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Beratungspsychologie (Fach) / Krisenintervention (Lektion)

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  • Präsuizidales Syndrom (Ringel, 1953) Situative Einengung:Äußeren Lebensumstände als bedrohlich, unheimlich, unüberschaubar erlebt, eigene Person als klein, hilflos ausgeliefert. Mensch hat Gefühl, von allen Seiten behindert und eingeengt zu sein. Dynamische Einengung:Über innere Erregung kaum mehr Kontrollmöglichkeit, Mensch fühlt sich innerlich geladen, voll Spannung in sich selbst gefangen mit großer Angst vor explosiver Entladung. Einengung der zwischenmenschlichen Beziehungen:Beziehungen zahlenmäßig reduziert, noch bestehende Beziehungen werden entwertet. Einengung des Werteerlebens:Selbstwertgefühl ist verringert, früher wichtige Werte und Lebensbereiche werden banalisiert. Subjektive Wertsysteme hingegen, die mit Werten der Bezugsgruppe nicht mehr in Einklang stehen, gewinnen Oberhand und verstärken Gefühl des Fremdseins und Nicht- dazu-Gehörens. Gehemmte oder gegen die eigene Person gerichtete Aggression:Suizidale Mensch gestattet sich Aggression nicht, wird unterdrückt, als ohnmächtige Wut erlebt. Selbsttötungs- und Todesphantasien
  • Risikogruppen für Präsuizidales Syndrom - Depressive Personen - Alkoholiker, Medikamenten- und Drogenabhängige - Alte und Vereinsamte - Personen, die einen Suizid ankündigen - Personen, die durch einen Suizidversuch auffällig geworden sind - Psychische Erkrankungen: Depression, Schizophrenie, Sucht - Zustände mit: Hoffnungslosigkeit, Resignation, Isolation, Wertlosigkeit, Schuldgefühle, Wahn, Halluzinationen, Panikzustände - Suizidale Krisen oder Suizidversuche in der Vorgeschichte - Narzisstische Kränkungen - schwierige soziale Situation, biologische Krisensituationen - Gefühl des Ausgeliefertseins, mangelnde erlebte Kontrolle
  • Krisenintervention und Suizidprävention Krise als Trauerprozess Die erste Phase: Nicht-Wahrhaben-Wollen und Isolierung Die zweite Phase: ZornDie dritte Phase: VerhandelnDie vierte Phase: DepressionDie fünfte Phase: Zustimmung (Kübler-Ross, 1984)
  • Krisenintervention und Suizidpräventio Krise als Trauerprozess Die erste Phase: Nicht-Wahrhaben-Wollen und Isolierung Die zweite Phase: ZornDie dritte Phase: VerhandelnDie vierte Phase: DepressionDie fünfte Phase: Zustimmung (Kübler-Ross, 1984)
  • Krisendiagnostik (Petzold) Leiblichkeit - Gefährdung der leiblichen Integrität führt zu Krisen Soziales Netzwerk - sein Zusammenbruch oder seine Beschädigung durch den Verlust wichtiger Bezugspersonen stellt eine existentielle Bedrohung darArbeit und Leistung - Verlust der Arbeit oder der Leistungsfähigkeit wird zumeist krisenhaft verarbeitet Materielle Sicherheit – ebenso Werte - sind so bedeutsam weil dieser Bereich noch tragen kann, selbst wenn die anderen Säulen der Identität bereits beeinträchtigt sind. Der Verlust von Werten und/oder des Lebenssinns wiegt dann besonders schlimm.
  • Konkrete Fragen zur Abschätzung der Suizidalität - Haben Sie Suizidgedanken? - Seit wann haben Sie diese Suizidgedanken? - Gibt es einen Anlass für die Suizidideen? - Weshalb sind Sie so verzweifelt, dass Sie keinen anderen Ausweg sehen? - Haben Sie einen Plan, wie Sie sich umbringen wollen? - Haben Sie bereits konkrete Vorbereitungen getroffen? - Haben Sie mit jemandem darüber gesprochen oder schon einen Abschiedsbrief geschrieben? - Gab es früher schon Selbstmordgedanken oder -versuche ? - Gibt es Angehörige oder Bekannte, die sich das Leben genommen haben?
  • Krisenintervention - Sofort eingreifen - Hohes Aktivitätsniveau zeigen - Selbstheilungskräfte unterstützen - nicht heilen wollen - Emotional stützen und Zuwendung zeigen - Kathartische Reaktionen ermöglichen und unterstützen, z.B. Trauer, Wut, Schmerz, Schuld zu zeigen - Bei drohender affektiver Überschwemmung, Möglichkeiten der Eindämmung und Steuerung vermitteln - Hoffnung und Optimismus vermitteln - Nicht oder nur sehr vorsichtig deuten bzw. interpretieren - Stützen in der Konfrontation mit der Realität, Verleugnungen und Realitätsverzerrungen entgegenwirken - Regression im Dienste des Ich unterstützen (Pharmaka, kurze Krankschreibung) - Schädlicher Regression (sozialer Rückzug, Alkohol- und Tablettenabusus, etc) entgegenwirken - Wichtige Bezugspersonen einbeziehen.
  • Beraterische Kunstfehler - Provokationen persönlich zu nehmen - Sich übermäßig abzugrenzen - Dem Klienten oder der Klientin die Verantwortung abzunehmen - In negatives Gegenübertragungsagieren zu verfallen - Bagatellisierungstendenzen des Klienten/der Klientin mitzumachen - Zu rasch nach positiven Veränderungsmöglichkeiten zu suchen und Suizidversuche als rein demonstrativ abzuklassifizieren (vgl. Finzen, 1997)
  • Konkrete Hilfen für Berater - Machen Sie Auswirkungen und Folgen eines Selbstmords auch für die Angehörigen und Freunde klar. - Finden Sie Gründe heraus, die bisher vom Selbstmord abhielten. T- reffen Sie Verabredungen, Absprachen, für kurze Zeitabstände (max. über 24 h). - Beziehen Sie Angehorige mit ein. - Stellen Sie eine Verbindung zur Lebensgeschichte her. - Bilden Sie Koalitionen mit den Anteilen, die leben möchten. - Bringen Sie bisherige Problemlösungsstrategien ins Bewußtsein. - Erarbeiten Sie ein Verständnis für den Charakter der Krise und eine adäquate - Bewältigungsform. - Stärken Sie das Selbstwertgefühl, gewähren Sie Werterhaltung und die Entdeckung neuer Werte. - Krisenintervention | Theorie und Methodik der Beratung | Seite 20 - Wirken Sie Isolierung und sozialem Rückzug entgegen. - Sorgen Sie für eine Balance zwischen Nähe und Distanz. - Führen Sie eher kurze, dafür mehrere Gespräche; hierdurch wird das Maß an Zuwendung gefördert. - Legen Sie den Focus auf die Prüfung und Wiederherstellung der Beziehungsfähigkeit. - Beleuchten Sie kritisch die Absprachefähigkeit, auf die Sie sich verlassen können müssen. - Vermerken und reflektieren Sie eigene Reaktionen.
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