika o.ä. benutzen- Synonyme suchen ... - ordnende Strategien: Stichpunkte, Randnotizen, unterstreichen ... - elaborative Strategien: bildliche oder szenische Umsetzung, Weiterschreiben, ... - reflexive (metakognitive) Strategien: Wisse vor dem Lesen abklären, Vorwissen aktivieren
- Welche Lesefördermethoden gibt es? * Lautleseverfahren-> Verbesserung der Leseflüssigkeit- trainiert den Aufbau des Sichtwortschatzes und die Fähigkeit zum Sequenzieren von Texten- Muttersprachen- und Fremdsprachenunterricht * Vielleseverfahren-> globale Steigerung auf allen Prozessebenen, Motivationssteigerung- trainiert die Selbssteuerung, betrifft das Selbstbild- Muttersprachen- und Fremdsprachenunterricht * Lesetrategien trainieren-> Verbesserung von Leseverstehen- trainiert die metakognitive Steuerung und Überprüfung von Leseprozessen- Muttersprachen- und Fremdsprachenunterricht * Leseanimation-> Motivationssteigerung durch Insenierung der lit. Kultur, Selbststeuerung auf Handlungsebene- indirekte Förderung, betrifft Selbstbild- Schulkultur und Muttersprachenunterricht * Literturunterricht-> Literturwissen, Vertiefung des Textverstehens, subjektive Beteiligung- Anschlusskommunikation und Reflexion- Literaturunterricht
- Was beeinflusst die Lesekompetenz? -> Kommunikationssituation: Aufgabenstellung, Ziel, Gibt es einen bestimmten Sinn? -> Sozialisationskontext / Lesebiografie: Mit welcher Motivation lese ich den Text? Muss ich oder will ich? -> Anschlusskommunikation: Ist das Lesen kulturelles Gut für mich, bspw. zum genießen? -> Leser: kognitive Prozesse und Wissen -> Text: Ebenen (Wort-Satz-Text), SchwierigkeitenAttraktivität -> Strategien
- Nimm Stellung zu den Bildungsstandards Deutsch in Bezug auf das Lesen. - normative Standards - was der Schüller können soll - Regelstandards - in Testaufgaben umsetzbar, Vorwurf: "teaching to the test" - werden in Vera 3 und Vera 8 getestet -> Lesen - mit texten und Medien umgehen- über Lesefähigkeit verfügen- über Leseerfahrung verfügen- Texte erschießen- Texte präsentieren