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Master Psychologie: Rechtspsychologie (Fach) / Meta Analyse Oberlader, 2016 (Lektion)
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- Abstract (3) > Für juristische Entscheidungen sind Ansätze zu Unterscheidung zwischen wahren und erfundenen Aussagen besonders wichtig> Vielversprechend und auch in der Praxis etabliert sind inhaltsbasierte Techniken> Die am bedeutesten inhaltsbasierten Methoden: Criteria-Based Content Analysis (CBCA) und Reality Monitoring (RM)
- Einleitung (3) > Täuschung schon Thema seit Antike > Bei Fällen zu sexuellem Kindesmissbrauch sind Aussagen von Opfer und Täter häufig die einzigen Beweismittel, sodass Aussage gegen Aussage steht -> Gericht muss die Glaubhaftigkeit einschätzen und Urteil fällen > Ziel der Meta-Analyse: Forschung zur Effektivität von inhaltsbasierten Techniken darzustellen, indem man die empirischen Effektstärken untersucht
- Wie gut können Menschen den Wahrheitsgehalt einer Aussage einschätzen? Menschen kaum besser als der Zufall den Wahrheitsgehalt einer Aussage einschätzen --> ist es wichtig objektive, reliable und valide Techniken zu etablieren
- Köhnken hat die verschiedenen Forschungsansätze in vier Kategorien klassifiziert: o Psychophysiologische Phänomene (Körperreaktionen auf bestimmte Stimuli wie Herzrate, Hautleitfähigkeit -> aber keine ausreichende psychometrische Qualität),o Extra-linguistische Cues (Sprechgeschwindigkeit, Stimmhöhe -> nur wenige valide Indikatoren wie Lügner höhere Stimme, langsamere Sprechgeschwindigkeit; inkonsistente Ergebnisse)o Nonverbale Cues (Gesichtsausdruck, Pupillenerweiterung -> nur wenige valide Indikatoren wie Lügner weniger Gesten und Handbewegungen; inkonsistente Ergebnisse)o Inhalt der Aussage (Detailreichtum, Einbettung in Kontext)
- CBCA (2) > CBCA als Beweismittel zulässig in den USA und westeuropäischen Ländern; am meisten verwendete Methode zur Wahrhaftigkeitsbeurteilung weltweit> Basiert auf der Undeutsch-Hypothese, die besagt, dass erlebnisbasierte Aussagen eine höhere Qualität aufweisen als nicht erlebnisbasierte (detailreicher, mehr Verbindungen zu externen Ereignissen), da sie einfach aus dem Gedächtnis hervorgerufen werden und nicht aktiv ausgedacht werden müssen
- Problem CBCA (4) > positiven Bias: Die Anwesenheit von Kriterien erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine erlebnisbasierte Aussage handelt; das Fehlen von Kriterien deutet jedoch nicht darauf hin, dass es eine erfundene Aussage ist > Niedrige Qualität kann andere Ursachen haben, wie z.B. sehr simples Ereignis, keine Motivation eine detaillierte Aussage zu machen=> CBCA sollte nicht als diagnostische Checkliste betrachtet werden (kein Cutoff Wert) > Personale und situationale Faktoren müssen berücksichtigt werden
- Köhnken beschreibt zwei Prozesse, die für die Qualitätsunterschiede verantwortlich sind: (3) o Primary deception: inkorrekte Informationen werden kommuniziert; Aussage basiert auf dem Ergebnis einer kognitiven Leistung. Eine Lüge zu konstruieren benötigt kognitive Ressourcen (Geschichte erfinden, daran erinnern, reproduzieren), wahre Aussage zu erinnern hingegen wenigero Secondary deception: Motivation eines Lügners sich selbst als glaubhaft darzustellen, was mehr Ressourcen benötigt als bei erlebnisbasierten Aussagen (die deshalb elaborierter sind)> Klassifikation der Kriterien wurde überarbeitet: kognitive Prozesse/Gedächtnis und strategische Selbstdarstellung
- Reality Monitoring (3) > RM Ansatz basiert auch auf der Annahme, dass sich die Qualität von wahren und erfundenen Ereignissen unterscheiden> War ursprünglich nicht eine Methode zur Beurteilung des Wahrheitsgehalts einer Aussage, sondern zur Beschreibung wie Menschen zwischen Erinnerungen von externen und internen Quellen unterscheiden > Im Gegensatz zu CBCA gibt es für RM nicht nur Kriterien für die Wahrheit sondern auch für eine Lüge
- Im Gegensatz zu CBCA gibt es für RM nicht nur Kriterien für die Wahrheit sondern auch für eine Lüge: (2) o Erlebnisbasierte Erinnerungen sollte mehr sensorische, kontextabhängige und affektive Informationen enthalten > Kriterien für wahre Aussagen basierend auf externalen Informationeno Nicht erlebnisbasierte Erinnerungen sollten mehr Indikatoren für kognitive Vorgänge enthalten wie Überlegungen und Schlussfolgerungen > Kriterien für erfundene Aussagen basierend auf internalen Informationen
- Kriterien für das Reality Monitoring > Verschiedene Versionen von Kriterien: Sporer 8 Kriterien (Tabelle 2), Vrij et al. nur 4 Kriterien (visuell, auditiv, zeitlich, räumlich) -> Diskriminationsraten unterscheiden sich je nach RM Version
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- RM Kriterien nach Sporer (8) 1. Klarheit/Übersichtlichkeit, 2. Realismus, 3. Rekonstruktion der Geschichte möglich, 4. Emotionen, 5. Wahrnehmungsinformationen, 6. Räumliche Informationen, 7. Zeitliche Informationen, 8. Kognitive Informationen
- Zwei Ansätze um die Validität von inhaltsbasierten Techniken zu untersuchen: o Feldstudien (untersuchen schon vorhandene Aussagen von Opfern von Verbrechen): hohe ökologische Validität; aber Wahrheitsgehalt der Aussagen oft schwierig mit Sicherheit zu nachzuweiseno Laborstudien (untersuchen wahre und gelogene Aussagen, die von Studienteilnehmern generiert wurden): standardisierter; objektiver Wahrheitsgehalt einer Aussage unter experimenteller Kontrolle; dafür aber geringere ökologische Validität
- 2 Kategorien bei Laborstudien > Selbstbericht -> Teilnehmer werden gebeten, ein Ereignis aus der Vergangenheit zu erzählen (entweder wahr oder ausgedacht) > oder Versuchsteilnehmer werden Bedingungen eines experimentell manipulierten Ereignisses zugeordnet (Teilnahme am Ereignis vs. Erhalt einer Beschreibung des Ereignisses) -> objektives Wissen über die Ereignisse
- Viele Studien untersuchten externe Faktoren, die die Aussagequalität beeinflussen (z.B. Alter, verbale Fähigkeiten, Fantasieneigung, Interviewstil), was bedeutet das für CBCA? o Manche fanden Einschränkungen der CBCA: z.B. Vertrautheit mit dem Ereignis hatte stärkeren Einfluss auf die CBCA Scores als der Wahrheitsgehalt; interindividuelle Unterschiede, kognitive Schemata, situationale Faktoren müssen berücksichtigt werden
- RM hat ein paar Vorteile/Nachteile gegenüber CBCA: (4) > höhere Interrater Reliabilität > Kriterien sind präziser und somit einfacher zu operationalisieren > benötigt weniger subjektive Entscheidungen > andererseits ist der diagnostische Wert eher unspezifisch im Vergleich zu CBCA Kriterien
- Ziel der jetzigen Studie: (2) > Beurteilung der Effektivität von CBCA und RM zwischen wahren und erfundenen Aussagen zu unterscheiden > Unterschiede zwischen CBCA und RM + potentielle Moderatoren
- Moderatoren: (4) > Informationen über Teilnehmer > Infos über Aussage > Infos über Urteilsprozess > Charakteristika der Studie
- Fragestellungen (4) (a) Sind inhaltsbasierte Methoden valide? Wenn ja, wie funktionieren sie?(b) günstige Abgrenzungsbedingungen für die Validität von inhaltsbasierten Methoden?(c) Was sollte bei zukünftiger Forschung berücksichtigt werden?(d) Welche praktischen Implikationen können aus den Ergebnissen abgeleitet werden?