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Sozialgeographie (Fach) / VL 3 (Lektion)

Einführung

Diese Lektion wurde von brixle02 erstellt.

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  • Inwiefern stellten die Entdeckungsreisen des 18. und 19. Jhds. einen wichtigen Entstehungskontext der (deutschsprachigen) Geographie dar? Ein zuerst präsentes Kuriositäteninteresse wich langsam dem Interesse nach geographischer und kartographischer Information zur Ausdehnung des Kolonialreichs und damit verbundenen wirtschaftlichen und militärischen Interessen. Denn auch die Ressourcenausstattung der Kolonien war von Interesse für die Kolonialherren in Europa. Damit liefern die Entdeckungsreisen von u.a. Alexander von Humboldt geographisches Material für die entstehende naturwissenschaftliche Geographie. Geographisches Wissen war gleichzeitig Herrschaftswissen und diente bei der expansiven Kolonialpolitik auch als geographische Gewalt. 
  • Wie standen die aufkommenden Sozialwissenschaften im späten 19ten Jahrhundert den Thesen Charles Darwins gegenüber? Die Sozialwissenschaften waren darum bemüht den Naturdeterminismus und die These, dass „die am besten an die Umwelt angepassten Arten überleben“. Dabei suchten sie nach Belegen für die determinierende Bedeutung von Wirtschaft und Gesellschaft auf den Menschen und seine Entwicklung, auch Soziodeterminismus genannt. Die Soziologie stand Darwins Thesen demzufolge sehr kritisch und ablehnend gegenüber.
  • In welchem Verhältnis stand die frühe Geographie in Deutschland zur damals aufkommenden Soziologie? Sie bemühte sich um eine „antisoziologische Argumentation“ und für den Beweis der naturdeterministischen These.
  • Welche Bedeutung hatten Kolonialismus/Imperialismus für die Entwicklung der Geographie (in Deutschland)? Durch den Kolonialismus sowie den Imperialismus wurde die Geographie als Wissenschaftliche Disziplin quasi legitimiert und ebneten damit den Weg für die Geographie als Unterrichtsfach. Dabei ging es v.a. um die Topographiekenntnisse für militärische Operationen und Ressourcenkunde zur Ausbeutung der Kolonien und Generierung wirtschaftlichen Profits.
  • Erläutern Sie, warum die Gründung des Deutschen Reiches (1871) entscheidend für die Etablierung der Geographie an deutschen Universitäten war. Im Deutschen Reich sollte die Jugend eine vaterländische Erziehung erhalten zur Produktion einer nationalen Identität und der Herstellung eines „soliden Weltbildes aus vaterländisch-nationaler Perspektive“. Deshalb wurden ab 1871 stetig neue geographische Lehrstühle und Extraordinarien an deutschen Hochschulen eingerichtet. Dabei war die Etablierung der Geographie an deutschen Universitäten v.a. politisch und nicht erkenntnistheoretisch motiviert („Staatspolitischer Oktroi“).
  • Welches grundlegende Problem der geographischen Wissenschaft liegt letztlich in der Entstehungsgeschichte des Faches begründet? Das grundlegende Problem war das die Geographie als einzige Wissenschaft keinen eigenen geographischen Erkenntnisgegenstand formulieren konnte und es keine spezifische Forschungsperspektive gab.
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