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Wildtierökologie (Fach) / Wildtiere und Störungen (Lektion)
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- Warum lassen sich Wildtiere von Menschen überhaupt “stören”? Wildtiere versuchen durch ihr Verhalten, ihre Raumwahl und ihr Aktivitätsmuster das Prädationsrisiko zu minimieren. Der Mensch kann ein solches Prädationsrisiko darstellen, weshalb die Tiere dann flüchten. Entscheidend ist jedoch das für das Wildtier empfundene Risiko, ob ein potentieller Prädator als gefährlich oder harmlos angesehen wird. Diese Einschätzung kann durch Lernen optimiert werden.
- Welche Faktoren beeinflussen das Verhalten gegenüber dem “Störreiz Mensch”? • Distanz zum Menschen• Verhalten / Motivation des Menschen• Anzahl der Menschen• Raumstruktur und Landschaft• Bejagung (bejagte Wildtiere sind störungsempfindlicher)• Vorhersagbarkeit des Verhaltens des Menschen
- Sind Wildtiere von natur aus scheu? Nein. Durch die Ko-Evolution mit dem jagenden Menschen haben sie jedoch gelernt, mit dem Mensch als hocheffizientem Prädator zu leben.
- Was macht den Menschen als Prädator aus? • Flächig präsent• Tötet in allen Altersklassen• Hoch effizient• Hohe Reichweite (200-400 m)
- Wie können Sport- und Freizeitaktivitäten wildtierverträglich gemacht werden? Welche Probleme könnte es dabei geben? • Routenempfehlungen• Temporäre oder komplette Betretungsverbote• Rückbau oder Unattraktivmachen von Wegen• Per Verordnung (z.B. Wildruhezonen, Wildschutzgebiete) • Zielkonflikt zwischen Naturschutz und Tourismus bzw. Sportverbänden• Reaktionen auf Störreize von Jagdpraxis beeinflusst• Einflüsse von Störungen auf Wildtier-Populationen methodisch sehr schwer messbar• Erfolgskontrolle auf Populationsebene fast unmöglich• Freies Betretungsrecht und Freiwilligkeit der Umsetzung beschränken die Erfolgsaussichten
- Die Konkurrenz um Raum und Zeit ist für Wildtiere mit Verlusten verbunden. Welche sind das? Geben Sie Beispiele. • Energieverlust Fliehen ist mit hohem Energieverbrauch verbunden. Manche Tiere können sich keine Energiereserven anfressen, da sie z.B. flugfähig bleiben müssen. Diese Tiere können an ständigen Störungen sterben. • Raumverlust Birkhühner fressen im Winter Grünerlen-Knospen, verstecken sich vpr Adler in Büschen und übernachten in Schneehöhlen im Lockerschnee. Wintersportaktivitäten stören die Tiere; diese mpssen ihre Vorzugsbereiche verlassen. • Zeitverlust (zeitweise Meidung während Anwesenheit von Menschen) Auerhuhn ist im Winter nur morgens und abends ungestört. Nutzungszeiten von Freizeitaktivitäten werden durch technische Neuerungen immer länger. Störungsfreie Zeiten werden für Auerhuhn immer kürzer.
- Nennen Sie mögliche langfristige Effekte von Störungen. • Veränderte Raumwahl• Veränderter Aktivitätsrhythmus (Tag/Nacht)• Verringerte Kondition• Erhöhte Mortalität, verringerte Reproduktion• Veränderte Raumwahl kann zu verändertem Einfluss auf Vegetation durch Herbivoren führen
- Wie kann man Störeffekte messen? - Herzrate, Energieverbrauch- Stresshormone- Verhaltensänderungen- Rückgang, Aussterben- Verbiss in Rückzugsgebieten
- Wovon ist die Reaktion auf einen Störreiz abhängig? - Tierart- Geschlecht- Alter- Individuum- Motivation- Gruppengröße- Jahreszeit- Tageszeit- Habitat- Kontext- Reflexe- angeborenes Verhalten- Lernen
- Was versteht man unter Habituation? Habituation ist ein Lernprozess, bei dem sich Wildtiere an anthropogene Störungen (Strommasten, Gleitschirmflieger,...) gewöhnen. Voraussetzungen: • Regelmäßigkeit• Häufigkeit• Vorhersagbarkeit• Harmlosigkeit
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- Wann sind Störungen besonders kritisch zu sehen? • In begrenzten Lebensräumen• Bei engem Störungsnetz (z.B. Wegenetz)• Querfeldein-Aktivitäten• Morgens und abends• Zur Paarungs- und Aufzuchtzeit• Im Winter
- Sie beobachten am Rande einer Langlaufloipe eine Auerhenne, die sich dort in einem Baum sitzend aufhält. Sie werden darauf angesprochen, dass Skifahren die Tiere offensichtlich nicht beeinträchtigt. Was entgegnen Sie und welche Argumente führen Sie an? Diese Annahme ist falsch. Die Langlaufloipe stellt für das Auerwild eine Konkurrenz um Raum und Zeit dar. Die Skiläufer stören die Tiere bei der Nahrungssuche, der sie dadurch nur noch morgens und abends nachgehen können. Die Auerhenne sitzt vermutlich deshalb in Sichtweite der Loipe, weil sie durch Habituation gelernt hat, dass davon keine Gefahr ausgeht. Sofern die Wintersportler die ausgewiesenen Wege nicht verlassen, stören sie das Auerwild nicht so stark. Die Auerhenne könnte aber auch von einem vorangegangenen Fluchtversuch erschöpft sein und nicht mehr genügend Energie zum Wegfliegen haben. Stress kann man Tieren nicht zwangsläufig ansehen.
- Welche Faktoren haben einen hohen Einfluss auf die Mortalität von Wildtieren? • Futterangebot und Verteilung• Winterhärte• Krankheiten• Hunde• Tourismus• Jagd• Verkehr Eher geringer Einfluss auf Gesamtmortalität: • Tod durch Großräuber wie Luchs oder Wolf