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Kritik der Geschlechterverhältnisse (Fach) / Grundwissen (Lektion)
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- "Stereotype" Definition dienen der Orientierung und Handlungsplanung & wirken normierend;Stereotypisierung erfolgt meist unbewusst & wird bereits im Kleinkindalter gelernt
- 3 Typen von Geschlechterwissen 1. alltagsweltliches Geschlechterwissen 2. ExpertInnen-Wissen in professionellen Handlungsfeldern 3. feministische Theorie, Geschlechterforschung
- Entnaturalisierung von "Geschlecht" Die Annahme einer „natürlichen“ Zweigeschlechtlichkeit sollte als soziale Konvention, genauer gesagt als Effekt von Gender, und damit prinzipiell als politisier- und veränderbar begriffen werden
- Heterosexuelle Matrix Heterosexualität als Norm, verknüpft mit der Vorstellung binärer Zweigeschlechtlichkeit, bei der -sex (angenommenes 'biologisches' Geschlecht m/w), -gender (Geschlechtsidentität m/w) und -desire (sexuelles Begehren) zwingend aufeinanderverweisen
- Zwei-Geschlechter-Modell 18. Jahrhundert Männer- und Frauenkörper als grundsätzlich verschieden Unterschiede werden nun mit ‚Biologie' (und nichtmehr mit Natur oder der göttlichen Ordnung) begründet
- Unterschied "sex" & "gender" Sex ---> biologisches Geschlecht Gender ---> Durch sozialen Prozess entstandenes Geschlecht
- "Androzentrismus" Definition "Männerzentriertheit" von Inhalten, Problemen, Begriffen und Theorien von Politik
- Polis & Oikos --> Unterschied Polis ---> ideal, ständisch organisierte politische Ordnung in der Männer & Frauen gleiche Rechte haben (öffentliche Sphäre) Oikos ---> Private Hauswirtschaft in der Habgier, Ehrgeiz herrschen (Patriarchat (vorpolitischer Privatbereich)) Beide sind unvereinbar Sklaven, Frauen und Kinder sind in der Polis
- moderne Vertragstheorie Grundidee Individuen schließen sich freiwillig zu einer staatlichen ordnung zusammen. Staat garantiert ihnen im Gegenzug Schutz- und Freiheitsrechte
- Kritik an Vertragstheorien -Gesellschaftsvertrag liegt implizierter Geschlechtervertrag zugrunde, der die Unterwerfung der Frau regelt. -Frauen werden nicht als Vertrags*partei* sondern als Vertrags*gegenstand* betrachtet -Vetrag unter Brüdern -Verträge werden nicht unter "Gleichen" abgeschlossen sondern haben Unterwerfungsaspekt
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- Erbe der antiken Vorstellung über Platz von M und W in Polis In klassische pol. Theorien fließen Annahmen über binäre Geschlechterdifferenzen ein, die mit der Zuständigkeit von Frauen für die Hauswirtschaft mit ihrer Natur begründet werden Unterscheidung von Polis/Oikos bis heute zentaler Stereotyp der pol. Theorie
- Konzeption politischer Subjekte heute Werden als "autonome Individuen" konzipiert
- Macht & Herrschaft NACH MAX WEBER Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht Herrschaft ist die Chance, für einen Befehl bestimmten Inhalts bei angebbaren Personen Gehorsam zu finden
- "Gewaltmonopol des Staates" NACH MAX WEBER Staat ist diejenige menschliche Gemeinschaft, welche innerhalb eines bestimmten Gebietes ... das Monopol legitimer physischer Gewaltsamkeit für sich (mit Erfolg) beansprucht
- Kritik an Max Webers "Gewaltmonopol des Staates" ‚Staatsfixierung‘ vernachlässigt Gewalt im privaten Bereich gesellschaftliche Abhängigkeits-, Macht- und Herrschaftsverhältnisse werden durch den Modus legaler Herrschaft nicht ersetzt, sondern überformt
- 4 Formen von "Gewalt" physische Gewalt: Angriff auf Leib und Leben psyschische Gewalt: Ausübung von psychischem Druck strukturelle Gewalt: sozialstrukturell verankerte Form von Gewalt, die der Aufrechterhaltung von Ungleichheit dient kulturelle Gewalt: Legitimation von Ungleichheiten und Gewaltausübung
- "Geder-based-violence" Oberbegriff für körperliche/sexualisierte Gewalt, die mit der Geschlechtlichkeit vonOpfer/Täter*in zusammenhängt und unter Ausnutzung eines Machtverhältnisses zugefügt wird
- Wie kam es zu kritischen Männerforschung Frauen*bewegung, Gleichstellungspolitik, sozioökonomischer Wandel
- "Männlichkeit" Definitionen Essentialistische Def.: ausgewählte Aspekte von Männlichkeit als ‚Wesen‘ des Mannes Positivistische Def.: Männlichkeit ist, wie Männer* ‚wirklich‘ sind Normative Def.: Männlichkeit ist, wie Männer* sein sollen Semiotische Def.: Männlichkeit/Weiblichkeit werden durch symbolische Differenzenmarkiert, wobei Männlichkeit als unhinterfragte Norm, Weiblichkeit als Abweichung gilt
- 'Hegemoniale Männlichkeit' -Es gibt nicht ‚den’ Mann, sondern historisch bestimmte Männlichkeiten -Männlichkeit/Weiblichkeit werden durch Institutionen wie Staat, Schule, Arbeitsmarkt strukturiert -Unterordnung von Frauen und anderen Formen von Männlichkeit unter die historisch jeweils dominante Form/das jeweilige Ideal von Männlichkeit
- Typen von Männlichkeit komplizenhafte Männlichkeiten profitieren von einer ‚patriarchalen Dividende‘ untergeordnete Männlichkeiten (z.B. Schwule) werden gesellschaftlich abgewertet marginalisierte Männlichkeiten (z.B. Arbeiterjugendliche, Schwarze) bleiben vom Zugang zu männlichen Privilegien weitgehend ausgeschlossen
- Habituskonzept soziale Positionen sind in den Körper eingeschrieben; dies ermöglicht ein selbstverständlichesBewegen in der sozialen Welt
- "männlicher Habitus" Definition Männer* konkurrieren in männerdominierten sozialen Feldern (z.B. Ökonomie, Politik, Wissenschaft) in 'ernsten Spielen des Wettbewerbs‘ um symbolisches Kapital
- Kritik am Konzept 'männliche Herrschaft' fehlende Berücksichtigung von Widerstandspotenzialen & Wandel im Geschlechterverhältnis Frauen* kommen nicht als eigenständige AkteurInnen in den Blick
- "Intersektionalität" Definition Unter Intersektionalität wird verstanden, dass soziale Kategorien wie Gender, Ethnizität, Nation oder Klasse nicht isoliert voneinander konzeptualisiert werden können, sondern in ihren ‚Verwobenheiten’ oder 'Überkreuzungen’ (intersections) analysiert werden müssen
- Ungleichheitsdimensionen Frauenbewegung 19. Jhd. -Rassismus -Mittäterschaft 'arischer' Frauen in NS-Zeit (DE) -Sklaverei & Bürgerkrieg (USA)
- Forderungen der Frauen*bewegungen und die Strategien Gleichberechtigung: gleiche Rechte innerhalb des bestehenden Systems ->reformorientierte Strategie des bürgerlichen/liberalen Flügels Emanzipation: Befreiung aus gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen ->transformative Strategie des sozialistischen/radikalen Flügels
- Gründung der erste Frauen*bewegung 1848/49: Märzrevolution Gründung von Arbeiterinnen-OrganisationenForderung nach sozialen & politischen Rechten
- Paulskirchenverfassung Verfassung für einen deutschen Bundesstaat -sollte Adel abschaffen-Glaubens- und Gewissensfreiheit gewähren-Meinungs- und Pressefreiheit-berufliche Freizügigkeit Trat nicht in Kraft
- Politische Repressionen nach Scheitern Märzrev. DATUM 1850-1908
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- Reichsgründung Datum 1871
- Forderungen der Frauen*bewegung ->Politische Rechte ->Recht auf Erwerbstätigkeit unverheirateter Frauen ->Bildung- & Arbeitsvermittlung für Frauen ->Kampf gegen Prostitution
- Neue Frauen*bewegung Ursprung Deutsche Teilung
- Unterschied "neuer" & "alter" Frauenbewegung Alte Frauen*bewegung: Wahlrecht und Rechtsgleichheit von Frauen Neue Frauen*bewegung Ausweitung des Verständnisses von Emanzipation Feminismus
- "State feminism" Definition State feminism is feminism created or approved by the government of a state or nation. It usually specifies a particular program.
- "Antifeminismus" Definition weltanschauliche Position, die gegen Prozesse gesellschaftspolitischer Liberalisierung & Entnormierung von Geschlechterverhältnissen eintritt und auf die die Aufrechterhaltung heteronormativer Herrschaftsverhältnisse zielt
- Wie sind Demokratie-Theorie 'geschlechtsblind'? Vernachlässigung des Frauenwahlrechts führt zur Vordatierung derEinführung & Verbreitung von Demokratie Fokus auf Elitenselektion (Parteien, Wahlen) kann zur Ausblendungpolit. Beteiligungsformen führen, in denen Frauen stärker vertreten sind
- Frauenwahlrecht Schweiz 1971 WIESO? Wahlrechtsänderungen auf kommunaler, kantonaler & nationaler Ebene erfordern jeweils die Mehrheit der stimmberechtigten Männer, auf nationaler Ebene zusätzlich die Mehrheit der Stände kantonal Abstimmungen nach dem 1./2. Weltkrieg + eine nationale Abstimmung 1959 erhalten nicht die erforderliche Mehrheit; erst 1971 Mehrheit für die Einführung des Frauenwahlrechts aufnationaler Ebene
- Varianten von Quotierung Selbstverpflichtung der Parteien →Listenwahl: Reißverschlusssystem→Mehrheitswahl: 1 Spitzenkandidat (Abwechselnd M/W) Rechtliche Vorgaben →in der Verfassung→im Wahlgesetz
- Magisches Dreieck (Partizip. Unterschiede) Sozio-ökonomische FaktorenJe größer die individuellen Ressourcen (Einkommen, Zeit, Bildung,Selbstvertrauen, Status), desto wahrscheinlicher ist politische Partizipation Politische Kultur & SozialisationGesamtheit aller politisch relevanten Meinungen, Einstellungen und Werte, die im Rahmen der politischen Sozialisation verinnerlicht werden Institutionelle Faktorenstabile, auf Dauer angelegte Einrichtungen zur Regelung, Herstellung oder Durchführung bestimmter Zwecke
- "Gender pay gap" Definition Differenz zwischen dem durchschnittlichen Brutto-Stundenlohn von Frauen und Männern
- bereinigter & unbereinigter "gender pay gap" unbereinigter --> misst konkrete Einkommensunterschiede = vergleicht Äpfel mit Birnen bereinigter --> rechnet Qualifikationsunterschiede und weitere Einflussfaktoren auf das Einkommen heraus, um Verzerrungen zu vermeiden = rechnet Qualifikationsunterschiede und weitere Einflussfaktoren auf das Einkommen heraus, um Verzerrungen zu vermeiden
- Gender gaps - Auswirkung auf Sozialleistungen Männer* sind über beitragsfinanzierte Sozialversicherungsleistungen beiArbeitslosigkeit und im Alter besser abgesichert Frauen* profitierten traditionell von der beitragsfreien Mitversicherung inder Krankenversicherung; sie beziehen häufiger & länger Elterngeld Alleinerziehende und alleinstehende Frauen* sind häufiger auf bedarfsgeprüfte Sozialleistungen angewiesen Ehegattensplitting stützt das Ernährermodell
- "Reproduktionsarbeit" Definition unbezahlte, von (Haus-)Frauen*privat in der Familie geleistete Arbeit -> vom Kapitalismus angeeignet hebt stärker auf Funktionalität von Sorgearbeit für denKapitalismus ab
- 'Care-Arbeit' Definition fokussiert auf arbeitsinhaltliche Aspekte von Fürsorge Gestaltung von Care-Beziehungen hängt vonwohlfahrtsstaatlichen Anreizen ab (bezahlt/unbezahlt, in der Familie, ...) Care-Begriff eignet sich besser für ländervergleichende Analysen
- Queer Theorie Queer ist im Sinne queertheoretischer Überlegungen keine identitätspolitische Beschreibung, sondern mit dem Versuch verbunden sich vereindeutigenden Zuschreibungen zu entziehen Den Bezug auf Identitäten nicht gänzlich abzulehnen, sondern Konzepte für ein kritisches Verhältnis zu Repräsentationspolitiken entwicklen
- Kritik an "gender" & "sex" Diese Unterscheidung wurde zunehmend kritisiert, da auch biologische Geschlechterklassifikationen sozialen Konventionen unterliegen
- Dimensionen von Repräsentation formelle ... -> Regeln und Verfahrensweisen (Wahlrecht) symbolische ... -> mediale Repräsentation deskriptive ... -> Spiegel der Bevölkerung (Frauen im PM entspricht Frauen in DE) substanzielle ... -> handeln im Interesse der Repräsentierten (Frauen machen Frauenpolitik)