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Master Psychologie: Rechtspsychologie (Fach) / Vrij et al: Lügendetektor und SVA (Lektion)
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- Was ist eigentlich SVA? (4) > In Deutschland entwickelt, um Glaubwürdigkeit von Kindern zu bestimmen > Bei sexuellen Missbrauch: Aussage gegen Aussage, deswegen Glaubhaftigkeit wichtig > Erwachsene besitzen Tendenz, den Aussagen von Kindern zu misstrauen > Diskussion: SVA auch für andere Fälle nützlich?
- Drei Elemente SVA: > strukturiertes Interview > Kriterienbezogene Inhaltsanalyse: systematische Beurteilung des Inhalts und der Qualität der erhaltenen Aussage > Bewertung des Ergebnisses der CBCA Mithilfe von Fragen: Validitätscheckliste
- Das strukturierte Interview (4) > Schwierigkeiten, wenn Kind befragt wird, Zum Beispiel Suggestion > ziel: so viele Informationen wie möglich durch freies erzählen > aufgezeichnet und transkribiert > CBCA anhand des transkribiert Interviews
- Die kriterienbezogene Inhaltsanalyse (4) > 19 Realkennzeichen mit 3 Punkteskala (abwesend, anwesend, stark anwesend) > Undeutsch Hypothese als Basis > Anwesenheit jedes Kriterium erhöht Qualität + stärkt erlebnisbasierte Hypothese > kein Lügendetektor!
- mind. 7 Gründe, wieso Realkennzeichen weniger wahrscheinlich bei unwahren Aussagen: 1. Lügner haben nicht genug Imagination, um Charakteristika zu erfinden 2. glauben, dass diese Charakteristika für die Beurteilung keine Rolle spielen 3. Denken meist nicht daran 4. schwerer, viele Kriterien in eine erfundene Geschichte einzubauen 5. Detailreichtum aus Angst vermieden, Sie später nicht mehr daran erinnern zu können 6. Detailreichtum außerdem vermieden, da dieser auf Wahrheitsgehalt geprüft werden könnte 7. Lassen Charakteristika aus, die sie unglaublich erscheinen lassen
- CBCA ist kein standardisierter Test, es fehlt die klare Norm für eine Interpretation. Um die kriterienbezogene Inhaltsanalyse zu organisieren und zu standardisieren, wurde die Validitäts-Checkliste einführt: (4 Bereiche) > Psychologische Charakteristiken > Interview Charakteristiken > Motivation > Investigative Fragen
- Psychologische Charakteristiken (3) > Unangemessenheit der Sprache und Wissen (Suggestion?)> Unangemessenheit des Affekts> Verdacht auf Suggestion (überprüfen am Ende)
- Interview Charakteristiken (2) > Suggestive, leitende oder zwingende Befragung> Generelle Unzulänglichkeit des Interviews (zB weiß Kind nicht, dass es ok ist, "ich weiß nicht" zu sagen
- Motivation (3) > Fragwürdige Motive für den Bericht> Fragwürdiger Kontext der originalen Auskunft oder des Berichts> Druck zu Falschaussage
- Investigative Fragen (3) > Inkonsistenz mit den Gesetzen der Natur> Inkonsistenz mit anderen Aussagen> Inkonsistenz mit anderen Beweisen
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- Zirkelschluss Problem: - Wenn eine belastende Aussage als wahr eingeschätzt wird, schwinden die Chancen eines Freispruchs dramatisch. Und wenn es keine Chance auf Freispruch gibt, kann es vorteilhaft sein, ein falsches Geständnis abzugeben, um die Strafe zu mildern.- Andererseits gibt es keinen Grund für den Angeklagten eine Straftat zu gestehen, wenn ein Experte die Aussage des Hauptzeugen als Täuschung/ unwahr eingeschätzt hat. - Also kann die Wahrscheinlichkeit eines Geständnisses durch die Diagnose selbst beeinflusst werden, und der Versuch die Diagnose zu bestätigen durch das Geständnis
- Zusammenfassend lässt sich über Studien sagen: (3) > alle Feldstudien stützen die Undeutsch-Hypothese, aber Unterschiede zwischen bestätigt und zweifelhaft sind nicht immer groß> Wahrscheinlich ist die Frequenz des Auftretens eines Kriteriums genauso wichtig wie die Fähigkeit zur Diskrimination. Ein Kriterium, das zwar gut zwischen wahr und unwahr diskriminiert, aber nur selten auftritt, ist nicht sehr brauchbar > Es gibt Kriterien, die sehr selten auftreten, dazu zählen 10, 16, 17. Die Anwesenheit der Kriterien ist auch abhängig vom Alter des Zeugen.
- Empirischer Support der 19 Kriterien zeigt: (6) > Kriterium 2 wurde auch unterstützt: Lügner berichten eher chronologisch > Kriterium 3 am besten unterstützt: Truth-Tellers berichten mehr Details als Lügner> Kriterium 4, 5, 6, 8 treten häufiger bei wahren als bei zweifelhaften/täuschenden Aussagen auf > Kriterium 10, 16, 19 schwache Evidenz> Kriterium 17: keine Evidenz> Manche Forscher haben 15-18 ausgelassen, weil sie davon ausgehen, dass Lügner diese einfach nachahmen können
- Zu welchem Ausmaß können Beurteiler mithilfe der CBCA Methode Wahrheit und Lüge erkennen? (3) > gemischte Ergebnisse > Truth bias: besser, wahre Aussagen zu finden, Lügen versuchen nonverbal erkannt zu werden > keine Unterschiede der Genauigkeit bei Kindern und Erwachsenen
- Faktoren, die die Präsenz der CBCA Kriterien in Aussagen beeinflusst: (5) > Alter des Kindes (unter 8J weniger) > befragungsstil > Anzahl Interviews (aber zu viele auch schlecht) > kognitives Interview besser als "normales" > stressige Ereignisse
- Einschätzung Validitätscheckliste (3) > Krit. 2: erscheint unangemessen > Krit. 3: Wenn also ein Zeuge auf die suggestiven Fragen zu peripherem Material eingeht, bedeutet dies nicht, dass der Zeuge suggestiven Fragen zu zentralen Informationen entgegensteht > Krit. 10: Widersprüchliche Aussagen können auch ein Ergebnis der Fragewahrnehmung sein, Kinder könnten also auch deshalb anders auf die zweite Frage antworten, weil sie das Gefühl haben die Antwort auf die erste Frage war nicht korrekt
- Probleme mit SVA Beruhen auf zwei Defiziten: Kein standardisiertes InstrumentEs fehlt der Methode an theoretischem Fundament
- Probleme der Standardisierung (5) > Anzahl der Kriterien? Experten argumentieren, dass auch externe Faktoren die Reichhaltigkeit einer Aussage beeinflussen kann (und somit den CBCA Score) > Gewichtung der Kriterien > Einfluss von externen Faktoren > SVA Einschätzungen sind subjektiv > Unklar, wann die Methode benutzt werden kann
- Forschung zu Computer vs. Experten: o Studie von Vrij, Kneller und Mann: der Experte war akkurater im Erkennen von Wahrheiten als der Computer (80% vs. 53%); aber der Computer akkurater im Erkennen von Lügen (60% vs. 80%); die Unterschiede kommen wahrscheinlich daher zustande, dass der Expert beim Einschätzen zusätzliche Informationen (mehr als CBCA Score) berücksichtigt; die Gewichtung spielte bei den Trefferzahlen keine Rolle
- Was denken Menschen, was Truth-Tellers sagen? (2): verbale Charakteristiken - Die Ergebnisse der bisherigen Studien weisen darauf hin, dass den Menschen verbale Charakteristiken der Truth-Tellers nicht bekannt sind > interessant, weil es Lügner bei dem Versuch überzeugend zu sein beeinflussen könnte. Problematisch wird es, wenn Lügner die Charakteristiken kennen und in ihre Lüge einbauen, um sie glaubhafter zu machen
- Detailreichtum: glaubhaft oder nicht? (2) > Die meisten Studien kamen zu dem Schluss, dass der Einbezug vieler Details einen „wahren“ Eindruck vermittelt. (manchmal überzeugen auch triviale und irrelevante Details)> Freedman, Adam, Davey & Koegl (1996): die Relation ist kontextabhängig: wenn Beobachter jemanden verdächtigen zu lügen, werden sie von mittlerem Detaillevel überzeugt
- Coolbear (1992) untersuchten zu welchem Grad Fachmänner, die SVA nicht kennen, ähnliche Kriterien wie die SVA-Checkliste nutzen, um die Glaubwürdigkeit von Mutmaßungen einzuschätzen. (4 Items) > die Nutzung kindgerechter Sprache sei ein Indikator für die Aufrichtigkeit (Item 1 der Checkliste) > emotionale Kongruenz sei wichtig (2) > außerdem wären sie vorsichtig bei Anschuldigungen von sexuellem Missbrauch, wenn sie wissen, dass die Eltern einen Sorgerechtsstreit oder eine Scheidung verhandeln (Item 6 und 8)
- Bewertung SVA in general: (3) - SVA Einschätzungen sind als Beweis im Gericht zugelassen- Generelle Befunde, die präsentiert wurden, unterstützen die Undeutsch-Hypothese- Allerdings gibt es einige Kritik an der SVA Methode
- aber: 5 Kritikpunkte > Probleme mit richtig klassifizierten erfundenen Geschichten > was ist "die Wahrheit?" zB Verwechslung der Person oder des Ereignisses > Subjektive Einschätzungen (am besten mind. 2 Bewerter) > The Only Piece of Evidence: problematisch, alle sunter 90-95% sollte nicht okay sein > Was wissen wir über die Effektivität von SVA Entscheidungen? bis jetzt nur CBCA studien