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Wildtierökologie (Fach) / Invasive Arten (Lektion)
- Wie definieren sich invasive Arten? Neobiota mit schneller Ausbreitung und negativen Auswirkungen auf die heimische Biodiversität.
- Wie werden Tiere zu Neozoen? Unbeabsichtigte Verbreitung - Schiffe, Flugzeuge, Straßen- Kanäle (z.B. Suezkanal; Verbindung früher isolierter Meeresfaunen...)- Warenverkehr (Invertebraten, Pathogene transportiert mit Erden, Pflanzen, Tieren...) Absichtliche Aussetzung - Heim-, Nutztiere, Zoos (Ziervögel, Pelztierfarmen, Hirschgärten...)- Jagd, Fischerei (Sikahirsch, Regenbogenforelle...)- Biologische Bekämpfung (Mauswiesel, Hermelin, Rotfuchs...)
- Welche Probleme verursachen invasive Arten? Geben Sie Beispiele. - Direkte ökonomische Kosten durch die von invasiven Arten verursachten wirtschaftliche Schäden (Mehlmotte befällt Getreide, Zebramuschel schädigt Wasserläufe) - Ökologische Kosten; Veränderung von Ökosystemen und Biozönosen; Gefährdung einheimischer Arten und Biodiversität (Roteichen-Streu lässt keine anderen Arten wachsen) - Kosten für Kontrolle/Begrenzung invasiver Arten - Schädigung der menschlichen Gesundheit (Riesenbärenklau -> toxisch, hautreizend, Tollwut)
- Invasive Arten können sich vielfältig auf die Biodiversität eines Ökosystems auswirken. Welche Folgen kann ihre Einbringung in neue Ökosysteme haben? - Veränderung lokaler Nahrungsnetze (Bären fressen Wapiti-Kälber statt Forellen) - Konkurrenz für heimische Arten (Raum, Licht, Nährstoffe) - Toxizität für heimische Arten (Grünalge ist bei Verzehr toxisch) - Reservoir und Vektor für Parasiten, Pathogene (Grauhörnchen) - Rückgang und Aussterben heimischer Arten (Ratten, Mäuse rotten Kleinsäuger aus) - Hybridisierung mit verwandten Arten (Schwarz- und Weißkopfruderende -> Zebrakopfruderente)
- Welche rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich invasiver Arten gilt es in Deutschland zu beachten? International: - Biodiversitäts-Konvention (CBD, Rio 1992)- Berner Konvention (2003)- Ramsar Konvention (Feuchtgebiete)- CITES (Washingtoner Artenschutzabkommen)- EU Verordnung zu invasiven Arten (EU 1143/2014)- Flora-Fauna-Habitat Richtlinie- Vogelschutz-Richtlinie National: - BNatSchG – Bundesnaturschutzgesetz- BArtSchV – Bundesartenschutzverordnung- Pflanzenschutzgesetz- Bundesjagdgesetz- BWaldG, Saatgutverordnung, Sortenschutzgesetz, Tierseuchengesetz, Tierschutzgesetz
- Welche Neozoen können sich zu invasiven Arten entwickeln? Kann man dies mit Sicherheit für eine bestimmte Tierart vorhersagen? - Hohe Anpassungsfähigkeit- Hohe Mobilität- Hohe Reproduktionsrate- Opportunistische Ernährung- Gute Nahrungsbasis- Wenig Prädatoren Ob eine Art invasiv wird, kann nicht gesagt werden, da sie sich in einer neuen Umgebung mitunter völlig anders verhalten kann, als in ihrem Ursprungsgebiet!
- Nutrias haben sich in Deutschland zu einer großen Population entwickelt und verursachen enorme Fraß- und Wühlschäden. Wie könnte man diese Tierart kontrollieren und wie sehen Management Ansätze zur Verhinderung zukünftiger Invasionen aus? Kontrollmechanismen: - Mechanisch Entfernen mit Maschinen (z.B. für Pflanzen), Waffen oder Fallen (Tiere)- Chemisch Herbizide, Insektizide, Rodentizide. Probleme:nicht artspezifisch, Resistenzen, Anreicherung in der Nahrungskette- Biologisch Einsatz natürlicher Feinde, ohne dass diese selbst invasiv werden (Fuchs, Greifvögel, Wolf)- Habitatmanagement Gezieltes Brennen, Beweiden etc.- Integrated pest management (IPM) Kombination mehrerer Ansätze Management Ansätze: - Prävention- Gesetzgebung- Kontrolle- Ausrottung
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